News

Donnerstag, 15. Mai 2003 

„Sandflöhe“ verpassten Sensation
Ein Unzufriedener für den SCC
Volleyball-Fest auf dem Leipziger Markt
Harlekins mit neuer Führungsspitze
Fellbach: Wettlauf mit der Zeit
Zusammenstöße auf der anderen FahrbahnNordhausener verhandeln mit einem Nationalspieler
SCC: Rückzug aus der Volleyball-Bundesliga
Die Große Freiheit als Nummer sieben
Kommentar: Der Poolplay Modus in der Kritik
DVV-Junioren: Sieg über Frankreich!

Mai 2003

Mo Di Mi Do Fr Sa So
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

April 2003

Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30        

Zum Medien-Überblick

 

Deutschland - Der Bote 

Donnerstag. 15. Mai 2003

„Sandflöhe“ verpassten Sensation

Topfavoriten Ines Pianka/Tonya Williams nur knapp unterlegen — In die Herzen der Zuschauer gespielt

ALTDORF — Die erste Beach-Saison im German Cup, der unter dem Renault-Beach-Cup firmiert, hätte für Florentina Büttner/Ulrike Herfurth (TV Altdorf) in München fast mit einer Sensation begonnen. Zunächst schafften die beiden die Qualifikation fürs Hauptfeld und verloren dann gegen die Topspielerinnen Ines Pianka/Tonya Williams (SSG Hamm) äußerst knapp.

Der Olympiapark in München liegt Florentina Büttner/Ulrike Herfurth anscheinend, denn bei der ersten Teilnahme an einem German-Cup, quasi der zweiten Bundesliga für Beach-Volleyballer, zeigten sie all ihr Können. Zu Beginn fegten sie Heberle/Schmidt (ASV Dachau/SG Rodheim) mit 15:10 und 15:4 vom Feld, um anschließend Schanze/Schultrich (TF Adler Kiel/TV Creglingen) im ersten Satz knapp mit 16:14 in Schach zu halten. Der dritte Satz fiel dann mit 15:9 deutlicher aus.

Raddatz/Schneider (TSV Spandau Berlin) waren eine Nummer zu groß. Bei der 0:2 (8:15-/11:15-)-Niederlage fehlte die Spritzigkeit, unangenehme Aufschläge brachten Büttner/Herfurth in Annahmeschwierigkeiten, weshalb kein guter Spielaufbau möglich war. Kleemann/Köhler (TSV Schmiden) setzten im vierten Spiel den Druck zunächst fort, aber die „Altdorfer Sandflöhe“ steigerten sich und gewannen am Ende glücklich, aber verdient mit 2:1 (9:15, 15:10, 15:13).
Im Hauptfeld an 16 gesetzt mussten Büttner/Herfurth in ihrer Vorrundengruppe gegen Katrin Holtwick/Maria Kleefisch (USC Münster/VC Olympia Berlin) aufs Feld. Vor Aufregung ging der erste Satz mit 8:15 verloren. Im zweiten Satz nutzten die jungen, aber routinierten Gegnerinnen Kraft und Cleverness. Der Durchgang ging mit 18:20 verloren. Vielleicht hatten Büttner/Herfurth bereits das nächste Spiel im Kopf.

Es warteten nämlich die an Nummer 1 gesetzten Pianka/Williams, Dritte der deutschen Meisterschaft, über 200 Länderspiele für Deutschland. Vor mehr als 1000 Zuschauern auf dem Center Court ging trotz richtiger Taktik der Satz mit 13:15 verloren. Die Zuschauer waren auf der Seite der jungen Altdorferinnen. Vor allem als der zweite Satz mit 15:11 gewonnen wurde, lag eine Sensation in der Luft. Auch eine vermeintliche Verletzungspause brachte die Altdorferinnen nicht durcheinander.

Mit viel Erfahrung und Glück entschieden Pianka/Williams den dritten Satz mit 15:13 für sich, aber Büttner/Herfurth spielten sich in die Herzen der Zuschauer.

Nach einem solchen Spiel war die folgenden Begegnung eine reine Pflicht und wurde mit einer 0:2-(10;15-/10:15-) Niederlage beendet, denn da fehlten verständlicherweise Kraft und Motivation. Büttner/Herfurth ließen letztlich aber keinen Zweifel mehr an ihren Möglichkeiten, sammelten viel Erfahrung und Beifall.

An diesem Wochenende geht es nach Augsburg zu einem A-Turnier des Tucher-Beach-Cups, zusammen mit ihrem Trainer Benedikt Frank und einem weiteren Altdorfer Team, Elisabeth Geyer/Lisa Weiß.

Die Ergebnisse des Renault-Beach-Cups in München: 1. Claasen/Deister (ASV Dachau/TSV Bayer Leberkusen), 2. Banck/Stein (FT Adler Kiel), 5. Hagenow/Schuber (VfL Nürnberg/ASV Dachau) und Pianka/Williams, 9. Holtwick/Kleefisch, 13. Büttner/Herfurth. Büttner/Herfurth liegen in der deutschen Rangliste der Damenteams bereits auf dem 61. Rang, in der Einzelrangliste nehmen sie Platz 129 ein.

WH

 

Deutschland - Tagesspiegel 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Ein Unzufriedener für den SCC

Der Deutsche Volleyball-Meister hat einen Zuspieler gefunden

Berlin. Jaroslav Skach konnte sich mit seiner Rolle nicht abfinden. Da hat 27-Jährige knapp 50 Länderspiele für Tschechien gemacht, war bei der Weltmeisterschaft dabei, aber beim VfB Friedrichshafen schaute er zumeist nur zu. Ilja Wiederschein versperrte ihm die Position des Zuspielers. Skachs Unzufriedenheit machte sich der Deutsche Volleyball-Meister SC Charlottenburg zunutze. Der SCC, auf der Suche nach Ersatz für den nach Frankreich abgewanderten Frank Dehne, verpflichtete ihn ohne große Umstände. Nur ein paar Tage lagen zwischen Verhandlungsbeginn und Vertragsabschluss.

Skach akzeptierte sogar, dass ihm sein neuer Verein keine langfristige Perspektive bot. Er ließ sich mit einem Einjahresvertrag ködern. „Wir wollen erst einmal sehen, wie er sich entwickelt“, sagt Kaweh Niroomand, der SCC-Manager. Skach – ein Zuspieler auf Bewährung? Sicher ist, dass der Tscheche auch in Berlin kein automatisches Dauerspielrecht bekommt. Die Charlottenburger legen größten Wert darauf, ihren Nachwuchs-Zuspieler Manuel Rieke weiter zu fördern und dem 20-Jährigen entsprechend großzügige Einsatzzeiten einzuräumen.

Ursprünglich hatte der SCC auch den Unterhachinger Mikko Esko als Zuspieler auf der Kandidatenliste. Aber der Finne brauchte Bedenkzeit. Ihn drücken private Probleme: Seine Lebensgfährtin, selbst Volleyballerin beim SSV Ulm, wollte aus Süddeutschland nicht weg. Niroomand aber drängte auf eine schnelle Entscheidung. „Ich wollte, dass die Mannschaft so weit jetzt steht.“

Komplett ist der Deutsche Meister indes noch nicht. Ein Mittelblocker wird jetzt noch gesucht, „aber ohne jegliche Hektik“, so Niroomand.

Karsten Doneck

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Volleyball-Fest auf dem Leipziger Markt

Sonne, Strandatmosphäre und Spitzenvolleyball: Am Wochenende feiert Leipzig sein zehnjähriges Beach-Jubiläum. Erstmals wird auf dem Markt geschmettert, wo 750 Tonnen Sand für drei Spielfelder aufgeschüttet wurden. Die Tribünen bieten Platz für 1200 Zuschauer, der Eintritt ist frei.

Bereits heute (ab 12 Uhr) steigt das traditionelle Schülerturnier, morgen (12.45 Uhr) beginnt die Qualifikation für das Hauptfeld. Am Sonnabend (ab 8.45 Uhr) streiten dann je 16 Frauen- und Männerduos um insgesamt 8000 Euro Preisgeld und Ranglistenpunkte. Am Sonntag ab 9 Uhr sind die Viertelfinals geplant. Die Endspiele sollen ab 14.30 Uhr ausgetragen werden.

Ausrichterin Maud Glauche freut sich über den neuen, attraktiven Veranstaltungsort im Herzen der Stadt, hofft auf viel "Laufkundschaft" und 30.000 Besucher: "Immerhin haben wir den Großteil der deutschen Spitzenklasse am Start. Bei den Männern kommen vier von fünf Nationalteams."

Aushängeschild sind zweifellos die Olympiadritten Jörg Ahmann und Axel Hager (Fellbach/Eimsbüttel). Als Favoriten gelten jedoch Christoph Dieckmann und Andreas Scheuerpflug vom VC Olympia Berlin, die vor einer Woche in München das erste Turnier der Renault Beach Cup-Serie gewannen. Ihnen Paroli bieten wollen die Leipzig-Sieger 2002 Julius Brink (Leverkusen) und Kjell Schneider (Kiel) sowie David Klemperer und Niklas Rademacher (Hildesheim), die 2001 in der Messestadt triumphierten. Um die Siegprämie von 1300 Euro mitreden werden sicher die amtierenden Deutschen Meister Tom Hikel (Bottrop) und Marvin Polte (Schwabing).

Aussichtsreichste Lokalmatadoren sind Marcus Popp und Eric Koreng. Die inzwischen für Markranstädt spielenden Vorjahreszweiten und Studentenweltmeister erhielten ebenso eine Wildcard für das Hauptfeld wie VVL-Kapitän Lutz Mühlisch und sein Dresdner Partner Uwe Voigt. Die Markranstädter Daniel Knopf und Ole Mielenz - in München gute Fünfte - müssen dagegen in die morgige Qualifikation.

Bei den Damen wird ein Duell zwischen den Titelverteidigerinnen Andrea Ahmann/Jana Vollmer (Schmiden) sowie den München-Zweiten Geeske Banck und Martina Stein (Kiel) erwartet - beides Nationalteams. Die Leipziger Hoffnungen ruhen vor allem auf Silke Kerl und Sabine Sagert. Die Damen vom VC Markranstädt holten sich in als Fünfte in München viel Selbstvertrauen.

Steffen Enigk

 

Deutschland - Augsburger Allgemeine 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Harlekins mit neuer Führungsspitze

Mit Gerhard Schermutzki als Vorsitzendem geht der VC Harlekin Augsburg in seine zweite Bundesligasaison

Unter neuer Führung gehen die Volleyballerinnen des VC Harlekin Augsburg in ihre zweite Bundesliga-Saison: Der Augsburger Personalberater Gerhard Schermutzki, selbst ehemaliger Bundesliga-Spieler beim TSV 1860 München, hat Ingke Weimert an der Spitze abgelöst und leitet als Vorsitzender künftig den Verein. Die Betriebswirtschaftsstudentin bleibt stellvertretende Vorsitzende, das Amt des Schatzmeisters übernimmt Hans-Peter Pleitner.

Bei einer Pressekonferenz im Hotel Dorint präsentierte die neue Führungsriege erstmals ihre Planungen und Ziele für die nächste Saison. „Wir wollen Volleyball in Augsburg weiterhin erstklassig halten und ich bin sehr optimistisch, dass uns das gelingt“, so Gerhard Schermutzki. Der gebürtige Darmstädter, der seit 14 Jahren in Augsburg lebt, spielte sowohl mit Volleyball-Bundestrainer Stelian Moculescu als auch Frantisek Pavlicek, dem Vater von Claudia Pavlicek, der heutigen Harlekin-Stellerin, zusammen. Er verfügt über gute Kontakte zur Wirtschaft und macht die Suche nach finanzkräftigen Sponsoren zur Chefsache. „Wir bemühen uns um einen Hauptsponsor, der auch die Gelegeheit hat, sich in den Vereinsnamen einzubringen. Dazu vier bis fünf weitere Sponsoren mit unterschiedlichem finanziellen Engagement. Wir gehen davon aus, dass das klappt und hoffen, Ende Juli über die Erfolge berichten zu können“, haben sich Schermutzki und sein Team einen festen Termin gesetzt, an dem das finanzielle Korsett stehen soll.

Drei bis vier Verstärkungen

Parallel dazu bastelt Trainer Peter Götz an der Mannschaft für die nächste Saison. Wie bereits berichtet, wird Außenangreiferin Anna Barnak die Harlekine Richtung Dresden verlassen, alle anderen Spielerinnen haben signalisiert, in Augsburg bleiben zu wollen. „Wir haben allen schon ein Angebot unterbreitet, brauchen aber sicher noch drei, wenn nicht vier Verstärkungen auf den Positionen Zuspiel, Außenangriff und Mittelblock“, so Schermutzki. Schließlich solle die Mannschaft im nächsten Jahr, wenn die Liga auf zwölf aufgestockt wird und wieder zwei Teams absteigen müssen, „an den ersten Sechs schnuppern oder wenn möglich sogar unter die ersten Sechs kommen“.

Auch die Verteilung der verschiedenen Aufgaben im Verein soll nächste Saison besser klappen. „Wir müssen ein Umfeld schaffen, das den Spielerinnen Sicherheit gibt. Sie sollen sich ausschließlich auf den Sport konzentrieren können“, hofft der neue Vorsitzende, dass die Attraktivität von Augsburg als Spiel-Standort noch mehr gesteigert werden kann. Man habe schließlich nicht nur interessante Unternehmen vor Ort, die einer Spielerin den Berufseinstieg erleichtern könnten, sondern auch die Universität und die kulturelle Vielfalt der Stadt. „Das haben wir bisher noch gar nicht so richtig ausgenutzt“, ist sich Schermutzki sicher, dass noch einige Ressourcen entdeckt werden können.

Auch zum bisherigen Harlekin-Förderer Peter Eiba, der sein Sponsoring ab dem Herbst nicht mehr verlängert, nahm Schermutzki Stellung: „Der Vertrag läuft bis September und Herr Eiba hat alle Verpflichtungen erfüllt. Es ist respektabel, was er für den Verein geleistet hat.“ Deshalb wolle man auch weiterhin Kontakt halten.

Andrea Klein

 

Deutschland - Stuttgarter Nachrichten 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Fellbach: Wettlauf mit der Zeit

Volleyball-Zweitligist SV Fellbach befürchtet das Aus

Stuttgart - Weil der SV Fellbach als einer der drei an der Volleyball Fellbach GmbH beteiligten Gesellschafter seine Zuschüsse drastisch kürzen will, droht dem SVF-Team der Sturz aus der Zweiten Bundesliga.

Mit freundlicher Unterstützung des Erstliga-Aufsteigers SG Eltmann haben die Fellbacher Volleyballer den Klassenverbleib in der zweiten Liga in letzter Minute geschafft. Die Hoffnung, nach der von Enttäuschungen geprägten Saison 2002/03 einen Neuanfang auf stabiler Basis bewerkstelligen zu können, ist seit der Gesellschafter-Versammlung in der vergangenen Woche jedoch der Befürchtung gewichen, dass der freie Fall des deutschen Vizemeisters von 1998 nun doch nicht mehr aufzuhalten ist. "Die Sache ist existenzbedrohend", sagt Jörg Papenheim, der Geschäftsführer der Volleyball Fellbach GmbH.

Als Papenheim den Gesellschaftern des Volleyball-Projekts - SV Fellbach, TSV Schmiden und TV Oeffingen - seinen Etat für die kommende Spielzeit (Volumen: rund 126 000 Euro) präsentierte, ging er von einer allseitigen Zustimmung aus. Doch dann verkündete Joachim Seibold, der Vorsitzende des SV Fellbach, dass sein Verein die Zuschüsse an die GmbH auf ein Drittel des bisherigen Umfangs zusammenstreichen werde. "Das kam wie aus heiterem Himmel", sagt Papenheim, in dessen Budget jetzt eine Deckungslücke von etwa 15 000 Euro klafft.

Bis zum 30. Juni hat der GmbH-Geschäftsführer nun Zeit, diese Lücke zu schließen. Papenheim ist weit davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen: "Wir müssen jetzt halt schauen, wie wir das Geld organisieren können." Doch der Volleyball-Organisator weiß auch, dass die Aufgabe äußerst schwierig und womöglich kaum zu lösen ist. Zumal der Etat, wie Papenheim anmerkt, ohnehin schon "auf Kante genäht" sei. Gelingt ihm der Kraftakt nicht, dann wird die Volleyball Fellbach GmbH auf die bereits beantragte Zweitliga-Lizenz verzichten. "Das", so Papenheim, "muss bis Ende Juni geschehen, sonst müssten wir eine saftige Strafe an den Verband zahlen."

In welcher Spielklasse der SV Fellbach im Falle eines Zweitliga-Verzichts landen würde, ist noch offen. So viel aber steht aus Papenheims Sicht fest: "Wenn wir wegen der Einsparungen, zu denen wir jetzt gezwungen werden, nicht in der zweiten Liga spielen können, dann ist die Volleyball GmbH auch nicht mehr mein Thema."

Wolfgang Hoesch

 

Deutschland - Thüringer Allgemeine 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Zusammenstöße auf der anderen Fahrbahn

Der ThSV Eisenach ist nicht mehr solvent. Auch der FC Rot-Weiß Erfurt hat Schulden. Die Volleyball-Aufsteiger aus Erfurt und Suhl kämpfen um einen Etat für die 1. Bundesliga. Das Wintersportland Thüringen scheint nicht das geeignete Pflaster für professionellen Mannschaftssport.

Die Forderung nach einer Teag-Arena in Thüringen kam für den Chef des Energie-Anbieters, Bernhard Bloemer, ein bisschen überraschend. Eine neue Halle für die Basketballer in Jena, die Handballer in Eisenach oder ein echtes Fußball-Stadion für Rot-Weiß oder Carl Zeiss wird Thüringens größter Sportsponsor wohl so bald nicht bauen. Seine Firma könne höchstens zwei Höhepunkte schultern, so Bloemer auf der Landespressekonferenz in Erfurt. Mit dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem ThSV Eisenach hat der Teag-Boss bereits zwei teure Sorgenkinder unter seinen Fittichen. Neben weiteren 80 kleinen Vereinen, einer Hand voll Spitzensportlern, dem Rad-Team und den Suhler Volleyballerinnen in der 1. Bundesliga.

"Der Profibereich ist eine andere Fahrbahn", sagt Bloemer. "Erfolg und Botschaft sind wichtig für uns. Deshalb sind wir nicht glücklich, über die Schlagzeilen die beide Vereine derzeit produzieren", warnt Bloemer die Kapitäne der Flaggschiffe.

Nach dem Eishockey-Knockout hängen nun auch die Handballer und Fußballer in den Seilen. Die Volleyballerinnen aus Suhl und Erfurt können nur mit Klimmzügen den Aufstieg wahrnehmen. Die Ringer aus Greiz entgingen ganz knapp der monetären Schulterniederlage.

Hilfe vom Staat gibt es nicht. "Wir dürfen nur den Unterbau fördern", sagt Rolf Beilschmidt, Hauptgeschäftsführer im Landessportbund. "Die Wirtschaftskraft hier ist begrenzt, und leider engagieren sich nicht alle großen Firmen des Freistaats im Sport", bedauert Beilschmidt.

So bleibt den Profi-Teams nur der steinige Weg nach oben. "Im Saarland gibt es keinen Handball-Bundesligisten mehr. Deshalb ist Eisenachs Gastspiel eine Sensation, die schon fünf Jahre anhält", hofft SPD-Politiker und ThSV-Vorstand Heiko Gentzel auf eine Fortsetzung.

In Schleswig-Holstein gibt es mit Kiel und Flensburg gleich zwei Handball-Bundesligisten sowie mit Lübeck sogar noch einen Fußball-Zweitligisten. Dafür kaum Olympiasieger. So einfach lassen sich die Bundesländer eben doch nicht vergleichen.

Dirk Pille

 

Deutschland - Thüringer Allgemeine 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Nordhausener verhandeln mit einem Nationalspieler

Die Meldungen über Zu- und Abgänge bestimmen derzeit beim Südharzer Volleyballclub in Nordhausen die Nachrichten. Als Abgang des SVC wurde Daniel Knopf vermeldet. Der 26-jährige Angreifer hat einen Vertrag beim Erstliga-Aufsteiger VV Markranstädt angenommen. Zugleich bereitet sich der Zweimetermann für die Outdoor-Serie mit dem Berliner Peer-Ole Milenz als Partner auf die neue Beach-Saison der Eliteklasse vor. Rick Wiedersberg, mit dem Knopf vor sechs Wochen zum dritten Mal zum Sportler des Jahres gekürt worden war, ist verletzungsbedingt noch nicht wieder im SVC-Kader.

Der angekündigte Wechsel des Jugendnationalspielers Stefan Uhmann nach Gotha ist noch nicht perfekt. Sollte sich in Nordhausen eine weitere Ausbildungsmöglichkeit für den Youngster ergeben, bleibt das 208-Zentimeter-Talent weiter im Südharz.

Die guten Nachrichten aus dem SVC-Büro zielen auf die erhofften Verstärkungen. Mit Alexander Wedler steht dabei ein Hochkaräter auf der Südharzer Wunschliste. Der frühere Niedersachswerfener hatte das Volleyball-Abc einst in Nordhausen erlernt. Im zurückliegenden Jahrzehnt verdiente Alex als Profi in Leipzig, Moers, Belgien und in der deutschen Nationalmannschaft seine Brötchen. Die Nordhäuser Fans werden sich noch an seine Auftritte in der Wiedigsburghalle beim Pokalfinale im Dress des Europapokalsiegers SC Moers oder im National-Dress im Länderspiel gegen Japan erinnern, bei denen Wedler zu den herausragenden Spielern auf dem Nordhäuser Parkett zählte.

Mit weiteren sechs Spielern steht das SVC-Präsidium in Verhandlung. Die Gespräche mit den Nordhäuser Akteuren zielen auf regelmäßige Trainingsbeteiligung und Leistungsverbesserung in der kommenden Regionalligaserie.

 

Deutschland - Berliner Morgenpost 

Donnerstag. 15. Mai 2003

SCC: Rückzug aus der Volleyball-Bundesliga

Für die Volleyballer des Sportclubs Charlottenburg (SCC) ist die gerade zu Ende gegangene Saison fast optimal verlaufen. Zwar schied man im nationalen und internationalen Pokalwettbewerb früher aus als erhofft, dafür gelang es dem Team von Trainer Mirko Culic, die deutsche Meisterschaft endlich wieder nach Berlin zu holen. Titelverteidiger Friedrichshafen scheiterte im Halbfinale, und der 3:0-Finalsieg gegen Wuppertal brachten Marco Liefke und Co. ans Ziel aller Träume. 

Ein Traum allerdings, der - wenn die Sparvorschläge von Finanzsenator Thilo Sarrazin so umgesetzt werden wie geplant - schnell ausgeträumt sein könnte. Wenn die Finanzierung klappt, startet der SCC zwar in der nächsten Saison in der Champions League, doch für die drauffolgende Spielzeit sieht Rita Neise, die Vorsitzende der Volleyball-Abteilung des SCC, schwarz: "Wir erhalten jedes Jahr rund 150 000 Euro aus den Spielbankmitteln, das entspricht etwa 25 bis 30 Prozent unseres Etats. Wenn das 2004 komplett wegfällt, ist der Bundesliga-Spielbetrieb für uns nicht mehr aufrecht zu erhalten, von Europapokal-Spielen gar nicht zu reden. Ein so hoher Betrag ist auch durch Sponsoren nicht zu kompensieren. Man muss es so deutlich sagen: Dann wäre Volleyball auf diesem Niveau nach fast 20 erfolgreichen Jahren vorbei."

jr

 

Deutschland - Badische Zeitung 

Donnerstag. 15. Mai 2003

Die Große Freiheit als Nummer sieben

Im Volleyball durchlebt jeder Libero eine handfeste Identitätskrise - der Freiburger Student Wolfgang Beck ist bereits einen Schritt weiter

FREIBURG. Worte lotsen manchmal in die Irre. Im Land des Nullwachstums, der Ausreisezentren (Abschiebelager!) und Steuersubventionsabbaugesetze kommt der Begriff des "Liberos" verhältnismäßig unverdächtig daher. Zumal er im fußballorientierten Denkschema der Deutschen von keiner geringeren als der vermeintlichen Lichtgestalt Franz Beckenbauer besetzt ist. Den Kaiser des Volleyballs in der unscheinbaren Zone entlang der Grundlinie zu vermuten, erscheint deshalb abwegig. Und doch tummelt sich hier mit Vorliebe der Verteidigungsexperte einer angriffslastigen Sportart.

Libero? Die Reformwut experimentierfreudiger Funktionäre des Volleyball-Weltverbandes FIVB gebar vor fünf Jahren jenen Spezialisten, für den der Wortstamm "frei" (lateinisch "liber") in etwa so zutreffend ist wie für einen Wochenend-Freigänger mit lebenslanger Haftstrafe. Sieht sich jeder Spieler auf der Position des Liberos doch seines Lebenselixiers beraubt, des Angriffsschlags - ein Enthauptungsschlag, den auch Wolfgang Beck erst einmal verkraften musste.

Als die Volleyballer von 1844 Freiburg im vergangenen Spieljahr um den Aufstieg in die erste Bundesliga baggerten, musste der langjährige Außenangreifer des Teams erkennen, dass auf seiner Stammposition zwei andere besser waren. Für einen Schmetterverrückten, der bei seinem Zweitliga-Debüt mit 19 Jahren als vermeintlicher Überflieger die gegnerischen Blockspieler reihenweise verzweifeln ließ, bedeutete dies das Eingeständnis seiner limitierten Fähigkeiten. "Wer an seine Grenzen gelangt und dann den richtigen Schluss zieht, kommt für sich selbst weiter", erkannte Wolfgang Beck. Und arrangierte sich fortan mit der ungeliebten Hinterfeldposition, in der zwar die übliche Rotationsordnung außer Kraft gesetzt ist, die aber durch die Beschränkung auf Annahme und Feldabwehr rein defensiv ausgerichtet ist. Askese im Schmettersport.

"Als Libero brauchst du eine Art Mutter-Theresa-Instinkt", sagt Vincent Lange, Abwehrchef des deutschen Meisters SCC Berlin. "Du musst dein Ego zurückstellen, dich für die Mannschaft aufopfern und möglichst nicht daran verzweifeln." Viele Trainer behandelten den siebten Feldspieler kurz nach seiner Einführung stiefmütterlich und besetzten ihn mit abgehalfterten Außenangreifern. Inzwischen aber haben fehlerfreie Annahmeleistungen und spektakuläre Abwehraktionen dem Libero national wie international zu großer Reputation verholfen. "Ohne Libero Vasa Mijc wäre Jugoslawien nicht Europameister und Olympiasieger geworden", stellt der baden-württembergische Landestrainer Michael Mallick fest. Als Abwehrorganisator, Motivator und verlängerter Arm des Trainers ist der Libero inzwischen für jeden ambitionierten Erstligisten unerlässlich. Das gilt auch für den TSV Bad Saulgau, den Spielerlegende Burkhard Sude als Trainer im kommenden Jahr in die Playoffs führen will - mit Wolfgang Beck als Libero.

"In der Abwehr gibt es in Deutschland kaum einen Besseren." Diego Ronconi über Beck

Der Freiburger Lehramtsstudent (Sport und Geografie) wechselte vor der abgelaufenen Runde zum Bundesliga-Aufsteiger und wurde dort innerhalb kürzester Zeit als Defensivspezialist akzeptiert. "In der Abwehr gibt es in Deutschland kaum einen Besseren als Wolfgang", behauptet der Freiburger Trainer Diego Ronconi, der den 25-jährigen Beck vor sechs Jahren "als Namenlosen" (Ronconi) zu 1844 holte und nun von der spielerischen und menschlichen Entwicklung seines ehemaligen Schützlings beeindruckt ist: "Er kann die Schläge vorausahnen und besitzt den Mut, sich auf vier Metern einem Schnellangriff zu stellen." Was vielleicht auch mit dem jetzigen Coach Burkhard Sude zusammenhängt. "Mister Volleyball" leitet in Tettnang eine Zahnarztpraxis und versicherte Beck: "Wenn dir ein Ball einen Zahn herausschlägt, kriegst du von mir einen neuen."

Schafft es der gebürtige Bad Buchauer, im kommenden Jahr seine Annahme auch bei harten Schmetteraufgaben zu stabilisieren, zählt Ronconi ihn durchaus zu den Kandidaten für die Nationalmannschaft. Ein langer Weg für einen, der drei Jahre bei 1844 Freiburg in der Regionalliga auf Motivationssuche war ("da bin ich in ein Loch gefallen") und nun selbst die Contenance bewahrt, auch wenn er wie beim Saulgauer Heimsieg gegen Moers einen Satz lang keinen Ball berührt.

Der schwer zugängliche Posten, "auf dem man irgendwie einen Vogel haben muss" (Beck), eröffnet "Speck" (Spitzname seiner ehemaligen Freiburger Kollegen) ungeahnte Perspektiven, gelöst von vielen Fesseln - die Große Freiheit als Nummer sieben.

Matthias Kaufhold

 

Deutschland - www.beach-volleyball.de  

Donnerstag. 15. Mai 2003

Kommentar: Der Poolplay Modus in der Kritik

Einen Versuch war es wert oder warum wir erst um 17.00 Uhr spielen

Demnächst kommen wir erst um 17.00 Uhr, spielen dann und das reicht völlig“. Dieser bezeichnende Kommentar eines aktuellen Nationalspielers beleuchtet ein wenig die aktuelle Situation, die sich beim ersten Renault Beach-Cup in München am vergangenen Wochenende ergeben hat. Nach dem aktuellen Pool-Play System für das 24er-Feld der Herren, das erstmals in München ausgetragen wurde, und das vom DVV an das internationale System angepasst wurde, wurde zunächst eine Vorrunde in Gruppenspielen ausgetragen, um danach eine Zwischenrunde zu starten, an der bei den Herren der Schöpfung alle Teams (auch die, die zweimal verloren hatten) wieder teilnehmen konnten.

Sinnlose Gruppenspiele?

Was nutzten dann da zwei Siege in der Vorrunde, ob gewonnen oder verloren, das Resultat blieb das Gleiche. Bunte Blüten trieb auch das Viertelfinale der Damenkonkurrenz, als die an eins und zwei gesetzten Teams bereits aufeinander trafen, obwohl die Teams der Setzliste 3, 4, 10, 13 und 14 noch im Rennen waren. Bleibt die Frage offen, wozu da noch eine Setzliste macht. Dieses Problem sieht ein Spieler ebenfalls: "Du spielst den ganzen Tag diese Gruppenspiele und bist keinen Schritt weiter als vorher. Mit einer unglücklichen Auslosung scheidest Du in der Single-Elimination frühzeitig aus, und kannst es nicht wieder gutmachen."

Möglichkeiten der "Manipulation"

Für die Zuschauer ist das Poolplaysystem sicherlich leichter zu durchschauen, als die Double-Elimination. Doch leider bietet dieser Modus auch die Möglichkeit der "Manipulation". Wenn ein Team bereits für die Endrunde qualifiziert ist, wird nach dem ersten Satz nicht mehr ernsthaft gekämpft. Ein weiterer Nationalspieler: "Das reicht ihm, um Gruppenerster zu sein, und sagt sich: warum soll ich jetzt noch weiter voll spielen." Sicher sind Anpassungen an den internationalen Standard sinnvoll, aber der Sport darf natürlich nicht auf der Strecke bleiben. Und Anpassungen um nur Anpassungen oder neues zu machen, sind mit Sicherheit auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Schon Änderungen in Leipzig

Beim DVV hat man die Zeichen erkannt und überlegt, ob man nicht schon zum kommenden Beach-Cup das System wieder modifizieren sollte. So werden in Sachsen auch "nur" 16 Herrenteams an den Start gegen. Somit ist zumindest das Problem des 24er Herrenfeldes vorerst gelöst. Wir meinen: Nicht alles Neue ist auch immer gut, ein Versuch war es wert und erneute Änderungen tun Not!

 

Deutschland - www.volleyday.de  

Donnerstag. 15. Mai 2003

DVV-Junioren: Sieg über Frankreich!

Die deutsche Junioren-Auswahl hat gestern das erste von drei Spielen gegen Vize-Europameister Frankreich gewonnen. Die Mannschaft um Kapitän Jochen Schöps (Foto) siegte mit 3:2 (23:25, 22:25, 25:22, 31:29, 15:13). "Das ist nicht selbstverständlich, dass wir hier gewonnen haben”, sagte Bundestrainer Michael Warm. "Schließlich ist Frankreich ein Top- und kein Aufbaugegner.”

Die Spiele sowie das Trainingslager in Frankreich dienen den Youngstern zur Vorbereitung auf die Junioren-WM-Qualifikation, die vom 23. bis 25. Mai in Spergau bei Leipzig stattfindet. "Die Jungs müssen sich erst wieder daran gewöhnen, Jugend zu spielen”, erklärte Warm. "Im Gegensatz zur Bundesliga wird hier schneller agiert, dafür werden aber auch mehr Fehler gemacht und man ist noch nicht so abgezockt.”

Spiel Nummer zwei und drei gegen Frankreich finden heute und am Freitag statt.

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel