News

Montag, 29. Juli 2002 

Hamburger Volleyball im TV
Deutschland I gewinnt im Finale 3:2 gegen Kroatien!
Frauen erstmals in Grand Prix-Endrunde
Pianka/Williams gewinnen am Strand von Kühlungsborn
2:3 in einem dramatischen Spiel
Masters-Sieg: Pianka/Williams
Gebürtiger Warener gewinnt in Kühlungsborn Beachvolleyballer Ahmann/Hager verpassen Titel
„Hände Gottes“ tricksten im heißen Sand
Rhein-Halle: Gute Noten für Olympia-Bewerbung
Heiße Tänze am Netz
Christian Zeyfang: Nationaltrainer im Nebenjob   
Der unvergleichliche Spaßfaktor
"Wir sind auf Augenhöhe mit den anderen Mannschaften"
DVV-Frauen erstmals in Finalrunde vorgestoßen
Hofmann/Walz und Lammers/Späth Badische Meister
Anton/Sergeev triumphieren in Kühlungsborn
Blöcker/Wand erneut Nummer eins!

Juli 2002

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Juni 2002

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Zum Medien-Überblick

 

Deutschland - DVV-News

Montag. 29. Juli 2002

Hamburger Volleyball im TV

Berichte von den Norderstedter Beach-Volleyball-Turnieren des Wochenendes gibt es am Montag ab 18.30 Uhr im Norderstedter lokalen TV noa4, der auf Kanal K23 empfangen werden kann.

Eine Wiedergabe der Sendungen ist auch online möglich.

Beim Fernsehsender HH 1 sind Bundesjugendtrainer Jens Tietböhl und Co-Trainer Helmut von Soosten im Sportmagazin "Rasant" am Montag um 20.15 h zu Gast.

 

Deutschland - DVV-News

Montag. 29. Juli 2002

Deutschland I gewinnt im Finale 3:2 gegen Kroatien!

MLP-Donau-Cup der Juniorinnen in Ulm

Deutschland I hat den stark besetzten MLP-Donau-Cup in Ulm gewonnen: Die Mannschaft von Bundestrainer Rudi Sonnenbichler setzte sich mit 3:2 im Finale gegen Kroatien durch. Italien wurde durch ein 3:0 gegen die Tschechische Republik Dritter, die Niederlande erreichte Platz 5 durch ein 3:1 über Spanien, und Polen sicherte sich Platz 7 mit einem 3:2 über Deutschland II.

Deutschland I war damit der verdiente Turniersieger, denn die DVV-Auswahl war die einzig ungeschlagene Mannschaft im Turnierverlauf. Im Halbfinale hatte es ein deutliches 3:0 über die Tschechische Republik gegeben, Kroatien hatte sich 3:2 gegen Italien durchgesetzt.

Deutschland I in Ulm: Kathleen Weiß, Bettina Stumpf, Julia Prus, Franziska Bremer, Tina Gollan, Christiane Fürst, Grit Müller, Anne Matthes
Deutschland II in Ulm: Steffi Lehmann, Beate Lander, Jana Schumann, Maike Porath, Jil Döhnert, Kerstin Kämpfe, Lisa Thomsen, Nadja Schaus

 

Deutschland - AOL-Newsbote

Montag. 29. Juli 2002

Frauen erstmals in Grand Prix-Endrunde

Männer erneut Prügelknaben

Düsseldorf - Die deutschen Volleyball-Frauen haben sich in der Weltelite etabliert und beim World Grand Prix in Asien die Finalrunde in Hongkong (1. bis 4. August) erreicht. Zum Abschluss der Vorrunde feierte die Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee einen ungefährdeten 3:0 (25:19, 25:20, 25:18)-Erfolg über Thailand. Die Männer waren vor insgesamt über 5000 Zuschauern in der Düsseldorfer RheinHalle erneut nur Prügelknabe für den Olympia-Zweiten Russland: Dem 1:3 am Samstag folgte mit einem umkämpften 2:3 (18:25, 26:24, 22:25, 25:13, 15:17) die achte Niederlage. Schon vor dem zweiten Spiel stand fest, dass sich das Team nicht mehr für die Endrunde vom 13. bis 18. August in Brasilien qualifizieren kann.  

Die Frauen haben mit ihrem Abschneiden für eine kleine Sensation gesorgt und Selbstvertrauen für die Weltmeisterschaft vom 30. August bis 15. September im eigenen Land getankt. Die neun Vorrundenspiele brachten fünf Siege und vier Niederlagen. Gegen den Olympia-Dritten Brasilien und Thailand gab es jeweils zwei Siege, gegen Japan wurde einmal gewonnen. Niederlagen setzte es gegen den Olympia-Zweiten Russland, China, Brasilien und Japan. Damit erreichte das Team 2. Plätze in Tokio und Macau sowie Rang 3 in Manila. "Die deutsche Mannschaft spielt beim Grand Prix zum ersten Mal eine Rolle. Wir sind nicht nur Außenseiter, sondern die Gegner haben endlich Respekt vor uns", freute sich der südkoreanische Coach.

Das Erreichen der Finalrunde bei diesem mit 1,04 Millionen Dollar dotierten Turnier ist nach vier vergeblichen Anläufen der größte Erfolg seit der EM-Bronzemedaille vor 11 Jahren. Nachdem der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) zur Teilnahme in Asien 55 000 Dollar an den Weltverband FIVB zahlen musste, konnte durch die Preisgelder der drei Vorrundenturniere bereits 15 000 Dollar Gewinn gemacht werden. Durch die Finalteilnahme kann diese Summe zumindest auf 55 000 Dollar weiter aufgestockt werden: Der Turniersieg bringt 200 000 Dollar, Rang 4 noch 40 000.

Für die Männer-Auswahl des DVV war das Erreichen der Endrunde der mit 15 Millionen Dollar dotierten Weltliga nie ein ernstes Thema. Nach dem enttäuschenden Vorjahresauftritt mit 12 Niederlagen in 12 Spielen hat sich die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu in diesem Jahr mit einigen respektablen Ergebnissen besser aus der Affäre gezogen. "Wir befinden uns auf Augenhöhe mit der Weltspitze", befand Moculescu nach den Niederlagen gegen Tabellenführer Russland.

Seine Mannschaft zeigte bis auf wenige Ausnahmen in beiden Partien trotz der personellen Umstellung auf der Liberoposition eine bemerkenswerte Leistung, verpasste aber in den entscheidenden Phasen die nötigen Punkte. "Wir haben unsere Stärken ausgespielt, aber die Schwächen sind auch deutlicher geworden", meinte der Coach, der sich über den völlig verschlafenen ersten Satz im ersten Spiel ärgerte und die Defizite in der Annahme und Verteidigung ansprach. Mit den Spielen gegen Kuba am kommenden Wochenende wird die Weltliga abgeschlossen.

 

Deutschland - AOL-Newsbote

Montag. 29. Juli 2002

Pianka/Williams gewinnen am Strand von Kühlungsborn

Kühlungsborn - Ines Pianka und Teee Williams haben beim Beach-Volleyball-Masters in Kühlungsborn den Titel gewonnen. Mit dem 2:0-Sieg (25:23, 21:15) über Helke Claasen und Judith Deister (Dachau/Leverkusen) konnten sich die Spielerinnen der SSG Hamm über den ersten Turniersieg in dieser Saison freuen. Die ehemalige Hallen-Nationalspielerin Ines Pianka hatte sich im Januar die Achillessehne gerissen.

Beim Weltcup auf Rhodos waren die deutschen Teams vom Pech verfolgt. Stephanie Pohl und Okka Rau (Hamburg) mussten nach zwei Niederlagen in drei Spielen schon in den Gruppenspielen die Segel streichen. Andrea Ahmann und Jana Vollmer (Schmiden) waren zwar zwei Mal erfolgreich, doch ein schlechteres Satzverhältnis war der Grund für ihre frühe Heimreise. Für Rang 17 bekamen beide Duos noch 2520 Dollar Spesen. In Espinho (Portugal) waren die deutschen Meister Markus Dieckmann/Jonas Reckermann ebenso erfolglos. Auch sie konnten bei dem mit 150 000 Dollar dotierten Weltcup 2520 Dollar verbuchen.

 

Deutschland - DVV-News

Montag. 29. Juli 2002

2:3 in einem dramatischen Spiel

DVV-Auswahl verliert auch den zweiten Vergleich mit Vize-Olympiasieger Russland

1. Satz
Frank Dehne, Marco Liefke, Stefan Hübner, Norbert Walter, Christian Pampel, Björn Andrae, Mark Siebeck

Wie gestern erwischte die russische Mannschaft, die mit Maxim Tereshin für Roman Iakovlev und Taras Khtei für Serguei Tetiokhine anfingen, den besseren Start. Mit guten Aufschlägen von Khtei und Andrei Egortchev setzte sich der Gast schnell mit 16:8 ab. Dadurch fand die deutsche Mannschaft nicht ins Spiel und verlor den ersten Satz trotz dreier Spielwechsel – Ralph Bergmann für Norbert Walter, Michael Mayer für Marco Liefke und Ilja Wiederschein für Frank Dehne - mit 18:25.

2. Satz
Ralph Bergmann (für Walter), Ilja Wiederschein (für Dehne) und Michael Mayer (für Liefke) sonst wie Satz 1

DVV-Coach Stelian Moculescu setzte auch im zweiten Durchgang auf die bereits zuvor eingewechselten Ralph Bergmann (für Norbert Walter), Michael Mayer (für Marco Liefke) und Ilja Wiederschein (für Frank Dehne). Und die drei „Neuen“ fügten sich gut in das Spiel ein. Es war jedoch Christian Pampel, der mit 4 (!) Assen in Folge für einen 14:10-Vorsprung sorgte und den Grundstein für den Satzausgleich legte. Zwar konnten die Russen den ersten Satzball beim 24:23 für Deutschland durch einen Block gegen Bergmann abwehren, aber beim 25:24 sorgte Wiederschein mit einem Aufschlagas für den verdienten Satzausgleich.

3. Satz
Liefke zurück für Mayer, sonst wie Satz 2

Der dritte Satz verlief völlig ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich entscheidend vom Gegner absetzen. Erst eine heftig umstrittende Entscheidung des Schiedsgerichts brachte beim 12:14 aus deutscher Sicht Russland einen größeren Vorsprung, denn die deutsche Mannschaft regte sich so darüber auf, dass sie mit einer gelben Karte bestraft wurde. Statt 13:14 hieß es 12:16. Diesen Vorsprung ließ sich das routinierte russische Team nicht mehr nehmen und gewann den Satz mit 25:22.

4. Satz
gleich wie Satz 3

Im vierten Satz erwischte die deutsche Mannschaft einen Blitzstart und ging mit 8:2 in Führung, denn nun stachen die stärksten deutschen Trümpfe Aufschlag und Block. Bergmann, Pampel, Liefke und Andrae servierten Asse in Serie, und der Block um Kapitän Stefan Hübner, bester Blockspieler der Weltliga 2002, packte energisch zu. Der russische Angriffsaufbau kam unter diesem Dauerdruck nicht ins Rollen, und so ging der vierte Satz deutlich mit 25:13 an den Gastgeber. Somit musste der Tie-Break entscheiden.

5. Satz
gleich wie Satz 4

Russland verschaffte sich beim Stand von 4:4 einen komfortablen Drei-Punkte-Vorsprung, weil Christian Pampel zwei Bälle ins Aus und einen in den russischen Block schlug. Moculescu reagierte, brachte Sven Glinker für Pampel, und Deutschland konnte zum 9:9 ausgleichen. Zwar gingen die Russen erneut mit zwei Punkten in Führung (11:9 und 13:11), aber die DVV-Auswahl kämpfte sich jeweils immer zum Ausgleich heran. Ebenso verhielt es sich mit den Matchbällen - Russland konnte zwei Matchbälle (14:13 und 15:14) nicht nutzen, weil die deutsche Mannschaft bravourös dagegen hielt, beim dritten blockten sie jedoch Marco Liefke zum 17:15-Satzgewinn und 3:2-Erfolg.

Die punktbesten Spieler:
Deutschland
: Christian Pampel (16 Punkte), Björn Andrae (14), Marco Liefke (13), Stefan Hübner (10)
Russland: Alexei Koulechov (14), Pavel Abramov (13), Taras Khtei (13), Andrei Egortchev (10)

Stimmen zum Spiel:

Stefan Hübner: „Ich bin sehr traurig über diese knappe Niederlage. Wir haben sehr viel Energie in das Spiel gesteckt, nachdem sehr unglücklich verlorenen dritten Satz. Die eingewechselten Spieler haben sich heute sehr gut eingefügt“.
Stelian Moculescu: „Ich möchte mich bei den Organisatoren bedanken. Es war die beste Weltliga-Organisation 2002. Wir würden gerne wiederkommen. Mir tun die Jungs leid, denn sie sind durch Fehlentscheidungen um den Lohn gebracht worden. Mit einer Energieleistung haben sie sich ins Spiel zurück gebracht“.

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung

Montag. 29. Juli 2002

Masters-Sieg: Pianka/Williams

Beach-Volleyball in Kühlungsborn bei herrlichem Sonnenschein

Kühlungsborn (NNN) Ines Pianka und Tonya Williams (beide Hamm) gewannen am Sonnabend am Strand des Ostseebades Kühlungsborn bei herrlichem Sonnenschein vor toller Kulisse (insgesamt 11 000 Zuschauer) gegen die an Nummer eins gesetzten Helke Claasen und Judith Deister (Dachau/Leverkusen) die Vodafone Masters. An der Seebrücke entschieden sie nach 43 Minuten das Finale des mit 12 000 Euro dotierten Damen-Turnieres in zwei Sätzen (25:23, 21:15) zu ihren Gunsten und nahmen erfolgreich Revanche für die Final-Niederlage im vergangenen Jahr an gleicher Stätte.

Das Kleine Finale entschieden Judith Flemig und Claudia Frank (Leverkusen/Münster) zu ihren Gunsten und erzielten damit ihre beste Platzierung bei einem Vodafone Masters in ihrer Karriere. Sie gewannen gegen die Siegerinnen des Vodafone Masters in Essen, Janine Ast und Peggy Küttner in drei Sätzen (21:11, 16:21, 15:7).

 

Deutschland - Schweriner Volskzeitung

Montag. 29. Juli 2002

Gebürtiger Warener gewinnt in Kühlungsborn

Bei den Damen bezwingen Williams/Pianka die Top-Gesetzten

Kühlungsborn Sven Anton (Düren) und der Weißrusse Sergej Sergeev haben sich den Titel beim Beach-Volleyball Masters in Kühlungsborn gesichert. Im Endspiel bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um die 30 Grad gewannen die Routiniers vor mehr als 2000 Zuschauern auf dem Center-Court gegen die Top-Gesetzten Jörn Ahmann/ Axel Hager (Hamburg) in drei Sätzen. Letztere warten damit seit über drei Jahren auf einen Masters-Sieg

Im neunten Anlauf hat es endlich geklappt

"Endlich ein Sieg, dazu in meiner Heimat, ich bin ja in Waren an der Müritz geboren, und das bei diesem traumhaften Wetter - einfach Wahnsinn. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei. Ich bin total platt, ich hätte nicht gedacht, dass die Kraft noch reicht, aber ich bin überglücklich, dass wir es geschafft haben. Ich habe vorher achtmal in einem Masters-Finale verloren", so der überglückliche Sven Anton, der nach dem Spiel "nur jemanden suchte, der mich jetzt die 700 km nach Hause nach Düren fährt".

Ahmann/Hager konnten froh sein, dass es überhaupt fürs Endspiel langte. Das an Nr. 1 gesetzte Team verlor nämlich sensationell am Sonnabend das Auftaktspiel und musste den schweren Gang über die Verlierer-Runde gehen. Hier allerdings setzten sich die Bronze-Medaillengewinner der Olympischen Spiele von Sydney durch und stießen bis ins Endspiel vor. "Wir waren am Sonnabend nicht gut drauf, dass hat wohl jeder gesehen", stellte Axel Hager nach dem Turnier selbstkritisch fest.

Bei den Damen tags zuvor war die Sache dagegen etwas eindeutiger. Tonya Williams und Ines Pianka (beide Hamm) konnten sich selbst für die Vorjahres-Niederlage beim Beachvolleyball-Masters von Kühlungsborn entschädigen. In einem hochklassigen und spannenden Match besiegten die beiden an Nummer Zwei gesetzten Spielerinnen im Finale ihre Kontrahentinnen Helke Claaßen und Judith Deister mit 25:23 und 21:15. "Es ist total klasse gelaufen. Die beiden besten Teams haben das Endspiel erreicht und den Fans ein fantastisches Match geliefert", so Tonya Williams. "Ich spiele sehr gerne in Kühlungsborn. Die Menschen sind nett, die Stimmung gut und das Wetter traumhaft. Wenn man dann noch gewinnt, ist der Tag perfekt", so Siegerin Ines Pianka.

Sowohl Sergej Sergeev und Sven Anton als auch Ines Pianka und Tonya Williams stehen zwei Turniere vor dem großen Finale Ende August bereits als Endrundenteilnehmer fest. Gespielt wird vom 23. bis 25. August in Timmendorfer Strand, dafür qualifizieren sich die 16 besten Herren- und Damen-Teams. "Vielleicht können wir dort endlich gewinnen, dann ist die Niederlage von heute nicht mehr so schmerzvoll", meinte Jörn Ahmann, der ebenfalls schon das Ticket für Timmendorf in der Tasche hat.

Oliver Schubert

 

Deutschland - Hamburger Morgenpost

Montag. 29. Juli 2002

Beachvolleyballer Ahmann/Hager verpassen Titel

Kühlungsborn (dpa) - Die Olympia-Dritten Jörg Ahmann/Axel Hager (Fellbach/Hamburg) haben nur knapp den Turniersieg beim Masters in Kühlungsborn verpasst. Das routinierte Beach-Duo unterlag im Finale Sven Anton/Sergej Sergeew (Düren/Spandau) mit 1:2-Sätzen (15:21, 21:15, 13:15). Damit warten Ahmann/Hager weiter auf den ersten Turniergewinn seit drei Jahren.

Nach der Bronzemedaille von Sydney hatte Hager vermehrt Schulterprobleme, die ihm die vergangene Saison verdarben. Ihre aufsteigende Form können die Beach-Boys am kommenden Wochenende bei Grand Slam in Klagenfurt unter Beweis stellen.

Den dritten Platz erkämpften bei hochsommerlichen Temperaturen vor 8000 Zuschauern in dem Seebad in Mecklenburg-Vorpommern Julius Brink/Kjell Schneider (Wuppertal/Kiel). Sie siegten über Eugen Bakumowski/Andreas Kaiser (Mendig/Essen) mit 2:0 (21:15, 21:13). Im Halbfinale waren Ahmann/Hager beim 9:12, 12:21 eine Nummer zu groß für die Youngster.

Bei den Frauen holten sich Ines Pianka und Teee Williams den Titel. Mit dem 2:0-Sieg (25:23, 21:15) über Helke Claasen und Judith Deister (Dachau/Leverkusen) konnten sich die Spielerinnen der SSG Hamm über den ersten Turniersieg in dieser Saison freuen. Die ehemalige Hallen-Nationalspielerin Ines Pianka hatte sich im Januar die Achillessehne gerissen.

Beim Weltcup auf Rhodos waren die deutschen Teams vom Pech verfolgt. Stephanie Pohl und Okka Rau (Hamburg) mussten nach zwei Niederlagen in drei Spielen schon in den Gruppenspielen die Segel streichen. Andrea Ahmann und Jana Vollmer (Schmiden) waren zwar zwei Mal erfolgreich, doch ein schlechteres Satzverhältnis war der Grund für ihre frühe Heimreise. Für Rang 17 bekamen beide Duos noch 2520 Dollar Spesen.

In Espinho (Portugal) waren die deutschen Meister Markus Dieckmann/Jonas Reckermann ebenso erfolglos. Auch sie konnten bei dem mit 150 000 Dollar dotierten Weltcup 2520 Dollar verbuchen.

 

Deutschland - Kölner Stadt-Anzeiger

Montag. 29. Juli 2002

„Hände Gottes“ tricksten im heißen Sand

Sommersport höchster Güteklasse gab es am Wochenende an der Kulturfabrik Zikkurat zu sehen.

Mechernich-Firmenich - Während die normalen Zeitgenossen bei den tropischen Temperaturen am Wochenende jede überflüssige Bewegung tunlichst vermieden, tropfte und floss am Zikkurat jede Menge Schweiß in den heißen Sand. Dort waren die Beachhandballer rastlos aktiv. In Firmenich bot sich die letzte Chance, sich für die Endrunde der „Masters-Serie“ zu qualifizieren, in der in acht Tagen in Cuxhaven die deutschen Mannschaftsmeister im Strandhandball ermittelt werden.

Am Zikkurat sollte sich die Spreu vom Weizen trennen. Wie im Vorjahr hatte der Turn- und Sportverein (TuS) Arloff-Kirspenich den Zuschlag des Deutschen Handball-Bundes (DHB) für die Organisation des 20. und letzten Vorrundenturniers bekommen. Mannschaften aus ganz Deutschland - von der Waterkant bis zu den Alpen - bemühten sich um die Fahrkarte nach Cuxhaven. In Firmenich suchten jeweils zwölf Herren- und Frauen-Teams ihre letzte Chance.

„Wir waren schon im April ausgebucht“, berichtete der Handballabteilungsleiter des TuS, Hans-Dieter Schmallenbach. Denn im Schlepptau der Sportart Beach-Volleyball, die es mittlerweile sogar zu olympischen Ehren gebracht hat, erfreut sich auch die Handball-Version auf Sand wachsender Beliebtheit. Dies war auch der Grund für den DHB, 1999 die „Masters-Serie“ zu starten.

Im vergangenen Jahr gab es in Firmenich bei Dauerregen fast ein „Wasserball-Turnier“. Die Protagonisten waren dennoch begeistert vom Ambiente und dem Unterhaltungsprogramm drumherum. Am Wochenende waren auch einige Mannschaften am Start, die sich schon längst für Cuxhaven qualifiziert hatten.

Quasi nur zum Spaß waren auch die amtierenden deutschen Meister bei den Frauen, die „Sandgirls“ aus Recklinghausen, auf der Anlage am Zikkurat im schweißtreibenden Einsatz. Die Mädels waren immerhin mit zwei Bundesliga-Spielerinnen - Birte Tesch von Borussia Dortmund und Nina Sendfeld von Teutonia Riemke - angereist. Es wurde durchweg hochkarätiger Sport geboten, auch wenn einige Teams mit so abenteuerlichen Namen wie „Hände Gottes“, „Wurzelpeter“ oder „Bollerwagen“ an den Start gingen. Es ist schon anstrengend, sich über den Sand zu quälen anstatt mit festem Boden unter den Füßen Handball zu spielen. Die vier Mannschaften, die es in die Finals der Herren beziehungsweise Damen gebracht hatten, hatten schon ihr achtes Match à 20 Minuten reiner Spielzeit in den Knochen. Wobei beim Beachhandball Spielwitz, Akrobatik und Schnelligkeit noch gefragtere Tugenden sind als auf dem Hallenparkett.

Die beiden Gewinnermannschaften, die nun nach Cuxhaven reisen dürfen, waren gestern bei Redaktionsschluss noch nicht ermittelt. Am Samstag und am Sonntag wurde bis in die Abendstunden auf der Beach-Anlage an der Kulturfabrik in Vor-, Zwischen- und Endrunde um den Sieg gekämpft. Den Lokalmatadoren hatte Schmallenbach allerdings schon am Samstag keine Chancen eingeräumt.

„Motzpuppe“

Selbst für die Mädchen des TuS Arloff-Kirspenich, die immerhin in der Landesliga spielen und mit den „Beachgirls“ des TuS Kreuzweingarten-Rheder die Fahnen des Kreises Euskirchen hochhielten, war die Konkurrenz zu stark.

Dafür konnten die jungen Damen aus Arloff-Kirspenich aber mit einem anderen Superlativ glänzen: Sie hatten nach einem gemeinsamen Spanien-Ausflug die jeweils hervorstechendsten Wesensmerkmale als Namenszug auf die Trikots drucken lassen. Mit einer „Motzpuppe“, einer „Zappelpuppe“ oder gar einer „Saufpuppe“ ging sonst kein Team an den Start.

Joachim Sprothen

 

Deutschland - Westdeutsche Zeitung

Montag. 29. Juli 2002

Rhein-Halle: Gute Noten für Olympia-Bewerbung

Düsseldorf. Beim Gastspiel der Volleyball-Weltliga präsentierten sich auch zahlreiche Sportvereine den rund 5000 Zuschauern.

Ob Fortuna mit Torwandschießen, HSG mit Wurfspielen, Borussia mit einem Tischtennis-Roboter, DEG mit Info-Mobil oder die ART-Bulldogs mit Streetbasketball. Über ein Dutzend Klubs präsentierten sich an zwei Tagen in der RheinHalle im Rahmen der Volleyball-Weltliga.

Dazu gab es brasilianische Samba-Rhythmen und als optische Untermalung die Cheerleader der Pyromaniacs. Ihren ersten Olympia-Test hat die Messehalle 6 jedenfalls bestanden. Rund 5000 Zuschauer sorgten dafür, dass die beiden Volleyball-Länderspiele zwischen Deutschland und Russland (siehe auch Sport Seite 10) einen ansprechenden Rahmen bekamen.

Stadtsportbund und die Düsseldorf-Rhein-Ruhr-GmbH 2012 hatten für einen reibungslosen Ablauf gesorgt und gezeigt, dass diese Sportart auch in einer Volleyball-Diaspora wie Düsseldorf mit Begeisterung angenommen wird. Aber die Volleyball-Karawane zieht weiter. Am 3. und 4. August ist Leipzig als einer der Mitbewerber um die Olympischen Spiele 2012 Austragungsort der abschließenden Weltliga-Serie.

Trotz allem gab es auch leichte Kritik. "So eine Arena muss man auf jeden Fall enger machen, die Tribünen waren zu flach und viel zu weit weg", sagte Bundestrainer Stelian Moculescu, der aber ansonsten voll des Lobes war. "Hier haben wir den besten Weltliga-Empfang bekommen, den wir je hatten."

Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, hatte zuvor Bedenken, zumal es die erste Veranstaltung dieser Art in der Landeshauptstadt war und diese sehr schnell auf die Beine gestellt werden musste: "Das Ergebnis war exzellent. Nach der Damen-WM in Deutschland werden wir schauen, wie wir noch mehr Volleyball in Düsseldorf platzieren können; auch ein Bundesliga-Verein ist denkbar." Oberbürgermeister Joachim Erwin: "Diese Sache wollen wir auf jeden Fall wiederholen. Es war richtig, dass wir Volleyball in Verbindung mit anderen Sportarten verkauft haben. Nur so geht es."

Rainer Wallasch und Matthias Goergens

 

Deutschland - Thüringer Allgemeine

Montag. 29. Juli 2002

Heiße Tänze am Netz

ROSSLEBEN. Beachvolleyball hat zurzeit nicht nur an den Stränden Floridas oder den spanischen Urlaubsparadiesen Hochkonjunktur. Auch in Thüringen ist das nach den jüngsten Regeländerungen rasant schnell gewordene Ballspiel inzwischen zu einem echten Renner in der Schwimmbadsaison geworden. Im Freibad Roßleben, wo der Schwimmmeister mal wieder einen Vertrag mit dem Wettergott geschlossen hatte, fighteten am Samstag 24 Teams aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und sogar Sachsen über neun Stunden lang um die Turnierkrone und Preise.

Die Titelverteidiger - Ex-HFC-Fußballspieler Matthias Nelde aus Bottendorf und Arterns HV-90-Handballer Carsten Eube - sahen sich diesmal unglaublich starker Konkurrenz und Leistungsdichte gegenüber. Sie waren knapp in der Vorrunde gescheitert. Allein sechs Anwärter mit 4:2 Punkten stritten sich nach der packenden Vorrunde auf den 64 Quadratmeter großen Turnierfeldern und den Einzug ins Viertelfinale, zu dem sich neben sechs Gruppenersten jeweils noch die punktmäßig zwei besten Gruppenzweiten platzierten. 

"Die vierte Turnier-Auflage zeigte eine unheimliche Leistungsdichte, nachdem das erste Turnier hier mehr oder weniger Volkssportcharakter trug", charakterisierte Veranstalter Detlef Jahn, seines Zeichens Vorsitzender des Volleyball-clubs Roßleben, die qualitative Steigerung. "Im Gegensatz zum normalen Volleyball gibt es bei jeweils zwei Spielern pro Team mehr Platz. Von daher ist das Geheimnis des Erfolges, die Bälle möglichst genau zu platzieren", so Volleyballexperte Detlef Jahn. Er selbst agierte als Spielbeobachter und attestierte den Teams aus Bad Frankenhausen, Kölleda, Bacha, Saubach, Bucha sowie Roßleben und Umgebung hervorragende Motivation.

Die weiteste Anreise hatten diesmal der aus Roßleben stammenden Dresdner Jürgen König und Bruder, die das Turnier vor zwei Jahren schon einsam gewonnen und im letzten Jahr Platz zwei belegt hatten. In diesem Jahr kletterten allerdings andere Teams aufs Treppchen. Den Sieg, der mit dem Gewinn eines von der Kyffhäusersparkasse gesponserten Pokals verbunden war, sicherte sich das Duo Bärhold/Schmidt aus Kölleda, gefolgt vom Team Schauseil/Köhler (Bacha/Wiehe) sowie zwei völlig punktgleichen Drittplatzierten, den Teams Grützmann/Mindelt (Roßleben) und Hippe/Thiemar (Wiehe). Zwischendurch hatten sich die Aktiven bei brütender Hitze einen Sprung ins kühle Nass gegönnt. In altbewährter Weise für die medizinische Absicherung sorgten fleißige Helfer der DRK-Ortsgruppe Roßleben, von hier aus wurde auch ein tolles Imbissangebot offeriert. 

Die ersten acht Teams, hierzu wurden die Startgelder verwendet, freuten sich über jeweils eine gute Flasche Sekt. Der Getränkehandel Rausch hatte außerdem ein Fass Freibier sowie Trucks für zahlende Besucher spendiert. Weitere Sponsoren waren nach Angaben des Freibades der REWE-Markt Scharmann, der Chemiehandel/Schwimmbadservice Winterstein sowie die Kegelbahn-Betreiber, die Gutscheine für jeweils zwei Stunden Kegeln auf zwei Bahnen spendierte. Zur Eröffnung am Vormittag hatte sich Bürgermeister Rainer Heuchel (SPD) ein persönliches Erscheinen nicht nehmen lassen und allen Teilnehmern sportlichen Erfolg gewünscht.

 

Deutschland - Die Tageszeitung

Montag. 29. Juli 2002

Christian Zeyfang: Nationaltrainer im Nebenjob

Der 6. September könnte ein großer Tag für Christian Zeyfang (35) werden. Denn an diesem Tag beginnt die Zwischenrunde der Volleyball-Weltmeisterschaft der Damen.

Zeyfang ist Kotrainer der deutschen Damenauswahl und er ist Bremer - wenngleich nicht gebürtig. Mit zehn Jahren kam er an die Weser und hierher kehrte er nach dem Studium und diversen Trainerjobs wieder zurück, um am Schulzentrum Lerchenstraße in Vegesack Musik und Sport zu unterrichten.

Nach vier Jahren Spielerfahrung mit eher bescheidenen Erfolgen tauschte er das Trikot des Spielers gegen das des Trainers - und hatte richtigen Erfolg, zunächst als Jugendtrainer der Volleyballgemeinschaft Bremen Ost. Mit dem SC Weyhe qualifizierte er sich dann drei Mal für die Meisterschaft.

Beim Bundesligisten SCU Emlichheim (zwischen Münster und Osnabrück) gab es einen kleinen Knick, der Verein kündigte ihm den Vertrag. Doch gleichzeitig hatte er während seines Referendariats festgestellt, dass er, der "nicht nur ein Sportler, sondern auch ein verkappter Musiker ist" (Zeyfang über Zeyfang), seine Berufung in der Schule gefunden hat. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem er sich für die solidere Lehrerlaufbahn entschieden hatte, fiel dann seine Nominierung zum nebenamtlichen Kotrainer der deutschen Damenmannschaft.

Sollten die deutschen Volleyballerinnen nun als Gruppenerste aus der Vorrunde hervorgehen, dann könnte Zeyfang sein Team in seiner Wahlheimatstadt zum Aufschlag begrüßen.

vvo

 

Deutschland - Saarbrücker Zeitung

Montag. 29. Juli 2002

Der unvergleichliche Spaßfaktor

Beachvolleyball-Nachtturnier in Schwalbach- Griesborn

Griesborn (ros). Samstag, fünf Uhr morgens auf der Beachvolleyball-Anlage des TV Griesborn. Während "normale" Menschen schlummern, steppen auf den Spielfeldern am Turnerheim noch immer die Sandwürmer. Doch die Blicke der Spielerinnen und Spieler wirken müde, die Lider sind schwer. Hinter den Teilnehmern des 2. Griesborner Nachtturniers, veranstaltet von der SG Schwarzenholz-Griesborn, liegen zahlreiche Matches, spannende Fights, Siege und Niederlagen. Neun Stunden Volleyball auf Sand und das zur besten Schlafenszeit. Jetzt endlich, es dämmert schon, naht die Entscheidung. Das Herrenfinale läuft. Die Flutlichtanlage lässt Platz eins taghell erstrahlen. Die letzten Netzattacken, die letzten Hechtbagger - der neue Titelträger steht fest. Am Ende siegt das Duo Borowsky/Groß gegen die Vorjahressieger Riehm/Klein.

Der erste Platz bei diesem Wettbewerb ist eigentlich Nebensache. Gaudi und Party stehen deutlich im Mittelpunkt. So gönnt man sich in den langen Pausen zwischen den Spielen auch mal ein kühles Weizenbier. Was soll's? Nach dem letzten verwandelten Matchball ist der Volleyball-Marathon vorbei. Endlich. Kurz vor sechs wollen jetzt alle nur noch heim.

Neun Stunden zuvor: 54 Damen-, Herren- und Mixed-Teams haben sich auf der Drei-Court-Anlage eingefunden. Nur wenige Minuten vor dem Anpfiff des ersten Spiels flattern Werner Schmidt noch Anmeldungen auf den Tisch. "Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet. Hoffentlich reichen die Spielberichtsbögen", kommentiert der Turnierleiter. Gegenüber dem ersten Jahr habe sich die Zahl der Meldungen mehr als verdoppelt. "Einfach irre. Ich muss die Spieldauer von 21 auf 15 Punkte verkürzen. Sonst würden wir morgen Mittag noch spielen", so Schmidt.

20 Uhr. Der Startschuss fällt. Die Temperaturen liegen bei 20 Grad. Viele nackte Füße durchpflügen den kühlen, sandigen Boden. 23 Uhr: Die Siegerinnen in der Damenkonkurrenz stehen fest - nur neun Mannschaften waren im Wettbewerb. Elke Stolz und Tanja Braun holen sich den Titel. Ein Favoritensieg. Im Mixed und bei den Herren geht es munter weiter. Die Zeit bis zum nächsten Einsatz nutzen die Sportler als kleine Essenspause. "Beachen" macht Kohldampf. So überrascht der große Zulauf nicht nur die Turnierleitung. Dem Ansturm von 150 hungrigen Beachjüngern ist die kulinarische Abteilung nicht gewachsen. Kurz nach 24 Uhr ist die letzte Wurst in Volleyballermund. 

"Ich fühle mich wie ein lebendiger Käseknacker", sagt TVG-Vorsitzender Roman Hirtz zufrieden und verlässt seinen Platz hinterm Grill. 90 Minuten später muss auch Andreas Fontaine kapitulieren. "Die haben mich leer gefuttert. 160 Beach-Burger, dazu Rigatoni und Salate - alles weg",ruft der Wirt des Turnerheims. Bier ist zum Glück genug da. 1.30 Uhr - das Turnier kann weitergehen. Dass sich dieser im Saarland einzigartige Wettbewerb auch über die Landesgrenzen bekannt gemacht hat, beweist die Teilnahme von Lars Perrefort und Christian Agsten. 400 Kilometer Reisestrecke haben die Münsteraner in Kauf genommen, um mitzumachen. 

Hier sei nachts mehr los als bei vielen anderen Turnieren am Tag, so der 26-Jährige Perrefort. Offiziell werden später 200 Aktive und Zuschauer gezählt. 4 Uhr: Die Halbfinales in der Mixed-Konkurrenz beginnen. 4.30 Uhr, im Finale setzen sich Wilhelm/Töttel gegen Ruppenthal/Rheinshausen durch. 5.30 Uhr, nach dem Herrenfinale sind alle müde, aber froh.

 

Deutschland - Neue Ruhr Zeitung

Montag. 29. Juli 2002

"Wir sind auf Augenhöhe mit den anderen Mannschaften"

Gegen Russland kassierte das Team von Trainer Moculscu zwei knappe Niederlagen. Kapitän Hübner: "Es ist ärgerlich, wenn man so gut spielt und trotzdem verliert."

"Im letzten Jahr", resümierte Stefan Hübner, Kapitän der Deutschen Volleyball-Nationalmannschaft, "waren wir an an einen guten Tag mit den anderen Teams auf Augenhöhe. In dieser Saison sind wir immer auf Augenhöhe. Und wenn wir einen guten Tag haben, dann gewinnen wir auch unsere Spiele."

Bei den Weltliga-Duellen, die am Wochenende in der Rheinhalle gegen Russland über die Bühne gingen, bewies das Team von Trainer Stelian Moculescu dies eindrucksvoll. Auch wenn die Deutschen scheinbar keine guten Tage hatten. Am Samstag gab es eine 1:3 (13:25, 26:28, 25:18, 33:35)-Niederlage, gestern unterlag die Deutsche Mannschaft erst im Tie-Break: 2:3 (18:25, 26:24, 22:25, 25:13, 15:17) stand es nach spannenden fünf Sätzen.

"Es ist traurig, wenn man so gut spielt und trotzdem verliert. Das macht den Frust nur noch härter", meinte der enttäuschte Stefan Hübner.

Trainer Moculescu schob die Schuld dagegen auf die Schiedsrichter: "Es ist schwer, wenn man nicht nur gegen sechs Russen spielt, sondern auch noch gegen die Unparteiischen." Grund der Aufregung waren drei "fragwürdige" Entscheidungen im dritten Satz. Deutschland führte mit 14:12, als der Rumäne sich dreimal "verpfiffen" fühlte. Moculescu regte sich auf und sah die Gelbe Karte: Zusatzpunkt für Russland! "Das war der Knackpunkt", so Moculescu. Trotzdem war der Coach stolz: "Eindrucksvoll, wie das Team das verarbeitet hat. Mit viel Energie hat es sich herangekämpft und stark gespielt."

Am Ende fehlte aber das nötige Glück, um die russische Mannschaft, die viele junge Spieler testete, in die Knie zu zwingen. Zum Glück der Zuschauer. Die (offiziell) 2300 Fans würdigten die Leistung der Deutschen mit "Standing Ovations" im letzten Satz.

Am Samstag sorgten sogar 3100 Zuschauer für tolle Stimmung in der Messehalle 6. Und auch sie bekamen einiges geboten. Im entscheidenen vierten Satz vergaben die Deutschen drei gute Chancen und verloren zum Schluss unglücklich 33:35.

"Ein großes Lob für die Deutschen", zollte Russlands Trainer Boris Kolcins dem Kontrahenten Respekt.

Piet Keusen

 

Deutschland - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Montag. 29. Juli 2002

DVV-Frauen erstmals in Finalrunde vorgestoßen

28. Juli 2002 Tiefstapeln ist nicht die Sache des Werner Graf von Moltke. Der ehemalige Zehnkämpfer, mittlerweile Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), erschrickt zuweilen allzu brave Sportler und Funktionäre im bislang eher biederen DVV mit markigen Sprüchen und unbescheidenen Forderungen.

Schon das für die Weltmeisterschaft im eigenen Land (vom 30. August bis 15. September) formulierte Ziel, „in die Endrunde nach Berlin“ kommen zu wollen, schien manchen angesichts einer schwierigen Vorrundengruppe (Italien, Japan, Tschechien, Bulgarien und Mexiko) und der Klasse anderer Etablierter wie Russland oder China reichlich gewagt.

Jetzt hat der Graf sogar nachgelegt: „Ich denke, dass wir bei der WM weiter vorn landen können, als bisher geplant.“ Auslöser des Stimmungsaufschwungs: die deutschen Erfolge beim Grand Prix in Asien. Dort hat das Nationalteam völlig überraschend die Endrunde vom 1. bis 4. August in Hongkong erreicht.

„Gegner haben endlich Respekt vor uns“

Davon war im Vorfeld nicht auszugehen. Drei Siege hatte Bundestrainer Hee Wan Lee als Minimalziel ausgegeben, das wären genau zwei mehr gewesen als bei der enttäuschenden Teilnahme im Vorjahr. Drei Siege hatte das Team des Koreaners bereits nach den ersten beiden von drei Vorrundenturnieren geschafft, alles weitere sollte Zugabe sein.

Und was für eine. Beim letzten Dreierturnier in Macau gab es zwar zunächst ein 0:3 gegen China, doch in den einzelnen Sätzen (23:25, 24:26, 21:25) forderten die deutschen Damen den Vizeweltmeister voll und ganz. Der Trend bestätigte sich gegen Brasilien: Das 3:2 (23:25, 25:23, 25:20, 12:25, 15:13) war innerhalb eines Monats bereits der vierte Sieg im fünften Spiel gegen den olympischen Bronzemedaillengewinner von Sydney 2000.

Es folgten das ebenso ungefährdete wie erwartete 3:0 (25:19, 25:20, 25:18) gegen Thailand und Lees fast euphorische Einschätzung: „Deutschland spielt im Weltvolleyball wieder eine Rolle, die Gegner haben endlich Respekt vor uns.“

Ohne vier Stars in Fernost

Respekt flößen derzeit Athletinnen aus allen Spielbereichen ein - und das, obwohl mit Tanja Hart (Zuspiel), Christina Schultz (Mittelblock) und Hanka Pachale (Außenangriff und Annahme) drei der besten gar nicht dabei sind.

Zumindest in den Fällen Pachale und Schultz bleibt der WM-Einsatz auch weiterhin höchst fraglich, Topstar Susanne Lahme (Mittelblock) hatte bereits vor einem Jahr ihren Verzicht zu Gunsten ihrer Beachvolleyballkarriere erklärt.

Vorn in den Bestenlisten

Das Kuriose: Die routinierten Volleyballerinnen werden in Fernost bislang kaum vermisst. Ihre Kolleginnen überzeugen durch die Bank, auch jene, die von der Bank kommen wie Mittelblockerin Birgit Thumm. Zahlreiche Deutsche sind in den Bestenlisten vertreten, die der Weltverband FIVB akribisch nach jedem Spiel aktualisiert.

In den verschiedensten Kategorien überzeugen Hee Wan Lees Schützlinge: ob Zuspielerin und Spielführerin Beatrice Dömeland, Mittelblockerin Olessya Kulakowa, Annahmespezialisten Sylvia Roll oder allen voran Angelina Grün. Die 22-Jährige, auch in der italienischen Eliteliga stets vorn platziert, glänzt bis dato als beste Angreiferin des Grand Prix.

Guter Teamgeist

Das alles zeigt, dass das Team auch in der Breite qualitativ gut besetzt ist. Und über einen guten Teamgeist verfügt. „Wir halten wirklich gut zusammen“, sagt Angelina Grün, der Ähnliches als WM-Debütantin 1998 in Japan noch gefehlt hat.

Bevor sie als Gastgeberinnen bei der Weltmeisterschaft besser als damals (13. Platz) abschneiden wollen, steht aber noch die Grand-Prix-Finalrunde an. Auch wenn sich die Spielerinnen schon jetzt über satte Prämien freuen dürfen - weitere Erfolge in Hongkong locken, denn sie würden noch mehr Geld in die Mannschaftskasse bringen.

Stolze Prämien für deutsche Damen

Nach Abzug aller Kosten für die Asien-Reise in Höhe von 55.000 Dollar bliebe eben diese Summe noch einmal übrig, sollte Deutschland Gesamtvierter werden. Dafür gäbe es nämlich 40.000 Dollar Preisgeld, stolze 200.000 Dollar kassiert der Gesamtsieger.

Sollte dieser Betrag eingespielt werden, würde der Überschuss an die Spielerinnen gehen. „Sie bekommen das ganze Geld“, so von Moltke. „Das haben sie sich nach dieser Traumleistung verdient, Schluss, Feierabend.“

Auch das will der resolute DVV-Präsident als „richtiges Signal für die WM“ verstanden wissen.

Christian Müller

 

Deutschland - Volleyball Online

Montag. 29. Juli 2002

Hofmann/Walz und Lammers/Späth Badische Meister 2002

(src) Die an 14 gesetzten Durmersheimer Patrick Hofmann und Thorsten Walz spielten bei den Badischen Beachvolleyball-Meisterschaften auf dem Karlsruher Marktplatz groß auf und konnten den ersten Höhepunkt ihrer Beachlaufbahn erreichen. Gegen die an Nummer 2 gesetzten Freiburger Knut Winter und Wolfgang Beck gewannen sie im Finale mit 2:0 (23:21,21:16).

Dabei war bereits der Halbfinalsieg von Hofmann/Walz gegen die an Nummer 1 gesetzten Lintner-Brüder (TUS Durmersheim) eine Sensation, konnten Hofmann/Walz doch noch nie in ihrer Laufbahn gegen Philipp und Christoph Lintner gewinnen. Vor 1000 begeisternden Zuschauern bei hochsommerlichen Temperaturen wuchsen die Außenseiter jedoch über sich hinaus und überwanden beim 2:1 (14:16,15:13,15:9) den ansonsten sicheren Block von Christoph Lintner ein ums andere Mal.

Im Finale machten Hofmann/Walz schließlich die 1:2-Niederlage vom Viertelfinalspiel gegen die "Altmeister" Beck/Winter wett und gewannen überglücklich den Titel des Badischen Beachvolleyball-Meisters.
Auch bei den Damen hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Das von Stefan Bräuer erfolgreich betreute Auswahlteam Stefanie Lammers und Rebecca Späth vom SV Sinsheim zog ungeschlagen ins Finale ein und triumphierte am Ende mit 2:1 (21:16, 12:21,15:13) gegen die an Nummer 1 gesetzten und bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Bettina Köstler und Wiltrud Baier aus Konstanz/Freiburg. 

Dabei sah es nach einem kurzen Schwächeanfall von Stefanie Lammers vor dem dritten Satz schon nach einem kampflosen Sieg der Südbadener aus, doch Lammers nutzte die Pause zur Regeneration und Rebecca Späth erzielte mit druckvollen Angriffschlägen aus der Mitte schließlich die entscheidenden Punkte zum letztlich verdienten Sieg der Nachwuchsspielerinnen.

 

Deutschland - www.beach-volleyball.de 

Montag. 29. Juli 2002

Anton/Sergeev triumphieren in Kühlungsborn

Als wenn das Masters von Kühlungsborn nicht schon genug Überraschungen zu bieten gehabt hätte, doch jetzt ist es passiert: Sven Anton und Sergej Sergeev haben sich den Titel geschnappt. In einem kampfbetonten Finale besiegte die Düren-Berliner Connection Sven Anton und Sergej Sergeev die Bronzemedaillengewinner von Sydney Jörg Ahmann und Axel Hager mit 2:1 (21:15,15:21,15:13 ). 

Für das Team Anton/Sergeev war der Sieg beim Masters von Kühlungsborn 2002 der erste gemeinsame Masterstitel überhaupt. Ganz im Gegensatz zu Antons Partner Sergev Sergeev, der an selber Stelle mit seinem Ex-Partner Falk Zimmermann schon 2000 den Titel nebst einigen anderen hamstern konnte, war es für Sven Anton der erste Titelgewinn überhaupt. Bisher hatte es der weiße Riese noch an der Seite von Pomerenke auf insgesamt sieben Finalteilnahmen gebracht, die alle verloren gingen.

Auch für Jörg Ahmann und Axel Hager solltte eigentlich am malerischen Ostseestrand in Kühlungsborn die Durststrecke von Mastersfinalniederlagen zu Ende gehen, denn immerhin warten die beiden seit dem Masters von Essen 1999 auf einen Finalsieg, doch leider sollte sich das nicht erfüllen.

Im kleinen Finale im Duelle der Nachwuchshoffnungen unterlagen Eugen Bakumovski und Andreas Kaiser dem Team Julius Brink und Kjell Schneider mit 0:2 (15:21, 13:21).

 

Deutschland - Renault Beach-Cup_News

Montag. 29. Juli 2002

Blöcker/Wand erneut Nummer eins!

Gekämpft bis zuletzt: Andörfer/Merten siegen bei den Männern!

Ergebnisse der Frauen: 1. Platz: Blöcker/Wand, 2. Platz: Flemig/Semmler, 3. Platz: Amendolara/Götz
Männer: 1. Platz: Andörfer/Merten, 2. Platz: Krug/Urbatzka, 3. Platz: Bakumovski/Melzer

Ok – in Bremerhaven bewahrheitet sich, was den Norddeutschen ja generell nachgesagt wird: es dauert einfach ein bisschen, bis sie auftauen. Aber wenn, dann richtig! So geschehen heute beim Finaltag des Renault Beach Cup Bremerhaven. Während der Zuschauerzuspruch in den letzten beiden Tagen noch ein bisschen zu wünschen übrig gelassen hatte und sich das Publikum von der Beach-Stimmung noch nicht so richtig mitreissen lassen wollte, drehten die Bremerhavener heute voll auf. Bei über dreissig Grad waren die Tribünen vollbesetzt und die Stimmung erstklassig.

Bei den hochspannenden Ballwechseln wurde eifrig mitgefiebert und jeder Punkt mit begeistertem Applaus honoriert. Es war aber auch toll, was die Sportler heute zu bieten hatten. Im Finale der Frauen traf das Nachwuchsteam Flemig/Semmler auf die Favoritinnen Blöcker/Wand. Bei glühender Hitze lieferten die beiden Frauenteams ein sensationell spannendes und sehr ausgeglichenes Spiel. Am Ende siegte die routinierte Hand von Blöcker/Wand in zwei Sätzen mit 21:11 und 21:18. Auf Platz drei landeten Karina Amendolara und Margot Götz. Sie setzten sich mit 21:19 und 21:15 gegen Breuer/Busch durch. Die Münchnerinnen Paul/Stöwe belegten Platz fünf.

Noch mehr Hitze, noch mehr Zuschauer und eine nicht abreissende Begeisterung der Zuschauer gab es beim Finale der Männer. Das Team Andörfer/Merten, das sich erst mitten in dieser Saison zusammen getan hatte, trat gegen die an zwei gesetzten Krug/Urbatzka an. Im ersten Satz konnten sich Matthias Merten und der für einen Beach-Volleyballer verhältnismässig kleine Rene Andörfer mit 21:9 klar durchsetzen. Im zweiten Satz mobilisierten Daniel Krug und Mischa Urbatzka noch einmal alle noch vorhandenen Kräfte.

Als besonders effektiv im Kampf um den zweiten Satz, stellten sich Daniel Krugs Longline Schmetterbälle heraus: Mit 21:17 setzten Krug/Urbatzka den Ausgleich. Im dritten und alles entscheidenden Satz holten Krug/Urbatzka kleinere Punkterückstände immer wieder auf. Beim 12:14 und dem ersten Matchball allerdings, schienen Andörfer/Merten das Match schon in der Tasche zu haben – die Netzberührung beim Schmetterball von Rene Andörfer verhinderte allerdings vorläufig noch den Sieg. 

Aus Ärger über den eigenen Fehler, schmetterte Andörfer einen Punkt später sogar noch den Ball ins Netz, was ihm eine gelbe Karte des Schiedsrichters einbrachte. Aber dann klappte es: beim Stand von 14:13 gelang Andörfer/Merten der Turniersieg durch einen Schmetterball von Rene Andörfer.

Erschöpfung und Glück war den beiden Siegern ins Gesicht geschrieben. Das bestätigten sie auch beim anschließenden Interview: „Ganz toll, wir freuen uns total, aber wir sind vollkommen fertig.“ Kein Wunder, die beiden Helden des Tages mussten sich schließlich von ganz unten nach ganz oben kämpfen – sie bestritten am Freitag bereits die Qualifikation und mussten sich nach einem verlorenen Spiel gestern den ganzen Weg durch die Losers Round zurückerobern. Ein verdienter Sieg also und ein toller Tag für die Zuschauer.

 © 1999-2002 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel