News

Sonntag, 22. Juni 2003 

Weitere Pleite für DVV-Auswahl
Mader: "Was ich anfange, darf nicht klein bleiben"
Dieckmann/Reckermann schon im Viertelfinale
DVV-Auswahl wartet weiter auf zweiten Sieg
"Ich will gestalten und nicht verwalten"
Liefke bannt Herzprobleme
Favoriten-Siege auf dem Schloßplatz !

Juni 2003

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Deutschland - Darmstädter Echo 

Sonntag. 22. Juni 2003

Weitere Pleite für DVV-Auswahl

Der Auftritt der deutschen Volleyballer in der Weltliga ist weiterhin keine Erfolgsgeschichte. In dem mit 15 Millionen Dollar dotierten Wettbewerb musste das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) seine achte Pleite im neunten Spiel hinnehmen. Gegen Portugal unterlag die deutsche Mannschaft in Leipzig nach zweistündigem Kampf 2:3 (25:22, 17:25, 23:25, 25:23, 11:15). 

Trotzdem besteht für die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu noch die Chance, durch einen Sieg in der Revanche gegen die Iberer am Sonntag (11.00 Uhr) an gleicher Stelle den angestrebten Platz drei in der Vorrundengruppe B abzusichern.

Italien und Brasilien streiten um Gruppensieg

Um den Gruppensieg spielen am Wochenende Weltmeister Brasilien und Ex-Weltmeister Italien in Brasilia. Beide Teams führen mit sieben Siegen aus acht Spielen souverän die Tabelle an und sind bereits für die Weltliga-Finalrunde im Juli in Madrid qualifiziert.

Moculescu hatte vor dem ersten Match gegen die Portugiesen noch Zuversicht verbreitet: "Wir wollen unsere beiden Heimspiele gegen Portugal unbedingt gewinnen, um auch in der Weltrangliste Boden gut zu machen." Schließlich hatte sein Team beim WM-Achten Portugal, der in der Rangliste des Weltverbandes FIVB auf Position 14 und damit acht Ränge vor Deutschland liegt, mit 3:2 den bislang einzigen Sieg in der laufenden Weltliga-Saison gefeiert.

Schwächeperioden verhindern Erfolg

In der mit 3300 Besuchern nur zur Hälfte gefüllten Leipzig Arena begann die DVV-Auswahl konzentriert, leistete sich aber immer wieder Schwächeperioden und brachte sich durch leichte Fehler selbst aus dem Konzept. Die Vorteile der Portugiesen in einem hart umkämpften Match lagen in der Feldabwehr und im Blockspiel.

 

Deutschland - Aachener Nachrichten 

Sonntag. 22. Juni 2003

Mader: "Was ich anfange, darf nicht klein bleiben"

Die Visionen des Sportmanagers

Düren (an-o/inla) - Roland Mader, einer der erfolgreichsten deutschen Sportmanager, hat eine Vision: er will aus Düren eine Sportstadt machen. Der 58-Jährige wird schon mal so zitiert: "Was ich anfange, darf nicht klein bleiben. So bin ich eben." - ein Porträt.

Im Flur seines Diensthauses an der Valencienner Straße steht Sepp Maier in Lebensgröße. Im Besprechungszimmer hängt ein Plakat vom Bayern-Spiel letztes Jahr in Langerwehe.

Beides sagt eine Menge über Roland Mader. Sport ist sein Leben. Mit den Größen der Branche ist er auf Du und Du. Nun hat Mader eine Vision. Düren soll Sportstadt werden. Volleyball, Fußball, das könnten die Aushängeschilder sein. Mader arbeitet daran, dass der Ort an der Rur auch an der Isar, Elbe und Spree bekannt wird.

Neulich hat ihm die "Süddeutsche Zeitung" einen 200-Zeilen-Bericht eingeräumt. Was in sein Blickfeld gerät, bleibt nicht lange unverändert, steht da sinngemäß - und auch das trifft die Sache. Mader, ehedem Leistungssportler (Leichtathletik, Fußball) wollte und will immer ganz nach oben. Weil das so ist, träumt er davon, den GFC Düren aus der Fußball-Oberliga in die Regionalliga zu bringen. Nächste Saison ist Ex-Profi Wilfried Hannes Trainer des GFC. "Er soll dem Team ein Gesicht geben", sagt Mader. Mittwoch, 2. Juli, spielt der GFC auf der Westkampfbahn gegen Schalke 04.

Das ist der Ort, den Mader fest eingeplant hat für seine Vision von der Sportstadt Düren. "Die Westkampfbahn kennt man aus vergangenen erfolgreichen Fußball-Tagen auch in München", Natürlich muss das Stadion saniert werden und Mader weiß, dass derzeit nicht die Zeiten für große finanzielle Forderungen an die Kommune sind. "Alle müssen mitziehen, wenn sie Interesse haben." Er meint die heimische Wirtschaft, die Politiker und sich selbst. Was seine Person anginge, brauche man sich keine Sorgen zu machen, beschied er. "Das Geld besorge ich schon."

Mader ist Chef einer der größten Sport-Agenturen in Deutschland. Die Telekom gehört zu seinem Kundenkreis, als die mit Bayern München verhandelten, saß der Wahl-Dürener mit am Tisch. Sein Arm reicht weit, sagt er selbst. Mader ist zwölf Jahre Präsident der Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gewesen, er war Vize-Chef von 1860 München, der Liebe wegen sei er, der gebürtige Innsbrucker, von München ins Rheinland gekommen. In Nideggen hat er ein nettes Anwesen, bei gutem Wetter kann er von seiner Terrasse bis zum Kölner Dom schauen.
Wacher Blick

So wie er dasitzt, hemdsärmelig, Krawatte, wacher Blick, macht er einen zufriedenen Eindruck. Wenn es mit Düren als Sportstadt nicht hinhaut, wird ihn das auch nicht aus der Bahn werfen. Aber daran verschwendet er offiziell keinen Gedanken. Über Misserfolge spricht er nicht gerne.

 

Deutschland - DVV-News 

Sonntag. 22. Juni 2003

Dieckmann/Reckermann schon im Viertelfinale

Und jetzt gegen die Lacigas!

Die Beach-Europameister 2002, Markus Dieckmann/Jonas Reckermann, scheinen sich in der Schweiz pudelwohl zu fühlen. Im vergangenen Jahr siegte das Duo bei der EM in Basel, nun stehen die beiden Moerser im Viertelfinale der World Tour in Gstaad. Im Achtelfinale besiegten sie Norwegen I, Kjemperud/Hoidalen, mit 2:0 (21-16, 21-19) und treffen im Viertelfinale nun auf die Brüder Laciga (SUI).

 

Deutschland - DVV-News 

Sonntag. 22. Juni 2003

DVV-Auswahl wartet weiter auf zweiten Sieg

Deutschlands Volleyballer müssen weiter auf ihren zweiten Sieg in der Weltliga 2003 warten: In Leipzig bezwang der WM-8. Portugal den Gastgeber mit 3:2 (25:22, 17:25, 23:25, 25:23, 11:15) und konnte seinerseits über den zweiten Triumph im diesjährigen Wettbewerb jubeln.

Der Spielbericht

1. Satz:
Zu Beginn des ersten Satzes konnte sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen. Deutschland produzierte anfangs viele Aufschlagfehler, sodass die portugiesische Annahme um Libero Carlos Teixeira wenig gefordert wurde. Aber die deutsche Annahme zeigte auch keine Schwächen und hatte zudem in Kapitän Wolfgang Kuck einen konstanten Punktesammler auf der Außenposition. Drei gute Aufschläge von Björn Andrae ließen Deutschland auf 20:17 davon ziehen – die Vorentscheidung im ersten Satz. Björn Andrae war es dann auch, der den Satzball versenkte und Deutschland mit 1:0 in Führung brachte.

2. Satz:
Portugal zeigte sich durch den Satzverlust nicht geschockt, im Gegenteil: Mit mehr Aggressivität in Aufschlag (Manuel Silva) und Block (Joao Jose) setzten die Gäste die ersten Akzente im zweiten Satz (8:4). Die portugiesische Angriffsmaschinerie lief nun, bei der deutschen Mannschaft ging nicht mehr viel, auch Spielerwechsel (Wiebel für Bergmann, Wiederschein für Dehne und Siebeck für Andrae) halfen da nicht mehr – der Satzausgleich war die Folge.

3. Satz:
Deutschlands Trainer Stelian Moculescu vertraute wieder seiner Startformation, dennoch erwischte Portugal erneut den deutlich besseren Start (4:0). Moculescu brachte den Leipziger Mark Siebeck in seiner Heimatstadt für Björn Andrae und Deutschland glich zum 7:7 aus. Aber Portugal zeigte sich nicht geschockt, spielte besser als der Gastgeber und gewann auch den dritten Satz.
Deutschlands Trainer Stelian Moculescu vertraute wieder seiner Startformation, dennoch erwischte Portugal erneut den deutlich besseren Start (4:0). Moculescu brachte den Leipziger Mark Siebeck in seiner Heimatstadt für Björn Andrae und Deutschland glich zum 7:7 aus. Von nun an lag Portugal immer in Führung (16:13) und Deutschland glich wieder aus (18:18), am Ende hatten die Portugiesen den Satz jedoch verdient gewonnen.

4. Satz:
So spannend wie der dritte Satz geendet hatte, so ausgeglichen verlief auch der vierte Satz. Deutschland tat sich weiterhin sehr schwer, ins Spiel zu finden, jeder Punkt musste erkämpft werden. Doch die Willensstärke der deutschen Spieler sowie die zunehmenden Aufschlagfehler Portugals wurden mit dem Satzausgleich belohnt. Björn Andrae war es wieder vorbehalten, den Satzball mit einem gefühlvollen Lob zu verwerten.

5. Satz:
Der Tiebreak war ein Spiegelbild des gesamten Spiels: Portugal machte seine Punkte schnell, die deutsche Mannschaft musste um jeden Punkt fighten. Nach einem Blitzstart (4:0) schien die Niederlage schon besiegelt, aber der Kampfgeist der DVV-Auswahl ließ wieder hoffen (7:7). Portugal hatte jedoch einen Trumpf, der den Unterschied machte: Joao Jose, bester Mittelblocker der WM 2002, war bester portugiesischer Spieler in Angriff und Block und sicherte Portugal den vierten Satz und den 3:2-Sieg.

Punktbeste Spieler
Deutschland: Christian Pampel (22 Punkte), Wolfgang Kuck (15), Björn Andrae (11), Ralph Bergmann (10)
Portugal: Joao Jose (20), Hugo Gaspar (18), Jorge Alves (13), Manuel Silva (12)

Stimmen zum Spiel:

Wolfgang Kuck (Captain GER):
"Ich bin natürlich enttäuscht, weil wir verloren haben. Wir haben gekämpft und versucht, das Spiel zu gewinnen, wir sind aber wieder Mal an den Eigenfehlern gescheitert."

Stelian Moculescu:
"Ich bin enttäuscht, weil ich die Spiele gegen Portugal unbedingt gewinnen will, weil die Mannschaft in unserer Reichweite ist. Das war ein Spiel, in der meine Mannschaft unter Druck stand, aber wir schaffen es einfach nicht, die einfachen Situationen zu lösen. Wir spielen immer noch mit dem Säbel, die anderen mit dem Florett."

 

Deutschland - Hamburger Abendblatt 

Sonntag. 22. Juni 2003

"Ich will gestalten und nicht verwalten"

Sportpolitik: Thomas Kleipoedszus möchte Präsident des Hamburger Sportbundes werden. Sein Programm: Schwerpunkte setzen.

ABENDBLATT: Herr Kleipoedszus, warum wollen Sie am nächsten Dienstag zum HSB-Präsidenten gewählt werden?
THOMAS KLEIPOEDSZUS: Feuer und Flamme für Hamburg 2012 haben mir einen Schub gegeben, einen Schwung für Gestaltungsideen gebracht. Die neue Position des Sports in Hamburg will ich mit diesem Schwung festigen. Dafür stehe ich gerne zur Verfügung.

ABENDBLATT: Wo sehen Sie die wichtigsten Unterschiede im Programm zu ihrem Konkurrenten Klaus-Jürgen Dankert?
KLEIPOEDSZUS: Der elementare Unterschied besteht im Grundansatz. Ich möchte, dass nicht verwaltet wird, was ist, sondern gestalten, was kommt.

ABENDBLATT: Was wollen Sie in den zwei Jahren Ihrer Amtszeit bis 2005 erreichen? Wo werden Sie Schwerpunkte setzen?
KLEIPOEDSZUS: Die neue Sportpolitik in Hamburg (Aktionsprogramm 2012) muss vom beschriebenen Papier in die aktuelle Wirklichkeit umgesetzt werden. Als positive Folge der Einführung der dritten Sportstunde muss auch der integrative Sportstättenbau vorangebracht werden. Vereine und Schulen werden gleichermaßen davon profitieren. Die Förderung des Nachwuchsleistungssports wird in den Vordergrund gerückt, ohne dass der Breitensport an Stellenwert verliert. Dazu gehört auch eine engere Kooperation von Schule und Verein. Der HSB muss in dem Zusammenhang Konzepte entwickeln, wie die Vereine auf die zukünftige Entwicklung der Ganztagsschulen reagieren können. Um dieses zu leisten, ist eine Veränderung der Strukturen im ehrenamtlichen und hauptamtlichen Bereich unumgänglich.

ABENDBLATT: Wo sehen Sie Stärken und Schwächen des HSB?
KLEIPOEDSZUS: Fast 500 000 Mitglieder im HSB sind ein gesellschaftlicher Faktor, der sehr integrativ wirkt. Stärken sind auch die Sachkompetenz des Ehrenamtes und die breite, qualitative Palette von Dienstleistungsangeboten des HSB an die Vereine und Verbände. Ein Schwachpunkt bleibt das Image des HSB - das ist einfach schlecht. Von der Öffentlichkeit als schlafender Riese kaum wahrgenommen, wird er als Geldverteilungsmaschine akzeptiert. Schulterklopfen innerhalb des HSB wird nichts verbessern. Der HSB muss sich viel stärker gesellschaftspolitisch öffentlich wirksam positionieren. Er muss bereit sein, auch auf andere Verbände zu schauen. Da können wir viel lernen.

ABENDBLATT: Stichwort Strukturreform. Dankert und Sie wollen den HSB-Apparat effektiver machen. Warum ist dies nicht längst geschehen?
KLEIPOEDSZUS: Der Präsident hatte dies zur Chefsache gemacht. Er hat sich nicht durchsetzen können. Sie ist überfällig und muss kommen.

ABENDBLATT: Im Haushalt 2003 werden dem HSB 1,221 Millionen Euro aus Toto-Lotto-Mittel fehlen, andererseits konnten 2002 rund 500 000 Euro Rückstellungen gebildet werden. In der Summe sind das 700 000 Euro weniger als im Vorjahr. Wo wollen Sie sparen?
KLEIPOEDSZUS: Ich bin gegen ein Rasenmäherprinzip. Der Weg zum Sparen geht nur über eine konsequente Aufgabenkritik, das heißt, welche Aufgaben muss der Sport in Zukunft unabdingbar übernehmen, welche sind wünschenswert und welche überfordern seine Leistungsfähigkeit? Diese Aufgabenkritik wird durch das Leitbild des Sports zu einer breiten Diskussion mit Vereinen und Verbänden führen.

ABENDBLATT: Wie können neue Einnahmequellen geschaffen werden?
KLEIPOEDSZUS: Das Anlagevermögen des HSB muss mittelfristig die Einnahmen des HSB verbessern und nicht wie bisher zu erheblichen Ausgaben führen. Hier muss der HSB lernen, kaufmännisch zu denken.

ABENDBLATT: Was bedeutet der Sparzwang für Vereine und Verbände? Wird der Sport seinen sozialen Aufgaben im bisherigen Umfang nachkommen können?
KLEIPOEDSZUS: Das hohe Niveau der Einnahmen aus Lotto-Toto wird mittelfristig nicht zu halten sein. Deshalb die Forderung nach Aufgabenkritik. Die Vereine vor Ort schultern die wesentliche soziale Arbeit. Dies werden sie auch in Zukunft leisten. Deshalb dürfen ihnen die dafür notwendigen Mittel nicht gekürzt werden.

ABENDBLATT: Was soll mit der defizitären Sportschule Sachsenwald geschehen? Ist der Verkauf intern schon beschlossen? Was würde das für die Lehrarbeit bedeuten?
KLEIPOEDSZUS: So kann es nicht weitergehen! Das Präsidium hat auf der Grundlage von Arbeitsgruppenvorschlägen eine klare Weichenstellung festgelegt. Für die Lehrarbeit müssen auf Grundlage des Konzeptes für die Führungsakademie des DSB zügig Vorschläge erarbeitet werden.

ABENDBLATT: Was hat die Olympiabewerbung dem HSB gebracht? Was würden Sie bei einer Kampagne für 2016 ändern?
KLEIPOEDSZUS: Der HSB hat sich als gleichberechtigter Partner von Stadt und Wirtschaft engagiert. Diese gleiche "Augenhöhe" ist ein Sprungbrett in die Zukunft. Der HSB muss sich und die Fachverbände einflussreich im deutschen Sport positionieren. Diese Arbeit muss morgen beginnen. Hamburg wurde vorgehalten "leistungssportfeindlich" gewesen zu sein. Dieses negative Image muss umgedreht werden.

ABENDBLATT: Welche Akzeptanz glauben Sie in der Hamburger Wirtschaft und Politik zu haben?
KLEIPOEDSZUS: Sachkompetenz und Zuverlässigkeit meiner Arbeit für die Olympiabewerbung haben diese Akzeptanz verstärkt. Dies gilt für alle parlamentarischen Parteien und deren Repräsentanten, für Handels- und Handwerkskammer. Ich bin sicher, dass diese hohe Akzeptanz dem HSB direkt helfen wird, Probleme partnerschaftlich zu lösen und die gesellschaftliche Bedeutung des HSB zu stärken.

ABENDBLATT: Die Hamburger Wirtschaft hat den Sport entdeckt. Was muss seitens des HSB geschehen, damit dieses Interesse wachgehalten wird?
KLEIPOEDSZUS: Die bereits vorhandenen Einrichtungen wie Sportlerbörse und Stiftung Spitzensport müssen vorangebracht werden. Der neue Sportmerkur der Kammer muss einen PR-Stellenwert erhalten und - das ist elementar wichtig: Hamburg als Metropolregion-Hamburg-wachsende-Stadt - hier muss sich der Sport einbringen und darf nicht Zuschauer sein. Stadt und Wirtschaft haben dem Sport Zusammenarbeit angeboten. Wollen wir Hamburg zum Sporteventzentrum Deutschlands machen, müssen wir uns einbringen.

ABENDBLATT: Welchen Stellenwert hätte unter Ihrer Führung künftig der Leistungssport im HSB?
KLEIPOEDSZUS: Ohne Leistungssport kein Breitensport, ohne Breitensport kein Leistungssport. Daraus ergibt sich zwingend, dass der HSB, der natürlich stark auf den Breitensport ausgerichtet ist, auch den Leistungssport fördern sollte. Hamburg fehlt ein überzeugendes Konzept zur Förderung des Leistungssportes unter Einbeziehung aller Partner: Stadt, Wirtschaft, Olympiastützpunkt, Verbände und Universität. Der HSB muss die Federführung für die Erstellung eines solchen Konzeptes übernehmen. Der HSB kann nicht über das bisherige Maß hinaus finanzielle Förderung betreiben. Aber er muss die einzelnen Module zu einer Einheit zusammenfügen. Dies wird einen hohen Stellenwert in der zukünftigen Arbeit haben.

ABENDBLATT: Das neue Lehrerarbeitszeitmodell sorgt bei den Sportlehrern wegen der zu erwartenden Mehrarbeit für Unmut. Außerschulische Angebote wie "Jugend trainiert für Olympia" stehen plötzlich zur Disposition. Welche Position bezieht der HSB, wie könnte der Sportbund vermittelnd eingreifen?
KLEIPOEDSZUS: Der Faktor 1,2, mit dem das Fach Sport gewichtet wird, scheint die Werthaltigkeit des Sportes im Fächerkanon der Schulen herabzustufen. Dem muss sportpolitisch entgegengetreten werden. Engagierte Tätigkeiten außerhalb der Arbeitszeiten sollte man in der Diskussion aber trennen.

ABENDBLATT: Die dritte Sportstunde soll trotzdem konsequent umgesetzt und nicht mehr über Wandertage oder Klassenreisen abgegolten werden. Wie kann der HSB sicherstellen, dass diese unterrichtet wird und ein qualifiziertes Bewegungsangebot darstellt?
KLEIPOEDSZUS: Der Senator ist dafür verantwortlich, nicht der HSB! Gleichwohl wird der HSB kritisch und konstruktiv zugleich die Fortschritte bei der Einführung begleiten.

ABENDBLATT: Im Zuge der Olympiabewerbung sollten zwölf Trainer-Lehrer-Stellen geschaffen werden. Inzwischen schieben sich die Behörde für Bildung und Sport und der HSB die Verantwortung für das drohende Scheitern des Projekts zu. Wo liegt das Problem?
KLEIPOEDSZUS: Wenn der verantwortliche Senator klare Zusagen macht, darf die Umsetzung der Zusagen nicht an Verwaltungsbedenken scheitern. Hier hat auch der HSB Fehler gemacht.

Interview: Rainer Grünberg

 

Deutschland - Sächsische Zeitung 

Sonntag. 22. Juni 2003

Liefke bannt Herzprobleme

Schweriner bestreitet am Wochenende in Leipzig gegen Portugal 200. Länderspiel

 Äußerlich erinnern gerade einmal fünf kleine Narben an den Eingriff. Marco Liefke kann sie kaum finden: „Irgendwie scheint mir die Arthroskopie schon Jahre entfernt, als ob sie sonst wann gewesen wäre.“ Dabei ist nur etwas mehr als ein halbes Jahr ins Land gegangen, seit der Volleyball-Nationalspieler am Herz operiert wurde. Von der Leiste aus schoben die Ärzte des Heidelberger Klinikums einen Katheter zu diesem lebenswichtigen Organ. Damit bekam er seine Rhythmusstörungen, die von einem Klappenfehler herrührten, in den Griff.

 „Vielleicht kann ich jetzt, da die Beschwerden weg sind, befreiter aufspielen und noch ein bisschen mehr Leistung aus mir herausholen. Irgendwie war bei mir durch diese gesundheitlichen Probleme ständig eine kleine Blockade da“, hatte der 28-Jährige nach dem Eingriff gesagt. Kurz danach führte der 2,06-Meter-Mann, als wäre nie etwas gewesen, den Sportclub Charlottenburg Berlin zum Meistertitel. In allen drei Finals glänzte der überragende Diagonalangreifer als bester Spieler. „Ich habe im richtigen Moment immer die richtige Entscheidung getroffen. An so einem Tag will ich nicht gegen mich spielen – das wäre deprimierend.“

In der Weltliga schreckte das die Gegner bislang nicht. Sowohl gegen den amtierenden Weltmeister Brasilien als auch gegen den dreifachen Weltmeister Italien setzte es nur Niederlagen. Der Gegner am Wochenende in der Arena Leipzig – am Sonnabend ab 14.30 und Sonntag um 11 Uhr – heißt Portugal. Er scheint nicht so übermächtig zu sein wie die beiden anderen. „Für das EM-Ziel ‚Erreichen der Finalrunde‘ sind die Spiele gegen den WM-Achten sehr wichtig, weil wir jetzt auch den Druck haben, gewinnen zu müssen“, betont der gebürtige Schweriner, der nach 199 Auftritten im Trikot der deutschen Mannschaft wahrscheinlich seine 200. Partie bestreitet und damit ein bemerkenswertes Jubiläum feiert.

Die beiden Begegnungen beantworten die Frage, welches Land hinter den beiden Volleyball-Giganten den dritten Platz in der Vorrunden-Gruppe B belegt. Wenn es nach Bundestrainer Stelian Moculescu geht, dann kann das nur sein Team sein: „Unser Ziel bei der Weltliga 2003 war, ist und bleibt, in der Tabelle vor Portugal zu landen. Diese Latte müssen wir überspringen. Das verlange ich von meinen Spielern.“ Dabei verlässt er sich auch auf Liefke: „Marco ist mit der Krankheit gereift und ein wichtiger Mann für mich in der Nationalmannschaft.“

Maik Schwert

 

Deutschland - Vodafone Masters-News 

Sonntag. 22. Juni 2003

Favoriten-Siege auf dem Schloßplatz !

Halbfinalteilnehmer des Vodafone Masters Berlin stehen fest

Berlin, 21. Juni 2003. Beim jüngsten Nationalteam der Herren, David Klemperer / Niklas Rademacher (Hildesheim/Giesen), zeigt die Formkurve deutlich nach oben. Nachdem die ersten Auftritte bei den Vodafone Masters in diesem Jahr nicht zufriedenstellend verliefen, ist dieser Trend seit dem letzten Turnier in Essen gebrochen. Bei den Vodafone Masters in Berlin konnten sie bis jetzt alle drei Spiele souverän gewinnen und stehen ohne Satzverlust im Halbfinale. In ihrem letzten Spiel an diesem Tag ließen sie Thomas Kröger / Kay Matysik (Belgien/Berlin) keine Chance und gingen mit 21:14 und 21:13 als strahlende Sieger vom Platz. „Wir haben vor kurzem die Seiten in der Abwehr gewechselt, gehen lockerer mit kritischen Situationen um, und so haben wir im Moment einen richtigen Lauf,“ analysiert David Klemperer die neu gewonnene Stärke.

Ebenfalls ungeschlagen zogen die an Eins gesetzten Julius Brink und Kjell Schneider (Leverkusen/Kiel) in die Runde der letzten vier Teams ein. Im Spiel um den direkten Einzug in das Halbfinale besiegten sie die Deutschen Meister Thomas Hikel / Marvin Polte (Bottrop/München) mit 21:19 und 21:19.

Über die Verliererrunde konnten sich Hikel / Polte und Kröger / Matysik für die Halbfinal-spiele noch qualifizieren. Damit haben sich die besten Vier der Setzliste durchgesetzt.

Das Augenmerk des Berliner Publikums lag bei den Damen auf der in Berlin geborenen Susanne Lahme (Italien), die seit letztem Jahr zusammen mit Danja Müsch (Vellmar) am Strand spielt. Ungeschlagen zogen sie nach drei Spielen in den Finaltag am Sonntag ein. Den einzigen Satz mussten sie im dritten Spiel gegen die Deutschen Meisterinnen Stephanie Pohl / Okka Rau abgeben, siegten am Ende aber mit 15:21, 21:10 und 15:12. Pohl / Rau konnten sich in der Verliererrunde gegen die Berlinerinnen Gabriele Freytag / Martina Stoof durchsetzen (21:15, 21:8) und erreichten damit ebenfalls das Halbfinale. „Man merkt immer wieder den Trainingsrückstand und die fehlende Turnierpraxis, aber die Form ist deutlich ansteigend und der gewonnene Satz gegen Lahme / Müsch war der beste den sie in dieser Saison gespielt haben“, befand Trainer Olaf Kortmann.

Als weitere Damenteams stehen Ines Pianka / Tonya Williams (beide Hamm) und Claudia Frank / Ulrike Schmidt (beide Münster) im Halbfinale des vierten Vodafone Masters der Saison.

Das Vodafone Masters Berlin startet in den Finaltag um 9.30 Uhr mit dem ersten Halbfinale der Damen. Um 13.30 Uhr werden die Titelträgerinnen auf dem Schloßplatz ermittelt und um 14.30 Uhr schlagen die Herren für das Finale auf.

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel