News

Donnerstag, 11. Juli 2002 

Deutsche Teams im internationalen Einsatz
Beachen auf der Insel
Stelldichein der Beachvolleyball-Elite in Montreal
USC Münster verpflichtet Volicerova
Surikova zu Zeiler Köniz
VfB: Sportarena muss noch warten
Hirschau: Vom Drumherum ganz begeistert
Volleyball ist Vertrauenssache
Volleyball für guten Zweck
Feinschliff in Asien
Renault Beach-Cup in Bremerhaven: Meldefrist verlängert
Weltliga: Gelingt in Kuba der nächste Coup?
Volicerova-Wechsel perfekt
Malin Ericsson und Lucia Hatinova kommen
Weitere Nationalspielerin zum USC
Kuba: Aus Talentschmiede in weltbeste Mannschaft

Juli 2002

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Deutschland - Smash-News

Donnerstag. 11. Juli 2002

Deutsche Teams im internationalen Einsatz

Schwere Gegner hat das einzige deutsche Damenteam beim Weltserienturnier im kanadischen Toronto: Okka Rau und Steffi Pohl (TVF Phoenix) treffen in ihrer Vorgruppe auf die Brasilianerinnen Ana Paula/Minello, auf die Lokalmatadorinnen Dumont/Martin und auf die Australierinnen Clarke/Gooley.

Für das Hauptfeld der Männer sind Oliver Oetke mit Andreas Scheuerpflug sowie David Klemperer und Niclas Rademacher gesetzt. Jörg Ahmann und Axel Hager treffen in der Qualifikation auf die Chinesen Li Hua-Li Ting und wären bei einem Sieg auch für das Hauptfeld startberechtigt.

Bei den U21-Weltmeisterschaften auf Sizilien treffen Karger/Lammens in ihrer Vorgruppe auf die Norweger Holtan/Rom, auf Conge/Francisco aus Mozambique und auf die Polen Wika/Plinski. Das zweite deutsche team Ambelang/Rieke hat sich in der Qualifikation sicher mit 21:10 und 21:18 gegen die Finnen Seppänen-Säisä durchsetzen können, unterlagen dann allerdings den Mexikanern Rojo/Ontiveros mit 21:16, 14:21 und 13:15. Sie spielen nun gegen die Polen Mierzejewski/Batabanski und die Griechen Tampouratzis/Giannakakos eine Dreierrunde um den letzten Platz im Hauptfeld aus.

In der Qualifikation des Frauenturniers siegten Sarah Goller und Martina Stein gegen die Finninnen Nystrom/Nystrom mit 21-19, 18-21, 15-11 und gegen die Polinnen Jurczyk/Sokalska sicher mit 21:16 und 21:11. Im entscheidenden Spiel um den Einzug ins Hauptfeld treffen die Deutschen auf Tiktapanidou/Paraskeuaidou aus Griechenland. Bereits im Hauptfeld stehen Engel/Windisch. In ihrer Vorrundengruppe müssen sie sich mit Espinoza/Amador (Mexiko), Brownlee/Frustaci (Kanada) und Cossa/Quitende (Mozambique) auseinandersetzen.

Deutschland - Renault Beach Cup-News

Donnerstag. 11. Juli 2002

Beachen auf der Insel

Deutschlands Profi Beach-Volleyballer treffen sich am Freitag, den 12. Juli, in Binz auf der Ostsee-Insel Rügen, um beim Renault Beach Cup 2002 drei unvergessliche Tage voller sportlicher Highlights und Party-Stimmung zu verbringen.

Mit dabei sind unter anderen das Team Brink/Schneider - der Blonde und der Dunkle - die sympathischen Spieler Julius Brink und Kjell Schneider, die auch den Renault Beach Cup in Leipzig für sich entscheiden konnten, haben sich in dieser Saison bereits bis auf Platz sechs der Deutschen Rangliste vorgekämpft.

Gemeldet sind auch Anton/Sergeev, derzeit Deutsche Rangliste Platz sieben, sowie Karger/Lammens, die am letzten Wochenende in Schwerin so knapp den Sieg verpasst haben. Aus Stralsund startet das Team Grappetin/Melms. Und, wenn sie noch rechtzeitig ihre Pässe vom Ukrainischen Konsulat zurückbekommen, wo sie Visa-Anträge für ein Turnier in Kiev beantragt hatten, wird das Teilnehmerfeld auch noch um ein internationales Team bereichert: Die Spieler Dultra/Bellaguarda planen, in Binz zu starten.

Bekannte Gesichter auch bei den Frauen – Binz scheint ein beliebtes Fleckchen zu sein: Teilnehmen werden unter anderen: Ast/Küttner vom Dresdner SC (DR Platz 6), die Berlinerinnen Freytag/Stoof, ausserdem Krumbeck/Volicerova – Julia Krumbeck kann ihre Miniskusprobleme hoffentlich bis zum Wochenende auskurieren, in Schwerin musste sie das Turnier im Halbfinale abbrechen.

In der Qualifikation starten unter anderen: die Münchnerinnen Paul/Stöwe, die vor knapp 3 Wochen den zweiten Platz bei der Studentenweltmeisterschaft in Guadeloupe gewannen.

Der Zeitplan:

Freitag 12.00 – 21.00 Uhr:      Qualifikation        

Samstag

8.00 – 21.00 Uhr: 

Hauptfeld 

 

Ab 19.30 Uhr:

Open Air Party

 

21.45 – 24.00 Uhr: 

DJ Perry Pechtold & DJ Steffen Mantei

 

23.00 – 23.30 Uhr: 

Laser Effects Show

 

23.30 Uhr: 

Grosses Feuerwerk an der Seebrücke

Sonntag 8.00 – 16.00 Uhr:    Finalrunden
  ab 12.00 Uhr:    Endspiele
  13.30 Uhr:                 Finale Frauen
  14.30 Uhr:                  Finale Männer

Deutschland - Volleyball Online

Donnerstag. 11. Juli 2002

Stelldichein der Beachvolleyball-Elite in Montreal

(sid)- Wo sich sonst die weltbesten Tennisspieler gegenüberstehen, kämpfen ab Dienstag die führenden Beachvolleyballer um den Sieg beim vierten Event der FIVB World Tour 2002. Im Du Maurier Stadium von Montreal trifft sich die Welt-Elite. Dazu gehören auch einige deutsche Doppel, wie etwa bei den Damen die Paarung Okka Rau/Stephanie Pohl. Das Hamburger Duo muss allerdings erst am Donnerstag aktiv ins Geschehen des mit 150.000 Dollar dotierten Turniers eingreifen. Rau/Pohl sind bei dem Turnier im Hauptfeld gesetzt.

Bereits Mittwoch müssen die Olympiadritten Jörg Ahmann und Axel Hager ran. "Vince" und "Hägar" haben zunächst die Qualifikation zu überstehen, wenn sie ihren Landsleuten Oliver Oetke/Andreas Scheuerpflug und David Klemperer/Niklas Rademacher ins Hauptfeld folgen wollen.

Die internationale Beachvolleyball-Spitze kämpft nicht nur um Punkte in der Gesamtwertung, sie bereitet sich in der kanadischen Provinzhauptstadt auch auf den ersten von insgesamt zwei World Tour Grand Slams vor, der am folgenden Wochenende im südfranzösischen Marseille auf dem Programm steht.

Deutschland - Volleyball Online

Donnerstag. 11. Juli 2002

USC Münster verpflichtet Volicerova

(shu) Der USC Münster hat eine weitere Spielerin unter Vertrag genommen. Ester Volicerova, 29-jährige Diagonalspielerin, kommt vom Dresdner SC zu den "Unabhängigen". Beide Seiten einigten sich zunächst auf einen Ein-Jahresvertrag. Die gebürtige Pragerin, die insgesamt 158 Länderspiele für Tschechien bestritten hat, kommt mit großen Erfolgen zum USC. Bronze (1997) und Silber (1993) bei Europameisterschaften, dreimal tschechischer Meister, zweimal tschechischer Pokalsieger, einmal Deutscher Meister und zweimal Deutscher Pokalsieger mit dem DSC.

"Ester passt mit ihrer großen internationalen Erfahrung genau in unsere Mannschaft", freut sich Jürgen Schulz, sportlicher Leiter des USC, "sie wird unserem jungen Team Stabilität geben." Und auch Vorstandssprecher Hans-Jürgen Frank begrüßt die Verpflichtung:"Ein weiterer Schritt in Richtung spiel- und schlagstarke Mannschaft, ein weiterer Schritt in Richtung Spitzenvolleyball am Berg Fidel."

Schweiz - Berner Zeitung

Donnerstag. 11. Juli 2002

Surikova zu Zeiler Köniz

Schweizer Meister Zeiler Köniz hat den ersten dicken Transfer ins Trockene gebracht. Ab nächster Saison verstärkt die Tschechin Jana Surikova die Könizerinnen.

Die 28-jährige, überaus erfahrene Passeuse bekam nach erfolgreich verlaufenen Proetrainings einen Vertrag über zwei Jahre. Vor zwei Wochen weilte Surikova mit ihrer Managerin für drei Tage in Bern. Obwohl die junge Mutter seit fast einem Jahr nicht mehr wettkampfmässig im Einsatz stand, hinterliess sie im Training einen derart guten Eindruck, dass die Zeiler-Verantwortlichen sie umgehend verpflichteten. Neben der ungemein feinen Technnik war vorab die immense Routine immer wieder spürbar. 

Jana Surikova kommt vom tschechischen Erstligisten Lapos Frenstat nach Köniz. Mit Lapos Frenstat wurde Jana Surikova dreimal Tschechischer Meister. Auf Grund finazieller Probleme sah sich der tschechische Verein indessen gezwungen, einige seiner Spielerinnen ziehen zu lassen. Die ehemalige Passeuse der tschechischen Nationalmannschaft wird im August zusammen mit ihrer sieben Monate alten Tochter Anna in den Berner Vorort ziehen. Surikova hält die Könizer Tradition, auf gestandene osteuropäische Spielerinnen zu setzen aufrecht.

Deutschland - Südkurier

Donnerstag. 11. Juli 2002

VfB: Sportarena muss noch warten

Zahlt die Stiftung? - Finanzierungsberatung vertagt - Volleyballer wollen Beschluss jetzt

Für die Finanzierung der geplanten Sportarena rund um die ehemalige Messehalle1 zeichnet sich ein neues Modell ab. Geprüft wird derzeit, ob es möglich ist, Geld der Stiftung dafür einzusetzen. Die Entscheidung im Gemeinderat wird aber erst im September erwartet. Friedrichshafen - Eigentlich hätte zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag nächster Woche ein Finanzierungsmodell vorliegen sollen. Das verzögert sich jetzt. 

Es sei ein Finanzierungsmodell gefunden worden, bei dem Geld der Zeppelin-Stiftung eingesetzt werden könne, sagte Oberbürgermeister Josef Büchelmeier gestern auf Anfrage. Doch deren Geld darf bekanntlich nur für gemeinnützige und mildtätige Zwecke verwendet werden. Genau das hat Büchelmeier vor. "Ich sehe das als gemeinnütziges Sportzentrum für Vereins- und Schulsport mit Hallenbad. Und wenn der Volleyball seine Möglichkeiten dort bekommt, dann ist das optimal", so Büchelmeier.

Egal ob andere auf einen schnellen Baubeginn drängen: Büchelmeier will erst prüfen lassen, ob das Stiftungsgeld eingesetzt werden kann. Zudem könnte die Stadt bei einer weitgehend gemeinnützigen Nutzung Zuschuss aus der Sportförderung hoffen.

Weil das alles noch nicht geklärt ist, wird auch der Gemeinderat vor der Sommerpause nicht über den weiteren Fortgang entscheiden. Das soll erst nach der Sommerpause geschehen. Der Umbau der Halle1 zur Sportarena und damit auch zur Champions-League-tauglichen Halle könnte dann bis zum 1. Januar fertig sein.

"Ich gehe davon aus, dass die Halle bis zum Beginn der Champions League Mitte Dezember fertig ist", erklärte gestern Wunibald Wösle, für das internationale Sportgeschehen in der Volleyball GmbH zuständig. Er wusste gestern Nachmittag noch nichts von den aktuellen Überlegungen in der Stadtverwaltung.

Die "rote Linie", so Wösle, also die bei deren Überschreitung die Termine in Zusammenhang mit der neuen Sportarena in Frage gestellt sind, ist im ausführenden Büro Wund am 18. Juli, dem eigentlichen Sitzungstag des Gemeinderats gezogen. Da die Beratung verschoben wird, gerät die bisherige Terminplanung ins Wanken. Der Bundesligaauftakt am ersten Oktoberwochenende wird wahrscheinlich in der Bodenseesporthalle stattfinden, die ersten Champions League-Spiele auch an anderer Stelle. "Wenn der Termin nicht gehalten werden kann, müssen wir ganz schnell reagieren", sagte Wunibald Wösle am Telefon. 

Der VfB muss dem Europäischen Volleyballverband (CEV) eine Alternative präsentieren. Im Gespräch ist derzeit die alte Messehalle 3A, dort müsste wieder ein Provisorium aufgebaut werden wie im vergangenen Winter in der Messehalle 1. "Das wollten wir eigentlich vermeiden, denn das war sehr viel Arbeit", so Wösle. "Die Messehalle 3A wäre eine gute Alternative, besser als Saulgau oder Dornbirn", sagt auch Geschäftsführer Klaus Kolley, der bisher "noch keine offizielle Informationen" hat und hofft, dass zumindest die späteren Champions League-Spiele in der "Messehalle 1neu", also in der umgebauten alten Messehalle1, angepfiffen werden können.

Deutschland - Der Neue Tag

Donnerstag. 11. Juli 2002

Hirschau: Vom Drumherum ganz begeistert

Deutsch-polnisches Team siegt beim Volleyball-Sandpokalturnier in Hirschau

Hirschau. (fv) Das traditionelle Volleyball-Sandpokalturnier des VC/TuS Hirschau im Freibad am Monte Kaolino machte seinem Ruf als bedeutendstes Freiluftturnier für Mixedmannschaften in der Region wieder alle Ehre.

Alle 38 teilnehmenden Mannschaften waren von der Atmosphäre und dem ganzen Drumherum beim Turnier vollauf begeistert. Erstmals trug sich mit der Mannschaft TKKF Oborniki ein deutsch-polnisches Team in die Siegerliste ein.

Neue Gesichter sahen die Sportler aus Bayern, Baden-Württemberg und Polen bei der Begrüßung. In den Gruppenspielen mit den 20 Mannschaften bei den Sechser-Teams agierte Pokalverteidiger Toffi's Feen relativ souverän. In der Gruppe B musste bei jeweils 6:2 Sätzen der direkte Vergleich über den Gruppensieg entscheiden, und der Sieger hieß dann Charly Brown, weil diese mit 42:35 Punkten bei 1:1 Sätzen gegen die Pupsnasen die Nase vorne hatten.

In den anderen Gruppen gab es mit den Stadtmäusen und Oborniki klare Sieger.

Bei den 18 Vierer-Teams ging es teilweise sehr eng zu, so z. B. zwischen Peanuts und den Hirschauer Schönwetterbeachern, die sich mit vier Punkten Vorsprung durchsetzten und sich den Sieg der Gruppe B holten. Die anderen Favoriten wie die Kreuzigungsgruppe (Titelverteidiger mit neuem Namen) oder die "Die dicken Nichten" hatten weniger Mühe und gewannen ohne Satzverlust ihre Gruppe.

Am Sonntag standen die Platzierungsspiele auf dem Programm. An der Spitze (eins bis acht) wurde auch im K.O.-System gespielt, wobei auch für die Verlierer jeder Platz ausgespielt wurde - auch das schon Tradition in Hirschau. Dabei setzten sich im Viertelfinale alle Gruppensieger klar mit 2:0 durch. Auch in den Halbfinales gab es mit der Kreuzigungsgruppe und den "dicken Nichten im dichten Fichtendickicht" zwei überlegene Sieger.

Bei den Sechser-Teams siegte der Sieger von 2001, Toffis Feen, gegen seinen Vorgänger Sandförmchen glatt in zwei Sätzen. Am spannendsten verlief das Spiel zwischen den Stadtmäusen und Schmetterlinge I, das die Weidener schließlich mit 15:13 im Tiebreak und somit 2:1 gewannen. Pokalverteidiger Toffis Feen zog mit einem klaren 2:0 gegen Charly-Brown zum vierten Mal in Folge ins Endspiel ein. Der Gegner wurde in einem dramatischen und spannenden Match ermittelt: TKKF Oborniki hatte im Endspurt mit 15:12 gegen die Schmetterlinge im Tiebreak das bessere Ende und schaffte erstmals den Finaleinzug - und das bei der ersten Teilnahme.

Im ersten Finale ließ die "Kreuzigungsgruppe" aus Fellbach keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Wanderpokal wieder mit nach Hause nehmen wollten. Obwohl die "dicken Nichten" alles versuchten, das bessere Ende in den Spielzügen hatte meist der Gegner. Mit 25:18 und 25:19 verteidigten die Schwaben ihren Titel erfolgreich.

Gespannt waren viele auch auf den Ausgang des Finales bei den Sechserteams. Toffis Feen genießen nicht zuletzt durch die Mitwirkung von Hirschauer Männern viele Sympathien und hatten im Turnierverlauf auch stark gespielt. Aber die deutsch-polnische Truppe von TKKF Oborniki - mit vielen Routiniers besetzt - war ein schwerer Gegner. Im ersten Satz lief beim Titelverteidiger nichts zusammen. Wer nun im zweiten Satz auf mehr Gegenwehr der Feen gehofft hatte, sah sich bald enttäuscht. Zu sicher und fehlerlos trumpfte Oborniki auf und am Ende gab es lauten Beifall für den neuen Sieger, der sich mit 2:0 (25:13, 16) verdient den Pokal holte.

Deutschland - Nordwest Zeitung

Donnerstag. 11. Juli 2002

Volleyball ist Vertrauenssache

Gespräch mit den Beachvolleyballern Timo Schröder (32) und Lars Drantmann (34) vor dem Turnier am kommenden Wochenende auf dem Marktplatz von Bad Zwischenahn. Das Duo ist an Nummer acht gesetzt.

NWZ : Herr Schröder, Sie wohnen in Braunschweig und Ihr Partner in Oldenburg. Sie können fast gar nicht zusammen trainieren, haben aber bei Ihren ersten beiden Turnieren in Bad Rothenfelde und auf Norderney jeweils das Finale erreicht und sind Zweiter geworden. Warum läuft es bei Ihnen so gut?
Schröder: Das liegt glaube ich daran, dass wir uns einfach so gut verstehen. Wir spielen schon seit 1984 gemeinsam Volleyball, ob nun zusammen oder gegeneinander. Da weiß man einfach, was der andere denkt und tut. Außerdem sind wir ja nun beide schon etwas älter und haben viel Erfahrung. Da wird man nicht mehr so leicht nervös, und das ist gerade beim Beachvolleyball sehr wichtig.

NWZ : Sie sind in Bad Zwischenahn an Nummer acht gesetzt. Was haben Sie sich für das Turnier vorgenommen?
Drantmann: Wir wollen auf jeden Fall unsere Setzliste erfüllen, und wenn es geht, noch weiter nach vorne kommen. Das Turnier ist aber sehr gut besetzt, und deshalb wird es schwer. Da gibt es eben keine einfachen Spiele, jede Partie ist entscheidend.

NWZ : Sie planen noch am Steinhuder Meer und auf Borkum als Team anzutreten. Wie sieht Ihre Zielsetzung für die weitere Saison aus?
Drantmann: Wir möchten auf jeden Fall zum dritten Mal auf Borkum gewinnen, damit wir endlich den Pokal behalten dürfen. Vielleicht treten wir auch beim niedersächsischen Finale in Hannover an.
Schröder: Wir müssen aber unbedingt auf Borkum gewinnen. Dann kann ich im nächsten Jahr endlich einmal zu den Deutschen Meisterschaften nach Timmendorf fahren, die immer am selben Termin sind, und muss nicht immer mit Lars auf Borkum spielen.

NWZ : Herr Schröder, Sie haben vor vier Jahren noch beim Oldenburger TB in der Zweiten Bundesliga gespielt. Wo sind Sie jetzt aktiv?
Schröder: Im letzten Jahr habe ich in Braunschweig nur noch unterklassig gespielt. Wahrscheinlich werde ich künftig als Trainer arbeiten.

Deutschland - Westdeutsche Zeitung

Donnerstag. 11. Juli 2002

Volleyball für guten Zweck

Krefeld. Beim ersten Fun-Beachvolleyball-Turnier des SV Bayer 08, Breitensport, zu Gunsten krebskranker Kinder wurde jetzt der Waldseemeister ermittelt.

Nachdem es seine 36 Mitstreiter aus dem Rennen geworfen hatte, siegte das Dreiergespann Daniel Talaga, Jörg Wehrmeister und Ulli Jendrycik, gefolgt von Denise Niechcial, Wolfgang Kobisch und Sybille Kruszona.

Bei dem Turnier wurden rund 1000 Euro eingespielt, die nun dem Förderverein für krebskranke Kinder zugute kommen.

Deutschland - Berliner Morgenpost

Donnerstag. 11. Juli 2002

Feinschliff in Asien

DVV-Damen stehen in der Weltserie unter Druck

Sieben Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft stehen Deutschlands Volleyballerinnen bei der Generalprobe in Asien gleich doppelt unter Druck. Verbandschef Werner von Moltke fordert von seinen Damen bei der 1,04 Millionen Dollar dotierten und morgen beginnenden Weltserie ultimativ «ein paar Siege». Zudem müssen die vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) vorgestreckten 55 000 Dollar für die Werberechte eingespielt werden.

«Ausreden gibt es nicht. Sie wollten die Reise unbedingt machen, also haben wir sie finanziert. Jetzt müssen sie wie unsere grandiosen Männer in der Weltliga in Russland aber auch ein paar Siege einfahren», sagte von Moltke: «Bei der WM müssen sie schließlich auch gewinnen. Da erwarte ich mindestens Platz fünf.»

Der Verbandsboss verlangt mit Blick auf die am 30. August beginnende WM in Deutschland eine deutliche Steigerung bei der vierwöchigen Turnierserie mit acht der besten Teams der Welt. Im vergangenen Jahr standen unter dem Strich zwölf peinliche Pleiten in 13 Spielen, der letzte Platz und 12 000 Dollar Verlust. Ein solches Desaster will Trainer Hee Wan Lee diesmal verhindern, obwohl es unter anderem Duelle gegen Olympiasieger Kuba und den Olympiazweiten Russland geben wird: «Drei Spiele müssen wir auf jeden Fall gewinnen, auch wenn die Trainingssteuerung voll auf die WM ausgerichtet ist.» Um die vom DVV vorgeschossenen 55 000 Dollar einzuspielen, müsste das deutsche Team bei den drei Vorrundenturnieren in Tokio, Manila und Macao zumindest zweimal Rang drei von vier Teams belegen. Hauptangreiferin Angelina Grün: «Wir wollen einfach zeigen, dass wir fit für die WM in Deutschland sind.»

Der Druck für die deutschen Damen kommt nicht von ungefähr: Das Championat (30. August bis 15. September) wird erstmals in Deutschland ausgetragen. 24 Mannschaften werden in der Vorrunde in Münster, Schwerin, Riesa, Dresden, Leipzig, Bremen und Stuttgart spielen. Die Endrunde wird in Berlin (13. bis 15. September) ausgetragen.

Championat

Alles über die Volleyball-WM der Damen finden Sie unter: www.volleyball2002.de

Deutschland - www.beach-volleyball.de 

Donnerstag. 11. Juli 2002

Renault Beach-Cup in Bremerhaven: Meldefrist verlängert

Aufgrund der Meldungen vieler Teams sowohl für das Masters Kühlungsborn als auch den Renault Beach Cup Bremerhaven zeichnet sich ab, dass für den Renault Beach-Cup in Bremerhaven noch Startplätze frei sind.
Der Meldeschluss für Bremerhaven ist deshalb auf Montag, den 15.07.2002 (10.00 Uhr) verlängert worden, so dass noch einige Startplätze, sowohl für die Männer als auch für die Frauen vergeben werden können.

Deutschland - DVV-WM-News

Donnerstag. 11. Juli 2002

Weltliga: Gelingt in Kuba der nächste Coup?

„Ziele ändern sich nicht über Nacht!“

Heute Mittag hob die DVV-Auswahl zum nächsten Spieltag in der Weltliga 2002 ab. Von Frankfurt aus geht es nach Havanna/Kuba, wo das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu am Freitag und Samstag auf die Kubaner trifft. In der anderen Wochenend-Partie der Gruppe C stehen sich - ebenfalls am Freitag und Samstag - in Eindhoven die Niederlande und Russland gegenüber.

Die Vorzeichen vor dem Duell Kuba – Deutschland haben sich etwas verändert: Nicht die Deutschen gehen ohne Sieg in das dritte Weltliga-Wochenende, sondern die Gastgeber, die bislang vier Mal auswärts antraten und vier Mal sieglos blieben (0:3 und 2:3 in Russland, 1:3 und 1:3 in den Niederlanden). Dagegen konnte die DVV-Auswahl überraschende Siege über die Niederlande (3:1) und Russland (3:1) landen, letzterer sogar in Russland, „was vielleicht noch der Weltmeistermannschaft der DDR geglückt war (er hat Recht, Anm. d. Red.)“, so Moculescu.

Allerdings gibt es gute Gründe für die bisherige Erfolglosigkeit der Karibik-Asse. Sechs der besten Spieler stehen nicht zur Verfügung, da sie sich im vergangenen Jahr auf einem Turnier in Belgien von der Mannschaft absetzten, um als Profis in Italien zu spielen. Daraufhin sperrten der kubanische Verband und die FIVB die Spieler für zwei Jahre für alle internationalen Begegnungen. Trainer Gilberto Herrera hat somit die Aufgabe, um die bewährten Stammkräfte Roca und Pimienta eine neue Mannschaft aufzubauen.

Die Probleme der Kubaner interessieren die deutsche Mannschaft und Bundestrainer Moculescu wenig. Moculescu sagt zu den Spielen gegen die Kubaner: „Es ändert sich nichts im Vergleich zu den vorherigen Spielen. Wir wollen unser Bestes geben, dann schauen wir Mal, was rauskommt. Wir haben Infos über die Kubaner, die ich aber noch nicht gesichtet habe“. Auch eine nach den Auftakterfolgen geänderte Zielsetzung gibt es nicht: „Wir wissen, wo wir stehen und was wir können. Über Nacht ändern sich unsere Ziele nicht. Unser Selbstbewusstsein ist sicherlich gewachsen, und die Mannschaften werden uns bewusster wahrnehmen. Wir müssen aber zunächst abwarten, wie wir die Strapazen dieser Tour überstehen“, so Moculescu weiter.

Im deutschen Team gibt es eine Veränderung im Vergleich zu den beiden bisherigen Spieltagen: Armin Dewes ersetzt Sven Glinker, „da sich die Jungspunde die Weltliga ein bisschen aufteilen müssen“, sagt der Bundestrainer.

Der Kader für die Weltligaspiele in Kuba: Norbert Walter, Christian Pampel, Ilja Wiederschein, Björn Andrae, Armin Dewes (alle VfB Friedrichshafen), Marco Liefke, Frank Dehne, Vincent Lange (alle SCC Berlin), Mark Siebeck (VV Leipzig), Stefan Hübner (Bossini Montichiari/Italien), Michael Mayer (TSV Unterhaching), Ralph Bergmann (Knack Roeselare/Belgien)

Das erste Spiel in Leipzig zwischen der DVV-Auswahl und Kuba am 3. August wurde auf Wunsch des MDR um 30 Minuten auf 15.00 Uhr vorgezogen!

Deutschland - Münstersche Zeitung

Donnerstag. 11. Juli 2002

Volicerova-Wechsel perfekt

29-Jährige Angreiferin kommt vom DSC

Münster - Die Anzeichen sprachen schon vor Wochen für einen Wechsel nach Münster, am Mittwoch nun konnte der USC Vollzug melden.

Ester Volicerova kommt vom deutschen Pokalsieger Dresdner SC zu den Bundesliga-Volleyballerinnen von Axel Büring nach Westfalen. Zwei Tage nach der Verpflichtung von National-Mittelblockerin Birgit Thumm gelang USC-Sportleiter Jürgen Schulz damit der nächste hochkarätige Fang. Volicerova erhält zunächst einen Ein-Jahres-Kontrakt.

"Ich bin froh, dass Ester sich für den USC entschieden hat", bekennt Büring, denn die Ex-Dresdnerin, die bei den Sachsen im Zuge des zugerückgefahrenen Etats keinen neuen Vertrag bekam und noch dazu nach einem persönlichen Schicksalsschlag unbedingt aus Dresden wegwollte, hat gleich mehrere Attribute, die sie zu einer wichtigen Akteurin in Münster werden lassen müssten.

Die 29-jährige Angreiferin, die 158 Mal das tschechische Nationaldress trug, gilt als überaus zuverlässig, am Netz so wie hinten in der Annahme. "Sie kann auch aus der Annahme heraus angreifen, da wird sie einiges für uns tun können", weiß Büring. Und auch, dass Volicerova gleich eine Führungsspielerin im jungen USC-Kader sein wird. "Sie wird unserer jungen Mannschaft Stabilität geben", versichert USC-Macher Schulz.

Für die Spielerin persönlich · dekoriert mit EM-Silber und -Bronze sowie jeweils vier nationalen Meister- und Pokal-Titeln · stand ein Wechsel nach Münster schon sehr schnell fest. Hauptgrund: Trainer Axel Büring als Person ("Von ihm habe ich viel Positives gehört") und sein Konzept für den USC in der Zukunft. Dass Büring als Beach-Trainer die sandbegeisterte Tschechin auch hier noch weiterbringen kann, mag ein weiterer Punkt für die Entscheidung Volicerovas gewesen sein.

"Das ist ein weiterer großer Schritt in Richtung spiel- und schlagstarke Mannschaft und ein weiterer Schritt Richtung Spitzenvolleyball am Berg Fidel", lässt sich Vorstandssprecher Hans-Ulrich Frank vernehmen. "Klar will ich mit dem USC ganz oben angreifen", sagt auch Volicerova, "am wichtigsten aber ist es, dass wir im nächsten Jahr schönen und guten Volleyball zeigen und die Zuschauer wieder in die Hallen zurückholen." Angesichts des momentanen Kaders des USC sieht der Beobachter dafür beträchtliches Potenzial. Doch die Unabhängigen wollen sich · auch angesichts elfer Vertragsspielerinnen · nicht ausruhen. Büring: "Wir werden weiter auf dem Markt die Augen offen halten, vielleicht gibt es noch ein oder zwei Verpflichtungen."

Lutz Hackmann

Deutschland - RR Vilsbiburg-News

Donnerstag. 11. Juli 2002

Malin Ericsson und Lucia Hatinova kommen

Die wichtigste Personalentscheidung im Hinblick auf den neuen Bundesliga-Kader der Roten Raben Vilsbiburg für die Saison 2002/2003 ist getroffen. Malin Ericsson, die aktuelle Zuspielerin der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft, übernimmt ab dem 01. August 2002 für 1 Jahr, mit Option auf ein weiteres, die Rolle der Spielmacherin bei den Bayern. Außerdem wurde mit der 18-jährigen Mittelblockerin Lucia Hatinova eines der hoffnungsvollsten slowakischen Nachwuchstalente verpflichtet.

Malin Ericsson spielte in der vergangenen Saison in der spanischen Profiliga für Caja Avila und errang mit ihrem Club die Vizemeisterschaft. Die am 12.10.1974 in Sala geborene Schwedin verfeinerte ihre Zuspielfähigkeiten von 1990 bis 1993 auf der Volleyball-Hochschule Kolbäch. Von 1993 bis 1997 führte sie für den mehrfachen schwedischen Meister KFUM Örebro Regie und wechselte in der Saison 1997/98 nach Frankreich in die Division A zu Calais. Seit 1998 lebt Ericsson mit ihrem argentinischen Ehemann Guilleamo Gallardo in Spanien und spielte mit Murcia und Benidom im Europapokal. Die 1,77 m große Zuspielerin absolvierte 68 offizielle internationale Vergleiche mit der Nationalmannschaft Schwedens. 

Mit der athletisch bestens ausgebildeten Malin Ericsson will der bayrische Volleyball-Bundesligist nahtlos an die tollen Erfolge der letzten Spielzeit anknüpfen. Die 27-jährige bevorzugt das schnelle Kombinationsspiel und hat zudem Ihre Pluspunkte im Aufschlag, sowie in der Abwehr. Für die Roten Raben wird die Süd-Schwedin eine führende Rolle im Team übernehmen und freut sich schon jetzt auf Ihre neue Aufgabe:” Mit dieser jungen , perspektiven Mannschaft setze ich für mich auf einen guten Start in der deutschen Bundesliga.

Lucia Hatinova spielte in der vergangenen Saison in der ersten slowakischen Liga für Senica und errang mit ihrem Club die Vizemeisterschaft. Die am 28. 02. 1984 in Bratislava geborene Slowakin spielte von 1996 bis 1998 für das Juniorinnenteam von Doprastav Bratislava. Im Alter von 14 Jahren wurde sie 1998 in die Juniorinnennationalmannschaft berufen und spielte mit dieser bis 2001 in der ersten slowakischen Liga. Danach wechselte sie 2001 nach Senica um ihre sportliche Entwicklung in einer slowakischen Spitzenmannschaft weiter voran zu treiben. Die 1,87 m große Mittelblockerin verfügt über die Erfahrung von 179 Einsätzen in der slowakischen Juniorinnennationalmannschaft. 

Mit der athletischen Spielerin will der bayrische Volleyball-Bundesligist die tollen Erfolge der letzten Spielzeit bestätigen. Die 18-jährige hat ihre Stärken im Block und Schnellangriff, sowie im Aufschlag. An der ehrgeizigen Slowakin werden die Roten Raben, laut Trainer Vlado Tallo aufgrund ihres großen Potentials mittelfristig gesehen viel Freude haben. Diese Verpflichtung unterstreicht das Konzept der Roten Raben mit jungen ehrgeizigen Spielerinnen eine Mannschaft mit “Gesicht und Charakter” aufzubauen um in den nächsten Jahren im Süden der Bundesrepublik einen Gegenpol zu den Volleyballhochburgen im Norden und Osten Deutschlands zu bilden.

Deutschland - Münstersche Zeitung

Mittwoch. 10. Juli 2002

Weitere Nationalspielerin zum USC

Münster (08.07.2002) - In Gesprächen mit möglichen Neuzugängen hat der USC Münster erneut einen Abschluss erzielt. Am Montag gab der Damenvolleyball-Bundesligist die Verpflichtung von Birgit Thumm bekannt. Die 22-jährige Mittelblockerin reist am Dienstag mit der Nationalmannschaft zum Grand Prix nach Asien. Birgit lagen auch Angebote anderer Vereine vor. Wir freuen uns, dass sie sich für den USC entschieden hat, erklärte Vorstandssprecher Hans Ulrich Frank nach der Einigung. Thumm erhält bei den Unabhängigen einen Einjahres-Vertrag und ist bereits der fünfte Zugang beim Deutschen Ex-Meister. 

Die 51fache Nationalspielerin engagierte sich bislang ausnahmslos im süddeutschen Raum. In den beiden vergangenen Jahren trug sie das Trikot des Bundesliga-Dritten DJK Karbach, zuvor stand sie in Ulm und Creglingen unter Vertrag. In Münster möchte sich die gebürtige Heidenheimerin weiter verbessern. Ich habe mein Potenzial noch längst nicht abgerufen, sagt die Spielerin selbstbewusst. Birgit Thumm bezeichnet sich als umtriebig und ballverliebt. Ich hasse Langeweile, sagt sie, als Kind habe ich manchmal Bälle stundenlang gegen die Wand geworfen. Ihr Elternhaus hat das 1,85 m große Leichtgewicht (70 kg) im Alter von nur 14 Jahren verlassen. Das Volleyball-Internat in Creglingen wurde 1994 zur neuen Heimat. Nicht einmal zwei Jahre später debütierte sie in der Bundesliga. 

Sportlich wie beruflich ging es für Birgit Thumm danach hoch hinaus. Nach dem Realschul-Abschluss zog sie täglich über die Dächer Creglingens. Als Auszubildende im männerlastigen Schornsteinfeger-Gewerbe. Langeweile sei dort nie aufgekommen. 1999 hat sie die schwarze Zunftkleidung vorerst letztmals getragen. Seitdem konzentriert sie sich ganz auf Volleyball. Mit durchaus bemerkenswertem Erfolg. Im Auswahl-Team von Bundestrainer Hee Wan Lee ist Thumm eine feste Größe. Trotz großer Konkurrenz auf der Mittelblock-Position dürfte ihr ein Platz im Kader für die Weltmeisterschaft in Deutschland (30. August bis 15. September) nicht zu nehmen sein. 

Am vergangenen Mittwoch hat Birgit Thumm während eines Nationalmannschafts-Lehrgangs in Heidelberg ihren 22. Geburtstag gefeiert. Damit steht sie erst am Anfang ihrer Karriere. Ich habe noch viel vor, sagt sie, und denke, dass ich meine Ziele derzeit am besten in Münster verwirklichen kann. Dort bietet sich mir die Möglichkeit, zwei Mal täglich zu trainieren. Genau das brauche ich. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ich für mein Umfeld ungenießbar werde. 

Wilfried Sprenger

Deutschland - DVV-WM-News / DVZ

Donnerstag. 11. Juli 2002

Kuba: Aus Talentschmiede in weltbeste Mannschaft  

Wenn Besucher aus dem reichen Westeuropa das Trainingszentrum der kubanischen Volleyballerinnen betreten, rümpfen sie die Nase oder schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Überall Dreck und Staub, Farbe und Putz bröckeln von den Wänden, das Licht ist schummrig. Wenn es regnet, läuft das Wasser an den Wänden herab, weil die Fenster teilweise kaputt sind oder nicht richtig schließen. In der Halle ist es drückend und schwül, an eine Klimaanlage ist nicht zu denken.  

Kubaner zu sein heißt zu lernen, mit dem Mangel zu leben  In einer solchen Bruchbude kann doch niemand vernünftig Volleyball spielen. Doch, das geht. Und wie: Seit Jahren beherrschen die Kubanerinnen das Geschehen der Frauen nach Belieben: Olympiasieger 1992, 1996 und 2000, Weltmeister 1994 und 1998. In Kuba haben sich die Menschen längst damit arrangiert, mit Mängeln zu leben. Aus dem ganz simplen Grund, weil an allen Ecken und Enden Geld fehlt. Auch bei den karibischen Schmetterassen käme niemand auf die Idee, sich über die katastrophalen Trainingsbedingungen zu beklagen. Sie haben ein Dach über dem Kopf, alles andere ist sekundär.

Wer verstehen will, warum Kubas Spielerinnen trotz widrigster Trainingsbedingungen Topleistungen bringen, muss sich mit den Lebensumständen auf der Karibikinsel auseinander setzen: Seit nunmehr 40 Jahren regiert Fidel Castro in Kuba wie ein Alleinherrscher. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und den damit verbundenen Handelsbeziehungen sind die wirtschaftlichen Probleme deutlich zu spüren. Die Geduld der Menschen wird strapaziert. Im Herzen sind die Kubaner zwar loyal und stehen für ihr Land ein, doch im täglichen Leben wird jeder Vorteil über legale oder illegale Wege gesucht. Der Verzicht kann die Lebenslust kaum bremsen. Musik, Spaß am Leben, Lachen, Freundlichkeit, Offenheit  das sind Facetten des kubanischen Lebensstils. 

Laut Statistik leben auf Kuba mehr als zehn Millionen Einwohner, davon über zwei Millionen in der Hauptstadt Havanna. Die Kubaner bezeichnen sich zu 66 Prozent als Weiße, zu 21,9 Prozent als Mestizen, zu 12 Prozent als Schwarze, dazu kommt eine kleine Minderheit von 0,1 Prozent Chinesen. Sie alle zeichnet eine riesige Kreativität aus. Anders könnte der Kubaner beim täglichen Mangel und einem Monatseinkommen von zehn bis 30 Dollar auch kaum überleben. Nur bestimmte Lebensmittel für die Grundversorgung und die Mieten sind sehr kostengünstig. Alles andere ist Luxus und für den kubanischen Otto-Normalverbraucher kaum erschwinglich. Auch die Volleyballerinnen wissen genau, dass sie keine Reichtümer zu erwarten haben, auch wenn sie in Kuba den Status von nationalen Helden genießen. 

Am Training unter Leitung des legendären Eugenio George nehmen bis zu 20 Spielerinnen im Alter von 16 bis 28 Jahren teil. Wobei Volleyball für sie nicht der einzige Lebensinhalt ist: Die Spielerinnen sind verpflichtet, am Mittwoch und Samstag zu studieren. Entsprechende Leistungsnachweise sind obligatorisch. Verfehlte Ausbildungsziele führen zum Ausschluss aus dem Team. Vier Mal wöchentlich finden zwei Trainingseinheiten um zehn und um 18 Uhr statt. Dazwischen ist Zeit für Essen, Schlafen und Regeneration und Massage. Mittwochs und samstags wird je eine Einheit von zwei bis drei Stunden absolviert. Begleitet werden alle Trainingseinheiten vom mehrköpfigen Trainer- und Betreuerstab. 

Wer das Training beobachtet, könnte daran zweifeln, dass diese Spielerinnen mit ihrem gelangweilt wirkenden Gesichtsausdruck die Volleyballwelt beherrschen. Doch die angespannte Aufmerksamkeit ist innerhalb von Sekunden da, sobald das Training beginnt. Dieser spontane Wandel im Gesicht von karibisch locker in aggressiv und erfolgsorientiert ist faszinierend, jedoch nur einer der Gründe für den durchschlagenden Erfolg.  Der große Vorteil: Die körperlichen Voraussetzungen sind ideal  Die ehemalige Spielführerin Josefina Capote sieht vor allem die körperlichen Voraussetzungen als großes Plus der Kubanerinnen: “Nachdem Columbus Kuba 1492 entdeckt hatte, brachten die Spanier afrikanische Arbeitskräfte von den Stämmen der Guatusis und der Pygmäen ins Land. Die Mischung der spanischen und afrikanischen Rassen mit ihren kulturellen und biologischen Einflüssen hat sich in verschiedenen Sportarten längst als erfolgreich erwiesen.“ 

Tatsächlich sind die Körperproportionen der Kubanerinnen für Volleyball ideal. Dieser Vorteil, verbunden mit einer sehr leistungsfähigen, schnellen Muskulatur ergibt erstklassige Voraussetzungen. Die Folge sind Titel in Serie. Allerdings gehört die große Generation der 90-er Jahre der Vergangenheit an. Mireya Luis hat definitiv ihren Abschied genommen. Sie ist mit einem Italiener verheiratet und lebt mal in Kuba, mal in Italien. Regla Torres könnte dagegen bei der WM in Deutschland ans Netz gehen. Die ,Spielerin des Jahrhunderts’ hat einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich und soll wieder trainieren. Doch auch wenn Kuba keine großen Namen präsentiert, dürfte der Olympiasieger wieder eine überdurchschnittliche Mannschaft auf das Feld schicken. Die Zahl hoch veranlagter Spielerinnen ist nach wie vor groß, und wenn es um alles geht, hat der alte Trainerfuchs Eugenio George bislang noch immer ein As aus dem Ärmel gezogen.  

Der Nachwuchs  

Eine gezielte Talentsichtung findet in Kuba erst im Alter von 13 bis 14 Jahren statt: In den 14 Provinzen gibt es Auswahl-Mannschaften, zudem werden talentierte Spielerinnen an Schulen mit Schwerpunkt Sport konzentriert. Nach den ersten drei Schuljahren erfolgt in Kuba der Wechsel zu einer weiterführenden Schule. Nur, wer die weiteren neun Jahre erfolgreich abschließt, darf an einer Universität studieren. Keimzellen der Förderung sind die Schulen und Provinzauswahlteams. Eine Vereinsstruktur wie in Deutschland existiert nicht. 

Volleyballerinnen, die in einer der sportbetonten Schulen aufgenommen werden, haben folgenden Tagesablauf: Schule: Montags bis Freitags von 7 bis 12 Uhr, anschließend Mittagessen Training: Montags bis Freitags je zwei Stunden nach der Schule sowie zwei Stunden am Abend. Alle Spielerinnen sind top motiviert, weil sie den Sprung in die beste Mannschaft der Welt schaffen wollen. Bei den Trainingseinheiten sind die Nationalfarben blau, rot, weiß und die auf den Trikots aufgedruckten Namen der Topstars stets präsent. Sie sind in ihrem Land Idole. Ihnen gilt es nachzueifern. Dafür werden auch die schlechten Bedingungen klaglos in Kauf genommen. Das wöchentliche Trainingspensum von 20 Stunden ist enorm. Trotz der großen Entfernungen auf der Insel ist Nationaltrainer Eugenio George bestens informiert und bei allen Entscheidungen richtungweisend.  

Quelle: Deutsche Volleyball Zeitschrift   

 

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