News

Montag, 23. Juni 2003 

Von wegen Cola und Schönheitswettbewerben
Berger/Doppler jetzt Zweite der Weltrangliste
Volleyballturniere lückenhaft
Dieckmann/Reckermann verlieren das Finale
Deutschland kehrt auf Platz 3 zurück
Young Beach: 5. Turnier
Klein/Sonnenbichler im Finale siegreich
Roulettespiel am Volleyball-Netz
MSC-Duo erst im Finale gestoppt
2. Liga lockt Yuen Choi
Pohl / Rau gewinnen erstes Masters der Saison !
"Wir brauchen jetzt Solidarität"

Juni 2003

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Zum Medien-Überblick

 

Schweiz - Neue Zürcher Zeitung 

Montag. 23. Juni 2003

Von wegen Cola-Getränken und Schönheitswettbewerben

Beachvolleyball-World-Tour etabliert sich in Gstaad weiter - Kobel/Heuscher im 3. Rang

fcl. Gstaad, 22. Juni - Beachvolleyballer sind vorbildliche Menschen: Sie schmieren ihre muskelbepackten Körper mit Sonnencrème ein, essen die Tagesration aus ökologisch abbaubaren Papptellern und fahren vornehmlich mit dem Mountainbike durch die Strassen von Gstaad. Die roten Nelken auf den Balkonen der Holzchalets schaukeln im Takt der lauten Beats - zum 1273. Mal in sechs Tagen fordert der inzwischen heisere Speaker die Menge auf den Tribünen auf, die Hände in die Luft zu strecken («Put your hands up in the air»). Und die Zuschauer gehorchen auf's Wort. Auch wenn sich der Anlass international, multikulturell und global ausgerichtet gibt - auf den Rängen dominieren helvetische Gefühlsregungen. Noch nie in der Geschichte der Beachvolleyball World Tour hatten sich gleich drei Schweizer Teams für die Viertelfinals qualifizieren können. In Gstaad war Premiere.

Bestes Ergebnis für Kobel/Heuscher

Nachdem die Ambitionen der Lacigas sowie von Heyer/Egger versandet waren, blieb die Präzisionsarbeit «Made in Switzerland» schliesslich dem Duo Stefan Kobel und Patrick Heuscher überlassen. Der Weltnummer 9 sollte es vorbehalten bleiben, die letzten Schweizer Fussspuren in den Sand zu drücken. Verwischt wurden diese schliesslich im Halbfinal durch die nachmaligen brasilianischen Turniersieger Benjamin Insfran/ Marcio Araujo; den Schweizern blieb der dritte Rang, das beste Ergebnis ihrer Karriere - und 12 000 Dollar Preisgeld sowie 240 Punkte für das World Ranking.

Damit haben sie ein wichtiges Teilstück des beschwerlichen Weges nach Athen an die Olympischen Spiele 2004 zurückgelegt; die hiesige Konkurrenz ist gefordert, denn nur zwei Teams pro Verband werden Tickets in die griechische Hauptstadt ausgestellt. Dass die Schweizer Equipen den internationalen Sand überproportional stark aufwühlen, ist keine gesetzliche Vorschrift und muss nicht für alle Zeiten so bleiben.

Noch haben längst nicht alle traditionell starken Volleyball-Verbände (beispielsweise China) die Strände dieser Welt entdeckt. Die Entwicklung des Beachvolleyballs ist atemraubend. Erstmals war 1948 in Kalifornien nicht nur um sportliche Meriten, sondern um Bares, Pardon, Flüssiges gespielt worden: Die Sieger erhielten Colagetränke. Zur publikumswirksamen Stützung des Anlasses waren häufig parallel Schönheitswettbewerbe ausgetragen worden. In Europa war Beachvolleyball zunächst skandalumwittert: Französische Nudisten hatten an dem Sport Gefallen gefunden. Tempi passati. Auf der World Tour werden inzwischen Preisgelder in der Gesamthöhe von knapp fünf Millionen Dollar ausgeschüttet, die Lacigas gehören mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 300 000 Franken zu den Spitzenverdienern in der Branche. Seit 1996 in Atlanta darf sich Beachvolleyball olympisch nennen. War 1987 erst ein internationaler Wettbewerb veranstaltet worden, waren es knapp zehn Jahre später schon 27 Turniere.

Image des Lifestyle-Sports zweischneidig

Auch in der Schweiz entfaltet sich die Branche mit hohen Zuwachsraten. Es ist keine zehn Jahre her, dass noch auf stillgelegten Kugelstoss-Anlagen gespielt worden ist und die Aktiven verhöhnt worden waren, sie hingen doch nur «ein bisschen am Strand rum», wie die Schweizerinnen Schnyder-Benoît/Kuhn zu berichten wissen. Der Gstaader Turnierdirektor Ruedi Kunz stellt Vergleiche mit einem ihm vertrauten Berufszweig an: «Die Eishockeyspieler trainieren heute sicher nicht härter als unsere Athleten», von Plausch also keine Rede. Das Image des Lifestyles-Sports ist zweischneidig. Potenzielle Sponsoren mögen sich durch die trendige Plattform angesprochen fühlen - der neue Titelsponsor der Tour, Swatch, begeistert sich für das junge Publikum. Die Aushängeschilder leiden aber noch immer unter der Subsumierung unter den Funbereich. Gstaad versucht denn auch in erster Linie den Sport in den Mittelpunkt zu rücken; dies in Abkehr zu etablierten Tour-Stationen wie Klagenfurt (am 30. Juli), wo jeweils tüchtig Freibier ausgeschenkt wird.

Auch das Gstaader Turnier erfährt parallel zum allgemeinen Boom einen Aufschwung. Zum vierten Mal bietet das Berner Oberländer Alpenpanorama den Schauplatz eines Stopps der World Tour. Das Zuschauerinteresse (Gratiseintritt) hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt - von 10 000 auf rund 25 000 Besucher in dieser Woche. Im Gegensatz zu anderen, fest verankerten Anlässen schlägt Kunz der rauere Wind der Wirtschaft nicht stärker ins Gesicht als ehedem. Das Budget beträgt unverändert 1,8 Millionen Franken. Zwar müsse immer noch um jeden Franken gebuhlt werden, das finanzielle Niveau habe aber gehalten werden können, sagt Kunz, der während 15 Jahren in Gstaad im Organisationskomitee des Swiss Open der Tennisspieler Einsitz genommen hatte. Obwohl sich zwischen den Turnieren mit den gelben Filz- und Volleybällen Synergieeffekte einstellen (Tribünen, Zelte) spricht Kunz davon, dass die beiden Veranstaltungen auch in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Thema? Natürlich das liebe Geld und wer die potenteren Sponsoren an Bord holen kann.

 

Österreich - Salzburger Nachrichten 

Montag. 23. Juni 2003

Berger/Doppler jetzt Zweite der Weltrangliste

GSTAAD (SN). Zwei Wochen nach dem dritten Platz auf Rhodos hat Österreichs Top-Beach-Volleyball-Duo auf der World-Tour neuerlich überzeugt. Nik Berger und Clemens Doppler beendeten das zweite Tour-Event des Jahres in Gstaad auf Platz vier und schafften somit in der Weltrangliste den Sprung auf Platz zwei.

Mit einem sensationellen Run in der Schweiz kämpften sich Berger/Doppler wie bereits in Griechenland bis ins Halbfinale. Nach dem besten US-Duo (Rogers/Scott) und dem besten australischen Paar (Schacht/Slack) hatten die Senkrechtstarter aus Österreich als i-Tüpfelchen im Viertelfinale auch noch die argentinischen Weltmeister Baracetti/Conde mit 2:0 aus dem Bewerb geworfen.

Im Halbfinale war schließlich gegen die Deutschen Dieckmann/Reckermann mit 0:2 Endstation. Und im "Kleinen Finale" gegen die Schweizer Lokalmatadore Kobel/Heuscher zogen die rotweiß-roten Asse vor rund 5000 Fans nach über einer Stunde Spielzeit hauchdünn 1:2 den Kürzeren, als Vierte nahmen sie aber 9000 Dollar Preisgeld und 210 Punkte mit nach Hause.

"Trotzdem ein Superturnier, wir sind Vierter", freute sich Nik Berger, den lediglich die Halbfinal-Niederlage gegen das deutsche Duo ein wenig wurmte. Die Deutschen verloren dann das Finale gegen die Brasilianer Benjamin/Marcio Araujo 1:2.

 

Deutschland - Nordkurier 

Montag. 23. Juni 2003

Volleyballturniere lückenhaft

Prenzlau (ag). Gemessen an den Mitgliederzahlen ist Volleyball zweitstärkster Fachverband im Kreis. Da verwundert es, dass in dem erstarkten Nachwuchsbereich in einigen Altersklassen keine Spiele stattfinden konnten. 

"Einerseits zogen einige Vereine kurzfristig Mannschaften zurück. Andererseits meldeten Vereine aus Templin, Pinnow und Prenzlau erst gar nicht", gibt Fachverbandsvorsitzender Ulrich Beiler eine Erklärung. "Vor allem personelle Gründe bei der Betreuung und beim Transport zu den Wettkämpfen wurden als Gründe angeführt." Gemeinsam mit den Vereinen wolle man für 2004 schon jetzt machbare "Fahrpläne" diskutieren.

 

Deutschland - DVV-News 

Montag. 23. Juni 2003

Dieckmann/Reckermann verlieren das Finale

In Gstaad 1:2 gegen die Weltranglisten-1.!

Das i-Tüpfelchen konnten Markus Dieckmann/Jonas Reckermann nicht setzen, aber auch so ist ihr Abschneiden bei der World Tour in Gstaad als sensationell zu bezeichnen. Die amtierenden Europameister unterlagen im Finale den Weltranglisten-1. Benjamin/Marcio-Araujo (BRA) mit 1:2-Saätzen (25-23, 13-21, 10-15) und belegen den 2. Platz. Dafür heimsten sie 270 Weltranglistenpunkte und 15.000 US Dollar Preisgeld ein. Es war nach dem EM-Titel im vergangenen Jahr der mit Abstand größte Erfolg in der Karriere von Dieckmann/Reckermann. Markus Dieckmann wurde zudem von einer Jury zum MVP, zum wertvollsten Spieler des Turniers, gewählt.

Gleichzeitig betrieben die beiden hervorragende Werbung für die zum ersten Mal als Grand Slam ausgetragene World Tour in Berlin in der nächsten Woche auf dem Schlossplatz. Dann spielen die weltbesten 32 Frauen- und Männer-Duos um den Titel.

Auf ihrem Weg zum zweiten Platz besiegten Dieckmann/Reckermann die absolute Weltspitze, nämlich Paulo Emilio/Paulao (BRA), Arkaev/Barsouk (RUS) und Alvarez/Rosell (CUB) in der Vorrunde sowie Kjemperud/Hoidalen (NOR) im Achtelfinale, die Laciga-Brüder (SUI) im Viertelfinale und Berger/Doppler (AUT) im Halbfinale.
Das Endspiel der Männer wird morgen von 17.00 - 17.45 Uhr in Eurosport gezeigt.

 

Deutschland - DVV-News 

Montag. 23. Juni 2003

Deutschland kehrt auf Platz 3 zurück

Weltliga 2003: Dritte Satz brachte Entscheidung!

Deutschlands Volleyballern gelang einen Tag nach der 2:3-Niederlage gegen Portugal eine eindrucksvolle Revanche. In Leipzig siegte die Mannschaft nach einem 0:1-Satzrückstand mit 3:1 (17-25, 25-22, 33-31, 25-17).

Der Spielbericht

1. Satz:
Beide Trainer vertrauten den gleichen Spielern wie am Vortag. Deutschland schlug mit viel Risiko auf und machte sehr viele Aufschlagfehler. Mitte des Satzes setzte sich Portugal auf 16:12 ab, weil die Mannschaft von Trainer Juan Diaz technisch sicherer agierte und in Block und Feldabwehr Vorteile hatte. Auch der Doppelwechsel von Ilja Wiederschein und Marco Liefke, der seinen 200. Länderspielseinsatz feierte, für Frank Dehne und Christian Pampel konnten die 1:0-Satzführung der Portugiesen nicht verhindern. Wolfgang Kuck wurde direkt nach Spielende „laut“ zu seinen Mitspielern und forderte sie zu einer Leistungssteigerung auf.

2. Satz:
Nach dem deutlichen Satzverlust reagierte Moculescu und brachte zum zweiten Satz den jungen Eugen Bakumovski (für Björn Andrae). Deutschlands Aufschläge kamen jetzt besser, aber auch Asse von Walter, Kuck und Liefke verunsicherten die Portugiesen nicht. Joao Jose war erneut von den deutschen Mittelblockern nicht zu kontrollieren und sorgte für viele Punkte. Dem erfahrensten deutschen Spieler, Kapitän Wolfgang Kuck, hatten es die Deutschen schließlich zu verdanken, dass der Satzausgleich gelang.

3. Satz:
Beide Teams agierten im dritten Satz fehlerlos aus der Annahme, sodass sich zunächst kein Team absetzen konnte. Das deutsche Team wirkte durch den Satzgewinn etwas selbstbewusster, Kuck, Bakumovski und Liefke machten kontinuierlich Punkte. Auf der anderen Seite bestachen neben Jose insbesondere Zuspieler Nuno Pinheiro und der nur 1,87 Meter große Außenangreifer Jorge Alves. Den Schlusspunkt in diesem dramatischen Satz machte Ralph Bergmann per Block zur umjubelten 2:1-Satzführung Deutschlands.

4. Satz:
Die 2:1-Satzführung wirkte wie ein Befreiungsschlag für die deutschen Volleyballer. Plötzlich klappte insbesondere der Block, Norbert Walter und Ralph Bergmann blockten die Portugiesen reihenweise zur deutlichen 13:7-Führung. Diesen Vorsprung ließ sich die DVV-Auswahl nicht mehr nehmen, Marco Liefke beendete das Match mit einem As. Durch den Sieg ist Deutschland wieder auf Platz 3 der Tabelle zurück gekehrt.

Punktbeste Spieler:
Deutschland: Marco Liefke (21 Punkte), Wolfgang Kuck (19), Norbert Walter (12)
Portugal: Jorge Alves (21), Hugo Gaspar (11)

Stimmen zum Spiel

Frank Dehne: 
"Diese Gratwanderung zwischen Bissigkeit und Lockerheit ist uns heute gut gelungen. Der knappe dritte Satz war entscheidend, den haben wir gewonnen, weil wir locker geblieben sind. Im vierten Satz haben wir so gespielt, wie wir uns das vorstellen."

Stelian Moculescu: 
"Die Mannschaft hat heute in erster Linie gegen sich selbst gewonnen. Der Druck heute war größer als gestern. Wir wollten vor Portugal in der Tabelle landen, jetzt können wir das wieder schaffen. Vielleicht hat meine Mannschaft heute das Gefühl bekommen, was sie tun muss, um erfolgreich und nicht nur schön zu spielen. Ich möchte Wolfgang Kuck ein Kompliment machen, der sich zunehmend heimisch in der Mannschaft fühlt."

 

Deutschland - www.volleyballer.de  

Montag. 23. Juni 2003

Young Beach: 5. Turnier

Das fünfte Beach-Volleyballturnier der Young Beach Serie des Hamburger Volleyball-Verbands wurde am 21.06 in Finkenwerder vom VgFW ausgerichtet. Hamburgs Jugendliche bewiesen, dass sie keine SchönwetterspielerInnen sind.

80 beachvolleyballbegeisterte Jugendliche traten trotz suboptimaler Wetterbedingungen (mehrere, heftige Regenschauer) zum Turnier an.

Die Teilnahme war wir immer kostenlos. Bei guter Organisation, junger Musik, sportgerechter Verpflegung ... und einem gemütlichen Vereinshaus zum Unterstellen, wurde diesmal im Gruppenmodus in den drei Kategorien Junioren weiblich, männlich und mixed gespielt. Die Turnieratmosphäre war großartig. Jedes Team hatte mindestens drei Spieleinsätze und dank der straffen Organisation und der sehr selbständigen Mitarbeit der Turnierteilnehmer verlief das Turnier zügig und reibungslos. Nach vielen schönen Spielbegegnungen mit spannenden Ballwechseln standen gegen 17.00 Uhr die Turniersieger fest:

Junioren, weiblich
1. Verena Schmitt und Mandy Alick
2. Miriam Marr und Lisa Grimm
3. Anna Sanner und Anja Timmann
Junioren, männlich
1.
Timo Schwalm und Christian Beyer
2.
Jan-Philipp Köther und Scott Wencel
es gab zwei dritte Plätze
3. Alexander Myritz und Arne Semsrott
3. Raoul Singh und Franek Schlegel
Junioren, mixed
1. Anneken Schöler und Bastian Schulz

Bis zum nächsten Turnier in Allermöhe am 03.07. (erster Ferientag), kann sich jeder sportbegeisterte Jugendliche die Zeit bei den kostenlosen Trainings im Hamburger Stadtgebiet vertreiben. nähere Informationen,
Trainingszeiten und Anfahrtswege gibt es unter www.youngbeach.de.

Moni May

 

Deutschland - www.beach-volleyball.de  

Montag. 23. Juni 2003

Klein/Sonnenbichler im Finale siegreich

Morten Klein und Chris Sonnenbichler beweisen aufstrebende Form. Nach dem fünften Platz auf Norderney, gewannen sie nun den Renault Beach Cup in Mannheim. Im Finale konnten sie noch mal einen Leistungshöhepunkt setzen und schlugen das Team Kleinbub/Walter klar in zwei Sätzen mit 21:14 und 21:10. Nach dem Spiel gab Chris Sonnenbichler zu Protokoll: "Besonders der sehr gute konditionelle Zustand von uns beiden hat sich am Ende ausgezahlt. Wir wollen uns jetzt weiter Schritt für Schritt steigern."

Holtwick/Kleefisch gewinnen Cup in Mannheim

Katrin Holtwick und Maria Kleefisch haben es vollbracht. Im Finale der Youngsters besiegten sie das Duo Friedrich/Späth in zwei Sätzen mit 21:16 und 21:10. Besonders im zweiten Satz machte es das U 20 Nationalteam deutlich. Sie erspielten sich schnell einen fünf Punkte Vorsprung bis zum 8:3, den sie bis zum Satzende permanent ausbauen konnten. Nach 35 Minuten verwandelten sie dann schließlich ihren zweiten Matchball zum 21:10. Ziemlich ausgelaugt und sprachlos präsentierte sich Maria Kleefisch kurz nach dem Finale. Ihr einziger Wunsch war jetzt schnell unter eine kühle Dusche zu kommen.

Kampflos auf Platz 3

Im Spiel um Platz 3 der Damen, profitierte das Duo Flemmig/Semmler von der Verletzung Friderike Rombergs. Sie konnte aufgrund muskulärer Probleme im Rückenbereich nicht mit ihrer Partnerin Susi Nitzsche an den Start gehen. Somit ging das Spiel kampflos an Ilka Semmler und Ruth Flemmig.

Bei den Herren setzte sich das Team Lintner/Lintner in zwei Sätzen (21:15, 21:18) gegen die Qualifikanten Kern/Schmeckenbecher durch.

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Montag. 23. Juni 2003

Roulettespiel am Volleyball-Netz

Leipzig. "Qualität kommt von Qual", seufzte Stelian Moculescu. Seine Volleyballer haben sich gegen Portugal sehr gequält - und in Leipzig ein Spiegelbild der Weltliga-Saison abgeliefert. Nach dem 2:3 am Sonnabend setzte es geharnischte Kritik, dem Sonntag-3:1 folgte viel Lob. "Es ist eine Achterbahnfahrt", stöhnte Angreifer Björn Andrae und gestand freimütig ein, dass seine Aufschläge noch immer "ein Roulettespiel" sind. Oft donnern sie unkontrolliert ins Netz, zu selten unerreichbar ins Feld.

Durch den gestrigen Erfolg verteidigte die Mannschaft Rang drei in ihrer Gruppe hinter Italien und Brasilien, jeder Akteur durfte sich über 500 Dollar Prämie freuen. "Ende gut, alles gut", bilanzierte der Bundestrainer erleichert, "die Jungs hatten Riesendruck und haben für sich selbst einen großen Sieg errungen. Sie haben ein Gefühl dafür bekommen, was man tun muss, um zu gewinnen. Schön spielen reicht nicht."

Nein, kämpfen muss man auch, selbstbewusst seine Stärken einbringen. Wie gestern im engen dritten Durchgang, als das Team drei Satzbälle abwehrte, den eigenen sechsten zum 33:31 verwertete und damit den Widerstand des körperlich unterlegenen Kontrahenten brach. Weil sich im Angriff Kapitän Wolfgang Kuck und der überragende Marco Liefke energisch durchsetzten, weil sich der Block (Ralph Bergmann, Norbert Walter) steigerte. Im vierten Satz wich endlich die Verkrampfung, "wir spielten so, wie wir uns das vorstellen", meinte Frank Dehne.

Tags zuvor, als auch der Ex-Leipziger Mark Siebeck phasenweise ran durfte, klappte dagegen fast nichts. Portugal, unglaublich stark in Feldabwehr und Annahme, kombinierte schnell und sicher, Deutschland fand keine Mittel, verzweifelte, machte Fehler in Serie. "Wir sind schon seit Jahren nicht in der Lage, schwierige Situationen aufzulösen", monierte Moculescu, "wir kämpfen mit dem Säbel, andere mit dem Florett."

Sobald der Gegner etwas Überraschendes zeige, sei man im Stress. Technische Defizite, im Nachwuchs entstanden, sieht Moculescu als Ursache. Zynisch sagt er, dass seine Spieler "keine Freunde des Balls" sind, um sie im nächsten Moment zu schützen: "Alle wollen, alle arbeiten hart, ich habe keine Alternative zu diesen 14 Jungs. Es hat keinen Sinn, auf irgend jemanden einzudreschen."

Dass manch einer im Verband intern vom EM-Finale schwatzt, bringt ihn auf die Palme. "Schon un-ser Ziel Platz fünf bis acht ist ein sehr hoher Anspruch." Der Coach bezeichnet sich als "schonungslosen Realisten. Ich habe deshalb mehr gewonnen als andere, weil ich genau weiß, wo die Schwächen liegen, was wir können und was nicht."

Auf der Habenseite stehen Sprungkraft, Athletik, Angriffsdruck, harte Aufgaben, ein turmhoher Block - Power-Volleyball, der an guten Tagen durchschlagende Wirkung hat. "Nur wenn es optimal läuft, können wir mit der Weltspitze mithalten", weiß Moculescu. Und: "Es geht voran, aber sehr langsam."

Rudi Schumann mochte sich vom gestrigen 3:1 nicht blenden lassen. "Die Mannschaft ist nicht fit, sie spielt unsauber, in der Feldabwehr und beim Aufschlag fehlt das Handwerkszeug", urteilte der Leipziger Weltmeister von 1970, "so wird sie bei der EM gegen jeden Probleme bekommen."

Sonnabend: Deutschland - Portugal 2:3 (25:22, 17:25, 23:25, 25:23, 11:15). Spieldauer: 110 Minuten. Zuschauer: 2322. Sonntag: 3:1 (17:25, 25:22, 33:31, 25:18). Dauer: 95 Minuten. Zuschauer: 1635. Deutschland: Kuck, Dehne, Bergmann, Andrae, Walter, Pampel, Lieber, Wiederschein. Nur 1. Spiel: Wiebel, Siebeck. Nur 2. Spiel: Liefke, Bakumovski.

Steffen Enigk

 

Deutschland - Neue Ruhr Zeitung 

Montag. 23. Juni 2003

MSC-Duo erst im Finale gestoppt

Die Beachvolleyball-Europameister Markus Dieckmann und Jonas Reckermann haben beim Weltcup-Turnier im schweizerischen Gstaad trotz ihrer Finalniederlage für Furore gesorgt. Die beiden Studenten vom Moerser SC schlugen sich in den Schweizer Bergen mit sechs Siegen in Folge als erstes deutsches Duo nach den Olympia-Dritten Ahmann/Hager ins Finale eines Weltcup-Turniers. 

Im Endspiel beendeten die Brasilianer Benjamin Insfran und Marcio Henriqu Barroso Araujo diese Erfolgsserie. Die Südamerikaner bezwangen das MSC-Duo gestern mit 2:1 (23:25, 21:13, 15:9). Im Halbfinale hatten der 24-jährige Dieckmann und sein drei Jahre älterer Partner die Österreicher Berger/Doppler in nur 50 Minuten klar besiegt. Vor 5000 Zuschauern in Gstaad kassierten die beiden Finalisten für ihre starke Leistung ein Preisgeld von 15 000 Dollar.

 

Hamburg - Norderstedter Zeitung 

Samstag. 14. Juni 2003

2. Liga lockt Yuen Choi

Die U-21-Nationalspielerin wechselt vom 1. VC NAL zum CVJM Hamburg.

Norderstedt - Der 1. VC Norderstedt-Alstertal-Langenhorn verliert seine Volleyball-Nationalspielerin Yuen Choi an den Zweitliga-Club CVJM Hamburg. "Wenn sie sich da wohler fühlt, dann muss sie gehen", sagt Peter Schulz, der Trainer des Norderstedter Regionalliga-Teams. "Bei uns hatte sie alle Chancen. Aber es ist auch zu verstehen, dass sich Jessica Lampe nicht einfach zu Seite schieben lässt", so der Coach.

Die routinierte Spielmacherin wird auch nächste Saison die Pässe bei den Norderstedterinnen verteilen. Hinter ihr soll die erst 14-jährige Juliane Lüning als zweite Zuspielerin aufgebaut werden. Der VCNAL bleibt bei seiner Strategie, die erste Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs aufzufüllen.

So umfasst der Kader in der nächsten Serie 13 Spielerinnen. Neben Juliane Lüning stoßen noch Janina Bentien, Analena Broscheit, Kristin Lange und Daiga Grantina zur Mannschaft. Julia Lemmer, Katrin Salbach, Miriam Schaper, Sandra Schaper, Tynker Kozieras, Cornelia Nick, Anna Peters sowie Jessica Lampe schmetterten schon vergangene Saison im Regionalliga-Team.

"Wir werden so wohl nicht um die Meisterschaft spielen können", schätzt Peter Schulz. Dazu müssten zu viele Spielerinnen noch Erfahrungen sammeln. "Wir müssen uns aber auf Dauer überlegen, wie wir unsere stärksten Spielererinnen auch im Verein halten können", meint der Coach.

Eine der ersten Maßnahmen: Das Trainingsangebot wird von zwei auf drei Mal die Woche erhöht. Außerdem steigt Thomas Broscheit als Co-Trainer mit ein. "So können wir ein breiteres, individuelles Angebot machen, um die Spielerinnen besser zu fördern", erklärt Peter Schulz.

Nahezu unverändert werden die Männer des Clubs in die nächste Regionalliga-Serie gehen. Nur Stammzuspieler Detlef Schwarz meldet sich ab, da er aus beruflichen Gründen nach Berlin zieht. Nun muss Nachwuchszuspieler Johannes Student den Spielaufbau des Teams übernehmen. "Unsere Zielsetzung ist klar. Wir wollen in der nächsten Saison nur die Klasse halten", sagt Trainer Andreas Meinken.

Manfred Schäffer

 

Deutschland - Vodafone Masters-News 

Montag. 23. Juni 2003

Pohl / Rau gewinnen erstes Masters der Saison !

David Klemperer schenkt sich Turniersieg zum Geburtstag !

Berlin, 22. Juni 2003. Stephanie Pohl und Okka Rau (beide Hamburg) krönen ihr erstes gemeinsames Vodafone Masters in dieser Saison mit dem Turniersieg. Durch den Halbfinalsieg (21:13, 21:14) gegen Claudia Frank und Ulrike Schmidt (beide Münster) zogen sie in das Finale ein und trafen dort auf die Ranglistenersten Susanne Lahme / Danja Müsch (Italien / Vellmar). Den ersten Satz dominierten Pohl / Rau und gewannen diesen deutlich mit 21:11. Den zweiten Satz mussten sie auf Grund der stärkeren Gegenwehr von Lahme / Müsch mit 17:21 abgeben. Der dritte Satz verlief dann sehr ausgeglichen, das bessere Ende für sich hatten Pohl / Rau mit 15:13. 

Es ist der dritte gemeinsame Erfolg der Beiden bei den Vodafone Masters und nach 2001 der zweite Turniersieg in Berlin. „Das Turnier hat uns Mut gemacht für das internationale Turnier in der nächsten Woche,“ sagte die strahlende Siegerin Okka Rau nach dem Spiel, „aber es war ein sehr knappes Endspiel und wir müssen nach der Verletzungspause von Stephanie weiter Turnierpraxis sammeln.“

Den dritten Platz sicherten sich, wie in der letzten Woche beim Vodafone Masters in Essen, Ines Pianka und Tonya Williams (beide Hamm). Sie besiegten Frank / Schmidt in zwei Sätzen mit 21:16 und 21:11.

David Klemperer (Hildesheim) konnte seinen 23-igsten Geburtstag auf dem Center Court gebührend feiern. Zusammen mit seinem Partner Niklas Rademacher (Giesen) besiegte er die Überraschungsfinalisten Thomas Kröger / Kay Matysik (Belgien/Berlin) klar in zwei Sätzen (21:13, 21:15). Klemperer / Rademacher spielten ein sehr gutes Turnier und mussten nur im Halbfinale gegen die Deutschen Meister Thomas Hikel / Marvin Polte einen Satz abgeben. Damit bestätigen Klemperer / Rademacher ihren Aufwärtstrend, der in der letzten Woche mit dem zweiten Platz in Essen begann.

Den dritten Platz belegten die an Eins gesetzten Julius Brink und Kjell Schneider (Leverkusen/Kiel), die im Halbfinale überraschend gegen Kröger / Matysik verloren (19:21, 19:21). Das kleine Finale gewannen sie gegen Hikel / Polte mit 21:13, 24:26 und 15:9.

Damit geht das erste Beach-Volleyball Wochenende in Berlin bei Sonneschein und guter Stimmung auf den Tribünen zu Ende. Insgesamt 25.000 Zuschauer sahen die Spiele auf dem Schloßplatz an den drei Tagen.

Bereits am Dienstag beginnt im Rahmen der Swatch-FIVB World Tour der Vodafone Grand Slam in Berlin. Die gesamte internationale Weltelite der Damen und Herren spielt dann um 600.000 US $ Preisgeld beim ersten Grand Slam der Saison 2003.

 

Deutschland - Hamburger Abendblatt 

Montag. 23. Juni 2003

"Wir brauchen jetzt Solidarität"

Sportpolitik: HSB-Präsident Dankert stellt sich morgen zur Wiederwahl. Im Abendblatt stellt er sein Programm vor.

Aufgabenschwerpunkte bis 2005

"Es ist selbstverständlich, die finanziellen Probleme des Hamburger Sportbunds zu lösen, die von der Handelskammer und der Stadt geöffneten Türen offen zu halten und die programmatischen Vereinbarungen mit der Stadt und unseren Partnern weiterzuentwickeln.
Die notwendigen Veränderungen unseres Sozialsystems werden den niedrigeren Einkommensschichten, den kinderreichen Familien und Sozialhilfeempfängern eine Neuorientierung abverlangen. Das fordert den HSB. Es gilt ein qualifiziertes Bewegungsangebot für alle Menschen flächendeckend und erschwinglich zu sichern. Dies trifft besonders auf junge Menschen zu, die durch die Clubs eine weitere Chance zur Persönlichkeitsentfaltung erhalten und die Werte schätzen lernen können, die für die eigene Zukunftsfähigkeit entscheidende Bedeutung haben. Hier gibt es bereits richtungsweisende Gespräche mit kompetenten Partnern!"

Stärken und Schwächen des HSB

"Es wird gern unterstellt, das Image des Sportbundes müsse verbessert werden! Ich glaube, dass hier differenzierter nachzudenken ist. Die Kritiker trennen gedanklich immer Vereine und Verbände vom HSB. Es ist für die Menschen wichtig, dass sie sich mit ihren Vereinen identifizieren - und dies tun fast eine halbe Million in Hamburg. Ärzte, Erzieher oder Richter empfehlen den Vereinssport zur Überwindung individueller Probleme, weil sie die soziale Kompetenz der Clubs kennen und schätzen. Die Dachorganisation genießt hohes Ansehen in dieser Stadt, beim Bürgermeister, dem Senat, den Parteien, der Wirtschaft.
Nur durch die Vielfalt der Vereinsstrukturen und -angebote können so viele Menschen ein ansprechendes Angebot wahrnehmen. Schaffen wir es, diese Vielfalt zu stärken, würden wir noch mehr Leute in die Clubs locken. Aber diese Stärke des HSB macht auch seine Schwächen deutlich, da unterschiedlichste Anforderungen an die Dachorganisation gestellt werden."

Strukturreform im HSB

"Die Sportorganisation ist kein Aggregat, an dem ein großer Zampano durch Drehen von Stellschrauben eine neue Sportwelt entstehen lassen kann. Die Heterogenität der Vereinsinteressen zwingt den HSB zur Entwicklung eines Leitbildes, das die gemeinsamen Ziele formuliert. Daran ist nach dem Scheitern von Überlegungen zur strukturellen Nachbesserung im letzten Jahr hart gearbeitet worden. Das Ergebnis wird nun in Vereinen und Verbänden diskutiert, um sich auf Kernaufgaben zu verständigen und um gemeinsam Prioritäten zu entwickeln. Dies wird auf die Struktur und Verwaltung Auswirkungen haben."

Sportschule Sachsenwald

"Vor zwei Jahren habe ich eine fundamentale Veränderung der Vertragsverhältnisse der Sportschule erreicht. Der Abschluss dieser sechs Jahre langen Verhandlungen hat erst ermöglicht, über eine Veränderung des Konzepts der Sportschule nachzudenken. Dies ist von mir sofort eingeleitet worden, und ein erster Bericht hat zu weiteren Arbeitsaufträgen geführt.
Wir überlegen zur Zeit, die Personalentwicklung, also Jugend-, Übungs-, Organisationsleiter-, Schiedsrichter- und Trainerausbildung, anders zu organisieren. Die Auslastung der Sportschule im Jahr 2004 und die Gespräche mit der Gemeinde werden bis zum Jahresende Klarheit für Lösungen schaffen."

Olympiabewerbung

"Ich war schon erstaunt, wie weit die Türen von der Wirtschaft und der Politik auf Grund der Bewerbung aufgemacht wurden. Dies ist genutzt worden, und unabhängig von der Entscheidung sind die Türen offen geblieben. Aber es gilt jetzt nicht, über eine neue Bewerbung nachzudenken. Aus nationalem Interesse sollten wir Leipzig unterstützen."

Förderung des Leistungssports

"Die großen Anstrengungen der Vereine und Verbände zur Förderung des Leistungssports sind noch nicht analysiert worden. Ich bin mir sicher, dass der Hamburger Sport insgesamt mehr Mittel aufgebracht hat als die öffentliche Hand. Ein entscheidend größerer Finanzierungsspielraum für die Förderung des Leistungssports wird nur mit Fremdmitteln möglich sein."

Auswirkungen des Sparzwangs

"Es ist das erste Mal, dass die Sportorganisation vor so einschneidende wirtschaftliche Probleme gestellt ist. Die Vereine und Verbände haben ihr soziales und finanzielles Engagement auf Verlässlichkeit der Förderung gebaut. Es geht jetzt darum, diese Vereine mit ihren ehrenamtlichen Vorständen zu schützen. Ich habe in Bürgermeister von Beust, Bildungs- und Sportsenator Lange und der Senatorin für Soziales und Familie, Frau Schnieber-Jastram, enge Verbündete, die trotz der Haushaltsschwierigkeiten alle Anstrengungen unternehmen, die sozialen Leistungen der Sportvereine im Interesse der Bevölkerung im gleichen Umfang sicher zu stellen. Es gilt jetzt, unsere Förderprogramme strukturell zu überdenken. Das Leitbild wird uns dabei entscheidend helfen. Den Vereinen aber muss über einen längeren Zeitraum ein Anpassungsprozess ermöglicht werden, damit die sozialen Aufgaben erhalten bleiben. Solidarisches Miteinander ist gefordert."

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel