News

Dienstag, 30. Juli 2002 

"Volleyball-Internat auch für Hamburg ein Thema"
Zwei Tickets für die Weltliga-Endrunde zu vergeben
Drei Celler bei der Volleyball-WM aktiv
Nationalheldinnen, Vaterlandsverräter, Schlappschwänze
Die Großen haben gern im City-Sandkasten gespielt
Ein ganz neues Image
55 000 Euro Lohn für erfolgreiche Volleyballerinnen
A-Jugend: Um letzte DM-Plätze
"US-Beacher" holen zwei Weltserien-Titel
Masters in Kühlungsborn - Der Rückblick
Grand Prix 2002: Grün und Tzscherlich ausgezeichnet   
Bernhard März wird Team-Manager der RR Vilsbiburg

Juli 2002

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        

 

Juni 2002

Mo Di Mi Do Fr Sa So
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Zum Medien-Überblick

 

Hamburg - HH 1 / Smash-News

Dienstag. 30. Juli 2002

"Volleyball-Internat auch für Hamburg ein Thema"

Im gestrigen Sport-Magazin „Rasant“ des Fernsehsenders HH 1 waren der Bundestrainer der weiblichen Jugend, Jens Tietböhl, und sein Co-Trainer Helmut von Soosten, der auch Trainer der Zweitliga-Damen des CVJM Hamburg ist, zu Gast. Hier folgt eine Abschrift des Gesprächs über Acht-Nationen-Turnier, Jugendleistungsförderung und Olympia in Hamburg.

Alexander Schmidt (Moderator): Jetzt geht es weiter mit dem Thema Volleyball und da darf ich erst einmal den Volleyball-Bundesjugendtrainer der Damen Jens Tietböhl begrüßen und dann auch gleich seinen Stellvertreter Helmut von Soosten hier aus Hamburg, der sonst beim CVJM tätig ist. Guten Abend erst einmal. Das Acht-Nationen-Turnier steht in dieser Woche an. Was genau hat es damit auf sich ?
Tietböhl: Das ist ein Turnier, bei dem sich die besten Mannschaften Westeuropas treffen, das erste Aufeinandertreffen der 15- und 16-jährigen Volleyballerinnen. Das Turnier wird in Schwarzenbek stattfinden, und es sind dabei die Länder Schweden, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Niederlande und Deutschland.

Schmidt: Ist schon ein kleines Highlight, das kommt ja nur alle paar Jahre hier nach Deutschland, nicht ?
Tietböhl: Das Turnier findet alle zwei Jahre statt. Und wir sind froh, dass Schwarzenbek das ausrichtet, eine sehr rührige Stadt an der Grenze zu Hamburg. Wir freuen uns auf diese Wettkämpfe und denken, dass die Schwarzenbeker das gut annehmen werden.

Schmidt: Wie kann man sich das vorstellen, ist das so eine Art inoffizielle Europameisterschaft ?
Von Soosten: Das ist der erste Vergleich für diese Mannschaft, die haben dafür jetzt ein Jahr trainiert. Und versuchen jetzt erst einmal, die anderen Mannschaften kennen zu lernen und eine erste Standortbestimmung zu machen.

Schmidt: Für uns ist das ja ganz interessant in Hamburg, weil wir diese Olympia-Bewerbung laufen haben. Das wären ja auch alles potentielle Spielerinnen, die 2012 dabei sein könnten.
Tietböhl: Ja, die Mädchen sind jetzt 16 Jahre alt, 2012 sind sie dann 26. Das ist das beste Volleyballalter und wir hoffen, dass das eine oder andere Mädchen aus unserer Mannschaft vielleicht dann 2012 angreifen kann.

Schmidt: Wie sieht es denn eigentlich aus mit dem Nachwuchs ?
Von Soosten: Wir haben aktuell jetzt Margarethe Kozuch vom CVJM, die in der 2. Bundesliga spielt mit 15 Jahren, ist auch Kapitänin der Jugendnationalmannschaft und wird in zukunft auch einmal die Woche beim TVF Phoenix Hamburg mittrainieren, also schon eine Erstliga-Anbindung haben. Das ist ein Talent, das die Möglichkeiten hat.

Schmidt: Aber ansonsten, wenn man das so im bundesweiten Vergleich sieht, ist das hier in Hamburg ein bisschen mau. Da muss ja der Bundestrainer eigentlich sagen, da könnte die Stadt ein bisschen mehr tun.
Tietböhl: Naja, das ist schon ein Problem. Wir haben immer gute Einzelspielerinnen aus Hamburg im Nachwuchsbereich gehabt. Dass sich aber mehrere Talente aus Hamburg für die Nationalmannschaft anbieten, gibt es halt nicht. Wir haben viele Zentren, wir haben Bundesstützpunkte in Berlin, Schwerin, Dresden, in Münster. Aber in Hamburg halt nur Einzelspielerinnen, aber nicht so die große Masse, wie wir uns das wünschen würden.

Schmidt: Woher kommt das, wir sind doch eigentlich eine Volleyball-Hochburg in Hamburg. Ich meine, wir haben über 10.000 aktive Volleyballer in Hamburg, einen Bundesligaverein. Wieso wird da nicht mehr gemacht ?
Von Soosten: Das ist auch hier eine Frage des Geldes. Wir reden von täglichem Training die Woche, also Montags bis Freitags zwei Stunden. Momentan haben wir Talente aus Oldesloe bis Harburg, aus Norderstedt. Die fahren eine Stunde, zwei bis zweieinhalb Stunden Training und dann eine Stunde zurück. Das ist im Moment noch ehrenamtlich. Im Vergleich zu Berlin z.B.: die haben vier Sichtungstrainer, die hauptamtlich arbeiten und wir arbeiten sozusagen nach Feierabend. Es gibt genügend engagierte Jugendtrainer, aber wir brauchen einfach bezahlte hauptamtliche Kräfte, Feierabend-Volleyballtrainer reichen nicht mehr aus.

Schmidt: Dass wir ein bißchen mehr Nachwuchs gebrauchen könnten, das haben wir mal überprüft, nämlich am Beispiel des TVF Phoenix Hamburg. Mein Kollege Dennis Dietzel hat sich die Mannschaft ein bisschen angeschaut.

Einspielung: „Grenzenloser Jubel beim TVF Phoenix Hamburg. Die Schützlinge von Trainer Knut Rettig spielten die Saison ihres Lebens. Als Wiederaufsteiger schafften sie den Sprung in die PlayOffs. Erst im Viertelfinale gegen den USC Münster war Endstation. Es war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Das Image einer Fahrstuhlmannschaft haben sie damit abgelegt. Doch wirft man einen Blick auf den Spielerkader, dann wird schnell deutlich, dass der Erfolg nur mit Hilfe ausländischer Spieler möglich war. Von zwölf baggerten und pritschten acht Volleyballerinnen aus verschiedenen Nationalitäten in der vergangenen Serie mit. 
Von der 1. Bundesliga der Damen nun zu den Herren. Dort findet man aus Hamburg kein Team in Liga 1, erst in der 2. Bundesliga den Eimsbüttler TV. Seit neun Jahren spielt der Verein dort. Das Team besteht aus vielen talentierten deutschen Nachwuchsspielern. Trotzdem bleibt die Frage, ob der deutsche Nachwuchs sportlich nicht ausreichend gefördert wird, so dass Spitzenvolleyball in Liga 1 nur mit ausländischer Hilfe möglich ist. Siehe das Beispiel TVF Phoenix Hamburg.“

Schmidt: Tja, wenn man das sieht, normalerweise müsste man da noch mehr machen, nicht ?
Von Soosten: Also, ich glaube, dass wir jetzt nach fünf, sechs Jahren Leistungsförderung mit annähernd täglichem Training, das hat sich in den Jahren aufgebaut von 3-mal die Woche, 4-mal die Woche auf 5-mal die Woche in diesem Jahr, ein sehr gutes Potential an Spielerinnen da haben. Es sind auch groß gewachsene Spielerinnen, eine ist 1,96 Meter, die jetzt in der 2. Bundesliga spielen und die sich in den nächsten Jahren anbieten. Immerhin sind wir mit dem CVJM mit der A-Jugend bei den Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr 3. geworden. Das ist schon ein ganz ansehnlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass man fünf Bundesstützpunkte hat. Wir haben also schon zwei hinter uns gelassen.

Schmidt: Ja, das ist ganz vernünftig. Aber wenn man so guckt, dass es Städte gibt, die komplette Sportinternate nur für Volleyballmachen. Da fragt man sich doch erstens, warum haben wir so etwas nicht, und zweitens, wie rechnet sich das ?
Tietböhl
: Ja, noch einmal zu dem Thema CVJM: dieser Erfolg, dieser 3. Platz bei den A-Jugendmeisterschaften, das war schon ein Signal. Es gibt auch in Hamburg gute Talente. Man muss sie nur richtig fördern, man muss ihnen die Möglichkeit geben und man muss immer die besten Trainer an den Nachwuchsbereich schicken, denn dort ist die Basis. Dort werden die Spielerinnen entwickelt, dort werden sie gesichtet, dort werden sie ausgewählt. Dort muss man einfach investieren und dann wird auch in Hamburg mehr herauskommen. Dieser 3. Platz vom CVJM ist ein Achtungserfolg. Dort ist die Struktur ganz gut, dort geht’s über 2. Liga bis in die Verbandsligen und bis in die Nachwuchsränge hinein. Dort ist schon ein Signal gegeben worden, aber das muss weitergeführt werden.
Und dann zum Thema 2012, Olympia: Es muss jetzt damit begonnen werden, dies auch in den Vereinen fortzusetzen. Sonst rennen wir wieder den Leuten nach und kommen nicht zu dem Ziel, das wir eigentlich wollen.

Schmidt: Noch mal zum Thema Sportinternate. Ich weiß ja, Schwerin, Münster, Frankfurt, die haben ja alle so etwas. Wäre das mal ein Thema für Hamburg ? Und wie wird das getragen ?
Tietböhl
: Wenn die Möglichkeiten da sind, wenn also auch genügend Investoren da sind, die so ein Internat mit unterstützen: Spieler sind da. Dann wäre auch Hamburg ein Thema, um so ein Internat aufzumachen.
Dann der CVJM z.B., das ist eine junge Mannschaft, das sind alles 18-, 19-jährige Mädchen, die das mit 5-maligem Training die Woche auch schaffen. So wäre ein Internat in Hamburg durchaus denkbar, wenn dort genügend Möglichkeiten vom Umfeld, natürlich auch vom Geld da sind, das durchzuziehen.

Schmidt: Wie kriegt man die Jugend überhaupt noch heutzutage dazu, Volleyball zu spielen ? Viele gucken ja, wenn sie schon so eine Ausrichtung haben, danach, ich möchte auf einem hohen Level spielen, wo kann ich was verdienen. Beim Volleyball kann ich ja nicht reich werden.
Von Soosten: Einen kleinen Boom haben wir zuletzt über Beach-Volleyball bekommen. Das ist sehr populär. Ich war zuletzt im Urlaub auf Rügen, da haben alle am Strand Beach-Volleyball gespielt, was ich eigentlich nicht so0 erwartet hätte. Die Begeisterung ist da. Ich glaube nicht, dass es vorrangig darum geht, dass man Geld verdienen muss. Da denken die Jugendlichen zuerst nicht dran. Es muss erst einmal Spaß machen und wenn sich Erfolge einstellen, dann bleiben sie auch dabei.
Wir haben auch einige Spielerinnen dabei, die das Ziel haben, z.B. mal in Italien zu spielen. Dann könnten sie auch sehr gut davon leben und auch richtig gut Geld verdienen.

Schmidt: Das wäre jetzt auch die nächste Frage gewesen. Wir haben ja auch Spielerinnen, die durchaus talentiert waren. Christina Benecke als Beispiel war ja auch beim TVF Phoenix Hamburg, hat dann ganz gut gespielt, ist in die deutsche Nationalmannschaft gekommen. Okay, dann kamen die Italiener und haben sie weggekauft. Ist das auch so der Zahn der Zeit, dass wir gute Spielerinnen gar nicht halten können ?
Tietböhl: Das ist nicht schlimm mit der Christina Benecke. Die hat gut gespielt in der Bundesliga, hat ja auch in Hamburg begonnen und jetzt macht sie den nächsten Schritt in Italien. Das ist eigentlich das Mekka des Volleyballs, da möchte jeder hin. Das ist für die Nationalmannschaft nur förderlich, weil dort das Niveau natürlich viel höher ist. Jetzt spielt Christina, wir haben ja in einigen Wochen die Volleyball-Weltmeisterschaft in Deutschland, auch eine gute Rolle für die Nationalmannschaft. Ich denke, dass das ein Hamburger Kind ist, das auch hier groß geworden ist und über Italien eine Entwicklung genommen hat.

Schmidt: Okay. Und dann haben wir, wie schon gesagt, die Margarethe Kozuch. Die ist 15, die konnte heute leider nicht hier sein, die muss schon ins Bett. Hat das der Trainer befohlen, oder wie war das ?
Tietböhl: Nee, aber wir haben heute schon trainiert und morgen geht’s wieder früh raus. Wir haben morgen das erste Spiel gegen Belgien und die Margi möchte sich ein bisschen erholen, will ausgeruht sein. Sie hat ja auch ein bisschen Druck, sie spielt zu hause, sie möchte als einzige Hamburgerin im Team gut sein, ist Kapitän der Mannschaft und darum haben wir vorgezogen, sie heute regenerieren zu lassen.

Schmidt: Morgen geht’s los, wir können es vielleicht ja noch mal sagen. In Schwarzenbek, in der Buschkoppelhalle. Beginn ist 13 Uhr und dann ist das immer, wie sind die Spiele ? 13 Uhr, 15 Uhr ?
Von Soosten: 17 und 19 Uhr. Wir spielen morgen um 17 Uhr.

Schmidt: 17 Uhr ist also das erste Spiel der deutschen Mannschaft. Das heißt, es gibt vier Spiele pro Tag und das Turnier läuft, wenn ich das richtig verstanden habe, bis Samstag und da sind dann die Finals. Wie sieht’s denn aus, haben wir da gute Chancen, hinzukommen ?
Tietböhl: Wir wollen natürlich dort gut aussehen, aber wir kennen noch keinen Gegner. Wir haben gestern hier in Hamburg gegen Italien ein Länderspiel gemacht, wir haben 3:1 verloren. Davor haben wir am Samstag in Schwarzenbek 3:2 gewonnen. Aber wir kennen die Franzosen nicht, die Belgier nicht und die Spanier nicht. Alle lernen sich das erste Mal kennen, es sind die ersten Wettkämpfe auf internationaler Ebene und es ist alles sehr spannend. Jeder guckt und schaut und möchte sehen, wie steht er da, wie stark ist sein Jahrgang. Darum ist es bestimmt sehr interessant. Wir hoffen natürlich, dass wir wenigstens ins Halbfinale kommen, um dann nachher unter den ersten Drei zu sein.

Schmidt: Und um den Zuschauern was zu bieten. Ich denke, es ist jeder herzlich willkommen.
Von Soosten: Natürlich !

Schmidt: Dann erst einmal vielen Dank für den Besuch. Wir werden natürlich am Wochenende mal vorbei schauen und mal gucken, was die Mädels machen, wie erfolgreich sie sein werden und ich sag mal: Toi, Toi, Toi !

 

Deutschland - Darmstädter Echo

Dienstag. 30. Juli 2002

Zwei Tickets für die Weltliga-Endrunde zu vergeben

Zu drei Vierteln steht das Teilnehmerfeld der Endrunde in der Volleyball-Weltliga bereits fest, lediglich zwei Plätze für die mit 15 Millionen Dollar dotierte Veranstaltung sind noch zu vergeben. Neben Titelverteidiger Brasilien stehen auch der achtmalige Weltliga-Sieger Italien, Spanien, Frankreich, Russland und die Niederlande als Teilnehmer des Finalturniers vom 13. bis 18. August in Belo Horizonte und Recife fest. Deutschland hatte mit zwei Heimniederlagen gegen den Olympiazweiten Russland (1:3 und 2:3) die letzte Chance auf die Siegprämie von 500.000 Dollar verspielt.

Favoriten für die letzten vakanten Endrunden-Tickets sind Olympiasieger Jugoslawien sowie Polen. Jugoslawien (14:6 Punkte) muss am Wochenende in der Gruppe D nur noch zwei Sätze gewinnen, um sich gegen Griechenland (10:10) durchzusetzen. Polen (12:8) benötigt in der Gruppe A noch einen Sieg, um sich den zweiten Rang vor Argentinien (8:12) zu sichern.

Für das deutsche Team geht es in den beiden Abschlussspielen am Samstag und Sonntag in Leipzig gegen die punktgleichen Kubaner (je 4:16) nur noch um den dritten Gruppenplatz. Für den gibt es 10.000 Dollar Preisgeld mehr als für Position vier.

 

Deutschland - Cellesche Zeitung

Dienstag. 30. Juli 2002

Drei Celler bei der Volleyball-WM aktiv

"Das ist der Höhepunkt unserer Karrieren"

C elle (sti) Vollends zur überregionalen Volleyball-Diaspora ist Celle auch nach den Bundesliga-Rückzügen des MTV und SV Altencelle nicht geworden. Drei heimische Referees sind als Linienrichter für die Frauen-Weltmeisterschaft vom 30. August bis 15. September in acht deutschen Städten nominiert worden. Für alle drei ist das "der absolute Höhepunkt in unserer Karriere" wie sie selbst sagen.

Das Celler Trio leitet oder assistiert ansonsten vornehmlich bei Bundesliga-Spielen der Frauen und Männer. Alle drei sind Inhaber des A-Scheins, der höchsten deutschen Lizenz-Stufe für Schiedsrichter. Die WM-Fahrer im einzelnen sind:

Bernd Netemeyer, 40 Jahre alt, vom SV Altencelle. Er ist Niedersachsens höchstklassigster Schiedsrichter, pfeift bereits seit 24 Jahren und seit 1985 in der Bundesliga. International war er bislang bei Junioren-Länderspielen im Einsatz.
Bernd Meyer, 39, spielt noch immer selbst für den USC Braunschweig in der Regionalliga. Dort pfeift er auch seit 1991 und stieg vor drei Jahren in die 2. Bundesliga auf.
Manfred Brommert, 38, Oberliga-Spieler beim SV Nienhagen und wie Meyer seit 1999 Zweitliga-Referee. Als Assistent stand er dieses Jahr schon beim Weltliga-Heimspiel der deutschen Männer gegen die Niederlande in Berlin an der Linie.

Vor allem Netemeyer und Meyer bezeichnen sich selbst als Zöglinge des ehemaligen Celler Jugend-Bundestrainers und Olympia-Spielleiters Eberhard Schulz. "Durch ihn bin ich erst Schiedsrichter geworden", sagt Bernd Netemeyer.
Alle drei Celler gehören zu den insgesamt nur fünf A-Schein-Inhabern in Niedersachsen. Diese Lizenz ist Voraussetzung für eine WM-Nominierung. Als weitere Kriterien führte der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) Leistungsbeobachtungen während der Saison und regionale Aspekte an. Für den Spielort Bremen suchte er Linienrichter aus der Umgebung, in Stuttgart sind folglich Süd-, in Leipzig oder Dresden Ostdeutsche an den Linien postiert.

Der DVV steht auch als Weltmeisterschafts-Gastgeber solange unter Sparzwang, wie Sponsoren- oder Fernsehgelder im Volleyball vergleichsweise kläglich fließen. Mit 25 Euro pro Spiel bekommen Netemeyer, Brommert und Meyer ihre WM-Einsätze vergütet, dazu werden Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung bezahlt. Zum Vergleich: 25 Euro erhalten im Fußball schon Bezirksliga-Schiedsrichter, in der Bundesliga bekommt der Leiter 3000 Euro, die Assistenten je 1500. Fußball-Kollege Pierluigi Collina (Italien) verdiente bei der WM in Japan und Südkorea insgesamt rund 50000 Euro ohne Spesen, "uns wollten sie anfangs nicht einmal das Hotelzimmer zahlen", merkt Netemeyer an. Dass sie eins brauchen zeigt ein Blick auf den Spielplan: Alle Celler werden bei je fünf Zwischenrunden- und Viertelfinalspielen in Bremen eingesetzt. Wer die Begegnungen leitet, hängt von der Paarung ab: Insgesamt sind 24 Hauptschiedsrichter aus über 20 Ländern angesetzt.

Netemeyer, Brommert und Meyer kennen sich bereits seit Jahren und werden nicht selten auch als Gespann bei Bundesliga-Spielen eingesetzt. "Pro Saison kommt jeder so auf seine 20 bis 25 Einsätze von der ersten bis zur dritten Liga", verrät Brommert. Die Weltmeisterschaft besitzt für alle drei einen bislang unerreichten Stellenwert. "Man muss sie insgesamt betrachten", meint Bernd Meyer. "Die Spiele sind alle in großen und vermutlich vollen Hallen, das Niveau ist weitaus höher und schneller als in der Bundesliga. Da steigt selbst bei erfahrenen Schiedsrichtern die Nervosität." Es sei eben ein Unterschied, ob man in Tübingen oder Emlichheim in einer muffigen Schulsporthalle steht oder vor laufenden Fernsehkameras in Sichtweite der "Volleyballerin des Jahrhunderts" Regla Torres (Kuba) oder der russischen Trainerlegende Nikolai Karpol, nach dessen autoritären Brüllorgien Weltklassespielerinnen schon einmal weinend das Spielfeld verlassen.

Die WM dient den Cellern natürlich auch als Erfahrungsgewinn und Kontaktpflege. Kommunikationsschwierigkeiten und öffentliche Kritik wie bei der Fußball-WM erwarten sie nicht einmal für den Fall, dass sich ein Chinese auf den Schiedsrichterstuhl setzt. "Im Volleyball geht viel über vorher festgelegte Zeichen. Da passiert nichts", erklärt Netemeyer.

Große Hoffnungen setzt vor allem der DVV in die Weltmeisterschaft. Sie soll einen Schub bei Zuschauern, Sponsoren und Aktiven in Deutschland bewirken. Bislang sind schon mehrere tausend Karten veräußert worden, der Vorverkauf läuft besser als erwartet. Interesse und Bedeutung des Volleyballs haben aber hierzulande trotz der jüngsten Weltliga-Erfolge beider Nationalmannschaften derart abgenommen, dass sich die Frauen-Auswahl im Kollektiv für das Magazin "Stern" ausgezogen hat, um die WM zu promoten. Und trotz der ungebrochenen Popularität des Spiels gerade bei Freizeitsportlern gingen im Frühjahr gleich drei Frauen-Bundesligisten in die Insolvenz. "Ich denke, dass Volleyball einen bestimmten Stellenwert einfach nicht mehr erreichen wird", sagt Brommert skeptisch. "Männer-Bundestrainer Moculescu nennt es zwar das Spiel der Zukunft, aber so würde ich das nicht unterschreiben. Es bleibt ein Spiel für Idealisten und Insider."

Hintergrund

Spielleitung ist nicht gleich Spielleitung im Volleyball. Bei der Weltmeisterschaft gibt es zwei Schieds- und vier Linienrichter, bereits ab der 2. Bundesliga wird ohne Assistenten gepfiffen (in der Bundesliga mit zwei). "Die eigentliche Hauptarbeit liegt bei den Linienrichtern", sagt Bernd Meyer. "Sie sind in 70 Prozent aller Entscheidungen involviert." Ihr Aufgabenbereich umfasst die Frage, ob ein Ball im Aus war oder nicht, ob er am Netz vorbeiflog oder ob Boden- oder Blockberührungen vorlagen. Von den beiden Schiedsrichtern sitzt einer auf einem Stuhl am Netz und der andere steht gegenüber auf dem Boden. Die offizielle Spielleitung obliegt dem Stuh-Referee, seinen Kollegen bezeichnen Aktive als "Mann fürs Grobe". Er pfeift alles von Positionsfehlern bis zu Aus-Bällen. Volleyball ist der einzige Ballsport, in dem auch Technik bewertet wird. Unsaubere Zuspiele zum Beispiel werden abgepfiffen. Ansonsten gilt wie in anderen Sportarten auch: "Schiedsrichter müssen Krisenmanagement beherrschen", meint Meyer.

WM-Info

Vom 30. August bis 15. September findet die WM in Münster, Schwerin, Riesa, Dresden, Leipzig, Stuttgart, Berlin und Bremen statt. Insgesamt bestreiten 24 Teilnehmer 90 Spiele bis zum Finale in Berlin.
Gruppe A (Spielort Münster): Deutschland, Tschechien, Italien, Japan, Bulgarien, Mexiko.
Gruppe B (Spielort Schwerin): Kuba, Südkorea, Niederlande, Kanada, Rumänien, Ägypten.
Gruppe C (Spielorte Riesa und Dresden): Russland, USA, Argentinien, Dominikanische Republik, Kenia,
Puerto Rico.
Gruppe D (Spielort Leipzig): Brasilien, China, Australien, Thailand, Polen, Griechenland.

Die besten Drei jeder Gruppe qualifizieren sich für die Zwischenrunde (drei Vierer-Gruppen). Auf sie folgen, Viertelfinale, Halbfinale, Platzierungsrunden und Endspiel. Bremen ist Spielort einer Zwischenrunden-Gruppe und eines Viertelfinals. Die deutsche Mannschaft käme nur als Sieger ihrer Vorrunde dorthin. WM-Tickets gibt es als Einzel- oder Dauerkarte pro Spielort. Sie kosten zwischen 13 und 87 Euro. Zu bestellen sind sie für alle Orte unter der Hotline Tel. (01805) 570057. 

Weitere Infos: www.volleyball2002.de

Sebastian Stiekel

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung

Dienstag. 30. Juli 2002

Nationalheldinnen, Vaterlandsverräter und Schlappschwänze

Havanna. Über allem thront Che Guevara: Der große Revolutionär der Kubaner ist unter der Kuppel der riesigen Arena der "Ciudad Deportivo" in Havanna verewigt und blickt mit strenger Miene auf das Spielfeld. Daneben hängt ein Transparent mit einem Zitat Fidel Castros: "El deporte - derecho del pueblo".

Ist der Sport tatsächlich ein Recht des Volkes, wie es vom Staatsoberhaupt verkündet wird? Allemal, wenn die Eintrittspreise, die bei den Spielen um die mit 15 Millionen Dollar dotierte Weltliga der Volleyballer in Kubas Sportpalast erhoben werden, der Maßstab sind: Für zwei Pesos dürfen die Menschen dabei sein, was selbst gemessen an den kargen Monatsverdiensten von 20 bis 30 Dollar als moderater Preis erscheint.

Dennoch fanden sich bei den Auftritten gegen die deutsche Nationalmannschaft vor gut zwei Wochen nur 4000 bzw. 5000 Schaulustige in der über 15.000 Zuschauer fassenden Arena ein. Was weniger am mangelnden Interesse der sportverrückten Kubaner gelegen haben mag, sondern viel mehr am negativen Image, das die Netzathleten derzeit in ihrer Heimat genießen.

"Unsere Volleyballer sind Schlappschwänze", sagt Alex, der als Musiker nachts an der Flaniermeile "Malecon" aufspielt. Das sind sie mit Sicherheit nicht, schließlich mischen sie traditionell in der Weltspitze mit. Doch im Gegensatz zu den Frauen, die das Geschehen nach Belieben beherrschen, hat es für die Kollegen nie zum ganz großen Wurf gereicht. Und der Umstand, dass sich zum Jahreswechsel bei einem Turnier in Belgien sechs Nationalspieler Richtung Italien abgesetzt haben, kostete den Schmetter-Assen in der extrem nationalbewussten Bevölkerung jede Menge Kredit. In deren Augen bedeutet ein solcher Akt Hochverrat, er bleibt als unverzeihlicher Frevel haften.

"Diese Spieler haben die Mannschaft und das Volk verraten", sagt Omelio Castillo, Präsident des kubanischen Volleyball-Verbandes. Man habe den Weltverband FIVB mit Nachdruck gebeten, die Sanktionen mit aller Härte durchzusetzen, bei der Sperre von zwei Jahren gebe es "keinen Verhandlungsspielraum". Nun obliegt es dem neuen Trainer Eliseo Ramos Rivas, ein junges, schlagkräftiges Team aufzubauen. Die Siege gegen Deutschland zeigten, dass dies durchaus möglich ist: "Unser System", sagt Castillo, "bringt immer wieder starke Spieler hervor, wir brauchen die alten nicht."

Doch die Popularität der Frauen wird auch die neue Generation nie erreichen. Die Volleyballerinnen sind Kubas Lieblinge, Stars wie Regla Torres kennt jedes Kind. Seit zehn Jahren gewinnen sie alles, was es zu gewinnen gibt: Olympiasieger 1992, 96 und 2000, Weltmeister 1994 und 98. Das sind Meriten, die einen in Kuba weit über den Status von Normalsterblichen erheben. "Las morenas caribes fantasticas" werden die dunkelhäutigen Sprungwunder ehrfurchtsvoll genannt. Und Alex mit der Gitarre wird nicht müde zu wiederholen, mit "wie viel Herz diese wunderbaren Frauen für uns spielen, mit so unglaublich viel Herz".

Doch Reichtümer können sie nicht verdienen. Das Bild von Olympiasiegern, die mit dem Fahrrad zum Training fahren, ist in Kuba kein Klischee. Selbst wenn es sich der Staat mal geleistet hat, für Verdienste am Vaterland ein Auto oder ein Moped auszuloben, so nutzen diese wenig, wenn Geld für Benzin fehlt. Der Verband hat die Besten der Besten schon für harte Dollars nach Italien oder Japan vermittelt, doch vor Großereignissen werden die Stars stets in der Heimat zusammengezogen.

Hier müssen sie sich wie alle damit arrangieren, den Mangel zu verwalten. Das Sportzentrum "Ciudad Deportiva" hat den maroden Charme vieler Gebäude in Havana: Der Putz bröckelt, viele Dinge gehen kaputt und werden nicht erneuert, immer wieder fällt der Strom aus und Einrichtungen wie der obligatorische Kraftraum sind seit Generationen nicht modernisiert worden. Doch Kubaner sind nicht nur Meister der Improvisation, sondern auch in der Kunst, trotz aller Defizite das Beste aus der Situation zu machen.

Die Volleyballer im Neuaufbau können zwar wie die deutsche Mannschaft nicht mehr die Weltliga-Finalrunde erreichen. Gewinnen wollen sie am Wochenende trotzdem in Leipzig, am besten zweimal. Die Erben Che Guevaras als Schlappschwänze? Niemals.

Felix Meininghaus

 

Deutschland - Stuttgarter Zeitung

Dienstag. 30. Juli 2002

Die Großen haben gern im City-Sandkasten gespielt
 
Volleyballer und Handballspieler haben in der Oberen Marktstraße in Göppingen für ihre Sportarten geworben
GÖPPINGEN. Der nächste Strand liegt gleich hinterm Rathaus. Jetzt ist auch Göppingen in den Genuss einer großen Ladung Sand gekommen. Den Anhängern von Volleyball und Handball im knöcheltiefen Gekrümel hat es offensichtlich Spaß gemacht.

Qualmende Socken und heiß gelaufene Turnschuhsohlen hat es bei diesem Turnier nicht gegeben. Denn wie heißt es so schön im Regelwerk des Deutschen Handballbundes zum Beach-Sportarten: "Alle Spieler sind barfuß und spielen ohne Schuhe." Nicht nur die Sportprofis wissen, wie sehr der feine Sand zwischen den Zehen kitzelt, auch die jüngsten Zuschauer streiften beim Anblick einer so großen Sandmenge kurzentschlossen die Schuhe ab. Während am Spielfeldrand Förmchenbacken und Burgenbauen den Nachwuchs beschäftigten, ging es auf der abgesteckten Fläche von 12 mal 15 Metern auf Einladung des TV Jahn und des TSV Bartenbach sportlich zur Sache. Zum Auftakt am Freitag wurde Volleyball und am Samstag Handball gespielt, und morgen sollen Fußballer im Sand kicken.

Fünf Lastzüge hatten insgesamt 180 Tonnen Sand in die Obere Marktstraße gekarrt, damit die Sportarten mit der Vorsilbe Beach ihrem Namen alle Ehre machen konnten. Es ist halt gerade trendy, mitten in der Stadt zu tun, was sonst eher an weit entfernten Stränden üblich ist. Der Kraftakt könnte sich gelohnt haben, wenn dadurch bekannt wird, dass Beachballfelder beispielsweise bereits im Freibad Göppingen, in Ebersbach-Weiler und in Bartenbach bestehen. Überhaupt Bartenbach. Der Göppinger Stadtteil ist sozusagen die Wiege des deutschen Beach-Handballs. Vor neun Jahren haben die Sportler des dortigen TSV die Sportart in Italien kennen gelernt und begeistert nach Hause importiert.

Auch Paula Gehrer wohnt in Bartenbach. Als Betreuerin der männlichen Beachhandballer seit deren E-Jugend-Zeiten hat sie die Entwicklung der neuen Sportart begleitet und gefördert. Sie hat erlebt, wie die Bartenbacher als erster Verein in Deutschland mit 1000 Stunden Arbeitseinsatz ihre zwei Sandspielplätze eingerichtet haben. Ausgerechnet von Bartenbach aus wurde die Sportart mit ersten Turnieren im ganzen Land bekannt. Inzwischen werden Masters-Turniere in Westerland, Cuxhaven und auf dem Darß ausgetragen, denn die Nordlichter sind von Natur aus im Heimvorteil. Sechs Spielfelder auf dem Strand abzustecken ist einfacher, als den Sand per Lastwagen zu den Landratten zu transportieren.

Paula Gehrers Söhne spielen selbstverständlich gern im Sand. Sohn Alex hat es gar bis zum Nationaltrainer der deutschen Beachhandballmannschaft gebracht. Bei den Göppinger Wettkämpfen war Mutter Gehrer am Samstag Herrin über Stoppuhr und Anzeigetafel. Beachhandball wird nur zwei Mal zehn Minuten lang und nur mit vier Feldspielern gespielt. Die Regeln sind komplexer als beim Volleyball, deshalb ist es noch nicht so weit verbreitet.

Frauen, Männer und die Jugend ermittelten die Besten aus ihren Reihen. Nach dem Match gab es Gutscheine der Werbegemeinschaft, kühle Getränke und heiße Rhythmen aus dem Lautsprecher.

Corinna Meinke

 

Deutschland - Stuttgarter Zeitung

Dienstag. 30. Juli 2002

Ein ganz neues Image

Volleyball-Team im Aufwind

MACAU (sid). Mit einem 3:0-Sieg über Thailand haben die deutschen Volleyballerinnen die Endrunde der Weltserie erreicht. "Die Gegner haben endlich Respekt vor uns", sagt der Bundestrainer Hee Wan Lee auch im Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft.

Überraschung in Fernost: Deutschlands Volleyballerinnen haben mit dem erstmaligen Einzug in die Finalrunde der Weltserie den größten Erfolg seit elf Jahren perfekt gemacht. Knapp fünf Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land (30. August bis 15. September) machte das deutsche Team mit einem 3:0-Sieg (25:19, 25:20, 25:18) über Thailand den Sprung unter die besten vier Teams der Welt perfekt und feierte schon auf dem Feld eine große Fete. Ein sattes Plus von 55 000 Dollar ist genauso sicher wie ein riesiger Imagegewinn - bei der Weltmeisterschaft zählt der Gastgeber nun zu den Medaillenkandidaten.

"Die deutsche Mannschaft spielt im Weltvolleyball wieder eine Rolle, die Gegner haben endlich Respekt vor uns", sagte der Bundestrainer Hee Wan Lee in Macau. Den Grundstein für den großen Erfolg hatte sein Team mit einem 3:2 (23:25, 25:23, 25:20, 12:25, 15:13) gegen den Olympiadritten Brasilien gelegt. In der Endrunde vom 1. bis 4. August in Hongkong trifft Deutschland im Kampf um die Siegprämie von 200 000 Dollar erneut auf die Südamerikanerinnen sowie auf den Vizeweltmeister China und den Olympiazweiten Russland.

Die Bilanz mit Vorrundenplatz drei und fünf Siegen aus neun Spielen ist schon jetzt ein großer Erfolg, denn bei den bisherigen vier Teilnahmen an der Weltserie hatte Deutschland insgesamt nur drei Siege gefeiert. "Das ist das richtige Signal für die Weltmeisterschaft. Ich denke, dass wir dort weiter vorn landen können als bisher geplant", sagte Werner von Moltke. Bisher hatte der Verbandschef immer Platz fünf als WM-Ziel angegeben, nun scheint sogar eine Medaille möglich. Edelmetall hatte es für die deutschen Volleyballerinnen letztmals bei der Europameisterschaft 1991 mit dem dritten Platz gegeben.

Auch finanziell lohnt sich der Vorstoß unter vier weltbesten Mannschaften. "Die Spielerinnen bekommen das ganze Geld. Das haben sie sich nach dieser Traumleistung verdient, Feierabend, Schluss", sagte von Moltke. 55 000 Dollar hatte der Verband für die Werberechte vorgeschossen, inzwischen haben die zwölf Spielerinnen in der Vorrunde schon 110 000 Dollar eingespielt. Zu verdanken ist die Leistungsexplosion vor allem dem aus Südkorea stammenden Bundestrainer Lee, der aus einem zerstrittenen Haufen ein Team mit Kampfgeist formte.

Auf dem Spielfeld profilierte sich Angelina Grün endgültig als eine der überragenden Angreiferinnen weltweit. Hoffnung auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft machten in Asien auch die starken Leistungen der eingedeutschten Russin Olessya Kulakowa und von Nachwuchsstar Atika Bouagaa. "Wir haben jetzt eine Supermannschaft mit Charakter", sagte die Spielführerin Beatrice Dömeland. Bei der Weltmeisterschaft könnte die Mannschaft zusätzlich noch von den in Asien verletzungsbedingt fehlenden Spielerinnen Hanka Pachale, Christina Schultz und Tanja Hart verstärkt werden.

 

Deutschland - Berliner Morgenpost

Dienstag. 30. Juli 2002

55 000 Euro Lohn für erfolgreiche Volleyballerinnen

Knapp fünf Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land mit den Endspielen in Berlin (30. August bis 15. September) jubelten Deutschlands Volleyball-Frauen im fernen Macau ausgelassen über den erstmaligen Einzug in die Finalrunde der Weltserie. In Düsseldorf dagegen waren die Männer enttäuscht - das Weltliga-Finale wurde verpasst.

Die Frauen machten mit einem 3:0 (25:19, 25:20, 25:18) gegen Thailand den größten Erfolg seit der EM-Bronze vor elf Jahren perfekt. Ein sattes Plus von 55 000 Dollar ist genauso sicher wie ein riesiger Imagegewinn - bei der WM zählt der Gastgeber nun zu den Medaillenkandidaten.

«Die deutsche Mannschaft spielt im Weltvolleyball wieder eine Rolle, die Gegner haben endlich Respekt vor uns», verwies Bundestrainer Hee Wan Lee auf Siege wie gegen den Olympiadritten Brasilien (3:2). In der Endrunde vom 1. bis 4. August in Hongkong trifft Deutschland im Kampf um die Siegprämie von 200 000 Dollar erneut auf die Südamerikanerinnen sowie Vizeweltmeister China und den Olympiazweiten Russland.

Und weitere Siege lohnen sich. «Die Spielerinnen bekommen das ganze Geld. Das haben sie sich nach dieser Traumleistung verdient, Feierabend, Schluss», bestimmte Verbandschef Werner von Moltke. 55 000 Dollar hatte der Verband für die Werberechte vorgeschossen, inzwischen haben die zwölf «jungen Wilden» in der Vorrunde und ausgehend vom letzten Endrundenplatz schon 110 000 Dollar eingespielt - macht 55 000 Dollar Plus.

In Düsseldorf machten die Russen die vagen deutschen Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Endrunde der Weltliga in Brasilien (13. bis 18. August) zunichte.

Das Team von Bundestrainer Stelian Moculescu unterlag dem Olympiazweiten mit 2:3 (18:25, 26:24, 22:25, 25:13, 15:17) und tags zuvor 1:3. Mit 4:16 Zählern ist das DVV-Team weiter Gruppen-Vorletzter.

 

Norddeutschland - Nordkurier

Dienstag. 30. Juli 2002

A-Jugend: Um letzte DM-Plätze

Waren (gela). Beim Norddeutschen Cup im Beach-Volleyball mit Austragungsort Warener Volksbad bewarben sich 23 weibliche und 14 männliche A-Jugend-Teams aus den nördlichen Bundesländern um die letzten Plätze zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Die Anlage mit ihren acht Spielfeldern fand erneut die Anerkennung der jungen Teilnehmer. 

Den zweitägigen Wettkampf eröffnet hatte am Sonnabend Warens Stadtjugendpfleger Dietmar Henkel. Nach den Vorrundenspielen standen gestern Vormittag die Halbfinalpaarungen an. Bei der männl. Jugend A hatten sich qualifiziert Froske/Schallow (Elmshorn/Schelm), die auf Langenberg/Romund, eine Kombination Leven/Wuppertal trafen. Die weitere Paarung hieß Schmäschke/Vogt vom FCA Kiel gegen Jende/Schulz, Cottbus, Spandau. 

Bei der weibl. Jugend standen im Halbfinale Piazecki/Fischer aus Berlin/Leverkusen gegen Horn/Hüttermann von Beach Essen. Die weitere Halbfinalpaarung Oemus/Romberg (Eichwalde/Münster) gegen Jantsch/Li, FV Halle.

 

Deutschland - www.volleyball-online.de 

Dienstag. 30. Juli 2002

"US-Beacher" holen zwei Weltserien-Titel

(sid)- Die Titel der Beachvolleyball-Weltserienturniere von Espinho und Rhodos gehen in die Vereinigten Staaten. Bei den mit 150.000 Dollar dotierten Wettbewerben setzten sich am Ende die Duos Kevin Wong/Stein Metzger und Holly McPeak/Elaine Youngs durch. Wong/Metzger triumphierten im portugiesischen Espinho im Finale 17:21, 24:22, 15:12 gegen die Brasilianer Marcio Araujo/Benjamin und kassierten 25.000 Dollar Siegprämie. McPeak/Youngs strichen die gleiche Summe für ihren Finalsieg auf Rhodos mit 21:17, 21:16 gegen das australische Olympiasieger-Duo Pottharst/Cook ein.

Die drei gestarteten deutschen Teams mussten jeweils mit Rang 17 und 2250 Dollar zufrieden sein. Besonders bitter war das Aus für Andrea Ahmann/Jana Vollmer (Schmiden/Rottenburg), die auf Rhodos zwei ihrer drei Gruppenspiele gewannen und nur aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses das Achtelfinale verpassten. Stephanie Pohl/Okka Rau (Hamburg) entschieden nur eine der drei Partien für sich. In Espinho war auch für Markus Dieckmann/Jonas Reckermann (Schladern) nach zwei Niederlagen und einem kampflosen Sieg vorzeitig Endstation.

 

Deutschland - www.beach-volleyball.de 

Dienstag. 30. Juli 2002

Masters in Kühlungsborn - Der Rückblick

Die "Alten" haben es immer noch voll drauf

Zwei Dinge zeichneten das Masters von Kühlungsborn, das zum dritten Mal in Folge ausgetragen wurde (das erste Turnier einer bis zu den deutschen Meisterschaften reichenden ununterbrochenen Serie von Strandturniere) aus: 1. das Wetter wurde vom Freitag (nasskalt, Nieselregen) bis zum Sonntag (sehr heiß sonnig, wolkenlos) immer besser, gleichzeitig verhielt sich Andrang und Stimmung bei den Zuschauern und 2. die "Alten" haben es den "jungen Wilden" noch einmal gezeigt.

Die wichtigesten Dinge zuerst: Ines Pianka und Teee Williams haben sich eindrucksvoll in Abwesenheit der Nationalteams Pohl/Rau und Ahmann/Vollmer sowie von Lahme/Müsch ohne einen einzigen Satz abzugeben zurückgemeldet und imposant unter Beweis gestellt, dass sie ein absolutes Topteam sind. Besonders hervorgehoben werden muß das Match gegen Petzold/Schmitt, indem die Spielerinnen der SSG Hamm gerade einmal 17 Punkte gegen sich zuließen. Auch im Finale kamen nie Fragen auf, wer anderes als Pianka /Williams den Center Court als Sieger verlassen würde. Berücksichtigt man an dieser Stelle die Tatsache, das Ines Pianka im Januar einen Achillesehnenabriss erleiden mußte und ihr sogar schlimmstenfalls das Karriereende drohte, grenzt diese Leistung an ein Wunder!

Grund zum Jubeln hatten aber mit Sicherheit auch Helke Claasen und Judith Deister, die wieder ins Finale vorstoßen konnten, sowie die Dritten Judith Flemig und Claudia Frank, die immerhin ihre beste Platzierung bei einem Masters feiern konnten.

Die Herrenkonkurrenz hatte es in Abwesentheit der Nationalteams Dieckmann/Reckermann und Klemperer/Rademacher, sowie vom verletzten Oliver Oetke in sich. Fazit bei den Herren: der Aufstand der "jungen Wilden" konnte von den Routiniers gerade noch einmal abgewehrt werden und eine fast schon ewig anmutende Serie ist gerissen. Denn Sven Anton wurde zum ersten Mal in seiner langen Karriere (nach sieben Finalniederlagen in Folge) Masterssieger, worüber sich nicht nur die treusten Fans dieses Sports gefreut haben werden. 

Gewürdigt werden muß an dieser Stelle aber auch die Leistung von Jörg Ahmann und Axel Hager, die mit einer Niederlage ins Turnier gegen Slacanin/Gau gestartet waren, um sich dann durch die Looserrunde zu kämpfen, und dort ein hochgewettetes Team nach dem anderen (wie Hikel/Polte, Dieckmann/Zimmermann, Krank/Scheuerpflug usw.) auszuschalten. Schade also, dass Vince und Hägar nunmehr auch schon seit dem Masters von Essen 1999 auf einen Titelgewinn warten müssen. Wetten, dass es bald klappt?

Besondere Freude machte im Sand von Kühlungsborn vor allem die Leistung der jungen Teams, wie Eugen Bakumovski und Andreas Kaiser, die erstmals in ein Masters-Halbfinale einzogen konnten. Das gelang Julius Brink mit Partner Kjell Schneider zwar ebenfalls, aber das Team Brink/Schneider gehört mittlerweile sowieso schon zu den Topteams der deutschen Herrenkonkrrenz, und das verspricht viel Spass und Freude auf die nahe Beach-Volleyball Zukunft und auf das kommende Masters in St.Peter Ording am nächsten Wochenende.

 

Deutschland - DVV-WM-News

Dienstag. 30. Juli 2002

Grand Prix 2002: Grün und Tzscherlich ausgezeichnet

Dollarregen für Mannschaft! Mannschaft schon in Hong Kong! 

Die fünfte Teilnahme einer DVV-Nationalmannschaft am Grand Prix steht schon jetzt als erfolgreichste Asienreise einer deutschen Frauen-Nationalmannschaft fest: Es konnte nicht nur mehr als ein Spiel gewonnen werden wie bei den Teilnahmen zuvor, sondern mit der Spiel-Bilanz von 5:4-Siegen qualifizierte sich die DVV-Auswahl sogar als Gesamt-Dritter für die Finalrunde der besten vier Teams. Das Viererfeld komplettieren China und Russland (jeweils 8:1-Siege) sowie Brasilien (5:4-Siege).  

Der Erfolg macht sich auch an Einzelauszeichnungen fest: Angelina „Grüni“ Grün wurde von den Organisatoren und der FIVB zur besten Aufschlägerin der Vorrunde gewählt, wofür sie 3.000 US Dollar erhielt. Und auch Kerstin Tzscherlich, Libero der deutschen Mannschaft, konnte 3.000 US Dollar einstecken. Sie wurde vom selben Gremium als bester Libero aller acht Defensivspezialistinnen bestimmt. Die weiteren Preise staubte China ab: Ruirui Zhao wurde zum MVP und zur besten Angreiferin gewählt. Ihr Mitspielerin Kun Feng heimste den Preis als beste Blockerin ein.  

Heute Vormittag deutscher Zeit setzte die Mannschaft per Fähre in das Royal Pacific Hotel nach Hong Kong über, wo sich die Mannschaft auf die letzten vier Spiele beim Grand Prix 2002 vorbereitet. Auch der Spielplan steht schon fest: Am 1. August ist Russland Gegner, einen Tag später Brasilien und am 3. August China. Am 4. August spielen der Dritt- und Viertplatzierte nach diesen drei Matches um Platz 3/4, anschließend folgt das große Finale. 

Mit den ausgezeichneten Spielen und Platzierungen kommt es für die deutschen Frauen zudem zu einem wahren Dollarregen: Zwei Mal wurde Platz 2 in der Vorrunde erreicht, wofür es jeweils 25.000 US Dollar gab. Für Platz 3 in der zweiten Vorrundenwoche erhielt das Team 20.000 US Dollar. Das bedeutet, dass es bisher einen Gewinn von 15.000 US Dollar gibt, da der DVV für die Teilnahme 55.000 US Dollar vorstrecken musste. 

Und in der Endrunde gibt es mindestens 40.000 US Dollar, denn mit soviel Geld ist der 4. Platz dotiert. Platz 3 bringt 60.000 US Dollar, Platz 2 100.000 US Dollar und Platz 1 200.000 US Dollar.

 

Deutschland - USC Münster-News

Dienstag. 30. Juli 2002

Bernhard März wird Team-Manager der RR Vilsbiburg

Der ehemalige Geschäftsführer der DJK Karbach, Bernhard März, wird Team-Manager bei den Roten Raben Vilsbiburg. Er wird sich verstärkt um die Organisation rund um das 1. Damen-Team der Roten Raben kümmern - und das mit der Erfahrung von über zwölf Jahren in der Volleyball-Bundesliga.

Seit 1990 war Bernhard März der Mann, der hinter dem Erfolg der DJK Karbach stand. Die Förderung junger deutscher Spielerinnen und eine positive Entwicklung des Damen-Volleyballs in Deutschland lagen dem 43-jährigen Familienvater aus Karbach immer besonders am Herzen. Das qualifiziert ihn für seine Aufgaben bei den Roten Raben, wo er gemeinsam mit Geschäftsführer Klaus-Peter Jung-Kronseder und dem neuen Trainer Vladimir Tallo das Ziel verfolgt, die Roten Raben zu einem konkurrenzfähigen Gegenpol zu den Volleyball-Hochburgen im Osten und Westen Deutschlands zu formen.

"In Vilsbiburg soll eine Mannschaft mit Herz und Ausstrahlung enstehen, mit der sich die Region  identifizieren kann", formuliert Bernhard März sein Hauptanliegen. Er sieht es als große Aufgabe, junge deutsche Spielerinnen in eine Mannschaft zu integrieren, die als "Bayern-Team" der etablierten Konkurrenz das Fürchten lehren soll. Die Transferpolitik der Roten Raben für die Saison 2002/2003 führt da bereits in die richtige Richtung.

Mit seiner langjährigen Bundesliga-Erfahrung wird sich Bernhard März nicht nur um die Organsation rund um den Spielbetrieb der Damenmannschaft kümmern. Er wird außerdem Klaus-Peter Jung-Kronseder unterstützen, die aufwendige Finanzierung der Bundesliga-Betriebs-GmbH zu bewältigen. Nur durch das Engagement neuer Sponsoren ist auch der Posten des Team-Managers finanzierbar.

(Quelle: DJK-Newsletter)

 © 1999-2002 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel