Vier-Nationen-Turnier - Frauen
Karlsruhe 26. bis 28. Mai
2000
Vier-Nationen-Turnier · Allgemeine Info · Spielplan und Ergebnisse · Berichte
Berichte
Peru
gewinnt das Hoepfner 4-Nationen-Turnier in Karlsruhe vor der DVV-Auswahl
Dramatisches
Happy-End zu später Stunde
Angelina
Grün machte den Unterschied
Erneuter
Sieg der DVV-Damen gegen Spanien
Peru gewinnt das Hoepfner 4-Nationen-Turnier in Karlsruhe vor der DVV-Auswahl
Nach nur 68 Minuten war das Endspiel im Hoepfner 4-Nationen-Turnier am Sonntag vor 1300 begeisterten Zuschauern in der Karlsruher Europahalle für Peru entschieden. Mit 3:0 (31:29,25:18, 25:18) gewannen die Südamerikanerinnen gegen Deutschland. Turnier-Dritter wurde Kanada, das Spanien im ersten Spiel des Tages mit 3:2 (25:22, 16:25, 25:14, 17:25, 15:13) schlagen konnte.
Die Zuschauer gingen von Beginn an mit, besonders die kleine Peruanische Kolonie mit ihren rot-weißen Landesfahnen sorgte für südamerikanisches Flair. Und das Spiel versprach sofort ein gutes Finale zu werden, denn vom ersten Ballwechsel an spürte man bei beiden Mannschaften, dass sie hier unbedingt gewinnen wollten. Deutschland, wieder mit ihrer Zuspielerin Tanja Hart (Franken Brunnen Karbach), begann im Angriff sehr variabel und die Blockarbeit zeigte sich zu den vergangenen Spielen verbessert. Jedoch gelang es der DVV-Auswahl nicht, sich entscheidend abzusetzen. Ein Vier-Punkte Vorsprung wurde bis zum 18:14 gehalten, dann lag Deutschland noch 23:21 vorne, konnte aber insgesamt vier Satzbälle nicht nutzen. Peru lag beim Stand von 26:27 zum ersten Mal in Führung, vergab aber ebenfalls zwei Satzbälle. Erst beim 29:31 wurde der Satz zugunsten der Südamerikanerinnen entschieden.
Im zweiten Satz zeigte sich immer deutlicher, dass die schnellen Angriffe, hervorragend in Szene gesetzt durch das variable Zuspiel von Rosa Garcia Rivas, von den Deutschen nicht kontrolliert werden konnte. Verena Veh, vom USC Münster, zeigte zwar wieder eine sehr gute Blockleistung, aber auf der anderen Mittelpositionen waren Schwächen zu sehen. Peru stellte sich seinerseits auf die Spielweise der DVV-Auswahl ein, so dass sich Nationaltrainer Hee Wan Lee beim Spielstand 5:12 zu einem Wechsel der Zuspielerinnen gezwungen sah. Doch der Spielaufbau blieb weiter zu ungenau und die peruanischen Angriffe über die Mittelposition kamen immer wieder durch den Deutschen Block. Der Satz ging mit 18:25 deutlich an Peru.
Zu Beginn des Dritten Satzes ging Peru sofort wieder in Führung. Der Hallensprecher musste die Spielstände durchgeben, da die Anzeigentafel die drohende Niederlage der Deutschen wohl nicht ganz verkraftete und zwischenzeitlich ausfiel. Erst beim Stand von 18:22, als sich die DVV-Auswahl wieder heran kämpfen konnte, funktionierte die Anzeige, wenn auch der Block löchrig blieb. Ebenso spürte man bei den Aktionen auf dem Feld die Müdigkeit in den Muskeln und in den Köpfen der Deutschen, immerhin in ihrem vierten Spiel innerhalb von vier Tagen, wie auch Veh nach dem Spiel etwas erledigt bestätigte. Trotz der Niederlage blieb die Stimmung in der Halle bis zur Siegerehrung nach dem 18:25-Matchball sehr gut und wie sagte Lee in seiner ersten Pressekonferenz am Freitag: Wir möchten Werbung für den Volleyball machen - das haben sie getan. Vergessen darf ebenfalls nicht, dass gerade auf den entscheidenden Positionen des Mittelblocks in Karlsruhe wichtige Spielerinnen gefehlt haben und Peru mit ihrer gesamten Mannschaft antrat. So sollte diese Finalniederlage, auch wenn sie am Ende recht deutlich war, nicht über das wahre Kräfteverhältnis der beiden Mannschaften hinweg täuschen. So sah es auch der peruanische Trainer Man Bok Park, der dem deutschen Team sehr viel Potenz zusprach und die Mannschaft auf dem Weg in die Weltspitze sieht.
Umkämpft und spannend verlief das erste Spiel am Finaltag zwischen den bisher sieglosen Teams aus Kanada und Spanien, mit dem glücklicheren Ende für die Nordamerikanerinnen. Mit dem 3:2-Erfolg konnte Kanada den dritten Platz des Turnier erreichen, während Spanien sieglos Vierter wurde. Reiner Doug, kanadischer Trainer, beschrieb das Spiel seiner Mannschaft mit den zwei Gesichtern der Dr. Jekyll und Mr Hyde. Licht und Schatten wechselten sich ab, vor allem, da er die Aufstellung immer wieder änderte, um so so viele Spielerinnen wie möglich zu testen. In Hinblick auf die anstehende Olympiaqualifikation im Juni war dieses Turnier, wie Doug in der Pressekonferenz erklärte, wichtig, um bei den Veränderungen in der Mannschaft in den letzten Monaten die richtige Zusammensetzung zu finden. Franzisco Hervas konnten der dritten Turnier-Niederlage in sofern etwas Positives abgewinnen, da für sein Team das Sammeln von internationaler Erfahrung an erster Stelle steht.
Eine erfolgreiches Turnier mit einer perfekten Auslosung, denn erst das letzte Spiel zwischen Deutschland und Peru entschied über den Sieger des Hoepfner 4-Nationen-Turniers. Beide Teams setzten sich zuvor gegen Kanada und Spanien souverän durch, klammert man den äußerst knappen 3:2-Erfolg der DVV-Auswahl gegen die Nordamerikanerinnen am Samstag Abend aus. Auf der Suche nach einzelnen Spielrinnen, die dem Turnier ihren Stempel aufdrücken konnten, fallen bei der deutschen Nationalmannschaft vor allem drei Namen. Angelina Grün, die mit einer phänomenalen Leistung Spanien fast im Alleingang besiegte, Anja-Nadin Pietrek, die in den Sätzen vier und fünf gegen Kanada mit einem fast fehlerfreien Spiel die entscheidende Wende zugunsten der DVV-Auswahl brachte, und Verena Veh, die die Aufstellungssorgen von Nationaltrainer Lee bezüglich der weiteren Spiele in der EM-Qualifikation mit ihren guten Blockleistungen nicht kleiner gemacht haben dürfte. Das DVV-Team geht somit gestärkt aus dem Turnier und reist am 31. Mai nach Koblenz, um sich auf das Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft gegen die Tschechische Republik am 4. Juni (15.00 Uhr) vorzubereiten.
Quelle: DVV
Dramatisches Happy-End zu später Stunde
Auch am zweiten Tag des Hoepfner 4-Nationen-Turnier waren die beiden für Sydney qualifizierten Mannschaften Deutschland und Peru erfolgreich und treffen am heutigen Sonntag um 16.00 Uhr zum Endspiel aufeinander. Peru hatte gegen Spanien nur die ersten beiden Sätzen Probleme und gewann mit 3:1 Sätzen (26:28, 25:22, 25:15, 20:25). Deutschland gewann in einem am Ende dramatischen Spiel gegen Kanada nach 108 Minuten in fünf Sätzen (19:25, 25:20, 20:25, 26:24, 15:13).Vor dem Spiel um den Turniersieg stehen sich im kleinen Finale ab 14.00 Uhr Kanada und Spanien gegenüber.
Am Ende war es Dramatik pur und dem entsprechend frustriert und enttäuscht sprach Reiner Doug in der Pressekonferenz. Dabei begann die Partie eher zäh und lief gut für Kanada, denn Hee Wan Lee begann mit einer zum Vortag veränderten Formation. Zuspielerin Tanja Hart von Franken Brunnen Karbach fehlte, und die beiden Machtwinnerinnen des Vortages, Angelina Grün (USC Münster) und Anja-Nadin Pietrek (Volley Cats Berlin) schauten zunächst nur vom Spielfeldrand zu, und so mussten sich die sechs Damen auf dem Feld zunächst noch finden. Der erste Satz ging konsequenterweise mit 19:25 an Kanada. Im zweiten Satz begannen die Deutschen, konzentrierter anzugreifen und erzielte mit 25:20 den Satzausgleich. Der dritte Satz ging wieder an Kanada, die entgegen dem Spiel am Vortag gegen Peru dieses Mal ihr gutes Niveau hielten, und vor allem Außenangreiferin Janis Kelly bekam die DVV-Auswahl nie in den Griff.
So sah es auch im vierten Satz für die Deutsche Nationalmannschaft nicht unbedingt gut aus, bis Grün und Pietrek auf das Feld kamen. Mit nun gestärktem Selbstbewusstsein wurde die anfängliche Blockschwäche zunehmend abgestellt, besonders Verena Veh sorgte für Blockhoheit. Die Damen von Lee holten jetzt, mit den knapp 1000 Zuschauern im Rücken, den 17:21 Rückstand Punkt für Punkt auf und gewann nach abgewehrtem Machtball 26:24. Im Tie-Break lag Kanada bis zum 10:10 immer mit einem oder zwei Punkten vorn, dann drehte die DVV-Auswahl, vor allem durch die effektiven Angriffe Pietreks das Spiel endgültig um und machten die entscheidenden Punkte zum 15:13-Erfolg. Ein zufriedener Lee gab in der Pressekonferenz auch gleich die Losung für den Finaltag aus: Ich erwarte morgen gegen Peru natürlich einen Sieg.
Das erste Spiel des Tages lief vergleichsweise ruhig ab, denn Spanien konnte gegen die Südamerikanerinnen, wie auch im Spiel gegen Deutschland, nur zwei Sätze mithalten. Peru, nach dem es den ersten Satz noch 26:28 verloren hatte, spielte am Ende souverän die folgenden Sätze zum ungefährdeten 3:1-Sieg. Man Bok Park zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem Angriff seiner Mannschaft und mit Spaniens Trainer Francisco Hervas war er einer Meinung, dass den Spanierinnen noch die internationale Erfahrung fehle, die im ersten Satz gezeigte Leistung ein ganzes Spiel zu zeigen.
Quelle: DVV
Angelina Grün machte den Unterschied
Am ersten Tag des Hoepfner
4-Nationen-Turniers in Karlsruhe setzten sich die beiden bereits für Olympia
qualifizierten und in Karlsruhe favorisierten Teams aus Deutschland und Peru
gegen die Konkurrenten aus Spanien und Kanada jeweils mit 3:1 durch. Zunächst
siegte Peru gegen Kanada in vier Sätzen (31:33, 25:16, 25:22, 25:13), anschließend
war auch der Gastgeber gegen Spanien erfolgreich (24:26, 25:22, 25:21, 25:18).
Im ersten Spiel des zweiten Tages stehen sich heute um 18.00 Uhr Peru und
Spanien gegenüber, danach trifft die DVV-Auswahl auf Kanada.
Nur einen Tag nach dem 3:0-Sieg gegen Spanien in der EM-Qualifikation konnte die
Deutsche Nationalmannschaft gegen die Ibererinnen mit 3:1 gewinnen. Dabei machte
eine Spielerin den Unterschied aus: Angelina Grün. Die Außenangreiferin vom
USC Münster ließ durch ihre krachenden Auf- und Angriffsschläge das Spiel zur
Ein-Frau-Veranstaltung werden.
Im ersten Satz noch etwas müde von der langen Tanzeinlage mit Bundestrainer Hee Wan Lee in der Nacht zuvor, wie Grüni schmunzelnd später erklärte, zeigten sich die deutschen Damen zu Beginn unkonzentriert. Spanien übernahm das Spiel und führte schnell 3:8 und 11:20. Lee wechselte darauf die Zuspielerin, und mit Beatrice Dömeland kam neuer Schwung ins Team. Die Mannschaft konnte gar zum 24:24 ausgleichen, doch am Ende ging der Satz knapp mit 24:26 verloren.Im zweiten Satz agierten die Damen von Hee Wan konsequenter. Besonders die beiden Außengreiferinnen Grün und Anja-Nadin Pietrek setzten sich immer wieder gegen den Block durch. Hinzu kamen die Sprungangaben von Grüni, die die Spanierinnen bis zum Ende nicht in den Griff bekamen. Beim Stand von 21:13 gönnte Lee seiner Starangreiferin eine Verschnaufspause, und sofort kamen die Spanierinnen wieder auf. Beim Stand von 23:21 kam sie wieder auf das Feld und machte gleich die entscheidenden Punkte für den 25:22-Satzgewinn.Im dritten Satz plätscherte das Spiel eher hin und her. Am Ende waren es wieder Pietrek und Grün, die die entscheidenden Punkte zum 25:21 Satzgewinn machten. Den vierten Satz bestimmte zunächst mehr die Frage, wer mehr Fehler macht, bis beim Stand von 19:18 für Deutschland die Mannschaft und die Halle durch einen starken Block von Verena Veh wieder aufgeweckt wurde und sechs Punkte folgten; unnötig zu sagen, wer am Aufschlag stand: Angelina Grün.
Beim ersten Spiel des Turniers zeigten sich die
Peruanerinnen am Ende cleverer und konsequenter. Nach über einer halben Stunde
konnten die Kandierinnen ihren insgesamt neunten Satzball zum 33:31 (!) nutzen,
wurden aber in den nächsten Sätzen zu ungenau im Spielaufbau. Vor allem im
dritten Satz konnten sie ihre Chance nicht nutzen, wie Trainer Reiner Doug nach
dem Spiel etwas enttäuscht zugab. Wir sind erst am Anfang der
Vorbereitung, und so sei es besonders für die Vorbereitung für die
Olympiaqualifikation im Juni sehr gut für seine Mannschaft, jeden Abend gegen
ein anderes Team zu spielen.
Man Bok Park, Peruanischer Trainer, war zufrieden, besonders, da sich seine
Mannschaft mit großem Selbstbewusstsein präsentierte. So sieht er seine
Mannschaft auf einem höheren Niveau als bei der letztjährigen
Weltmeisterschaft, aber noch nicht dort, wo er sie gerne sehen würde.
Quelle: DVV
Erneuter Sieg der DVV-Damen gegen Spanien
Karlsruhe - Für die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen erweist sich Spanien als sehr dankbarer Gegner. Das deutsche Team ist mit einem Sieg in das Vier-Nationen-Turnier in Karlsruhe gestartet. Das Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee gewann gegen Spanien mit 3:1 (24:26, 25:22, 25:21, 25:18). Einen Tag zuvor besiegte die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), die in der badischen Metropole ihre Olympia-Vorbereitungen aufnimmt, die Spanierinnen im ersten Europaliga-Spiel in Rotenburg/Fulda mit 3:0. Im ersten Spiel in Karlsruhe hatten die ebenfalls für das olympische Turnier in Sydney qualifizierten Peruanerinnen gegen Kanada mit 3:1 (31:33, 25:16, 25:22, 25:13) gewonnen.Quelle: sport.de
© 1999-2001 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel