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Freitag, 12. Juli 2002 

Deutsche Teams im internationalen Einsatz
Asien-Trip im Zeichen der WM-Vorbereitung
Sylvia Roll muss gegen Brasilien pausieren
Obernkirchen noch ohne Verstärkungen
600 Tonnen weicher Sand sorgen für sportlichen Spaß
Schmettern und baggern am Binzer Strand
Volleyballerinnen beim World Grand Prix in Asien
Beachvolleyball: Platzhirsch Stefan Stauß
Keine Ausreden für deutsche Volleyball-Frauen
Benecke kämpft um WM-Chance
Juniorinnen: Vier Länderspiele gegen Italien!
YoungBeach: Lust auf „BEACHEN“?
Kuba: Startrainer Eugenio George hat zwei Gesichter  
Kuba: Interview mit Starspielerin Yumilca Ruiz  

Juli 2002

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Juni 2002

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Deutschland - Smash-News

Freitag. 12. Juli 2002

Deutsche Teams im internationalen Einsatz

Okka Rau und Steffi Pohl haben ihr erstes Spiel beim Weltserienturnier in Toronto (Kanada) gegen die Lokalmatadorinnen Dumont/Martin sicher mit 21:15 und 21:16 gewonnen. Anschließend unterlagen sie Ana Paula-Minello aus Brasilien nach hartem Kampf mit 16:21, 22:20, 9:15. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die Australierinnen Clarke/Gooley geht es um den Einzug ins Achtelfinale.

Bei den Männern haben Axel Hager und Jörg Ahmann den Einzug in das Hauptfeld durch ein sicheres 21:14 und 21:11 über die Chinesen Li Hua/Li Ting geschafft. In ihrer Vorgruppe treffen sie auf die Brasilianer Marcio Araujo/Benjamin, auf die Kanadier Holden/Leinemann und auf die US-Amerikaner Hyden/McCaw.

David Klemperer und Niclas Rademacher müssen sich in ihrer Vorgruppe mit den brasilianischen Vizeweltmeistern Ricardo/Loiola, Rogers/Scott (USA) und den Norwegern Maaseide/Horrem auseinandersetzen. Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug treffen auf Holdren/Fonoimoana (USA), Prosser/Zahner (Australien) und Chamberland/Loeub (Kanada).

Bei den U21-Weltmeisterschaften auf Sizilien haben sich Sarah Goller und Martina Stein durch einen sicheren 21:15 und 21:14 Siege über die Griechinnen Tiktapanidou/Paraskeuaidou zwar für das Hauptfeld qualifiziert, unterlagen in ihrer Vorgruppe aber leider sowohl gegen die Brasilianerinnen Salgado Rufino/Rocha (11:21, 19:21) als auch gegen die Russinnen Morozova/Bratkova (16:21, 14:21). Gegen die Spanierinnen Barrio/Rodriguez geht es nur noch um Platz 3 in der Gruppe.

Die für das Hauptfeld gesetzten Engel/Wendisch sind in ihrer Vorgruppe mit einem sicheren 21:12, 21:12 über Cossa-Quitende aus Mozambique gestartet. Sie treffen nun auf die Kanadierinnen Brownlee/Frustaci und auf Espinoza/Amador aus Mexiko.

Bei den Männern haben sich Ambelang/Rieke durch zwei Siege über die Griechen Tampouratzis/Giannakakos (21:8, 21:16) und die Polen Mierzejewski/Batabanski (21:11, 21:15) ebenfalls für das Hauptfeld qualifiziert. Hier konnten sie in ihrer Vorgruppe bereits gegen die Italiener Carletti/Paoletti mit 21:18 und 21:15 gewinnen. Ihre weiteren Gegner sind Redmann/Simek aus Kanada und die Österreicher Prattes/Winder.

Auch Karger/Lammens konnten sich in ihrem ersten Gruppenspiel gegen die Polen Wika/Plinski mit 25:23 und 21:19 durchsetzen. Sie treffen nun auf Conge/Francisco aus Mozambique und auf die Norweger Holtan/Rom.

Deutschland - AOL-Newsbote

Freitag. 12. Juli 2002

Asien-Trip im Zeichen der WM-Vorbereitung

Männer gegen Kuba

Berlin - Die deutschen Volleyball-Teams stehen am Wochenende bei zwei prestigeträchtigen Turnieren auf dem Prüfstand. Die Frauen bereiten sich mit ihrem Asien-Trip beim World Grand Prix weiter auf die Weltmeisterschaften im eigenen Land (30. August bis 15. September) vor. Die Männer wollen nach zwei Siegen in der Weltliga auch in Havanna gegen Kuba ihren Aufwärtstrend bestätigen.

Die 10. Auflage des Frauen-Turniers mit acht Teams der Weltspitze wird für die Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee zu einer echten WM-Generalprobe, denn ab diesen Freitag sind in Tokio der Olympia-Dritte Brasilien, Gastgeber Japan und Thailand die Gegner. In Manila/Philippinen (19. bis 21. Juli) wird gegen den Olympia-Zweiten Russland, erneut Brasilien und Japan gespielt. In Macao (26. bis 28. Juli) trifft die Mannschaft auf China, Brasilien und Thailand. Nur Olympiasieger Kuba und Pokalverteidiger USA gehören nicht zu den deutschen Vorrundengegnern. Die vier punktbesten Teams bestreiten die Finalrunde in Hongkong (1. bis 4. August).

Nachdem im Vorjahr Lehrgeld gezahlt und nur ein Spiel von 13 gewonnen wurde (3:2 gegen Südkorea), fordert der Bundestrainer wenigstens drei Siege, obwohl für ihn die WM-Vorbereitung Priorität hat und wegen Trainingsrückstand bewährte Kräfte wie Tanja Hart (Ulm), Christina Benecke und die am Knie operierte Hanka Pachale (beide Florenz) fehlen. "Wir wollen besser abschneiden als im Vorjahr. Das ist durchaus realistisch und wäre wichtig für das Selbstvertrauen", sagte auch die in Italien spielende Angreiferin Angelina Grün.

Die Mannschaft hat seit Ende Mai von sieben Spielen fünf gewonnen, dabei zwei Mal in Karlsruhe mit 3:2 und 3:0 gegen Brasilien. In der EM-Qualifikation gab es 3:0-Heimerfolge über Kroatien und die Slowakei, ehe der Höhenflug in Dessau gegen Polen mit einer 0:3-Niederlage nach enttäuschender Leistung gestoppt wurde.

Wie bei der Männer-Weltliga, wo es um ein Rekord-Preisgeld von 15 Millionen Dollar geht, hat der Weltverband FIVB mit einer für Frauen noch nie zuvor ausgelobten Summe von über eine Million Dollar für einen finanziellen Anreiz gesorgt. Platz eins pro Turnier bringt 40 000 Dollar, Rang vier noch 15000. Der Grand-Prix-Sieger erhält 200 000 Dollar. Allerdings mussten alle teilnehmenden Länder vorher in Vorleistung gehen und 55 000 Dollar an den Weltverband für Werberechte einzahlen.

Während die Frauen auf dem Weg zur WM noch um Achtungserfolge, Harmonie und Selbstvertrauen kämpfen, haben die Männer mit zwei 3:1-Erfolgen in Berlin über Atlanta-Olympiasieger Niederlande und beim Sydney-Zweiten Russland bereits für Furore gesorgt. Gegen die bisher in vier Auswärtsspielen noch sieglosen Schmetterkünstler aus der Karibik rechnet sich das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu ebenfalls einiges aus. "Für uns sind jetzt Siege gegen alle Mannschaften drin", ist Kapitän Stefan Hübner optimistisch. Die Kubaner, WM-Dritter von 1998 und Fünfter der FIVB-Weltrangliste, müssen sechs ihrer besten Spieler ersetzen. Sie hatten sich Ende des
Vorjahres bei einer "Dienstreise" in Belgien abgesetzt, um in Italien als Profis zu spielen.

Deutschland - AOL-Newsbote

Freitag. 12. Juli 2002

Sylvia Roll muss gegen Brasilien pausieren

Tokio - Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen muss im ersten Spiel des World Grand Prix an diesem Freitag in Tokio gegen Brasilien ohne Sylvia Roll auskommen. Die 29-Jährige zog sich während des 17-stündigen Fluges eine Erkältung zu und konnte auch nicht am ersten Training am Donnerstag teilnehmen.

"Es ist schade, dass ich gerade beim Auftakt nicht dabei sein kann, vor allem weil sich unser Team wirklich gut eingespielt hat", meinte die in Italien bei Vini Monte Schiavo Jesi spielende Angreiferin.

Deutschland - Schaumburger Zeitung

Freitag. 12. Juli 2002

Obernkirchen noch ohne Verstärkungen

(seb). Die Saisonplanungen von Obernkirchens Manager Günter Szallies für das Abenteuer 2. Bundesliga laufen auf Hochtouren. Intensive Gespräche mit Verstärkungen wurden geführt, nur kam es bislang noch nicht zu einem Abschluss.

Das Gerüst der Zweitliga-Truppe des MTV Obernkirchen steht. Alle Aufsteigerinnen, bis auf Olga Ivanova, haben einen Lizenzspielervertrag für die neue Bundesligasaison erhalten. Der MTV-Manager steckt mit vier Spielerinnen in engem Kontakt über eine Zusammenarbeit. Einen konkreten Zugang kann Szallies aber noch nicht vermelden, weil Ausbildungs- oder Arbeitsplätze für die interessierten Spielerinnen noch nicht besorgt werden konnten. Sollten alle Stricke reißen und keine Spielerin den Weg nach Obernkirchen finden, muss der vorhandene Kader den Klassenerhalt in Angriff nehmen. 

Trainer Laurenz Weiner und die Mannschaft stehen schon mitten im Training. Drei Trainingseinheiten pro Woche finden in der Halle statt, dazu wird noch einmal ein Fitnessstudio besucht und am Wochenende reisen die MTV-Spielerinnen von Beachvolleyball-Turnier zu Beachvolleyball-Turnier. Trotz dieser hohen Belastung ist die Stimmung im Team super. Alle ziehen richtig mit. Seit dem Aufstieg in die zweite Bundesliga ging ein Ruck durch die Mannschaft. Alle Weiner-Schützlinge haben sich im vergangenen Jahr stark verbessert und das Potential des Teams ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. 

Deshalb ist sich auch der Manager sicher: „Wenn es uns nicht gelingt, die eine oder andere Spielerin zu verpflichten, ist mir auch nicht bange. Dann wird der Klassenerhalt zwar eine sehr schwierige Sache, aber es wird nicht aussichtslos sein. Die Mannschaft wird sich dem gehobenen Niveau schon anpassen.“ Manager Szallies reiste zur Bundesligaversammlung nach Leipzig. Jeder Verein aus der Bundesliga musste einen Vertreter entsenden, sonst hätte man eine Strafe von 500 Euro bezahlen müssen. Auf der Versammlung wurde die erste Pokalrunde ausgelost.

Der MTV Obernkirchen trifft auf Erstliga-Absteiger Emlichheim. Der Sieger dieser Partie hat Heimrecht gegen den Deutschen Meister Dresdner SV. Der genaue Spieltermin steht noch nicht fest. „Die Partie gegen den Deutschen Meister wäre für unsere Mannschaft ein echter Traum. Das wär ein Kracher“, kommentiert Günter Szallies die Auslosung.

Deutschland - Freies Wort

Freitag. 12. Juli 2002

600 Tonnen weicher Sand sorgen für sportlichen Spaß

SEEBA – „Weg von der Straße, rein in den Sand!“ lautet das Motto des Beach-Volleyball-Vereins in Seeba. Am Samstag und am Sonntag lädt der Rhoenbeach e.V. zum letzten von fünf Turnieren im Thüringen-Cup (B-Serie) ein. Die dort aufgeschütteten 600 Tonnen weicher Sand sind nicht nur angetan, nach sportlichen Höchstleistungen zu streben, sondern gleichzeitig das Gefühl von Sommer, Sonne und Strand zu erleben.

Für die bisher gemeldeten 12 Damen- und 22 Herren-Teams (Stand: 8.7.) geht es dabei um Preisgelder in Höhe von 250 Euro (jeweils bei Männern und Frauen) sowie wertvolle Punkte innerhalb der 7. Thüringer Beach-Volleyball-Serie. Diese wird ab 20. Juli mit fünf ausstehenden Wettbewerben in der punktträchtigen A-Kategorie (Thüringen Beach-Open), darunter dem HSC Rhoenbeach-Cup am 10./11. August an gleicher Stelle in Seeba, fortgesetzt.

Am bevorstehenden Wochenende sind bei den Damen Katharina Gräbner/Daniela Hartwich (TuS Braugold) auf Turnierplatz Nummer eins gesetzt. Neben Katja Dietrich/Grit Lehmann (VC Gotha/Fortis Herrentals) rechnen sich außerdem Klarissa Kornhaß/Elena Messer (VSV Jena/TuS Braugold Erfurt) gute Chancen auf einen Tagessieg aus. Kornhaß/Messer gewannen vor Wochenfrist das Turnier in Kölleda. Einen Sieg bei einem B-Turnier (Erfurt) können ebenso die auf Top eins gesetzten Robert Guse/Ramon Krypczyk (SV Hermes Gera) vorweisen.

Die Farben Südthüringens vertreten auf der neuen 3-Felder-Anlage in Seeba neben weiteren Spielern aus Meiningen und Steinach Detlef Schwerda/Stefan Triebel (VV 70 Meiningen) sowie Marko Henke (SVV Schmalkalden, Team Thüringen), der mit einem Spielpartner aus Wuppertal antritt. Der Ausrichter schickt beim HS Rhoenbeach-Cup Jörg Eppler und Guido Werner ins Rennen. Bei den Damen gemeldet haben Kachel/Sobelski (VC Gotha/SSV Schmalkalden), Zollmann/Brecht (TU Ilmenau) und Volkmar/Prittig (TSV Bad Salzungen/Werratal Bad Salzungen).

Turnierbeginn an beiden Tagen ist ca. 10 Uhr. Die Anlage befindet sich auf dem Sportplatz in Seeba, zu erreichen ist der Ort über Meiningen, Walldorf, Melkers und Herpf.

(mak)

Deutschland - Ostsee Zeitung

Freitag. 12. Juli 2002

Schmettern und baggern am Binzer Strand

Volleyballer kämpfen um Renault Beach Cup

Binz (OZ) 16 Frauen- und 24 Männerteams werden am Wochenende um Punkte in der Rangliste des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) und Preisgelder kämpfen. Sie bilden das Hauptfeld des Turniers. „Wer bisher die meisten Punkte in der Rangliste hat, ist gesetzt“, erläutert Cheforganisatorin Maud Glauche. Auf Platz 1 bei den Frauen ist deshalb auch das Team Ast/Küttner vom Dresdner SC zu finden. Beide konnten bisher schon 320 Punkte für die Rangliste sammeln. Bei den Männern rangieren Brink/Schneider (SV Bayer Wuppertal/FT Adler Kiel mit 431 Punkten ganz oben. „Ein hoffnungsvolles Nachwuchsteam, das gewiss bald international mitmischen wird“, ist Maud Glauche überzeugt. Nicht sicher hingegen, dass beide Teams am Sonntag auch als Sieger des Binzer Turniers geehrt werden.

   „Gute Chancen haben auch die Qualifikanten, zumal bei den Männern das brasilianische Team kurzfristig abgesagt hat“, macht Glauche diesen Hoffnung. Gesetzt sind im Hauptfeld von den 24 Männerteams nämlich nur 16 Teams entsprechend der DVV-Rangliste. Die anderen acht Teams müssen den Einzug über die Qualifikation schaffen, es sei denn, sie haben eine so genannte Wild Card wie die Brasilianer. Die ist nun wieder frei. Bei den Frauen sind von 14 Hauptfeldteams zehn gesetzt. Vier Plätze werden in der Qualifikation ermittelt. Die wird bereits heute ab 12 Uhr am Binzer Strand ausgetragen. Morgen ab 8 Uhr tritt dann das komplettierte Hauptfeld an. Sonntag ab 8.30 Uhr stehen die Halbfinals auf dem Programm, bevor nach dem Mittag etwa um 13.30 Uhr das Finale der Frauen und eine Stunde später das der Männer ausgetragen wird. Gegen 15.30 Uhr sollen dann die Sieger geehrt werden.

Udo Burwitz

Deutschland - Darmstädter Echo

Freitag. 12. Juli 2002

Volleyballerinnen beim World Grand Prix in Asien

Nach 17 Stunden Flug sind die deutschen Volleyball-Damen endlich in Tokio angekommen. Dort nimmt das Team von Bundestrainer Hee Wan Lee ab Freitag am World Grand Prix teil. Erster Gegner ist dann um 16 Uhr Ortszeit der Olympia-Dritte Brasilien. Die Südamerikanerinnen treten bei dem Turnier mit einer neu formierten Mannschaft an. Im zweiten Spiel am Samstag wartet Japan, bevor es am Sonntag gegen Thailand geht.

Coach Lee gab sich am Mittwochabend im Mannschaftsquartier in Tokio durchaus zuversichtlich: "Wir wollen auf jeden Fall eine Verbesserung erzielen. Im letzten Jahr haben wir kein Spiel gewinnen können, das sieht in diesem Jahr anders aus. Unsere Chance, ins Finale zu kommen, ist in diesem Jahr nicht schlecht."

Danach wird das deutsche Team weiter in die philippinische Hauptstadt Manila reisen, wo das zweite Turnier des Grand Prix stattfindet. Zum Abschluss der Runde tritt Deutschland in Macau an. Wenn die deutsche Mannschaft nach den drei Turnieren in der Abschlusstabelle einen der ersten drei Ränge einnimmt, wartet auf den Gastgeber der diesjährigen Weltmeisterschaft die Finalrunde vom 1. bis zum 4. August in Hongkong. Die Chinesinnen sind als Gastgeber bereits für die Runde der letzten vier Teams qualifiziert.

Deutschland - Thüringer Allgemeine

Freitag. 12. Juli 2002

Beachvolleyball: Platzhirsch Stefan Stauß

ERFURT.Ein Sandbild wie eh und je. Titelverteidiger Stefan Stauß (Post Erfurt) führt nach sechs von zwölf Turnieren in der 7. Thüringer Beach-Serie die Rangliste mit deutlichem Vorsprung an. Stauß liegt mit 101 Punkten vor Jeffrey Bierwirth (68) und Sebastian Oelsner (66), die als Team bisher stark aufspielten. Auch die Teamrangliste sieht den Postler (gemeinsam mit Stammpartner Michael Geidel (Wildetaube) in Führung liegend. Spannender dagegen sieht es bei den Damen aus: Hier sitzen der Spitzenreiterin Susanne Hemmann (Post Gera, 77) mit nur neun Punkten Rückstand gleich drei Konkurrentinnen, darunter die in der Teamwertung führenden Silke Krauß und Marianne Kreutzburg (beide TuS Braugold), im Nacken. Fünfte in der Einzelwertung ist Ramona Nitschke (TuS Braugold), die im letzten Jahr beste Volleyballerin im Sand war.

Doch Halbzeit ist es für die vielen Thüringer Beach-Volleyballer, von denen sich derzeit die meisten an der Ostsee erholen bzw. auch dort vereinzelt Turniere bestreiten, nur auf dem Papier. Nach dem letzten B-Turnier am kommenden Wochenende (13./14. Juli) in Seeba bei Meiningen warten ab dem 20. Juli noch fünf der punktträchtigen A-Turniere. Dann ist zu erwarten, dass Krauß/Kreutzburg, die bisher beide Veranstaltungen der Thüringer Beach Open (Serie A) in Nordhausen und Kindelbrück gewannen und zudem in Erfurt beim B-Turnier siegreich waren, nicht nur in der Teamwertung ihren Vorsprung ausbauen, sondern auch in der Einzelrangliste zulegen können. Im Verlauf der bisherigen Serie werden die Landesmeister von 1999 als Top-Favoriten eingeschätzt, wie es auch ihre Teamkollegin Ramona Nitschke im TA-Gespräch beim Turnier in Kölleda unterstrich. Zeitgleich spielten Krauß/Kreutzburg in Sachsen.

Die Erfurterin Nitschke steht übrigens als Paradebeispiel dafür, wie man im Sand mit regelmäßig wechselnden Spielpartnerinnen Punkte sammeln kann. In Kölleda war sie mit Tina Berger (Post SV Erfurt) angetreten, musste jedoch frühzeitig die Sportsachen packen. Zuvor spielte sie bereits Turniere mit der Gothaerin Susanne Hesse (A-Turnier in Nordhausen, Platz 7.; Erfurt, B-Turnier, 2.), mit Andrea Rösel von Post SV Gera (Kindelbrück, A-Turnier, 5.) sowie Kathrin Hertel von Post Gera (B-Turnier in Jena, Platz 3). Zwei weitere Partnerinnen kommen in dieser Saison noch zum Zuge. "Wir verstehen uns als Sportler inzwischen sehr gut und vielfach bleibt es vor allem der Spaß, der beim Beach im Vordergrund steht", so Ramona Nitschke, die ebenfalls erst einmal pausiert und in ihrer dritten Saison im Sand von den ausstehenden A-Turnieren noch drei (Knau, Rhoenbeach, Finale in Pößneck) bestreiten möchte. Dass die Teams im Beach-Volleyball in veränderter Besetzung antreten, ist keineswegs neu. "Doch in diesem Jahr ist es extrem", sagt Maik Uhmann aus Sömmerda. Der Technische Koordinator der Beach-Serie führt das auf den zeitigen Ferienbeginn in Thüringen in diesem Jahr zurück. Denn den wohl verdienten Urlaub lassen sich die Volleyballer verständlicherweise nicht nehmen, wie in diesen Tagen übrigens auch Stefan Stauß und Familie demonstrieren.

Beim B-Turnier am Wochenende (13./14. Juli) in Seeba nahe Meiningen sind bei den Damen Katharina Gräbner/Daniela Hartwich (TuS Braugold) die Favoriten. Neben Katja Dietrich/Grit Lehmann (VC Gotha/Fortis Herrentals) rechnen sich außerdem Klarissa Kornhaß/Elena Messer (VSV Jena/TuS Braugold) gute Chancen auf einen Tagessieg aus. Beide gewannen vor Wochenfrist das Turnier in Kölleda. Einen Sieg bei einem B-Turnier (Erfurt) können ebenso die auf Top eins gesetzten Robert Guse/Ramon Krypczyk (SV Hermes Gera) vorweisen. In der Konkurrenz der Herren treten außerdem Wiegand/Johannes Gramse (Post SV Erfurt), Rüffer/Sabrowski (Post Erfurt/Neustadt-Glewe) sowie Recknagel/Philipp Gramse (Post Erfurt) an. Turnierbeginn an beiden Tagen ist 9.00 Uhr.

Mario Keim

Deutschland - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Freitag. 12. Juli 2002

Keine Ausreden für deutsche Volleyball-Frauen

Grand Prix in Asien

11. Juli 2002 Neulich, noch vor der Abreise nach Asien zum an diesem Wochenende beginnenden Grand Prix, hatten die deutschen Volleyball-Frauen einen wichtigen Termin. Der Stern hatte sich beim Trainingslager in Heidelberg zum Fotoshooting angesagt, und das war ein nicht gerade alltägliches.

Aktfotos seien geschossen worden, verrät Stellerin Tanja Hart, „und die sind richtig gut geworden.“ Erscheinen sollen die gewagten Bilder im Hamburger Magazin in der Woche vor dem Start zur Weltmeisterschaft im eigenen Land (30. August bis 15. September) - ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

„Ein bisschen Werbung können wir ganz gut gebrauchen“, sagt die Zuspielerin des Nationalteams in der Randsportart Volleyball unverhohlen. Werbung, die dank Damen wie Tanja Hart, Angelina Grün oder Kathy Radzuweit nur positiv ausfallen kann.

Die Männer sind das neue Vorbild

Nun machen die Nationalspielerinnen nicht nur auf Fotopapier eine gute Figur. Es ist ihr Job und ihre Leidenschaft, auf dem Volleyballfeld zu glänzen. So wie neulich bei Testspielsiegen gegen den Olympiadritten Brasilien. Und natürlich so wie beim Olympia 2000 in Sydney, laut Tanja Hart „das bisher Größte“. Dazwischen hat es freilich nicht so gut geklappt: Der Grand Prix 2001 und die folgende Europameisterschaft wurden gründlich verpatzt.

Ähnliches gedenkt Werner von Moltke heuer nicht zu tolerieren. „Es gibt keine Ausreden“, hat der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) vor dem mindestens dreiwöchigen Trip nach Asien klar gemacht. „Die Spielerinnen wollten die Reise unbedingt machen, also haben wir sie finanziert. Jetzt müssen sie aber auch ein paar Siege einfahren - wie unsere grandiosen Männer in der Weltliga in Russland.“

Dass ausgerechnet die Herren der Schöpfung als Vorbild herhalten müssen, ist im DVV durchaus untypisch. Bislang schienen die Männer den Misserfolg gepachtet zu haben, nun schicken sie sich an, Weltligasiege bei den großen Kubanern einzufahren (Samstag und Sonntag, jeweils um 2.40 Uhr). Da dürfen die Frauen beim Grand Prix nicht zurückstehen.

Zusatzprämien als Extra-Motivation

Und das wollen sie auch nicht, „auch wenn die Trainingssteuerung voll auf die WM ausgerichtet ist.“ Das sagt Bundestrainer Hee Wan Lee, der aber auch um die Ungeduld seines Präsidenten weiß: „Drei Spiele müssen wir auf jeden Fall gewinnen.“ Gern dürfen es auch mehr sein, zumindest zwei dritte Plätze in den drei Vorrundenturnieren (à jeweils vier Teams) sind das Minimum.

Dann nämlich wären die 55.000 Dollar wieder eingespielt, die der DVV vorab für die Werberechte an den ausrichtenden Weltverband FIVB überwiesen hat. „Falls die Mädels darüber hinaus Geld verdienen, geht der Großteil ans Team“, verspricht Werner von Moltke großzügig. „Das soll eine zusätzliche Motivation sein.“

Die Eigenmotivation, so ist aus Spielerinnenkreisen zu hören, ist allerdings auch ohne die avisierten Prämien groß genug. „Wir wollen einfach zeigen, dass wir fit sind für die WM“, sagt Angelina Grün. „Insofern passt der Grand Prix sehr gut in unsere Vorbereitung.“

Angelina Grün trägt Verantwortung

Auf der Hauptangreiferin, die seit einem Jahr in Italien spielt, dürfte ein Großteil der Verantwortung lasten. Nach ihrem Wechsel vom USC Münster zu Volley Modena hat die 22-Jährige in der besten Liga der Welt gleich überzeugt, taucht in den wichtigsten Statistiken unter den Top Ten auf.

„Ich denke schon, dass ich mich durchgesetzt habe“, sagt die deutsche Volleyballerin der Jahre 2000 und 2001. „Die Bundesliga war keine Herausforderung mehr. In Italien kann ich viel mehr lernen.“ Wichtigste Lektion bisher: unter Druck Bestleistungen abzurufen.

Von Moltke verlangt „mindestens WM-Platz 5“

Das wird beim Grand Prix in Duellen mit der versammelten Weltelite nötig sein, wenn sich die Misserfolge des Vorjahres nicht wiederholen sollen. „Besser abschneiden als damals“, gibt Angelina Grün daher als Ziel aus.

Dafür muss das Kollektiv funktionieren und Ausfälle wie die der Leistungsträgerinnen Tanja Hart und Christina Benecke (Aufbautraining wegen körperlicher Defizite) sowie der am Knie operierten und rekonvaleszenten Hanka Pachale kompensieren. „Wir haben eine gute Gemeinschaft“, glaubt Hart, die ihren Rückstand in der Heimat aufzuholen gedenkt, den Kolleginnen in Fernost aber die Daumen drückt.

Damit die möglichst mit sportlichen Erfolgen und gestärktem Selbstbewusstsein für die Großveranstaltung nach Deutschland zurückkehren. Nur mit ein paar ästhetisch-erotischen Fotos für Aufsehen zu sorgen, mag nämlich keine der Volleyballerinnen. Und auch von Moltke verlangt mehr: Derartige Werbeaktionen seien ja schön und gut, „aber bei der WM erwarte ich mindestens Platz fünf.“

Christian Müller

Die Daten zum Grand Prix 2002

Der DVV-Kader: Angelina Grün (Volley Modena), Birgit Thumm (DJK Karbach), Judith Sylvester, Kathy Radzuweit, Julia Schlecht (alle TSV Bayer Leverkusen), Beatrice Dömeland, Kerstin Tzscherlich (beide Dresdner SC), Sylvia Roll (Schiavo Jesi), Verena Veh (SSV Ulm), Olessya Kulakova (RC Cannes), Jana Müller (Schweriner SC), Atika Bouagaa (USC Münster).
Die deutschen Gegner: An den drei Vorrunden-Wochenenden trifft Deutschland in Tokio (12. bis 14. Juli) auf Brasilien (Freitag, 16 Uhr), Japan (Samstag, 16 Uhr) und Thailand (Sonntag, 13.30 Uhr), in Manila (19. bis 21. Juli) auf Russland, Brasilien und Japan und in Macao (26. bis 28. Juli) auf China, Brasilien und Thailand. Die Finalrunde der besten vier Teams wird vom 1. bis 4. August in Hongkong gespielt.
Das Preisgeld: In den jeweiligen Vorrundengruppen sind die Preisgelder gestaffelt: 15.000 Dollar für den Vierten, 20.000 Dollar für den Dritten, 25.000 Dollar für den Zweiten und 40.000 Dollar für den Ersten. In der Endrunde werden 200.000 Dollar für den Grand-Prix-Sieger, 100.000 Dollar für den Zweiten, 60.000 Dollar für den Dritten und 40.000 Dollar für den Vierten ausgeschüttet. Zusätzlich sind Einzelprämien für die besten Spielerinnen in verschiedenen Kategorien ausgelobt.

Deutschland - Hamburger Abendblatt

Donnerstag. 11. Juli 2002

Benecke kämpft um WM-Chance

Hamburg - Wenn die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen von morgen an in Japan zur vierwöchigen Turnierserie der acht weltbesten Teams aufschlägt, fehlt die Hamburgerin Christina Benecke erneut im Aufgebot. Stattdessen wird die 28-jährige Mittelblockerin nach einer langwierigen Schulterverletzung in Heidelberg mit Zuspielerin Tanja Hart (Ulm) an ihrem Comeback arbeiten. Ziel: Ein Platz im 12er-Kader, der vom 30. August an im eigenen Land um die WM baggern darf.

Bundestrainer Hee Wan Lee habe sie noch nicht abgeschrieben, ist Benecke überzeugt: "Er hat mir vor dem Abflug nach Japan versichert, dass ich meine Chance in den Testspielen im August bekommen werde, wenn ich gesund und in Form bin."

Benecke, seit anderthalb Jahren sogar Mannschaftsführerin der Volleyballauswahl, hatte nicht nur auf Grund ihrer Verletzung ihren Stammplatz verloren, auch Differenzen mit Hee Wan Lee trugen wohl zur Ausmusterung bei. Als Mittlerin zwischen Team und Trainer war sie im vergangenen Jahr wiederholt zwischen die Fronten geraten. "Die Sache ist geklärt. Da steht nichts mehr zwischen uns", glaubt Christina Benecke, die auch in der nächsten Saison in der ersten italienischen Liga für Florenz angreift. Eine Rückkehr zum TVF Phoenix nach Hamburg war im Frühjahr gescheitert, weil TVF-Manager Horst Lüders seine Personalplanungen bereits abgeschlossen hatte. Im Januar wollen beide Seiten einen neuen Anlauf versuchen.

rg

Deutschland - DVV-News

Freitag. 12. Juli 2002

Juniorinnen: Vier Länderspiele gegen Italien!

Insgesamt vier Länderspiele bestreiten die deutschen Juniorinnen gegen Gastgeber Italien von heute an bis zum 16. Juli. Heute trifft die Mannschaft von Bundestrainer Rudi Sonnenbichler in Castelfidardo auf Italien, am 13. Juli in Serravalle, am 15. Juli in Corridonia und zum Abschluss am 16. Juli in Matelica.

Anschließend reisen beide Teams nach Ulm, wo sie vom 22.-27. Juli am „MLP-Donau-Cup“ teilnehmen. Der gastgebende SSV Ulm 1846 lädt im Sportzentrum Kuhberg zu einem hochklassig besetzten Turnier ein. Teilnehmer sind Italien, Polen, Kroatien, die Tschechische Republik, Spanien und die DVV-Auswahl. Die Slowakei und Österreich haben kurzfristig abgesagt - es sollen aber acht Nationalmannschaften teilnehmen.

Die Spiele und Turniere dienen beiden Mannschaften als Vorbereitung auf die Juniorinnen-EM, die vom 17. – 25. August in Zagreb/Kroatien gespielt wird. Dort trifft Deutschland auf die Niederlande, die Türkei, Polen, Frankreich und die Tschechische Republik. Italien spielt gegen Russland, die Ukraine, Belarus, Kroatien und Ungarn.

Anmerkung der Smash-Redaktion: Auch die Jugendnationalmannschaft spielt gegen Italien: in Vorbereitung des Acht-Nationen-Turniers in Schwarzenbek (Anfang August) findet ein Länderspiel in Hamburg am Sonntag, dem 28. Juli, um 18 Uhr in der Sporthalle Wandsbek statt.

Hamburg - YoungBeach-News

Freitag. 12. Juli 2002

YoungBeach: Lust auf „BEACHEN“?

Hamburg, im Juli 2002 – Am Samstag geht die YOUNG BEACH-Turnierserie in die nächste Runde: Auf der Beach-Volleyball-Anlage von Grün-Weiß Eimsbüttel (Julius-Vosseler-Str. 195 / Sportplatz) soll am kommenden Wochenende bei cooler Turnieratmosphäre mit viel Spaß gebaggert, gepritscht und geschmettert werden. Alle Jugendlichen bis 21 Jahre können die Gelegenheit nutzen, und den beliebten Trendsport am eigenen Leibe erleben.

An diesem Samstag findet das fünfte der insgesamt 8 Turniere der YOUNG BEACH-Turnierserie in Eimsbüttel (Julius-Vosseler-Str. 195 / Sportplatz) statt. Wie bereits bei den erfolgreichen Turnieren in Finkenwerder, Harburg, in der Hafen-City und in Neu-Allermöhe wird auch hier der Spaß für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund stehen – denn Sonne, Sand und Beach-Volleyball lassen mitten in Hamburg echte Strandatmosphäre entstehen. Wo sonst haben die Jugendlichen die Chance die beliebte olympische Sportart auszuprobieren?

Die Teilnahme ist unkompliziert: Einfach am Turniertag um 10.00 Uhr an der Wettkampfstätte erscheinen, bei der Turnierleitung anmelden und mitmachen. Zur Auswahl stehen drei Turnierkategorien: Junior weiblich, Junior männlich und Freshmen. In der Junior-Kategorie besteht ein Team aus jeweils zwei Personen, die das 8x8m große Feld verteidigen. In der Freshmen-Kategorie bestehen die Teams aus vier Personen - eine Geschlechtertrennung findet nicht statt. Gerade als „Freshmen“ haben auch Jugendliche ohne ausgiebige Volleyball-Erfahrungen sich begeistern zu lassen. Die Jugendlichen können sich ihrem Spielniveau entsprechend und ohne Rücksicht auf das Lebensalter anmelden. Um auch Einzelpersonen das Mitmachen zu ermöglichen, wird vor diesem Turnier eine Spielerbörse stattfinden. Die Endspiele mit anschließender Ehrung der Siegerinnen und Sieger beginnen voraussichtlich um 17.00 Uhr. Dank der Unterstützung des Titelsponsors Hansano und weiteren Sachsponsoren ist das Mitmachen kostenlos.

Wer mehr über Beach-Volleyball lernen möchte, ist herzlich eingeladen, an den mehr als 15 bereits laufenden Trainingseinheiten in fast allen Stadtteilen teilzunehmen. Bereits seit Anfang Mai trainieren die Jugendlichen und bereiten sich auf die Turniere vor. Durch die Zusammenarbeit vieler Schulen mit den Sportvereinen vor Ort werden den Schülerinnen und Schülern verlockende Mitmach-Angebote auf unterschiedlichen Leistungsstufen geboten. Die offenen Angebote laufen noch bis Ende August, weitere Informationen gibt es unter www.youngbeach.de

International - DVV-WM-News / DVZ

Freitag. 12. Juli 2002

Kuba: Startrainer Eugenio George hat zwei Gesichter  

Was treibt einen Mann jenseits der 60 an, Tag für Tag seiner Arbeit in stickiger Halle nachzugehen? Die Antwort auf diese Frage holt man sich am besten durch Gespräche und intensive Beobachtung: Seit 1963 ist Eugenio George für eines der Nationalmannschaften Kubas verantwortlich. Nach fünf Jahren bei den Männern übernahm er 1968 das Frauenteam. Mit einer Unterbrechung, 1996 bis 1998 arbeitete George als Sportdirektor, kommt der stets ruhige und besonne Trainer auf über 30 Jahre im internationalen Spitzen-Volleyball. 

Überragende Erfolge mit Siegen bei allen großen Volleyballereignissen wie Grand Prix, Norceca Championships, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen haben den Mann nie überheblich werden lassen. Den bevorstehenden Umbruch in seinem Team geht George mit Souveränität und Feuereifer an. Wenn George über seine Vorstellungen berichtet, funkeln seine Augen.   

Offen ist, welche Talente den Sprung ins Team schaffen  Noch hat er sich nicht festgelegt, wer aus seinem rund 20 Spielerinnen umfassenden Kader an den Großereignissen des Jahres teilnehmen wird. Doch wer glaubt, dass Kuba für einige Zeit in der Versenkung verschwinden wird, sollte sich beim Training umschauen: Da wird mit Herzblut gearbeitet. Bei Kubas Talenten ist es eine Frage von ein bis drei Jahren, bis sie ganz oben stehen. 16- bis 18-jährige, hungrige Spielerinnen warten nur darauf, die Volleyballwelt zu erobern.  

Der Chef ist immer dabei, unterstützt von vielen Helfern  Bemerkenswert ist weiterhin, dass dem Chef ein Betreuerstab mit geballter Erfahrung zur Seite steht: Neben Co-Trainer Luis Calderon sind dies Jorge Garbey und Idalberto Valdez, Arzt Reynaldo Betancourt sowie Physiotherapeut Rolando Boza. Komplettiert wird das Team durch eine Psychologin. Erstaunlich dabei ist, dass bei jedem Training der komplette Betreuerstab fast durchgängig anwesend ist. Auch das ist sicherlich ein Schlüssel zum Erfolg.  

Auf anderen Feldern ist die Ausstattung weit weniger üppig: Wer die Büros des Verbandes sieht, mag kaum glauben, dass er sich in der Kommandozentrale der weltweit führenden Nation bei den Frauen befindet: 25 Quadratmeter Bürofläche mit kärglicher Ausstattung  das ist alles, was dem Verband hier zur Verfügung steht. Auch der Cheftrainer hat hier seinen Schreibtisch, den er jedoch kaum nutzt. Einen Computer gibt es hier nicht. Einer wie Eugenio George speichert sein Wissen im Kopf. Wenn überhaupt, macht er sich von Zeit zu Zeit handschriftliche Notizen. Auffallend ist, welch großen Respekt - ja Ehrfurcht - sowohl die aktiven als auch die ehemaligen Spielerinnen vor ihrem Meister haben. Wenn Eugenio George spricht, herrscht Ruhe. 

Überhaupt wird während des Training kaum gesprochen. Kurze knappe Anweisungen kommen vom Trainerstab, von Zeit zu Zeit auch einige Korrekturen  der Rest ist harte Arbeit. Und über allem wacht Eugenio George, der General. Welch ein Unterschied zum Privatmann: Abends, wenn das Tagwerk in der heißen Halle beendet ist, ist der ehrgeizige Mann nicht wieder zu erkennen. Stundenlang kann George mit seinem jüngsten, knapp zwei Jahre alten Enkel spielen. Dann ist er nicht mehr der Trainer oder Erzieher, der einen Auftrag zu erfüllen hat, sondern nur noch der große Freund.     

Quelle: Deutsche Volleyball Zeitschrift   

International - DVV-WM-News / DVZ

Freitag. 12. Juli 2002

Kuba: Interview mit Starspielerin Yumilca Ruiz  

Seit sechs Jahren spielt Yumilca Ruiz in der kubanischen Erfolgsmannschaft. Trotz eines Alters von gerade mal 24 Jahren ist sie bereits so etwas wie die Mutter der Kompanie. Das klingt erstaunlich, liegt jedoch vor allem am Umstand, dass die zweifache Olympiasiegerin (Atlanta 1996 und Sydney 2000) eine der wenigen Spielerinnen ist, die aus Kubas Dream-Team übrig geblieben ist. Als Hauptangreiferin über die Position vier ist sie so etwas wie die legitime Nachfolgerin der legendären Mireya Luis. Das erklärte Ziel der Yumilca Ruiz: 2004 in Athen möchte sie ihre dritte olympischen Goldmedaille in Folge gewinnen.  

Welche Schwerpunkte stehen dieses Jahr für das kubanische Team an?  
Ruiz: „Beim Grand Prix, den Norceca Championships, bei Länderspielen und Turnieren wollen wir unsere neue Mannschaft präsentieren, einspielen und auf ein so hohes technisches, konditionelles und taktisches Niveau bringen, dass wir dann bei der Weltmeisterschaft in Deutschland ein Team präsentieren können, das dem kubanischen Standard entspricht“.  

Wie groß sehen Sie Kubas Chancen, bei der WM den Titel zu verteidigen? 
Ruiz: „Um so hoch zu greifen, könnte es noch ein wenig zu früh sein. Zu diesem frühen Zeitpunkt bereits den ersten Platz zu verlangen, wäre ein bisschen viel. Wir streben eine Medaille an. Mit viel Arbeit im Training ist dieses Ziel für mich realistisch“.  

Wie läuft die Zusammenarbeit mit so vielen jungen Spielerinnen? 
Ruiz: „Trotz einer Altersdifferenz von fast sechs Jahren zur jüngsten Spielerin gibt es überhaupt keine Probleme zwischen uns. Schließlich war ich ja auch mal jung“.  Beim Training fällt Ihre Führungsrolle auf, besonders die direkte Ansprache bei Fehlern und das fröhliche Wesen. 

Ist der Schritt von einer Spielerin zur Leitfigur schwierig gewesen? 
Ruiz: „Ich habe diese Führungsaufgabe gern übernommen. Es macht mir Spaß, mich um meine Mitspielerinnen zu kümmern. Dies bezieht sich auf alle wichtigen Problembereiche. So kann ich insbesondere meine Stärken als fröhliche Stimmungsmacherin auf und neben dem Feld zur Steigerung der Mannschaftsleistung einsetzen“.

Quelle: Deutsche Volleyball Zeitschrift   

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