News

Montag, 22. Juli 2002 

Deutsche Volleyballerinnen unterliegen Japan glatt
Deutsche Volleyball-Teams kein Kanonenfutter mehr
Beach-Boys Ahmann/Hager kritisieren DVV
DVV-Auswahl verliert auch 2. Spiel in den Niederlanden
Lulu: Mittelfristiges Ziel heißt erste Liga
Auch Grozer gab sich die Ehre  
Frauen sammeln Pluspunkte
Oetke/Scheuerpflug im Endspiel siegreich
Großer Sport - live vor Ort
Spagat zwischen Tradition und Trend  
Machtwort von Senator Lange
25.000 Zuschauer sorgen für Stimmungshoch 
Nummer eins bei den Frauen: Blöcker/Wand
DuoMixed am Falkenberg

Juli 2002

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Deutschland - AOL-Newsletter

Montag. 22. Juli 2002

Deutsche Volleyballerinnen unterliegen Japan glatt

Manila - Zum Abschluss des Grand-Prix-Turniers in Manila hat die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen eine bittere 0:3 (26:28, 21:25, 19:25)-Niederlage gegen Japan kassiert. Damit ist für das Team von Bundestrainer Hee Wan Lee der Einzug in die Finalrunde von Hongkong wieder gefährdet.

Gegen den vermeintlich einfachen Gegner tat sich die deutsche Auswahl sehr schwer. Die Japanerinnen, die bislang nur einen Sieg im Turnier auf dem Konto haben, wollten sich nach zwei Niederlagen in Folge in Manila nicht einfach geschlagen geben und spielten selbstbewusst auf.

Angelina Grün als beste deutsche Spielerin zollte den Siegerinnen Respekt. "Japan hat gut gespielt, wir konnten den Gegner nicht blocken. Es war ein sehr anstrengendes Spiel und nach dem unglücklich verlorenen ersten Satz wurde es für uns sehr schwer."

 

Deutschland - AOL-Newsletter

Montag. 22. Juli 2002

Deutsche Volleyball-Teams kein Kanonenfutter mehr

Frauen im Plus

Berlin - Die Nationalmannschaften des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) haben sich auf internationalem Parkett Respekt verschafft und sind längst keine leichten Punktelieferanten mehr.

Dabei haben die Frauen von Bundestrainer Hee Wan Lee beim World Grand Prix in Asien mit drei Siegen in sechs Spielen den Männern, die in der Weltliga in Groningen mit 2:3 und 1:3 gegen Atlanta-Olympiasieger Niederlande zwei Niederlagen kassierten, den Rang abgelaufen.

Nach Platz 2 in Tokio hinter Brasilien sorgten die Frauen mit einem glatten 3:0 gegen die Brasilianerinnen am Wochenende in Manila erneut für einen Achtungserfolg. Die Partie am Sonntag ging allerdings gegen den künftigen WM-Vorrundengegner Japan ebenso deutlich mit 0:3 verloren. Trotzdem steht schon jetzt das beste deutsche Abschneiden fest, ist sogar die Teilnahme an der Finalrunde in Hongkong möglich.

Sicher ist bereits, dass die deutsche Mannschaft in die Gewinnzone kommt. Dazu müssen mehr als 55 000 Dollar eingespielt werden, die der Verband für die Teilnahme an diesem mit 1,04 Millionen Dollar dotierten Turnier an den Weltverband FIVB vorstrecken musste. Allein 25 000 Dollar gab es für Platz 2 in Tokio, für Platz 4 werden immerhin 15 000 Dollar überwiesen.

Nachdem in Tokio Siege über Japan und Thailand gelungen waren, bewies das deutsche Team auch in Manila gewachsene Leistungsstärke. Konnte die Mannschaft schon beim 0:3 gegen Russland phasenweise gut mithalten, gelang vor 5000 Zuschauern beim 3:0 gegen den bis dahin noch ungeschlagenen Olympia-Dritten Brasilien eine weitere Steigerung. Schon in zwei Länderspielen hatte es zuvor zu Heimsiegen gegen diesen Rivalen gereicht. Der südkoreanische Bundestrainer geriet angesichts des erneuten Triumphs ins Schwärmen. "Wir haben
einfach super gespielt. Alle sind über sich hinaus gewachsen." Als Gastgeber für die Weltmeisterschaft vom 30. August bis 15. September müsse man aber natürlich noch arbeiten, legte er sofort nach.

Männer-Bundestrainer Stelian Moculescu hat nach vier Niederlagen in Serie keinen Grund zum Jubel, auch wenn sich seine Jungs stets erst nach großem Kampf geschlagen gaben. Als Gruppenletzter mit einer 2:6-Bilanz aus 8 Spielen sind die Chancen auf das Erreichen der Endrunde Mitte August in Brasilien nur gering. "Schade, dass uns kein Sieg gelungen ist. Wir haben die Chancen nicht konsequent genug genutzt, die wir uns mit dem guten Aufschlag erarbeiten konnten", bemängelte er. Auch mit der Qualität der Pässe durch die Zuspieler Frank Dehne und Ilja Wiederschein war er nicht zufrieden.

Der Coach erinnerte in diesem Zusammenhang an die 12 Niederlagen ohne Sieg vom Vorjahr. "Jetzt haben wir schon zwei Siege gegen die Niederlande und in Russland und noch vier Heimspiele vor uns", hofft er auf weitere Erfolgserlebnisse. "Die Verbesserungen zum Vorjahr sind doch unübersehbar, auch wenn wir heute Probleme im Zuspiel hatten", meinte Kapitän Stefan Hübner nach dem 1:3. Nach drei Auswärtswochenenden hofft er nun auf das Heimrecht gegen Spitzenreiter Russland in Düsseldorf und Kuba in Leipzig.

 

Deutschland - Pforzheimer Zeitung

Montag. 22. Juli 2002

Beach-Boys Ahmann/Hager kritisieren DVV

Hamburg (dpa) - Für die Olympia-Dritten Jörg Ahmann/Axel Hager ist Hamburg kein gutes Pflaster. Die Hamburger Lokalmatadoren mussten sich im Halbfinale des Masters-Turniers in einem Dreisatz-Krimi geschlagen geben. Mit 1:2 (21:17, 21:14, 9:15) unterlagen sie vor 8000 Zuschauern Oliver Oetke/Andreas Scheuerpflug (Grafing/Potsdam), die das Turnier gewannen. In einem von Regenschauern unterbrochenen Finale bezwangen sie Julius Brink/Kjell Schneider klar mit 2:0 (21:16, 21:16).

«Wir sind völlig platt», sagte der enttäuschte Ahmann, der die fünfte Finalteilnahme in der Hansestadt versäumte. Die erschöpften Bronzemedaillen-Gewinner von Sydney 2000 verloren anschließend auch noch das kleine Finale klar in zwei Sätzen gegen David Klemperer/Niklas Rademacher (Hildesheim/Giesen). Den Grund für ihren Leistungseinbruch hatten die Beach-Volleyballer schnell ausgemacht: «Wir haben zehn Spiele in drei Tagen absolviert, das ist einfach zu viel», meinte Ahmann, der am Freitagabend mit Partner Hager vom Grand Slam in Marseille eingeflogen war. Die einzig positive Nachricht: Die operierte Schulter von Hager bereitet keine Schmerzen mehr.

Kritik äußerte Ahmann am Deutschen Volleyball-Verband (DVV) und den Organisatoren, die Druck ausgeübt hätten, in Hamburg zu starten. «Unser Akku ist einfach leer, wir brauchen eine Pause», ergänzte Ahmann, der nun eine Pause einlegen will und nicht gleich anschließend auf der World Tour in Espinho/Portugal aufschlagen will. «Da spielen wir lieberx in Kühlungsborn.»

Bei den Frauen setzten sich erwartungsgemäß die Favoritinnen Stephanie Pohl und Okka Rau durch und kassierten 2650 Euro Preisgeld. Getragen von der La-Ola-Welle gewannen die Hamburgerinnen mit 2:0 (21:17, 21:17) gegen Andrea Ahmann/Jana Vollmer (Schmiden/Rottenburg) das Finale. Bereits drei Tage zuvor hatten Pohl/Rau die Konkurrentinnen in Marseille bezwungen.

«Wir sind konditionell und psychisch sehr fit und können in Deutschland jedes Team schlagen», sagte Okka Rau, die sich für ihr großes Zeil 2004 in Athen mit Stephanie Pohl zur Zeit vermehrt auf die internationalen Turniere konzentrieren will. So fliegen sie in der kommenden Woche schon wieder nach Rhodos, um Weltranglistenpunkte zu erkämpfen.

Das Zuschauerinteresse übertraf trotz des schlechten Wetters die Erwartungen der Veranstalter: an den drei Tagen kamen 25 000 Volleyball-Interessierte.    

 

Deutschland - DVV-News

Montag. 22. Juli 2002

DVV-Auswahl verliert auch 2. Spiel in den Niederlanden

Auch das zweite Spiel dieses Weltliga-Wochenendes musste die DVV-Männer-Nationalmannschaft in den Niederlanden verloren geben. Nach dem unglücklichen 2:3 am Freitag unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu dem Olympiasieger von 1996 dieses Mal mit 1:3 (25:19, 21:25, 23:25, 21:25).
Trotz der beiden Niederlagen verbesserte sich die DVV-Auswahl - dank der russischen Schützenhilfe auf Kuba (3:1 und 3:0-Siege) und eines besseren Satzverhältnisses - auf Platz 3 der Tabelle.

Die deutsche Mannschaft startete mit Dehne, Liefke, Pampel, Andrae, Hübner, Walter und Lange. Bei insgesamt höherem spielerischen Niveau als am Vortage gestaltete sich die Auseinandersetzung zunächst ausgeglichen: technische Auszeiten bei 7-8 und 16-15. Beim Stande von 11-8 wurde Dehne durch Wiederschein ersetzt. Gegen Ende des Satzes fiel die Entscheidung durch die Aufschlagstärke der deutschen Mannschaft. Zunächst sorgte Wiederschein bei 17-18 für ein Minibreak (der holländische Trainer nahm eine Auszeit), dann sorgte Andrae mit drei Aufschlag-Krachern für einen 18-23 Vorsprung. Ein Aufschlagfehler von Paulides beendete den Satz.

Der 2. Satz begann zwar mit einer 0:2 Führung durch Aufschläge von Andrae, dann aber setzten sich die Holländer auf 10:6 (Aufschlagserie von Nummerdor) und 21:15 ab. Dehne kam für Wiederschein zurück, konnte aber keine Wende herbeiführen. Schwächen im Block sowie in der Annahme (bei 17:14 kam Siebeck für Pampel) auf deutscher Seite sorgten für leichte Vorteile bei den Holländern.

Ein ähnliches Bild ergab sich in den Sätzen 3 und vier. Im 3. Satz wurde eine 11-6 Führung der Holländer wieder aufgeholt (bei 15-15), im 4. Satz ebenfalls 15:15 Gleichstand nach 11:6 Rückstand. Pampel kam für Siebeck zurück. Zwei Wechsel zwischen Dehne und Wiederschein brachten ebenfalls keine Wende.

Insgesamt zeigten sich bei einer fast ausgeglichenen Partie leichte Schwächen in der Annahme, Zuspiel und Abschluss. Die deutsche Mannschaft, die am Vortage noch einen 2:0-Rückstand ausgleichen konnte, hatte wohl auch nicht mehr ganz die psychische Stärke, noch einmal auszugleichen und die Holländer zu einem 5. Satz zu zwingen. Nach drei an Strapazen reichen Reisewochen (Russland, Cuba, Holland) waren leichte Abnutzungserscheinungen sichtbar. Dennoch höchst erfreulich, dass die deutsche Mannschaft bis zum Schluss alles versuchte, doch noch einen Sieg herauszuspielen. Dies wurde von Trainer Bert Goedkoop anerkennend in der Pressekonferenz festgestellt: „Die deutsche Mannschaft hat sich gut entwickelt und ist zu einem gefährlichen und kämpferisch starken Gegner geworden, der niemals aufgibt.“

Weitere Stimmen:

Stelian Moculescu: “Unsere Chancenausnutzung nach unseren guten Aufschlägen, mit denen wir die Holländer zu hohen Angriffen zwangen, war zu gering. Der holländische Außenangriff präsentierte sich heute zu stark für unseren Block. Bei uns fehlte es im Spielaufbau an der Qualität im Zuspiel. Weder Wiederschein noch Dehne haben zu ihrem Rhythmus gefunden, deshalb die häufigen Wechsel. Natürlich ist man nach Niederlagen nicht glücklich, aber wir haben keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Niemand soll vergessen, woher wir kommen: im letzten Jahr haben wir kein Spiel gewonnen. Heuer präsentieren wir uns spielerisch stark verbessert, haben zwei Spiele gewinnen können und zwei weitere Fünfsatzspiele geliefert. Wir werden kontinuierlich weiterarbeiten und freuen uns jetzt auf die Spiele daheim.“
Stefan Hübner: „Wir sind gut gestartet, dann aber stellten sich Probleme im Zuspiel und im Abschluss ein. Aber die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Wir freuen uns jetzt nach den Auswärtsspielen auf die Spiele zuhause, da wollen wir Spaß und Erfolg. Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen nicht vorschnell von fernen Zielen reden.“
Marco Liefke: „Ich bin heute sehr enttäuscht. Ich war sicher, dass wir gewinnen würden. Ich hätte zwar nicht drauf gewettet, aber wir waren gestern so nahe dran, dass wir es heute eigentlich hätten packen müssen. Ich kann unsere Niederlage aber nicht an Personen festmachen: es waren letztendlich immer nur Kleinigkeiten, die uns gefehlt haben. Wir freuen uns auf zuhause, weil wir wissen, dass wir gegen jede Mannschaft in unserem Pool echte Gewinnchancen haben. So stark sind wir mittlerweile.“

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung

Montag. 22. Juli 2002

Lulu: Mittelfristiges Ziel heißt erste Liga

Tigers-Trainer Martin Stallmaier erwartet spannende Saison / Keine erklärten Favoriten

Ludwigslust - Viele Aufs und Abs kennzeichneten aus Sicht der Volley Tigers Ludwigslust die zurückliegende Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga. Mit Platz sieben erreichte das junge Team am Ende ein sehr respektables Ergebnis. Zur Halbzeit der Serie 2001/2002 sahen die Lindenstädter schon wie ein sicherer Absteiger aus. Ganze drei Siege konnte die Mannschaft auf der Haben-Seite verbuchen. Doch im zweiten Saisonabschnitt zeigten die Tiger ihre Krallen, drehten die Bilanz um und mussten lediglich dreimal als Verlierer vom Feld gehen. 

Gerade vor heimischem Publikum platzte der Knoten. Die begeisterungsfähigen Fans waren nach Siegen gegen die Spitzenteams aus Berlin (3:2), Moers (3:0) und Essen (3:2) schier aus dem Häuschen. "Es ist gerade in der Mittelphase viel spannender geworden, als wir erwartet und erhofft hatten", sagt Martin Stallmaier. Der erstligaerfahrene Österreicher übernahm zu Saisonbeginn die Regie bei den Raubkatzen. "Die Jungs haben ziemlich lange gebraucht, um sich an das intensivere Training mit Einheiten von zum Teil mehr als drei Stunden zu gewöhnen", erklärt der Trainer den schwachen Start. 

"Sie mussten auch erst - jeder für sich - erkennen, dass es nicht vordergründig um den eigenen Spaßfaktor geht. Auf dieser Leistungsebene gibt es nicht viele Wege, die zum Ziel führen." Er freue sich aber sehr darüber, wie stark sich jeder einzelne Spieler im Verlauf verbessert habe. "Jeder hat wesentlich mehr geleistet, als zu Saisonbeginn zugesagt", so Stallmaier. Das sei sicher insbesondere für die, die nicht so viel Spielpraxis erhalten hätten, ziemlich hart gewesen. Aber nur, weil auch diese sich immer voll reingehängt hätten, wäre das Niveau der gesamten Mannschaft gewachsen.

Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatten die beiden ausländischen Neuzugänge, Jari Brand und Curt Vaughan. Dank der Annahmequalität des finnischen Libero wurde dem US-amerikanischen Zuspieler die Arbeit wesentlich erleichtert. Trotzdem war Stallmaier mit der Leistung von Brand nicht hundertprozentig zufrieden: "Er ist von seiner Persönlichkeit her ein zu ruhiger Typ. Deshalb kamen seine Qualitäten in der Verteidigung nicht wie gewünscht zum Tragen." 

Aber nicht nur den jungen Finnen, den es zurück in seine Heimat zieht, auch Curt Vaughan wird man voraussichtlich nicht mehr im Tigers-Trikot sehen. "Er hat in dieser Liga zuspieltechnisch seinesgleichen gesucht, kann sicher höherklassig mithalten", lobt Stallmaier. "Er war eine Verstärkung, wie man sie sich nur wünschen kann, menschlich und spielerisch ,erste Sahne'. Der Verein führt zwar Gespräche mit ihm. Ich weiß aber nicht, ob es einen Weg zueinander gibt."

Ein etablierter Nachfolger ist allerdings schon in Sicht. Man ist sich im Großen und Ganzen einig, will den Namen aber erst nach erfolgter Vertragsunterzeichnung öffentlich machen. Die freie Libero-Position könnte mit Martin Petzold, der die Aufgabe schon beim abschließenden 3:2 gegen Human Essen mit Bravour erfüllte, oder Neuzugang Andre Wehnert (Banzkower SV) besetzt werden. Ansonsten bleibt der Kader ziemlich identisch. Berufs- bzw. studienbedingt gibt es in punkto Trainingsintensität ein Fragezeichen bei Tom Schütte, Markus Doberstein und Sebastian Klein. Tim Strohschein und Patrik Stellmann leisten ihren Zivildienst in Ludwigslust bzw. Schwerin ab, so dass sie wohl voll mitziehen können. 

Hinzukommen voraussichtlich - in enger Abstimmung mit Landestrainer Horst Holz und Manfred Heine - noch zwei oder drei talentierte junge Spieler vom Schweriner SC. Die Zusammenarbeit mit Manfred Heine will Stallmaier noch einmal ausdrücklich hervorheben: "Es ist einfach ein Traum, von seinem Wissen profitieren zu können. Er bringt so viele nützliche Tipps ein. Ich hoffe auf eine entsprechende Fortsetzung."

Im Hinblick auf die neue Saison rechnet der Österreicher nach dem Erstliga-Aufstieg der starken Teams aus Berlin und Moers mit einer ausgesprochen spannenden Angelegenheit. "Ich glaube, dass die Entscheidung nach oben hin lange offen bleibt und es in der Abstiegsfrage ein ,Hauen und Stechen' gibt. Mannschaften wie Schüttorf, Essen und Hildesheim werden ihre ganze Routine in die Waagschale werfen. Sehr interessant wird sein, wie sich Absteiger Bottrop verkauft." Im Spitzenfeld erwartet er auf alle Fälle die Kombination Oststeinbek/ Eimsbüttel. Beide Vereine bastelten fleißig an einer Zusammenarbeit. Königstwusterhausen trete mit einem jungen Projekt an, die Aufsteiger Braunschweig und Kyritz seien sicher für die ein oder andere Überraschung gut.

Und das eigene Team? "Wir müssen uns vor niemandem verstecken, streben einen Platz in der oberen Tabellenhälfte an. Ich sage aber auch deutlich, dass wir uns mittelfristig in Richtung erste Liga orientieren wollen", so der Tigers-Coach. Die Rahmenbedingungen dafür seinen schon jetzt annähernd gegeben. "In puncto Krafttraining und Physiotherapie kann man sicher noch einiges verbessern. Aber das sehe ich wohl durch die Brille eines Erstligatrainers", ergänzt Stallmaier mit einem Lachen. "Für die zweite Liga ist das schon top, was hier in Ludwigslust geboten wird." Nahezu Erstligareife attestiert er auch den Zuschauern. "Die Fans feiern gut mit, verhalten sich sehr fair auch dem Gegner gegenüber. Sie sind mit Herz und Seele dabei und sorgen für eine super Atmosphäre. Wenn künftig jeder noch einen Kumpel mitbringt, dann haben wir die Bude immer rappelvoll."

Am 5. August steigen die Tigers nach verschiedenen Beachauftritten wieder voll ins Hallentraining ein. Das Programm für die Vorbereitung steht noch nicht genau fest. Martin Stallmaier plant etwa acht Vorbereitungsspiele. Dabei will er sein Team aus psychologischen Gründen zunächst gegen höherklassige Gegner antreten lassen. Je näher der Saisonstart rückt, um so mehr sollen sich die ausgewählten Kontrahenten dem eigenen Niveau annähern. Das erste Punktspiel ist dann gleich ein echter Gradmesser. Am 28. September müssen die Tigers beim Viertplatzierten der Vorsaison, dem VV Human Essen, antreten.

Thomas Willmann

 

Deutschland - Neue Ruhr Zeitung

Montag. 22. Juli 2002

Auch Grozer gab sich die Ehre

Deutsche Junioren unterlagen Italien nach spannendem Verlauf mit 2:3.

Es war schon irgendwie enttäuschend, dieses Eindruckes konnte man sich nicht erwehren. Enttäuschend vor allem für Torben Tidick vom Moerser SC. Immerhin trug er am Samstag das Bundesadler-Trikot, konnte es beim Ländervergleich im heimischen Sportzentrum Rheinkamp gegen die italienischen Volleyballjunioren allerdings nicht zu Ruhm und Ehre führen. Und die Frage, ob die 2:3-Niederlage (19:25, 25:21, 25:22, 21:25, 9:15) gegen die groß gewachsenen Italiener mit ihm zu verhindern gewesen wäre, ist eher zweitrangig.

Ein richtiges Schmankerl

Nun gut, wirklich geärgert hat sich der "Schweiger" Torben Tidick wohl nicht. Denn was er zusammen mit den etwa 200 Zuschauern von seinen Kameraden geboten bekam, war teilweise schon ein richtiges Volleyball-Schmankerl. Da wurde sogar Bundestrainer Michael Warm so richtig warm ums Herz in Anbetracht der anstehenden Junioren-Europameisterschaft in Polen. Mit Andreas Schmitt als Zuspieler, Thorge Kiwitt als Libero und mit den beiden Rumelner Nachwuchsspielern Nils Lieber und Tim Elsner machten die deutschen Hoffnungsträger eine mehr als gute Figur. Auch MSC-Libero Sebastian Schusser kam zweimal zu einem Kurzeinsatz.

Besonders im zweiten und dritten Durchgang gelangen der Sechs um Kapitän Jochen Schöps ein paar sehenswerte Ballwechsel, honoriert durch stehende Ovationen der Zuschauer. Gegen den überragenden italienischen Diagonalangreifer Lorenzo Perazzolo schien allerdings kein Kraut gewachsen. Er ließ den deutschen Block des öfteren verzweifeln. Vielleicht war er aber auch besonders motiviert. Denn wenn ein Georg "Hammer-Schorsch" Grozer auf der Tribüne sitzt, er sucht gerade mit seinem zukünftig im MSC-Dress spielenden Sohn eine Wohnung in Moers, kann das einen Nachwuchsmann schon mal beflügeln.

(dap)

 

Deutschland - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Montag. 22. Juli 2002

Frauen sammeln Pluspunkte

21. Juli 2002 Die Nationalmannschaften des Deutschen Volleyball- Verbandes (DVV) haben sich auf internationalem Parkett Respekt verschafft und sind längst keine leichten Punktelieferanten mehr.

Dabei haben die Frauen von Bundestrainer Hee Wan Lee beim World Grand Prix in Asien mit drei Siegen in sechs Spielen den Männern, die in der Weltliga in Groningen mit 2:3 und 1:3 gegen Atlanta-Olympiasieger Niederlande zwei Niederlagen kassierten, den Rang abgelaufen. Nach Platz 2 in Tokio hinter Brasilien sorgten die Frauen mit einem glatten 3:0 gegen die Brasilianerinnen am Wochenende in Manila erneut für einen Achtungserfolg.

0:3 am Sonntag gegen Japan

Die Partie am Sonntag ging allerdings gegen den künftigen WM-Vorrundengegner Japan ebenso deutlich mit 0:3 verloren. Trotzdem steht schon jetzt das beste deutsche Abschneiden fest, ist sogar die Teilnahme an der Finalrunde in Hongkong möglich. Sicher ist bereits, dass die deutsche Mannschaft in die Gewinnzone kommt.

Dazu müssen mehr als 55.000 Dollar eingespielt werden, die der Verband für die Teilnahme an diesem mit 1,04 Millionen Dollar dotierten Turnier an den Weltverband FIVB vorstrecken musste. Allein 25.000 Dollar gab es für Platz 2 in Tokio, für Platz 4 werden immerhin 15.000 Dollar überwiesen.

Sensation gegen Brasilien

Nachdem in Tokio Siege über Japan und Thailand gelungen waren, bewies das deutsche Team auch in Manila gewachsene Leistungsstärke. Konnte die Mannschaft schon beim 0:3 gegen Russland phasenweise gut mithalten, gelang vor 5000 Zuschauern beim 3:0 gegen den bis dahin noch ungeschlagenen Olympia-Dritten Brasilien eine weitere Steigerung.

Schon in zwei Länderspielen hatte es zuvor zu Heimsiegen gegen diesen Rivalen gereicht. Der südkoreanische Bundestrainer geriet angesichts des erneuten Triumphs ins Schwärmen. „Wir haben einfach super gespielt. Alle sind über sich hinaus gewachsen.“ Als Gastgeber für die Weltmeisterschaft vom 30. August bis 15. September müsse man aber natürlich noch arbeiten, legte er sofort nach.

Männer nur Gruppenletzter

Männer-Bundestrainer Stelian Moculescu hat nach vier Niederlagen in Serie keinen Grund zum Jubel, auch wenn sich seine Jungs stets erst nach großem Kampf geschlagen gaben.

Als Gruppenletzter mit einer 2:6-Bilanz aus 8 Spielen sind die Chancen auf das Erreichen der Endrunde Mitte August in Brasilien nur gering. „Schade, dass uns kein Sieg gelungen ist. Wir haben die Chancen nicht konsequent genug genutzt, die wir uns mit dem guten Aufschlag erarbeiten konnten“, bemängelte er.

Hoffen auf Heimvorteil

Auch mit der Qualität der Pässe durch die Zuspieler Frank Dehne und Ilja Wiederschein war er nicht zufrieden. Der Coach erinnerte in diesem Zusammenhang an die 12 Niederlagen ohne Sieg vom Vorjahr.

„Jetzt haben wir schon zwei Siege gegen die Niederlande und in Russland und noch vier Heimspiele vor uns“, hofft er auf weitere Erfolgserlebnisse. „Die Verbesserungen zum Vorjahr sind doch unübersehbar, auch wenn wir heute Probleme im Zuspiel hatten“, meinte Kapitän Stefan Hübner nach dem 1:3. Nach drei Auswärtswochenenden hofft er nun auf das Heimrecht gegen Spitzenreiter Russland in Düsseldorf und Kuba in Leipzig.

 

Deutschland - www.beach-volleyball.de 

Montag. 22. Juli 2002

Oetke/Scheuerpflug im Endspiel siegreich

Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug haben ihre ganze Routine im Hamburger Mastersfinale ausgespielt. In einem sehr spannenden Match besiegten sie Julius Brink und Kjell Schneider mit 21:16 und 21:16. Vor allem den ersten Satz konnten Oli und Andy zu Beginn klar dominieren, doch nach einer 15-minütigen Zwangsregenpause im zweiten Durchgang kamen Julius und Kjell noch einmal ins Spiel zurück. Doch trotz der Anfeuerungsrufe der begeisterten Fans sollte es zu einer Wende nicht mehr reichen. Für Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug ist dieser Erfolg bereits der zweite Masterssieg in Folge - und das nach Olis Schulterverletzung. Rang drei erspielten sich die Youngsters David Klemperer und Niklas Rademacher, die im kleinen Finale etwas frischer als Jörg Ahmann und Axel Hager wirkten. David und Niklas siegten in zwei Sätzen mit 21:19 und 21:18.

Pohl/Rau gewinnen Masters

Stephanie Pohl und Okka Rau haben das Hamburger Masters für sich entscheiden können. In einem eher einseitigen aber für die Zuschauer interessanten Finale bezwang das deutsche Top-Duo Andrea Ahmann und Jana Vollmer klar in zwei Sätzen mit 21:12, 21:17. Dabei ließen Stephie und Okka zu keiner Zeit Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen.

 

Deutschland - Hamburger Abendblatt

Montag. 22. Juli 2002

Großer Sport - live vor Ort

Steffi Pohl/Okka Rau siegten bei der Masters-Premiere am Rathausmarkt.

Hamburg - Der Beifall war ihnen sicher, und sie gaben ihn zurück ans Publikum. Okka Rau (25) und Steffi Pohl (24) hatten den stadtinternen Umzug des Vodafone Masters vom Heiligengeistfeld im Vorjahr auf den Rathausmarkt ebenso verkraftet wie die Reisestrapazen am späten Freitagabend vom Grand-Slam-Turnier in Marseille. Ankunft in Fuhlsbüttel: Mitternacht.

Nach nur vier Stunden Schlaf hatte das derzeit beste deutsche Beachvolleyball-Nationalteam zum Auftakt am Sonnabend um 8.30 Uhr gegen die Qualifikantinnen Leonie Müller/Sabine Schulz beim 2:1 ihren einzigen Satz abgegeben. Im Turnierverlauf wurden die Frauen vom TVF Phoenix Hamburg ihrem Ruf (sportlich-athletisch) und Ranking (Nummer eins) vollauf gerecht: Der 2:0-Endspielsieg (21:12, 21:14) gegen Andrea Ahmann/Jana Vollmer war die logische Folge, 100 Ranglistenpunkte und 2650 Euro Preisgeld der Lohn.

"Das ist unsere Stadt. Wunderschön, dass das hier vor dem Rathaus geklappt hat", sagte eine strahlende Okka Rau, dank ihrer Abwehr- und Blockstärke herausragende Akteurin der Final Four auf dem Centre-Court. Einen besonderen Druck hätten sie nicht verspürt, meinte Steffi Pohl, mit Rau 2001 auf St. Pauli erstmals Masters-Siegerin. "Eine Titelverteidigung ist aber immer schwieriger als ein Überraschungssieg", sagte die 1,86 Meter große Nationalspielerin nach ihrem ersten Masters-Titel 2002.

Wieder einmal Größe bewies ihr Honorartrainer Olaf Kortmann, als dritte Kraft optisch, aber nicht immer verbal im Hintergrund. "Großer Sport!", entfuhr es dem Hamburger bei einigen spektakulären Ballwechseln, die zumindest phasenweise für mehr Animation sorgten als Moderator und Musik vom Band. "Dass Okka und Steffi so souverän gesiegt haben, freut mich", sagte Kortmann, "das gibt Selbstvertrauen." Auf Rhodos vom 24. bis 28. Juli und beim Grand Slam in Klagenfurt (31. Juli bis 3. August) wollen sich Pohl/Rau wieder mit den Besten der Welt messen, ein ähnlicher Reiseablauf wie von Marseille nach Hamburg ist auch vom Wörthersee zum Masters nach St. Peter-Ording (2. bis 4. August) geplant.

War ihr Hamburger Halbfinale gegen Susanne Lahme und die deutsche Meisterin Danja Müsch gestern Vormittag auf Grund des Regens nicht ganz der erhoffte Beauty-Case, drohte am Nachmittag beim Männer-Finale sogar der worst Case - der Abbruch wegen eines heftigen Regengusses. Nach gut 15 Minuten Unterbrechung stoppten dann auch Oliver Oetke/Andreas Scheuerpflug, die vom Hamburger Coach Bernd Schlesinger beraten werden, den Siegeszug der Youngster Julius Brink/Kjell Schneider mit 2:0 (21:16, 21:16). Rudi Carrells Gassenhauer "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" vertrieb die Pause - aber wenige der 3000 Zuschauer.

Jörg Ahmann und Axel Hager, Hamburgs Olympiabotschafter für 2012, waren bei der Siegerehrung nicht dabei, sie warten weiter auf ihren ersten Hamburg-Sieg. Im Halbfinale hatten sie mit 1:2 gegen Oetke/Scheuerpflug den Kürzeren gezogen, im Spiel um Platz drei war dann der Akku endgültig leer. Und das lag diesmal nicht an Hagers operierter rechter Schlagschulter. Die war schmerzfrei. Ahmanns Erklärung: "Es läuft gut, aber wir sind noch nicht wieder so fit, dass wir den ganzen Stress wegstecken können." Konsequenz: Der Trip nach Espinho (Portugal) wurde gestrichen. Stattdessen treten sie nächstes Wochenende beim Masters in Kühlungsborn an.

Stefan Reckziegel, Rainer Grünberg

 

Deutschland - Hamburger Abendblatt

Montag. 22. Juli 2002

Spagat zwischen Tradition und Trend

Als am Sonntag die "Feuer und Flamme für Hamburg 2012"-Fahne am Mast des Rathaus-Balkons aufgezogen wurde, ging die Verletzung des hanseatischen Protokolls einigen Bürgerschaftsabgeordneten doch zu weit. Das Werbebanner für die Olympiakandidatur der Stadt wurde eingeholt und, immerhin, über die Brüstung gehängt. Ein Kompromiss, mit dem am Ende alle Beteiligten leben konnten.

Beachvolleyball auf dem Rathausmarkt, das war drei Tage lang eine Gratwanderung zwischen Tradition und Trend. Sie gelang zum Wohle der Stadt und der Sportart. Jürgen Schmidt, Sportsprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, der vor zwei Jahren die politische Initiative für den Umzug des Turniers in die Innenstadt ergriffen hatte, äußerte sich begeistert: "Das war trotz des nasskalten Wetters am Sonntag eine Super-Veranstaltung, die Hamburg einen weiteren Schritt in Richtung Olympiastadt Deutschlands gebracht hat."

Wenn auch am Regierungssitz und im zuständigen Bezirksamt Mitte die Vertreter der reinen Lehre ihr Magengrimmen im Angesicht von Werbesymbolen, Sponsorenständen und VIP-Zelten auf Hamburgs Vorzeigeplatz pflegen werden, stimmten am Wochenende rund 25 000 Zuschauer mit den Füßen für den attraktiven Standort ab. Am regenfreien Sonnabend gar konnten sich die Massen nur mühsam zwischen den voll besetzten Tribünen von der Mönckebergstraße zur Alster schieben. "Diese Veranstaltung hat Hamburg belebt und allen gezeigt, dass die Stadt und ihre Menschen fit für Olympia sind", sagte Sport- und Bildungssenator Rudolf Lange. Der Hamburger Olympia-Bewerbungsgesellschaft war es indes einmal mehr nicht gelungen, das Ereignis rechtzeitig zu kommunizieren. Die Einladungen an die Fachverbände und Mitglieder des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) waren erst vor einer Woche verschickt worden. Die Resonanz fiel entsprechend aus. Nur Wolfgang Rommel, der Hamburger Ehrenpräsident des Deutschen Hockeyverbandes, kam. Der Aufsichtsrat der "Hamburg für Spiele 2012 GmbH" hat inzwischen reagiert und ein Kommunikationskonzept angefordert.

Die Beachvolleyball-Premiere auf dem Rathausmarkt hatte aber auch ihren Preis. Rund 25 000 Euro mehr als an anderen Turnierorten ließ sich die Hamburger Agentur MNP das Renommierprojekt kosten. Der kompliziertere An- und Abtransport des Sandes (30 000 statt sonst 13 000 Euro), Miete (8000 Euro) und Abgaben an die Hamburger Außenwerbung (2002: 5000 Euro; 2003: 15 000) schlugen nachhaltig aufs Budget. Trotzdem steht die Entscheidung (fast) fest: Auch nächstes Jahr soll wieder vor dem Rathaus gebaggert werden.

 

Deutschland - Die Welt

Montag. 22. Juli 2002

Machtwort von Senator Lange

Die Olympia-Flagge muss runter vom Rathaus

Auch im Urlaub ist Hamburgs Senator für Bildung und Sport, Rudolf Lange (FDP), als Regierungsvertreter präsent: Das bekam sein Parteifreund, der FDP-Fraktionsvorsitzende Burkhardt Müller-Sönksen zu spüren: Der hatte am Sonntag die pfiffige Idee, anlässlich der ZDF-Übertragung des Beachvolleyball-Turniers auf dem Rathausmarkt, die Hamburger Olympia-Flagge am Rathaus zu hissen. Warum auch nicht: Hamburg hat sich offiziell um die Austragung der Spiele 2012 beworben, und das Beachvolleyball-Turnier wurde nicht zuletzt mit dem Hintergedanken auf den zentralen Platz geholt, dieser Bewerbung Nachdruck zu verleihen. 

Allerdings gibt es für das hissen von Flaggen ein festgesetztes Protokoll. Dazu Bedarf es einer Genehmigung des Senats. Nachdem sich ausgerechnet der Olympiabeauftragte der Stadt und ehemalige Bürgermeister Henning Voscherau an dem flammenden Emblem stieß, dass widerrechtlich von Hamburgs höchstem Hause wehte, sprach Lange als Vertreter des Senats ein Machtwort: "Die Fahne muss weg."

mk

 

Deutschland - Die Welt

Montag. 22. Juli 2002

25.000 Zuschauer sorgen für Stimmungshoch an Regentagen

Dank eines gewaltigen Zuschauer-Zuwachses sprachen die Veranstalter nach dem Beachvolleyball-Turnier trotz strömenden Regens von einer gelungenen Veranstaltung

Organisator Frank Mackerodt ist es gewohnt, dass er mit seinem Beachvolleyball-Turnier in Hamburg recht oft im Regen steht. Und hätte er es in diesem Jahr nicht endlich geschafft, die Veranstaltung auf dem Hamburger Rathausmarkt zu platzieren, dann hätte er mit seiner Vermutung wahrscheinlich Recht behalten. „Auf dem Heiligengeistfeld“, stellte er mit Blick auf den wolkenverhangenen Himmel trocken fest, „wären wir wohl ziemlich allein gewesen.“ Nicht so in der Hamburger Innenstadt. Insgesamt 25.000 Zuschauer kamen an den drei Veranstaltungstagen vor das Senatsgebäude.

Am Sonnabend war es bei dem zur Vodafone Masters Serie zählenden Event trotz der wenig sommerlichen Bedingungen bereits so voll, dass auf den Aufgängen zu den 1500 Zuschauer fassenden Tribünen zeitweilig Stillstand herrschte. Hätte Mackerodt höhere Sitzreihen aufbauen können, wären auch die problemlos gefüllt geworden. Angesichts des Stroms von Menschen, der die zwei Courts und die kleine Zeltstadt passierte, sagte Karl-Heinz Blumenberg, Sprecher der Spiele für Hamburg 2012 GmbH: „Ich wünsche mir in Zukunft mehr von solchen Veranstaltungen hier. Das Turnier hat die Begeisterungsfähigkeit der Hamburger gezeigt und es ist ein sehr gutes Argument für unsere Olympia-Bewerbung.“ Für den am 7. und 8. September ebenfalls am Rathausmarkt stattfindenen Holsten City Man Triathlon erhofft sich Blumenberg viel „big fun“, wie er ihn bei den

Beachvolleyballern ausgemacht hatte. „Ich persönlich spiele am liebsten an einem Karibikstrand. Aber es ist schon toll gemacht hier und viel besser als die Deichtorhallen oder das Heiligengeistfeld“, sagte Axel Hager, der mit Partner Jörg Ahmann ganz klar die Gunst des Publikums genoss. Mit dem Kampf um den Turniersieg hatte das Duo aber nichts zu tun. Bei den Männern gewannen Oliver Oetke und Andreas Scheuerpflug. In der Frauenkonkurrenz setzten sich die Hamburgerinnen Stephanie Pohl und Okka Rau durch. Sportsenator Rudolf Lange lobte das Event: „Die Veranstaltung belebt die Hamburger Sportszene sehr.“

Mt

 

Deutschland - Renault Beach-Cup-News

Montag. 22. Juli 2002

Nummer eins bei den Frauen: Blöcker/Wand

Konnten ihren Vorjahressieg wiederholen: Hikel/Polte auf dem ersten Platz!

Ergebnisse der Frauen: 1. Platz: Blöcker/Wand, 2. Platz: Paul/Stöwe, 3. Platz: Holtwick/Kleefisch 
Männer: 1. Platz: Hikel/Polte, 2. Platz: Knopf/Wiedersberg, 3. Platz: Mielenz/Sonnenbichler

Mit einer Sturmwarnung begann der Finaltag des Renault Beach Cup Wangerooge. Glücklicherweise blieb die Insel jedoch vom großen Unwetter verschont. Und den kurzen Regengüssen trotzten die Zuschauer mit orangefarbenen Regencapes, die bei Regeneinbruch vom Renault-Promotion-Team verteilt wurden.

Bei Sonne, Wind und ein bisschen Regen – eben echtem Nordseewetter – verfolgten an diesem Wochenende rund 25.000 Zuschauer die spannungsgeladenen Spielbegegnungen der Profi-Beach-Volleyballer. Circa 2.500 Leute feierten und tanzten bei den Beach-Parties am Freitag und Samstag.

Die Spiele am Finaltag:

Sinje Blöcker und Beate Wand brachten mit souverän geführtem Spiel den Sieg nach hause. Sie bestimmten die Begegnung mit Paul/Stöwe von Anfang an und ließen sich das Zepter auch nicht mehr aus der Hand nehmen. In zwei Sätzen holten sie sich mit 21: 15und 21: 13 ihren ersten Renault Beach Cup Sieg 2002. Am nächsten Wochenende gibt es bereits ein Wiedersehen mit Blöcker/Wand – vom 26. bis 28. Juli starten sie beim Renault Beach Cup Bremerhaven.

Ein anderes Wiedersehen gab es bei den Männern: Wie im letzten Jahr, konnten die Zuschauer Tom Hikel und Marvin Polte in freudiger Siegerpose erleben. Nachdem sie gestern Knopf/Wiedersberg in die Loosers Round beförderten und im Halbfinale gegen Mielenz/Sonnenbichler siegten, sahen sie sich um 14 Uhr wieder den beiden „Flammenhosen-Trägern“ Daniel Knopf und Rick Wiedersberg gegenüber. Letztere hatten sich inzwischen über die Losers Round ins Finale gekämpft.

Was folgte, war ein äußerst spannendes Finalspiel. Während Hikel/Polte den ersten Satz mit 21:12 relativ klar für sich verbuchen konnten, setzten Knopf/Wiedersberg alles auf den zweiten Satz, den sie schließlich mit einem knappen 22:20 gewannen. Im dritten und entscheidenden Satz allerdings zurrten Hikel/Polte das Ding fest: Mit 15:8 verwiesen sie Knopf/Wiederberg auf den zweiten Platz und konnten selbst zum wiederholten Mal den Pokal bei der anschließenden Siegerehrung in Empfang nehmen.

 

Hamburg - Smash-News

Montag. 22. Juli 2002

DuoMixed am Falkenberg

Trotz Konkurrenz durch das Masters-Turnier auf dem Hamburger Rathausmarkt fand am Samstag ein Turnier der Hamburger Beach-Serie statt. Am Falkensteiner Ufer in Wittenbergen richtete der Altonaer TSV ein DuoMixed-Turnier aus und hatte sich den einzigen Tag des Wochenendes mit Sonne und wenig Regen ausgesucht.

Im Finale siegten Julia Tonn und Nils Scherffenberg (TH Eilbek/SportSpaß) gegen Corinna Krüger und Philipp Malkowski (Adler Kiel/Walddörfer SV). Dritte wurden Corinna Richter vom Gastgeber mit Thorsten Haase (SV St. Georg) vor Kerstin Tharun und Daniel Roederer (tus Berne/Walddörfer SV).

 

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