Hochschul-EM 2008

 

Die WG Hamburg bei der EUC Volleyball

Mit folgendem Kader reist die WG (Wettkampfgemeinschaft) Hamburg nach Italien: Anita Drese, Andrea Dellnitz, Jenny Osterburg (WiWa Hamburg); Julia Kaufhold, Swantje Basan, Valessa Ehrke (NA.Hamburg); Anja Wilk (vereinslos); Elena Lubomirsky, Kathrin Urban (Eimsbütteler TV); Svea Beyer (CVJM) und Joy Page (Oststeinbeker SV). Trainer ist Ali Hobst (CVJM), Co-Trainer Björn Burmeister (SV Nettelnburg-Altengamme) und Physiotherapeut Thune Höller (CVJM). Delegationschef ist Jörg Förster.

Pressespiegel

 

20.07.2008: Tag der Anreise

Sonntag Mittag sollte es für den Deutschen Hochschulmeister, die Wettkampfgemeinschaft (WG) Hamburg, per Flugzeug zur Hochschul-Europameisterschaft nach Italien gehen. Um sich gemeinsam auf die Anreise nach Camerino einzustimmen, traf sich das Team der WG Hamburg um Mannschaftsführerin Anita Drese (WiWa Hamburg) am Sonntagmorgen bei Mittelblockerin Valessa Ehrke (NA.Hamburg) zum Frühstück, um von dort gemeinsam zum Flughafen aufzubrechen.

Nach einem angenehmen Flug landeten die Hamburger Volleyballerinnen samt Betreuerstab bei 32 Grad in Rom. Mit dem Shuttle-Service ging es in das knapp vier Autostunden von Rom entfernte Camerino. Schon die Hinfahrt über die Serpentinen des Nationalparks in der Provinz Macerata war ein Erlebnis – ebenso wie auch die rasante Fahrweise des Busfahrers.

Trotz der späten Anreise konnte die deutsche Delegation an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Das Organisationskomitee hatte sich einige Überraschungen einfallen lassen. So marschierten die teilnehmenden Nationen durch die engen Gassen Camerinos ein, gesäumt von zahlreichen Beifall klatschenden Zuschauern. Die Eröffnungszeremonie fand im ehrwürdigen Patio des Palazzo Ducale aus dem frühen 13. Jahrhundert statt, ein gemeinsames Abendessen aller Nationen an langen Tischen unter sternklarem Himmel untermalt durch Live-Musik mit abschließendem Feuerwerk sorgte für einen stimmungsvollen Ausklang.

Ein Highlight für die Hamburger Delegation war zudem die Unterbringung in der romantisch gelegenen Herberge „Borgo Antico“ mit unverbautem Blick über das Tal um Camerino.

21.07.2008: Erster Tag der Vorrunde  (Deutschland – Kroatien)

Wie am Vorabend klar und deutlich festgelegt, startete das Team seine morgendliche Aktivierung pünktlich um 7.00 Uhr. Trainerteam und Delegationsleiter schlummerten allerdings aufgrund einer Fehlfunktion des Weckers ungestört weiter und wurden vom Team um 7.25 Uhr freundlich auf das schon vorbereitete Frühstück hingewiesen.

Nach dem für italienische Verhältnisse außerordentlich umfangreichen Frühstück, startete das Team in dem von Organisationskomitee bereitgestellten Shuttle zum ersten Training, das um 9.30 Uhr im 20 Kilometer entfernten Mattelica begann. Die Mannschaft gewöhnte sich schnell an den ungewohnten Parkettboden und die unzureichenden Beleuchtungseinrichtungen, besonders aber machte der Mannschaft die Hitze in der Halle zu schaffen.

Um zukünftig nicht unnötig Zeit im Bus zu verbringen, setzte Delegationsleiter Jörg Förster beim Organisationskomitee durch, dass das Team alle Mahlzeiten nicht wie die anderen Teams in der Mensa, sondern in der Herberge zu sich nehmen dürfe. Dadurch werden zweieinhalb Stunden Busfahrt am Tag gespart – eine wichtige Erleichterung für alle.

Nach der Mittagspause startete das Team von Trainer Ali Hobst zum ersten Auftritt auf europäischer Bühne gegen die favorisierte Universität von Rijeka, dem Viertplatzierten der letzt jährigen Europameisterschaft. Die Mannschaft begann sehr nervös und brauchte zwei Sätze, um sich an das Niveau zu gewöhnen. Erst im dritten Durchgang war das Team um Zuspielerin Swantje Basan (NA.Hamburg) den athletischen Kroatinnen ebenbürtig.

Zusammenspiel Swantje Basan und Julia Kaufhold

Über 5-2, 11-12,16-19 und 22-21 kämpften sich die Elbstädterinnen ins Spiel zurück, um Minuten später einen Matchball beim Stand von 23-24 gegen sich zu haben. Durch eine erfolgreiche Angriffsaktion holte das Team den Ausgleich und hatten nun selbst die Möglichkeit einen Satzball zu verwandeln. Beim Stand von 25-24 war es Svea Beyer (CVJM), die für die bis dahin stark agierende Anja Wilk (Uni Hamburg) im Laufe des Satzes eingewechselt wurde und mit ihrem Aufschlag den kroatischen Annahmeriegel entscheidend unter Druck setzte. Der Hamburger Block hatte dann leichtes Spiel.

Es war vollbracht: der erste Satzgewinn einer Hamburger Hochschulauswahl bei einer internationalen Meisterschaft. Beflügelt durch den Satzgewinn ließen die Hamburger Deerns den Kroatinnen keine Zeit Luft zu holen. Man merkte, dass die Frauen aus Rijeka auch langsam müde wurden und die Kräfte nachließen – vielleicht auch konsterniert über die Tatsache, dass die Hanseatinnen noch immer zulegen konnten und immer ballsicherer wurden. Folgerichtig gewannen die Hamburgerinnen den vierten Satz deutlich mit 25-15.

Trainer Ali Hobst schickte auch im nun folgenden Entscheidungssatz die Starting Six aufs Feld: Swantje Basan (NA.Hamburg), Anita Drese (WiWa Hamburg), Andrea Dellnitz (WiWa Hamburg), Anja Wilk (Uni Hamburg), Valessa Ehrke (NA.Hamburg) und Julia Kaufhold (NA.Hamburg).

Lautstark unterstützt vom Männerteam der Uni Erlangen, gelang den Hamburgerinnen ein Blitzstart und sie führten mit 5-0, um bei 8-3 die Seiten zu wechseln. Dank der gut platzierten Aufschläge von Julia Kaufhold (NA Hamburg) wuchs der Vorsprung auf 10-3. Zwar ließen drei Eigenfehler in Serie die Kroatinnen noch mal ins Spiel kommen, doch dann legte die WG Hamburg erneut nach und gewann den Satz verdient mit 15-10.

Fazit: Der gelungene Start ist deutlich erkennbar eine Folge der intensiven Vorbereitung - auch im Athletik-Bereich mit der Unterstützung von Physical Trainer Thune Höller, der dem Team aus beruflichen Gründen in Italien leider nicht zur Verfügung steht. Das Team der WG Hamburg war in der Endphase des Spiels athletisch deutlich überlegen und konnte so eine gute Grundlage für den weiteren Turnierverlauf legen.

 

22.07.2008 2.Tag der Vorrunde  (Deutschland - Portugal)

Die Neuigkeit, dass die WG Hamburg am ersten Tag gegen den letztjährigen Viertplatzierten Kroatien gewann, ließ die anderen Nationen aufhorchen und sprach sich sogar bis zu unserem Hotelier herum.

Der Tagesablauf des erfolgreichen Vortages wurde übernommen. Nach der morgendlichen Aktivierung (diesmal inklusive Trainerteam) ging es zum Frühstück  und anschließend zum Training nach Camerino. Hier wartete in der Halle eine Überraschung auf das Hamburger Team, denn zwei Spielerinnen des Ausrichters Camerino fanden sich zur Beobachtung der Hamburger Trainingseinheit in der Halle ein.  Dieser Besuch sorgte bei den Hansestädterinnen für zusätzliche Motivation, und so war es eine sehr konzentrierte und gute Trainingseinheit.

Um 18 Uhr stand dann das zweite Gruppenspiel an, Gegner war der zwölfte des letzten Jahres, die University of Minho aus Portugal. Die Mannschaft hatte ihr erstes Gruppenspiel ebenfalls gewonnen und waren zu dem Zeitpunkt Tabellenführer der Gruppe B. Die Hamburger begannen den ersten Satz sehr konzentriert und konnten sich früh eine Führung erspielen. Über 4:2, 11:3 und 22:9 konnte der erste Satz nach 19 Minuten deutlich mit 25:15 gewonnen werden.

Im zweiten Satz wurde es ein ausgeglichenes Spiel, die Portugiesen verlegten sich darauf, aufgrund des guten Blockspiels der Hamburger Spielerinnen vermehrt durch Tipp – und Roll-Bälle ihre Punkte zu erspielen. Mitte des zweiten Satzes konnten sich die Portugiesinnen einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Beim Spielstand von 22:23 aus Hamburger Sicht wechselte Swantje Basan an den Aufschlag und fortan schmolz der Vorsprung der Portugiesinnen Punkt für Punkt und konnte anschließend sogar in eine Führung und den Satzgewinn umgewandelt werden. Somit ging der Satz mit 25:23 an Hamburg.

In der Satzpause gelang es der WG Hamburg, sich noch einmal zu sammeln und so gleich zu Beginn eine Vier-Punkte Führung zu erspielen. Zur Satzmitte aber fanden die Gegnerinnen wieder besser ins Spiel und konnten den Rückstand aufholen (18:18) und anschließend ihrerseits in Führung gehen (21:19). Die Hamburgerinnen steckten dieses Konzentrationsloch gut weg und glichen zum 23:23 aus. Wie bereits im zweiten Satz zeigte sich Hamburg bei engen Spielständen sehr nervenstark und konnte vorbereitet durch gezielte Aufschläge von Julia Kaufhold die nötigen zwei Punkte zum Satzgewinn von 25:23  einfahren.

Somit hatte sich die WG Hamburg mit zwei Siegen eine gute Ausgangsposition um den Gruppensieg in der Gruppe B erspielt. Nächster Gegner wird am Mittwoch das Team der University of Latvia.

 

23.07.2008 3.Tag der Vorrunde  (Deutschland - Lettland)

Gestärkt durch unseren abendlichen Ausflug nach Camerino und einem Tänzchen mit den Spanierinnen zum Gesang unserer Freunde aus Erlangen, starteten wir wie bereits die Tage zuvor um sieben Uhr mit einem Spaziergang zur Aktivierung. Diesmal schloss sich uns auch der Hund Gonzo (alias Cliff) unserer Herberge an, dem alle Spielerinnen fleißig ihre Zuneigung beweisen.

Selbst nach drei Tagen wirft unser Trainer Ali Hobst immer noch jeden Morgen unserem Herbergsvater ein kräftiges „Buona Sera!!“ (= Guten Abend!) entgegen, was mit einem breiten Grinsen quittiert wird. Nach einem fürstlichen Frühstück trainierten wir wie gewohnt um 9:30 h in unserer Spielhalle in Matelica.

Unser Shuttle-Fahrer Christian, ein waschechter „Ragazzo“, versorgte uns mit neuem italienischen Liedgut, das von nun an bei jeder Fahrt lauthals mitgegröhlt wird. Christian hat uns ins Herz geschlossen (so wie wir ihn) und reißt sich darum, seine „Geeeerman Girlzzz“ von Halle zu Halle zu chauffieren.

Mit guter Laune und dem festen Willen, den Gruppensieg perfekt zu machen, fuhren wir am Nachmittag erneut nach Matelica. Die Mädels aus Lettland mussten im selben Bus wie wir anreisen und waren erstaunlich still ob der großen Freude und Sangeskraft ihrer deutschen Gegnerinnen.

Wir starteten mit Swantje Basan, Anja Wilk, Julia Kaufhold, Andrea Dellnitz, Anita Drese und Valessa Ehrke gut ins Spiel und überrannten die Studentinnen von der Universität Lettland förmlich. Mit sicherer Annahme und starken Aufschlägen ließen wir unsere Gegnerinnen kaum ins Spiel kommen und gewannen den ersten Satz deutlich mit 25:12.

Aufgrund dieser Überlegenheit und im Bewußtseins seiner starken Bank entschloss sich Trainer Ali Hobst bereits hier zum Wechseln. Anita Drese wechselte auf die Diagonalposition und Karhrin Urban rückte im Außenangriff für Andrea Dellnitz nach. Nach sicherem Start und schönen Spielzügen konnte eine deutliche Führung bis auf 18:11 herausgespielt werden. Mittlerweile war auch Joy Page auf Feld gekommen, um stark aufzuschlagen und unsere Abwehr zu verstärken.

Warum auch immer - sei es durch das hohe Risiko, dass beim Ausprobieren neuer Spielzüge und Kombinationen gegangen wurde, oder weil die Mannschaft von der Regungslosigkeit des Gegners angesteckt wurde – es kam nun dazu, dass sich Eigenfehler an Eigenfehler reihte und der Satz noch einmal spannend wurde. Beim Stand vom 21:23 kam Anita Drese für Joy zurück ans Netz und verwandelte mit einem wuchtigen Schlag den nächsten Ball. Anja Wilk ging zum Aufschlag und bereitete die nächsten Blockpunkte vor. Wir haben im rechten Moment unsere Spannung wieder gefunden und den Satz letztendlich mit 25:23 für uns entschieden.

Weiter der Devise folgend, dass wir mit einem starken Kader in Italien sind und der Tatsache, dass kaum noch Gegenwehr von den Lettinnen kam, wurden auch im dritten Satz alle Spielerinnen der WG Hamburg eingewechselt und der Satz zu 16 gewonnen. Der erste Platz in der Gruppe war gesichert und wir konnten mit guter Laune und Vorfreude auf das gute Essen zurück zur Herberge fahren.

Die Aussicht, als Belohnung am nächsten Tag eine Stunde länger schlafen zu können (Vielen Dank, Ali!!) trug sicherlich auch zur guten Stimmung am Abend bei, der individuell gestaltet wurde. Morgen wartet nun die Universität Istanbul im Viertelfinale auf uns!

 

Donnerstag, 24.07.2008 Viertelfinale (Deutschland – Türkei)

Nachdem wir uns gestern den Gruppensieg gesichert und somit das Viertelfinale erreicht hatten, durften wir zur Belohnung morgens eine Stunde später zur Aktivierung antreten. Pünktlich zur Mittagshitze stand dann um halb zwölf das Training in Camerino auf dem Plan. Da wir zu früh in der Halle ankamen, hatten wir die Gelegenheit, den Polinnen etwas beim Training zugucken zu können und waren beeindruckt.

Plötzlich stand da noch eine dritte Mannschaft in der Halle und fing an sich zu erwärmen. Wie sich herausstellte, wurde die Halle auch an die russische Damenmannschaft vergeben.  Nicht zum ersten Mal löste unser „Master of Delegation“ Jörg Förster dieses Problem souverän. Die erste Viertelstunde durften die Russinnen das Feld für sich nutzen, dann waren wir an der Reihe.

Es hieß Baggertennis – Sambuca vs. Cappuccino. Diese Teams ergaben sich aus der Getränkewahl des Vorabends. Wetteinsatz: das Verliererteam bringt dem Gewinnerteam das Frühstück an den Tisch. Am Ende gingen die „Cappuccini“ als Sieger vom Platz.

Nach einem eher entspannten Training waren wir bereit für die Türkinnen. Wir legten einen fulminanten Start hin (7:1). Doch die Türken fanden ins Spiel und konnten den Satz über 14:15 und schließlich 21:25 für sich entscheiden.

Siegeswillig und unbeeindruckt starteten wir auch den 2. Durchgang und führten schnell mit 6:4 und 15:6. Die Türkinnen kamen noch einmal auf 22:20 heran, dennoch sicherten wir uns den 2. Satz mit 25:22.

Ein schneller Rückstand (1:5) brachte uns gleich zu Anfang des 3. Satzes in Bedrängnis. Trotz einer guten Aufholjagd ging der Satz mit 25:23 an den Gegner. Wachgerüttelt starteten wir den vierten Durchgang mit 9:3 und gewannen diesen am Ende mit vier Punkten Vorsprung.

Tiebreak – alles wieder offen. Beide Teams wollten den Sieg. Zu Beginn war der fünfte und entscheidende Satz ausgeglichen, wir konnten uns aber zum Seitenwechsel mit zwei Punkten absetzen. Euphorisch starteten wir in die entscheidende Phase und bauten die Führung auf 13:8 aus. Doch die Türkinnen ließen nicht locker und kämpften sich noch einmal auf 14:13 heran. Das Halbfinale nun zum Greifen nah legten wir unsere ganze Kraft in die nächste Aktion und sicherten uns den Sieg mit 15:13.

Der Jubel kannte keine Grenzen. Wir schrieen, lachten, weinten und lagen uns in den Armen. Die Sensation war perfekt.

Ein großer Dank geht hier auch an die Jungs aus Erlangen (die auf eigene Kosten zu unserem Spiel anreisten) für ihre lautstarke Unterstützung, die uns immer wieder aufbaute und antrieb. Ein mindestens ebenso großer Dank geht an Nicole, die „Knetmaus“ der Erlangener, die sich mit ihren heilenden Händen nach dem Spiel super um unsere körperlichen Gebrechen kümmerte.

Nachdem bisher wohl schwersten Spiel waren alle froh, abends ins Bett zu kommen, um fit für das Halbfinale gegen Polen zu sein.

 

Freitag, 25.07.2008: FINALE ohhhooo… (Deutschland – Polen)

Aber alles begann morgens um acht Uhr:

Nachdem sich am vorherigen Tag abgezeichnet hatte, dass die Reserven aller Spielerinnen nach den drei kräftezehrenden Vorrunden-Spielen und dem Viertelfinale gegen Istanbul ausgeschöpft waren, wurde uns ein trainingsfreier Vormittag gegönnt. Unsere gesamte Energie konzentrierte sich auf das so wichtige Halbfinale gegen Polen.

Die individuelle Vorbereitungszeit war zum einen durch einen weiteren Besuch von Camerino, zum anderen durch das Relaxen auf der Sonnenterasse geprägt. Nach einem weiteren grandiosen Mittagsmahl wurden die zuvor in Camerino gekauften Pralinen und jeweils ein Trikot vom Hochschulsport Hamburg an unsere großartigen Herbergseltern überreicht.

Anschließend hieß es die letzten ruhigen Minuten in der Herberge zu genießen, bevor es zum Anfeuern des deutschen Männerteams aus Erlangen losging. Diese Geste war mehr als angebracht als Antwort für die vorhergehende Unterstützung ihrerseits.

Und dann ging’s los…

Bereits im Bus, der uns zur Halle nach Tolentino fuhr, sollten wir unseren Gegnern zum ersten Mal in die Gesichter schauen dürfen. Große athletische Frauen mit einem Siegesfunkeln in den Augen blickten uns entgegen. Die Aufregung ließ sich nun auch bei uns nicht mehr verbergen, sollte uns jedoch nicht daran hindern, dem Gegner ein freundliches Lächeln zuzuwerfen.

In der Spielhalle angekommen, schlug uns eine sengende Abendhitze entgegen. Die Schweißperlen flossen noch vor Beginn der Erwärmung. Trotz alledem zogen wir das nun allmählich ins Fleische übergegangene Warm-up Programm professionell von Anfang bis Ende durch.

Wenig beeindruckt von den harten Angriffsschlägen beim Einschlagen und den groß gewachsenen Polinnen eröffneten wir das Halbfinale mit einem Blockpunkt von Valle. Der weitere Spielverlauf zeigte sich zu Beginn des ersten Satzes recht ausgeglichen. Erst zum Ende schafften wir es uns von den Polinnen abzusetzen, um den Satz mit einem Spielstand von 25:21 für uns zu entscheiden.

Ähnlich verlief der zweite Durchgang. Diesmal leider nicht zu unseren Gunsten. Der Endstand war dieses Mal 19:25 gegen uns.

Dies sollte uns neue Kraftreserven entlocken und den Siegeswillen nur weiter anstacheln. Das Halbfinale entwickelte sich im dritten Satz zu einem echten Krimi. Die bisher sehr gut platzierten Aufschläge der Polinnen fanden immer weniger Wirkung in unserem Annahmeriegel. Dafür sollte Delle sich durch herausragende Leistungen in allen Elementen und Situationen hervorheben und zur ständigen Bedrohung des Gegners werden. Durch ein überragendes Passspiel von Swanni auf die gut funktionierenden Angreifer ließen wir den Polinnen keine Chance zu verschnaufen. Dadurch konnten wir auch diesen Satz mit 25:22 für uns entscheiden.

Im nächsten Satz kamen alle Spielerinnen zum Einsatz. Wir erreichten glatte 9 Punkte………

Diese „Taktik“ sollte unsere erste Sechs dazu befähigen neue Kräfte zu sammeln, um konzentriert in den letzten und entscheidenden Part zu starten. Von Beginn an lagen wir zwei/ drei Punkte vorne. Bis zum 14:11. Der hohe Druck, nun den Sack zumachen zu können, verleitete zu unnötigen Fehlern. Plötzlich stand es 14:14. Mit hoher Konzentration gelang es Anita den nächsten Ball über Position Vier dem Gegner um die Ohren zu hauen.

Eine Annahme auf polnischer Seite folgte, die nur noch einen Außenpass ermöglichte. Mit voller Wucht schmetterte die polnische Angreiferin ihn ins Aus.

Der Sieg war unser!!!!!!!

FINALE ohhhooo…

 

Samstag, 26.07.2008 Finale (Deutschland – Russland)

Nach dem schweren Halbfinale gegen die Polinnen stand am heutigen Samstag um 15 Uhr das Finale gegen den Titelverteidiger Russland auf dem Programm. Das Betreuer-Team gab den deutschen Damen eine halbe Stunde mehr Zeit zum Ausschlafen, die Aktivierung fand erst um 8.30h statt. Das morgendliche Training ist ausgefallen, da alle Hallen mit Platzierungsspielen belegt waren.

Der deutsche Tross machte sich mittags um 13.20 h auf dem Weg in die Spielhalle in Matelica, die Freude auf das bestehende Finale war sehr groß. Die Halle fühlte sich langsam und die Erlanger Jungs inklusive Nicole waren auch schon vor Ort. Ohne vorher zu wissen, dass beim Finale die Hymne offiziell abgespielt wird, gaben die Erlanger wieder einmal unplugged die deutsche Nationalhymne zum Besten – Gänsehaut pur! Nachdem die deutsche Hymne gespielt wurde, leisteten sich die Organisatoren einen leichten Lapsus: sie spielten nicht die russische, sondern die alte sowjetische Hymne ab. Nun sangen die Russinnen ihrerseits unplugged ihre Hymne.

WG Hamburg jubelt gemeinsam mit den "Besten der Besten" aus Erlangen

15.00h – das Spiel ist pünktlich gestartet. Ali Hobst schickte die Start-Sechs vom Polen-Spiel aufs Feld: Swantje Basan, Anita Drese, Valessa Ehrke, Julia Kaufhold, Elena Lubomirsky und Andrea Dellnitz.

Die Russinnen erwischten den besseren Start und führten mit 3-0, ehe Swantje Basan mit einer Serie von Aufschlägen den russischen Annahmeriegel vor sehr schwere Aufgaben stellte. Die Hamburgerinnen schienen nun da weiterzumachen, wo sie gestern gegen Polen aufgehört hatten. 6-3 stand es für die Hanseatinnen, die durch konzentrierte Aufschläge den Angriffsaufbau der Russinnen erschwerten, um dann im Doppelblock (Julia/Anita) unüberwindlich zu sein – zumindest zunächst. Über 9-5 und 13-11 gerieten die Deutschen erstmalig wieder bei 14-15 in Rückstand. Zwischenzeitlich kam Anja Wilk für Elena Lubomirsky ins Spiel. Die Moskauerinnen bauten kontinuierlich Ihren Vorsprung über 20-16 und 23-18 aus. Der nun folgende Rückwechsel von Elena für Anja brachte leider keine spielentscheidene Wendung mehr. Mit 20-25 war der erste Satz nach 20 Minuten beendet.

Das Trainerteam ließ Anja Wilk im zweiten Satz von Anfang an auflaufen. Doch schnell lag man 4-8 bzw. 7-13 zurück. Die Elemente Aufschlag und Annahme wurden im Laufe des Satzes immer fehlerhafter. Auch die Einwechslungen von Svea Beyer für Andrea Dellnitz und Elena Lubomirsky für Anja Wilk blieben ohne Wirkung. So ging der zweite Satz über die Spielstände 9-19 und 11-22 schließlich mit 11-25 in 17 Minuten verloren. Es machte sich auch bemerkbar, dass die Deutschen mit zwei kräftezehrenden Fünfsatz-Spielen in Viertel- und Halbfinale den schwereren Weg als die Russinnen, die zweimal glatt 3-0 gewannen, gehen mussten.

Im dritten Satz lief die gleiche Hamburger Sechs auf, die den zweiten Satz begonnen hatte. Nachdem die Russinnen 6-3 führten, kamen die Hamburgerinnen über 6-6 zu einer 8-7 Führung – man besann sich wieder auf die Stärken, mit einem stabilen K1 kamen die Angriffe wieder durch und die Aufschlagsqualität nahm zu. Ergänzt durch ansehnliche Blocks von Valessa Ehrke. Doch das Niveau konnte heute nicht gehalten werden, die Elbstädterinnen ließen ihre Gegnerinnen wieder davon ziehen, über 11-16 und 14-21 ging auch der letzte Satz im Damen-Turnier verdient an die Moskauerinnen.

Trainer Ali Hobst zum Spiel: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, denn sie hat ein sehr gutes Turnier gespielt. Wir haben in sechs Spielen nur eine Niederlage hinnehmen müssen und die nur gegen den alten und neuen Europameister Russland. Die ganze Woche über hat die Hamburger Mannschaft mit ihrem Auftritt die Sportstadt und den Hochschulstandort Hamburg sowie Deutschland mehr als würdig und sympathisch vertreten. Wir sind Vizeeuropameister!“

Abends bei Siegerehrung, Abschlussfeier und Player’s Night zeigte die Hamburger Delegation wie sehr man sich über die gewonnene Silbermedaille freute und dass diese gebührend gefeiert wird.

 

Rechnung aus Erlangen

   

 

 

 © 1999-2008 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel