News

Montag, 27. Oktober 2003 

Bayern siegt beim Bundespokal Süd
EM-Quali: Gegen Ungarn, Portugal und Israel
Top Teams Cup: Münster im Achtelfinale
Leipzig: Einseitiges Derby klärt die Fronten
Mirko Culic hält den Volleyball flach
Dunkel: "Das war das geilste Spiel"
Der Spielfilm des Hildesheimer Volleyballderbys
MSC als tragischer Westernheld  
Haching war mehr als eine Nummer zu groß
"Sind jetzt in Münster angekommen!"
Die starke Bank macht Büring Freude
Endlich darf die WSU wieder jubeln
SSC-Damen mühen sich zum 3:0-Erfolg
VCP: Kurzen Prozess gemacht
Fortuna: Gefährliche Außen        
Der SCC mit meisterlicher Vorstellung
Bottrop setzt sich gegen Bocholt durch
Moculescu: „Können nicht zaubern, müssen arbeiten“
Volley YoungStars siegen in Freiburg
HTBU: Ein verhängnisvoller Fehler
Nur einmal gerät der SC Union ins Straucheln
FC 09 zerfällt gegen Lintorf in Einzelteile

Oktober 2003

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September 2003

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Zum Medien-Überblick

 

Deutschland - Smash-News 

Montag. 27. Oktober 2003

Bayern siegt beim Bundespokal Süd

Im Finale des Bundespokals Süd der Landesauswahlmannschaften konnte sich am gestrigen Sonntag Bayern mit 2:1 gegen Sachsen durchsetzen. Den dritten Platz belegten gemeinsam Hessen und Nordbaden, Fünfter wurde Württemberg vor Rheinland-Pfalz. Die Plätze 7 bis 9 belegten Südbaden, Saarland und Thüringen.

 

Deutschland - DVV-News 

Montag. 27. Oktober 2003

EM-Quali: Gegen Ungarn, Portugal und Israel

Zweite Turnier in Deutschland! 

Die Auslosung für die EM-Qualifikation 2004 ist erfolgt und hat der DVV-Männer-Nationalmannschaft machbare Gegner beschert: In der Gruppe 1 trifft die Mannschaft von Bundestrainer Stelian Moculescu auf Portugal, Ungarn und Israel. Gespielt wird in zwei Viererturnieren, das erste findet vom 14.-16. Mai 2004 in Portugal statt, das zweite vom 17.-19. September in Deutschland. Die EM-Endrunde 2005 ist in Serbien & Montenegro und Italien.

Stelian Moculescus kurzer Kommentar zur Auslosung: „Es hätte schlimmer kommen können“, bezieht sich wohl vor allem auf die Gruppe III, in der mit Bulgarien, Belgien, Finnland und Griechenland gleich vier starke Teams vertreten sind. Mit Portugal trifft die deutsche Mannschaft auf einen bekannten Gegner aus der Weltliga 2003, Ungarn wird vom Moculescu-Zögling Sandor Kantor geführt, Israel ist die Unbekannte.

Die vier Qualifikationsgruppen in der Übersicht. Die jeweiligen Gruppensieger sowie die beiden besten Gruppen-2. der vier Gruppen qualifizieren sich für die EM-Endrunde.
Gruppe I: Deutschland, Portugal, Ungarn, Israel
Gruppe II: Belarus, Kroatien, Spanien, Slowakei
Gruppe III: Bulgarien, Belgien, Finnland, Griechenland
Gruppe IV: Tschechische Republik, Estland, Slowenien, Ukraine

 

Deutschland - www.volleyball.de  

Montag. 27. Oktober 2003

Top Teams Cup: Münster im Achtelfinale

Drei Mal 3:0 - besser geht es nicht

Das Qualifikationsturnier zum Top Teams Cup hätte für den USC Münster nicht besser verlaufen können. Drei Siege mit jeweils 3:0 Sätzen - eine optimale Ausbeute. Der verdiente Lohn: Der Vizemeister 2003 steht im Achtelfinale des europäischen Pokalwettbewerbs.

Im tschechischen Brno setzte sich die Mannschaft von Trainer Axel Büring zum Auftakt mit 3:0 (20, 21, 9) überraschend deutlich gegen Longa ´59 Lichtenvoorde (Niederlande) durch. Im zweiten Spiel hatten die Münsteranerinnen beim 3:0 (22, 17, 23) über Gastgeber Kralovo Pole Brno ebenfalls keine Probleme. Zum Abschluss ließ der USC dem kroatischen Vertreter Azena-Kumicic Velika Gorica beim 3:0 (16, 8, 12) keine Chance.

cku

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

Leipzig: Einseitiges Derby klärt die Fronten

Leipzig. Olaf Zimmer wirkte so glücklich wie erleichtert. "Das war die richtige Antwort auf das Theater im Vorfeld", strahlte der VVL-Präsident und konnte kaum fassen, dass seine Mannschaft den Aufsteiger VC Markranstädt in nur 65 Minuten 3:0 (25:22, 25:15, 25:13) demontiert hatte. "Ich hoffte darauf, aber man weiß ja nie." Sprach's und verschwand im Leipziger VIP-Raum, wo schon fleißig auf den Kantersieg im Image trächtigen Derby angestoßen wurde.

Gleich rechts daneben, im Sponsoren-Domizil der Gäste, herrschte dagegen blankes Entsetzen. "Der erste Satz war noch okay, dann haben wir uns ergeben", giftete VCM-Manager Michael Nickeleit, "dafür gibt es keine Ausreden, das ist ein alarmierendes Zeichen, das wird nachwirken."

Die VVL-Spieler genossen derweil die Ovationen ihrer Fans. 3500 Zuschauer waren gestern in die Arena gekommen, darunter 800 aus Markranstädt. Angelockt von der großen Rivalität der Vereine, vom Zoff der Führungsetagen, vom sportlichen Reiz, vom Medienwirbel. "Das war eine ganz schwierige Woche", bekannte VVL-Kapitän Lutz Mühlisch, "die Motivation war so hoch, dass ich mich immer wieder runterziehen musste." Gäste-Trainer Darko Despotovic hatte mit dem gleichen Problem zu kämpfen. "Natürlich waren alle heiß, aber aus Übermotivation kann auch Melancholie werden wie heute bei uns."

Dabei startete sein Team furios, führte 4:1, ließ sich dann aber laut Despotovic "von einem sehr starken VVL schnell verunsichern. Die Jungs haben nicht an sich geglaubt und Lehrgeld bezahlt." Bis zum 19:22 hielten die Markranstädter einigermaßen mit, dann ging nichts mehr - kein Druck in der Aufgabe, schlechte Annahmen, halbherzige Angriffe. "Wir waren in allen Belangen unterlegen", gestand Kapitän Alexander Plaschnick, "der VVL hat unsere Schwächen gnadenlos ausgenutzt. Trotzdem verstehe ich nicht, dass wir total eingebrochen sind."

Die kompakten Gastgeber jedoch trumpften aus einem Guss auf, spielten den VCM mürbe. Wie schon beim 2:3 gegen Mendig hämmerte Haroldas Cyvas serienweise die Angriffe ins Feld, erzielte allein im ersten Durchgang neun Punkte und verwandelt nicht zufällig den ersten Satzball. Diesmal aber war der Litauer nicht auf sich allein gestellt, weil auch Dejan Stankovic nie zu halten war. "Er hat sich auch bei nicht so guten Zuspielen meist durchgesetzt, das war sehr wichtig", lobte VVL-Trainer Zoran Nikolic.

Während er seelenruhig auf seinem Stuhl saß, marschierte Despotovic verzweifelt auf und ab, gestikulierte wild, wechselte zweimal den Zuspieler und sämtliche Reservisten durch. Ohne Erfolg. "Uns fehlt neben Erstliga-Erfahrung und Selbstvertrauen auch der letzte Biss, der Wille", klagte der VCM-Coach. Manager Nickeleit konstatierte nüchtern "den Totalausfall von drei Leistungsträgern" und meinte damit Eduard Graz, Bruno Maric und Vladimir Cohar, die im Außenangriff ständig im hohen Leipziger Block (Armin Dewes, Jure Kvesic, Cyvas) hängen blieben und früh resignierten.

So konnte Nikolic entspannt resümieren: "Gutes Spiel, gute Atmosphäre, guter Schiedsrichter. Wir haben deutlich gezeigt, wer hier das bessere Team, wer die Nummer eins ist. Das war der Volleyball, den ich mir vorstelle. Heute hätten wir auch einen weit stärkeren Gegner geschlagen." Mit nunmehr 4:4 Punkten erhielt sich der VVL die Chance auf die angestrebte Runde der besten Sechs.

Markranstädt (0:8) geht indes schweren Zeiten entgegen. "Heute hat uns auch das Publikum eine Lektion erteilt", lautete das Schlusswort von Despotovic, "die tollen Fans wollten Volleyball genießen, haben jede gute Aktion honoriert. Leider kamen von uns kaum welche."

Steffen Enigk

 

Deutschland - Berliner Morgenpost 

Samstag. 25. Oktober 2003

Mirko Culic hält den Volleyball flach

Das psychologische Geschick eines guten Trainers besteht nicht erst seit Rudi Völler darin, sich vor Spitzenspielen als sportliche Vaterfigur schützend vor seine Männer zu stellen, so den Druck abzublocken und außerdem die Bürde des Favoriten dem Gegner zuzuspielen. So hält auch der 40-jährige, ehemalige Berliner Volleyball-Weltklasse-Zuspieler und SCC-Meistertrainer Mirko Culic den Ball flach, wenn es bereits heute am 4. Bundesliga-Spieltag gegen den Titel-Dauerkontrahenten und Erzrivalen VfB Friedrichshafen geht (15 Uhr Sömmeringhalle). "Ich hoffe natürlich, dass wir gewinnen. Aber im Grunde ist das gar nicht so wichtig, denn gegen den VfB spielen wir sicher noch im Play-off und vielleicht auch im Pokalfinale", betrachtet der Jurist die Partie mit dem im Vorjahr gestürzten, fünfmaligen Champion lediglich als erste Standortbestimmung.

Auch für die Champions League ab 10. Dezember: "Unsere Gegner Treviso und Piräus sind ja von ähnlicher Qualität wie das Team von Bundestrainer Moculescu." Der hat sich für die erfolgreiche Titel-Rückholaktion schlagkräftiges Personal besorgt (wie die glänzenden Brasilianer Monzillo und Lenz), doch die "kleine Weltauswahl" (SCC-Manager Kaweh Niroomand) lief zuletzt beim 3:2-Sieg bei den Berliner Volley Dogs noch nicht auf Hochtouren und Moculescu sucht noch nach der rechten Aufstellung. Tabellenführer SCC, der erst Mitte September das Team beisammen hatte und im Vorjahr in der Vorrunde der Bodensee-Truppe zu Hause 1:3 chancenlos unterlag, startete zwar mit drei 3:0-Erfolgen in die Saison. Doch Eltmann, Essen und die Dogs gehören zu den Underdogs der Liga. Und so nimmt Culic vor dem Prestigekampf eine recht geschickte Position ein: "Wir wollen erst später unseren besten Volleyball zeigen. Aber wenn wir das jetzt schon tun, habe ich nichts dagegen."

Torsten Wendlandt

 

Deutschland - Elmshorner Nachrichten 

Montag. 27. Oktober 2003

Dunkel: "Das war das geilste Spiel"

Knallharte Aufschläge, Schmetterbälle wie ein Strich, aufopferungsvolle Blocks am Netz, irre Kombinationen und dazu ein Höllewnlärm: In der alten KGSE-Sporthalle boiten zwei Volleyballteams der Regionalliga ein Spiel mit Bundesliga-Format.

Elmshorn. Oliver Dunkel, Trainer des alten und neuen Regionalliga-Tabellenführers Neustadt/Glewe, war es, der auf den Trainer der Gastgeber, Burkhard Skibitzki, zuging. "Das war das geilste Spiel", sprudelte es aus ihm heraus, "was ich in diesem Jahr in der Regionalliga mitgemacht habe." Seine Mannschaft, Bundesliga-Absteiger und geradlinig wieder zurück auf dem Weg in die zweithöchste Spielklasse, hatte zwar gegen die Volleyball-Gemeinschaft Elmshorn (VGE) in vier Sätzen mit 3:1 gewonnen. Doch er und das Elmshorner Publikum in der alten Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule hatten in mehr als 100 Volleyballminuten excellenten, begeisternden Sport von beiden Seiten gesehen.

Und daran hatten die Gastgeber, seit vielen Jahren in der Spitzengruppe der dritten Volleyballspielklasse zu Hause, ihren gehörigen Anteil. Mannschaftsführerin Britta Schümann brachte ihre Mitspielerinnen in Szene, Anja Svensson schmetterte ein ums andere Mal präzise am Block der Mannschaft aus Mecklenburg/Vorpommern vorbei.

Beide "Heute unsere besten Spielerinnen", befand Burkhard Skibitzki konnten jedoch nicht verhindern, dass die Gäste in den ersten beiden Sätzen im Vorteil blieben: im ersten sehr sicher ((25:17), im zweiten nur ganz kanpp (27:25).

Sie hatten keine Chance doch sie nutzten sie: Unter diesem Motto gestalteten die Schützlinge von Trainer Burkhard Skibitzki den dritten Satz zu ihren Gunsten (26:24). Hier war der Coach mehr oder weniger der Satzwinner; Skibitzki rief sein Team zur Auszeit just in den Augenblicken, als die Neustädterinnen davonzuziehen schienen.

Im vierten Satz setzten sich dann Gardemaß (alle Gegnerinnenüber 1,80 Meter) und die ungestüme Angriffskraft der Angreiferinnen Nr. 2 und Nr. 12 (Engel, Gehmlich) durch. Elmshorn hatte eine die Fans begeisternde Partie geliefert.

Egon Boesten

 

Deutschland - Hildesheimer Allgemeine Zeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

Der Spielfilm des Hildesheimer Volleyballderbys

Giesen (cen). Der Spielfilm des Hildesheimer Volleyball-Kreisderbys:

Erster Satz: Roman Kammer (MTV) hat seinen großen Auftritt. Sprungaufschlag nach Sprungaufschlag jagt er ins gegnerische Feld. Die 48er dominieren, TSV-Coach Zeljko Popovic reagiert und bringt beim Zwischenstand von 1:7 Sulkhan Akhvlediani für Raimund Wenning. Giesen kämpft sich heran, doch der MTV ist bärenstark wie selten zuvor und sichert sich den ersten Spielabschnitt mit 25:22.

Zweiter Satz: Nun dominieren die starken Aufschläger des TSV, allen voran Niklas Rademacher und - mit raffinierten, weil besonders knapp hinters Netz platzierten Bällen - Stephan Pampel. Kammer wird ausgewechselt, Philipp Freund kommt. Giesen marschiert und führt mit 20:14. Beim 24:23 ist aber alles wieder offen. Das Publikum beobachtet von den Rängen, wie Popovic seine Jungs in einer Auszeit auf den entscheidenden Ballwechsel vorbereitet. Annahme, Zuspiel Srdan Popovic und Mathias Sockel vollendet zum 25:23, der längst zu Höchstform aufgelaufen ist.

Dritter Satz: 7:3 für den MTV, 9:7 für Giesen. In den nächsten Minuten findet Hildesheims Spielmacher Stephan Teumer den Schlüssel für den Erfolg. Mit schnellen Zuspielen reißt er den Block auseinander. Vor allem der zunächst völlig verunsicherte Alexander Schnipkoweit kann davon profitieren. Auf den Außenpositionen punkten Kammer - er hat sein Tief überwunden - und Marco Vähäkuopus. 25:20 für das Team 48. Die Vorentscheidung?

Vierter Satz: Die Hausherren legen noch einmal zu. Auch ein Verdienst von Zuspieler Popovic, der den nunmehr eingewechselten Halim Nouali ein- ums andere Mal frei spielt. Der Marokkaner verwandelt traumwandlerisch sicher. Überragend jedoch ist Sockel. Die Abwehr der 48er bekommt den ehemaligen Erstligaspieler einfach nicht in den Griff. 25:18 heißt es am Ende für den TSV. Der Tie-Break muss entscheiden.

Fünfter Satz: MTV-Kapitän Henning Machtens ("Heute mussten mich die anderen durchschleppen.") knallt den ersten Angriff neben das Feld. Kammer gleicht aus. Vier Punkte in Folge durch Rademacher. Die Halle kocht. Sockel blockt Vähäkuopus, der sofort gegen Freund ausgetauscht wird. 6:1 für den TSV. Schnipkoweit blockt Sockel, Annahmefehler bei Giesen: nur noch 6:3. Rademacher sorgt fürs 7:3. Machtens punktet, Sockel schlägt ins Aus, Nouali trifft. Beim 8:5 für den TSV werden zum letzten Mal die Seiten gewechselt.

Machtens aus dem Rückraum, Wenning kontert: 9:6. Nun kommt der MTV mit aller Macht. Kammer ist zweimal erfolgreich, Lars Hobbie schlägt ein As, Sockel patzt wieder im Angriff, Hobbie vergibt den nächsten Aufschlag: 10:10. Machtens schmettert ins Aus, Schnipkoweit auch - aber die Schiedsrichter entscheiden für den MTV: 11:11.

Diese Szene erhitzt die Gemüter. Doch noch ist nichts entschieden. Rademacher holt den zwölften Punkt für den TSV, Kammer gleicht aus. Rademacher legt wieder vor, diesmal sorgt Schnipkoweit für den Gleichstand. Sein nächster Aufschlag erreicht das Ziel nicht - erster Matchball Giesen. Machtens trifft zum 14:14. Sein Service landet im Netz - zweiter Matchball Giesen. Freund behält die Nerven und schafft das 15:15. Sockel kommt durch - dritter Matchball Giesen. Popovic trifft nur die Netzantenne: 16:16. Schnipkoweit blockt Sockel und avanciert kurz danach endgültig zum späten Helden, als er den ersten Matchball für die 48er verwandelt. 18:16 für den MTV - Vorhang!

 

Deutschland - Neue Ruhr Zeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

MSC als tragischer Westernheld

"Cowboys" aus Oststeinbek verpassten dem Moerser Zweitligisten die erste Niederlage. Sieg im Pokal.

Es ist 19.54 Uhr in der beschaulichen Walter-Ruckert-Halle in Oststeinbek, Samstagabend. An jener Stelle, an der man normalerweise die Mannschaftsvorstellungen erwartet, geht plötzlich das Licht aus. "Normal" ist jetzt gar nichts mehr. Es folgt eine Wild-West-Inszenierung, die eines Clint Eastwood in jungen Tagen würdig gewesen wäre. Das in der Halle kreisende Spotlight zeigt es an: Jetzt kommen die "Ostbek Cowboys" des Volleyball-Zweitligisten Oststeinbeker SV - emotionsgeladen bis in die Haarspitzen, die 200 Fans toben. "Spiel mir das Lied vom Tod" bleibt aus, doch es wäre beinahe passend gewesen. Denn gute zwei Stunden später: Die "Cowboys" feiern ausgelassen, die "Adler" des Moerser SC liegen regungs- und fassungslos auf dem Boden. Soeben "schossen" die wilden Jungs von Trainer Bernd Schlesinger den haushohen Meisterschaftsfavoriten Moerser SC mit 3:2 (22:25, 32:30, 25:20, 18:25, 15:11) aus der Halle.

Aber der Reihe nach. Ohne Zuspieler Huib den Boer, den Außenangreifern Teodor Hirs und Pieter-Jan Waale - zuletzt im Spitzenspiel gegen den VC Bottrop Erfolgsgaranten -, dafür aber mit Torben Tidick, Nils Lieber und Radomir Mijovic ließ MSC-Coach Igor Arbutina beginnen. Außenangreifer Georg Grozer, die Mittelblocker Marijo Ramadza und Gergely Mondi sowie Libero Dejan Jazic komplettieren das Team. Das Spiel der Gäste wirkte zerfahren, viele Eigenfehler auf beiden Seiten kennzeichneten die Partie. Zudem hatte der MSC zusehends Probleme mit der niedrigen Hallendecke. Dennoch zeigten die Hausherren in den entscheidenden Phasen des ersten Satzes zuviel Respekt, und nach 22 Minuten hieß es 1:0 für den MSC.

Gastgeber rochen Lunte

Unspektakulär fing der zweite Durchgang an, endete jedoch spannender als jeder Western. Bis zum Stande von 20:20 konnte man die Begegnung nur als Gegurke bezeichnen: Ein Fehler jagte den nächsten - auf beiden Seiten. Zudem stellte Torben Tidick fast ausschließlich über die Außen, viele Netzfehler und sogar ein Aufstellungsfehler des MSC bildeten den traurigen Höhepunkt. Jetzt rochen die "Cowboys" Lunte, spielten sich vor den frenetisch anfeuernden Zuschauern in einen Rausch. Der erste Satzball wurde durch Georg Grozer abgewehrt. Beim zweiten eine Szene mit Seltenheitswert: Der sonst so besonnene kroatische MSC-Coach tobte, sprang höher als seine Schützlinge, wild gestikulierend. Die erneute Fehlentscheidung des unsicher wirkenden Schiedsrichters war diesmal wohl zu viel für ihn. Der kurzzeitige Wechsel Huib den Boer für Gergely Mondi schien zunächst fruchtbar, der effektive Nutzen blieb aus. Jetzt lief alles über Georg Grozer, er sollte es wohl richten. Bei einer derartigen Belastung war der entscheidende Fehler jedoch nur eine Frage der Zeit: Grozer schlägt nach zwei weiteren abgewehrten Satzbällen ins Netz, der OSV feierte den Satzgewinn, als hätte er die Partie gewonnen. Jetzt machte Igor Arbutina eine Schnitt, brachte Teodor Hirs, Pieter-Jan Waale und Huib den Boer. Später durfte auch Sascha Bandow auf das Feld, Georg Grozer bekam seine verdiente Auszeit. Es nutzte nichts. Der OSV kämpfte den MSC bis auf eine schöpferische Pause im vierten Durchgang mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung nieder. "Wir haben hier verdient verloren, erklären kann ich mir diese Niederlage momentan jedoch nicht", machte Igor Arbutina nach der Partie einen nachdenklichen Eindruck.

Im Halbfinale des WVV-Pokals setzte sich der MSC gestern Abend mit 3:1 (22:25, 25:17, 25:14, 25:20) bei Rote Erde Schwelm durch und erreichte das Endspiel bei Post SV Bielefeld am 2. November.

Daniel Passon

 

Deutschland - Neue Ruhr Zeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

Haching war mehr als eine Nummer zu groß

Humänner erhielten beim 0:3 im Münchner Süden eine Lehrstunde.

Einen rabenschwarzen Tag hatte Volleyball-Erstliga-Aufsteiger VV Humann bei seinem Gastspiel in Unterhaching erwischt. Gegen den gastgebenden TSV unterlagen die Schützlinge von Trainer Peter Bach klar mit 0:3 (9:25, 20:25, 15:25).

Im Angriff herrschte totale Flaute

Anders als bei den Spielen gegen Berlin und Friedrichshafen, fanden die Humänner nie ins Spiel. Zum ersten Mal sind sie in der rauhen Wirklichkeit der Deutschen Volleyball Liga unsanft angekommen. Im ersten Satz lief bei den Essenern nichts zusammen. Den Hachinger Aufschlägen stand die Annahme chancenlos gegenüber. Kaum ein Ball kam zu Spielmacher Christopher Schieck. Entsprechend herrschte im Angriff totale Flaute. Selbst wenn der erste Pass einmal kam, waren die Angreifer indisponiert und schossen Fahrkarten. Lediglich neun Punkte standen am Satzende auf der Habenseite der Essener. Bitter wenig.

Der zweite Satz konnte durch Frank Fischer und Co. etwas freundlicher gestaltet werden. Der Aufschlag kam nun besser, und der Rückstand wurde in erträglichen Grenzen gehalten. Die Eigenfehlerquote war gemessen an Erstligaansprüchen aber noch immer viel zu hoch.

Auch im dritten Satz musste sich Humann auf Schadensbegrenzung beschränken. Obwohl Trainer Peter Bach alle Möglichkeiten der Bank ausgeschöpft hatte, kamen seine Mannen nie ins Spiel. Gastgeber TSV Unterhaching spielte dagegen wie aus einem Guss und scheint die Verluste einiger Stammspieler sehr gut kompensiert zu haben.

"Haching hat heute mindestens auf dem Niveau von Berlin oder Friedrichshafen gespielt", zog Frank Fischer den Hut vor dem Team aus dem Münchener Süden. Fischer weiter: "Es gab auch in der Zweiten Bundesliga Spieltage, an denen wir nicht gut drauf waren. Wenn man dann aber vollen Kampfgeist gezeigt hat, konnte man vieles ausgleichen. Hier und heute in der DVL werden solche Schwächen gnadenlos aufgedeckt und man hat keine Chance."

Wichtige Spiele im Dezember

Im zweiten Satz habe man einigermaßen mitgespielt, den Rest müsse man ganz schnell vergessen. Fischer: "Unterhaching gehört aber definitiv auch nicht zu unseren Konkurrenten, gegen die wir punkten können oder gar müssen. Wir bleiben dabei: Die wichtigen Spiele kommen erst ab Dezember."

(stebl)

 

Deutschland - Münstersche Zeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

"Sind jetzt in Münster angekommen!"

Brünn - Viel Zeit für gemeinsame Unternehmungen in Münster hatten die vier Niederländerinnen in Diensten des USC Münster noch nicht in dieser Saison. Und trotzdem: "Nach dem Turniersieg in Brünn sind wir wohl jetzt richtig in Münster angekommen", formuliert es Chaïne Staelens, die nach ihrer langen Verletzung nun quasi ihren zweiten Anlauf beim USC nimmt. Da spricht sie auch gleich mit für Neuverpflichtung Janneke van Tienen und Caroline Wensink, die neue Blockerin des USC.

Die vierte im Bunde, Chaïnes Schwester Kim, ist in Münster längst heimisch, schließlich ist sie bereits in ihrer zweiten münsterschen Spielzeit. Und kann die Fragen ihrer Landsmänninnen beantworten und helfen, wo Hilfe benötigt wird.

Allzu viel ist das nicht, auch weil es keine Sprachbarriere für das Oranje-Quartett gibt " alle vier Akteurinnen sprechen vorzüglich Deutsch. Das Europapokal-Wochenende in Brünn hat ein Übriges getan; auf diesen längeren Reisen wachsen gute Mannschaften zusammen. Zumal der sportliche Erfolg stimmt: "Wir haben hier drei Mal 3:0 gewonnen, das hätte ich vorher nicht unbedingt geglaubt", bekennt Janneke "Jip" van Tienen. Und Kim setzt den Gedanken fort: "In den letzten zwei Wochen war viel zu tun, wir sind jetzt um einiges weiter " wenn auch noch nicht ganz so weit wie wir wollen." Doch das, erklärt der Holland-Vierer unisono, sei nur eine Frage der Zeit. Schließlich wollen alle vier mit dem USC den Meistertitel.

"Es ist möglich in diesem Jahr, aber das ist es auch für andere, beispielsweise für Ulm", ahnt Kim Staelens. Doch Brünn war ein Schritt in die richtige Richtung: "Wir haben uns hier einiges an Selbstvertrauen holen können", sagt Caro Wensink vor dem Hintergrund des harten kommenden Wochenendes, das dem USC mit Spielen gegen Hamburg (Freitag) und beim Meister Ulm (Sonntag) bevorsteht.

Ein Grundpfeiler, zur eigenen Stärke zu finden, ist sicher auch die persönliche Befindlichkeit der Spielerinnen. Ein Punkt, dem die Oranje-Fraktion im USC-Dress überaus optimistisch entgegen sieht: "Die Menschen in Münster sind sehr freundlich", hat Chaïne Staelens bereits festgestellt. "Münster hat eine schöne Atmosphäre", sagen Wensink und van Tienen übereinstimmend.

Das mag auch daran liegen, dass das Münsterland dicht dran ist an ihrem Zuhause. Janneke van Tienen hat es dorthin im Übrigen am weitesten: 250 Kilometer sind es bis nach Breda.

luh

 

Deutschland - Münstersche Zeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

Die starke Bank macht Büring Freude

Brünn - Trainer Axel Büring blieb trotz des tadellosen Ergebnisses, das sein USC Münster beim Top-Teams-Cup in Brünn erzielte, auf dem Teppich. Der Turniersieg sei kein Grund abzuheben. "Wir haben hier zwei ordentliche und ein schlechtes Spiel gemacht", war das nüchterne Fazit des 36-Jährigen nach Conny Dumlers verwandelten Matchball gestern gegen Velika Gorica.

Zumindest diese Partie allerdings fand der Coach dann doch wohl besser als nur ordentlich. "Es war ein guter Abschluss", befand Büring nach einem Spiel, in dem seine Spielerinnen konzentriert auftraten und dem Gegner nur 36 Ballpunkte erlaubten.

Entscheidend fürs Weiterkommen war für Büring allerdings der Freitag mit der Begegnung gegen die Niederländerinnen von Longa ´59 Lichtenvoorde. Ein, zwei Erkenntnisse dieses Wochenendes machen Büring für die Zukunft Mut. Nämlich, dass Brünn zeigte, dass Münster über eine hervorragende Bank verfügt. Beinahe jede Spielerin im Elferkader kann ohne nennenswerte Verluste ersetzt werden kann. "Das allerdings müssen wir uns immer wieder erarbeiten!"

luh

 

Deutschland - Westfälische Nachrichten 

Montag. 27. Oktober 2003

Endlich darf die WSU wieder jubeln

Warendorf. Es war kurz nach 17 Uhr gestern Nachmittag, als endlich mal wieder das Erfolgsglied Stand up for the champions aus den Boxen in der Halle A der Sportschule dröhntewie immer nach Heimsiegen der WSU-Volleyballerinnen. Doch in dieser Saison durfte dieses Lied noch nicht einmal in den CD-Player gelegt werden. Nach anderthalb Stunden sehenswertem Volleyball jubelten die WSU-Volleyballerinnen ausgelassen vor ihren Fans. Sie hatten auch allen Grund. Beim souveränen 3:1 (25:18, 25:19, 19:25, 25:19)-Sieg über den MTV Obernkirchen hatte der Zweitligist nicht nur nach vier Niederlagen mal wieder gewonnen und somit den ersten Heimsieg eingefahren, sondern dabei auch vollends überzeugt. Die Mannschaft, die über Wochen verunsichert auftrat, war vom ersten Ballwechsel nicht wiederzuerkennen. Da war Biss, Spielfreude und jede Menge Selbstsicherheit zu erkennen.

Da fällt schon eine ganz große Last von uns. Anscheinend ist bei meinen Spielerinnen nun ein Schalter umgelegt worden. Nun wissen sie, dass man sich alle erarbeiten kann und muss. Heute haben wir vom ersten Ballwechsel an Motivation, Aggressivität und die taktische Marschrichtung gezeigt. Wir haben Obernkirchen schnell den Schneid abgekauft. In der Vorbereitung auf dieses Spiel haben wir alles richtig gemacht, freute sich ein erleichterter WSU-Trainer Niels Westphal und verabschiedete sich erst einmal für ein paar Tage in den Skiurlaub.
Ein dickes Sonderlob verteilte Westphal an Daniela Schmees, die fast jeden Angriff im Ziel versenkte und an Zuspielerin Christine Schmees, die sehr gut das Angriffsspiel koordinierte.

Im ersten Satz präsentierte sich die Sportunion wie aus einem Guss, da passte alles zusammen. Auch bis zum 8:9 im zweiten Durchgang lief es noch gut. Doch dann ging etwas die klare Linie verloren. Obernkirchen führte mit 14:11, ehe die WSU den Satz noch drehte, acht Punkte in Folge machte und den zweiten Satz holte.
Im dritten Satz ging die Konzentration dann etwas verloren, Obernkichen schaffte den Satzanschluss. Doch schnell zeigte sich im vierten Satz wieder der Siegeswille bei der WSU. Petra Vieth verwandelte den ersten Matchball mit einem Aufschlag, danach war der Jubel groß.

Alexa Frommer

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

SSC-Damen mühen sich zum 3:0-Erfolg

Zwei Gesichter im Spiel gegen Berlin-BVC

Schwerin Erwartungsgemäß mit 3:0 (8, 21, 22) setzten sich die Volleyballerinnen des Schweriner SC am Sonnabendabend in der Volleyballhalle gegen den Berlin-Brandenburger VC 68 durch. Aber allein an den Ergebnissen der Sätze zwei und drei wird deutlich, wie sehr sich der SSC für diesen Erfolg mühen musste.

Dabei begann alles so hervorragend. Schwerin begann mit durckvollem Spiel, zog nach dem 2:2 rasch davon und ließ die Gäste förmlich alt aussehen. 6:2 und 13:7 war der Durchgang gegen eine völlig desolat auftretende Berliner Sechs, bei denen sich vor allem Libero Anne Oemus zum Totalausfall entwickelte, schon nach 15 Minuten bei nur acht Gegenpunkten in Sack und Tüten. So hätte es weitergehen können!

Aber weit gefehlt. Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Berlin wie ausgewechselt, lag plötzlich sogar mit 13:9 und 16:12 vorn. Gar nichts mehr klappte beim SSC. Vom sicheren und vor allem variablen Kombinationsspiel war nichts mehr zu sehen, Krampf diktierte den Auftritt des Gastgebers. Trainer Tore Aleksandersen reagierte, brachte Linda Dörendahl für Kathleen Weiß im Zuspiel und kurz danach Tina Gollan für
Anika Schulz im Angriff. Die Maßnahme fruchtete: Viermal Gollan, dann Patricia Wolf und Angela Krivarot sorgten für die Wende. Über 16:16 und 17:17 setzte sich der SSC zum 21:17 (nach schönem Lob von Angie Kriv arot in die Abwehrlücke) ab und sicherte sich auch diesen Durchgang mit 25:21.

Ein ähnliches Bild bot sich im dritten Satz. Berlin agierte nach wie vor mit druckvollem Aufschlag, vor allem Kapitän Ramona Stucki stellte den SSC vor schier unlösbar scheinende Probleme und machte aus einem 1:4 ein 6:5. Das Spiel wogte fortan hin und her, bis zum 10:10 war die Partie ausgeglichen. Dann aber schien bei Schwerin der Knoten geplatzt zu sein, Linda Dörendahl stellte mit einem schönen Zuspielertrick die Weichen in Richtung 14:11-Führung. Aber erneut kam Berlin zurück, glich aus und blieb bis zum 16:16 dran. Erst dann setzte sich der SSC - vor allem durch die überzeugende Tina Gollan - entscheidend ab und ließ nach dem 20:16 nichts mehr anbrennen. Der dritte Matchball schließlich brachte die endgültige Entscheidung und den ersehnten Heimerfolg.

"Die Mannschaft spürt die Erwartungshaltung von Fans und Umfeld und muss erst lernen, damit umzugehen", analysierte Aleksandersen. "Deshalb verliert sie nach einem guten Durchgang die Konzentration und muss dann über den Kampf ins Spiel zurückfinden. Im ersten Satz stand unser Block wie eine Wand, danach schlichen sich Fehler ein. Das 3:0 war enorm wichtig. Ich hoffe, dass wir durch weitere Siege für mehr Ruhe sorgen können."

Volker Beier

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung 

Montag. 27. Oktober 2003

VCP: Kurzen Prozess gemacht

1. VC Parchim deklassiert Spitzenreiter VC Olympia Berlin mit 3:0

Parchim Das von den Spielerinnen und Fans des 1. VC Parchim mit Spannung erwartete Duell gegen den Spitzenreiter der 2. Volleyball-Bundesliga, VC Olympia Berlin, endete mit einem hoch verdienten 3:0 (19, 11, 15)-Sieg der Parchimerinnen.

Beide Kontrahenten hatten im ersten Satz bis zum 18:18 gleiche Spielanteile, es zeichnete sich das erwartet interessante Spiel ab. Doch in der Schlussphase des ersten Satzes drehten die Parchimerinnen auf, machten schon mit den Aufgaben Druck und verunsicherten den Gegner durch eine aggressive und vor allem erfolgreiche Blockarbeit. Ein erfolgreicher Block von Katharina Wilk setzte beim 25:19 auch den Schlusspunkt im ersten Durchgang.

Der zweite Satz war für die VCO-Spielerinnen eine Lehrvorführung für schnellen Volleyball und gute Motivation in der Mannschaft. Die Gäste bekamen kein Bein auf die Erde. Parchim punktete aus allen Mannschaftsteilen, beim VCO schoss die Fehlerquote in die Höhe. Nur einmal konnten die Gäste zwei Punkte in Folge erkämpfen, vom 20:8 zum 20:10, und schon nahm Stützpunkttrainer Dirk Groß eine Auszeit. Danach ging das Schützenfest der Parchimerinnen munter weiter. Der Tabellenführer wurde quasi demontiert, was der 25:11-Endstand dieses Satzes auch beweist.

Zu Beginn des dritten Satzes räumten die VCP-Damen alle Zweifel aus, dass dieser Durchmarsch nur eine Eintagsfliege war. ... 8:5, 12:6, 20:7 und beim 24:11 im dritten Satz hatten sich die Gastgeberinnen den ersten Matchball verdient. Diesen wehrten die Berlinerinnen noch dreimal ab, dann war Parchims fünfter Sieg in Folge perfekt und die Siegesserie des VC Olympia jäh unterbrochen.

Eine Woche haben die Parchimerinnen jetzt Pause und am 9. November kommt das nächste Spitzenteam in die Fischerdammhalle, der SCU Emlichheim.

Thomas Zenker

 

Deutschland - Maerkische Allgemeine 

Montag. 27. Oktober 2003

Fortuna: Gefährliche Außen

Kyritz gewann, agierte aber nicht souverän

KYRITZ Souverän war der Auftritt der Kyritzer Bundesliga-Volleyballer am Sonnabend gegen Fortuna Bonn nicht, doch es reichte zu einem 3:1-Erfolg. Ähnlich sah es Heimtrainer Jürgen Treppner: "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, doch der Sieg fiel uns schwer." Vor allem die Bonner Außenangreifer bereiteten dem Heimteam erhebliche Probleme. "Muss man anerkennen, dass Bonn über die Vier stark spielte", so Treppner.

Die Partie gleich einem ständigen Auf- und Ab. Immer wieder zeigten beide Teams starke Aktionen, kurz danach aber auch leichte Fehler. "Der Unterschied war heute, dass wir weniger Fehler als Bonn gemacht haben und im Block etwas besser waren", sagte Elmar Harbrecht bei der Pressekonferenz. Daran hatte er selbst auch einen erheblichen Anteil, denn bei den meisten erfolgreichen Kyritzer Blocks war er beteiligt.

Vor 234 Zuschauer schenkten sich beide Teams nichts. Während Kyritz über die Mitte (Felix Braun/Harbrecht) immer wieder punktete, waren die Gäste über die Außen sehr stark. So ging es fast im Gleichschritt durch den ersten Satz. Erst in der Schlussphase setzte sich Kyritz durch zwei Blocks (Harbrecht) und zwei Angriffe von Christoph Helbig ab und siegte 25:19. Ähnlich verlief Durchgang zwei, kein Team konnte sich absetzen.

Beim Heimteam schwächelte nun die Annahme. Auch mit der Feldabwehr war Treppner nicht zufrieden, obwohl sich die Kyritzer mühten und Karsten Röhrs und Christoph Helbig mit letztem Einsatz noch Bälle holten. Doch wenig später fiel der Ball durch ein Missverständnis ins Feld. Diesmal hatte Bonn das besser Ende für sich, gewann 25:23.

Danach verschlief Kyritz den Beginn (0:3), aber auch Bonn war nicht frei von Fehler. So blieb es ausgeglichen. Hallensprecher Harald Schmidt puschte die Zuschauer immer wieder an, die Kyritzer lautstark anzufeuern. Mit 25:21 ging der Satz wieder an das Heimteam.

Im vierten Satz sorgte der eingewechselte Hannes Höpfner für ein Raunen. Mit fünf knallharten Sprungaufgaben, sorgte er für eine 5:1-Führung. Bonn gab nicht auf und kam wieder auf. Bis Höpfner erneut an der Angabe war. Viermal patzte der Gast und es hieß 16:12. Kyritz hatte die Partie nun im Griff und siegte unter dem Jubel der Zuschauer 25:21. "Endlich ein Heimsieg, vielleicht können wir nun eine Serie aufbauen", sagte Treppner, der nun optimistischer in die Zukunft sieht.

 

Deutschland - SCC Berlin-News 

Montag. 27. Oktober 2003

Der SCC mit meisterlicher Vorstellung

Pokalsieger Friedrichshafen wird in Berlin beim "Supercup" 3:0 abgefertigt

Als HB-Männchen, unentwegten Diskutanten und Animateur am Spielfeldrand kennt man Stelian Moculescu. Am Sonntag (26.10.) jedoch, beim Gipfeltreffen der Volleyball-Bundesliga in der Berliner Sömmeringhalle, bot sich knapp 1600 Zuschauern ein seltsames Bild. Der Bankchef der Nationalmannschaft, des Dauermeisters und letztjährigen Pokalsiegers VfB Friedrichshafen saß im dritten Satz regungslos auf dem Stühlchen.

Es hatte ihm die Sprache verschlagen, wie der Gastgeber SC Charlottenburg nach zwei gewonnenen, gleichwohl umkämpften Sätzen dann im finalen Durchgang seine Multi-Kulti-Truppe mit Akteuren aus sieben Ländern 25:15  an die Wand spielte.

Am Ende stand nach wenig mehr als 60  Spielminuten ein 3:0 (25:20, 25:21, 25:15) in der Partie zwischen Meister SCC und Pokalgewinner VfB, in anderen Sportarten ist das ein Supercup-Finale, zu Buche.
"Anfang der 90-er Jahre haben wir Friedrichshafen auch ein paar Mal geschlagen, aber so deutlich und im Schnelldurchgang noch nie", meinte SCC-Geschäftsführer Günter Trotz.

Eine faustdicke Überraschung. Andere hatte es zuvor gegeben: So, als Ulf Quell an Stelle von Bogdan Jalowietzki (und in dessen Trikot!) als 12. Spieler dem  Publikum vorgestellt wurde. Quell war vormals SCC-Angestellter, ist seit gut einem Jahr am Bodensee und dort (wie bei der Nationalmannschaft) als Assistent Moculescus tätig. Gespielt hat er am Sonntag nicht, auch wenn sein vorheriges Stretchingprogramm dies erwarten ließ.

Aber vielleicht sollte das die Berliner verwirren. Wie auch, dass der VfB ohne seine beiden spektakulären Neuverpflichtungen aus dem Lande des Weltmeisters Brasilien begann...später sah man warum: Alex Lenz und Luiz  Monzillo waren zwar Nationalspieler für Brasilien, aber sie ihr Können hätte nie ausgereicht, um in einer Weltmeister-Formation einen Platz zu finden.

In der nach acht Abgängen total umgekrempelten VfB-Mannschaft überzeugten in den ersten beiden Sätzen - danach versuchte Moculescu den Alles-oder-nichts-Totalwechsel - allem Diagonalangreifer Jochen Schöps (Juniorenauswahl-Kapitän vom VC Olympia Berlin und bester Mann beim VfB), Außenangreifer Marcus Popp (Leipzig) und Zuspieler Ilja Wiederschein. Das reichte nicht gegen den SCC, der kompakter, spielfreudiger und harmonischer wirkte. "Zu viele Eigenfehler und zu viele vergebene Punktchancen", meinte Quell hinterher. Und sein Vorgesetzter Moculescu sagte: "Bei uns war heute zuviel Sand im Getriebe. Der Gegner hat sein Potenzial abgerufen - wir nicht. Das muss noch reichlich Sand raus aus dem Motor."

Der SCC-Coach Mirko Culic vermied nach der "ersten wichtigen Standortbestimmung in der Bundesliga" jegliche Euphorie: "Wir waren vor allem im Block und in der Feldabwehr besser. Nun weiß ich, dass unsere Neuzugänge passen und wir insgesamt stärker als im Vorjahr sind."

DVV-Vize Götz Moser ("Friedrichshafen war schwächer als gedacht") und SCC-Multifunktionär Trotz waren sich einig, "dass man dieses Resultat nicht überbewerten" solle. Auf alle Fälle bleibt: Der SCC ist in der Ausprägung des Leistungsprofils momentan einen oder zwei Schritte weiter als der Dauerrivale.

    Zwei vom SCC schienen übrigens besonders motiviert und  happy über den Ausgang des Prestigekampfes: Zuspieler  Jaroslav Skach und Hauptangreifer Marco Liefke. Der Tscheche war nach den Stationen Dachau und Düren nur eine Saison in Friedrichshafen und fand sich dort nicht entsprechend gewürdigt. Ähnliches dürfte Liefke als bester Bundesliga-Angreifer der letzten Jahre bei seiner Statistenrolle zur EM empfunden haben. "Es hat schon ein bisschen Spaß gemacht, heute zeigen zu können, dass ich ganz gut Volleyball spiele", sagte Skach - jedoch ohne jeden Anflug von Häme.

Ernst Podeswa

 

Deutschland - VC Bottrop-News 

Montag. 27. Oktober 2003

Bottrop setzt sich gegen Bocholt durch

Mit einer zum Schluß deutlichen starken Leistung zeigte sich der VC Bottrop 90 in einem erholten Zustand und stellte unter Beweis, dass die Niederlagen des vergangenen Wochenendes auch tatsächlich Schnee von gestern waren.

In dem Derby zwischen dem Ruhrgebietsverein und den Grenzstädtern, deren Wege sich innerhalb der letzten Jahre immer wieder kreuzten, setzten zunächst die Gäste aus Bocholt Maßstäbe. Mit 16:25 gab es zunächst ein deutliches Nachsehen. Doch sollte sich zeigen, dass gerade der erste Durchgang dazu diente, den Gastgebern eine Orientierungshilfe zu geben, denn mit neuem Libero war gerade die Ballannahme zunächst etwas zu vorsichtig. 

Matthias Kolley, gerade frisch vom Bodensee ins Ruhrgebiet gewechselt, fand sich dann aber doch schnell zurecht und gab mit seinen Aktion, auch in der Feldabwehr, der Mannschaft zunehmend Sicherheit. Unter der Führung von Tomas Wiedermann gelang dann auch Angriff um Angriff und spätesten ab dem dritten Satz konnte auch der Bocholter Mittelangriff keinen Weg mehr in das  Bottroper Feld finden. Da trotz der Ferien nahezu 200 Zuschauer den Weg in die Dieter Renz Halle fanden, herrschte auch entsprechend gute Stimmung, als Kapitän Markus Richter, lange Zeit stärkster Angriffsspieler in Bocholt, Punkt um Punkt setzte und sein Team sich somit in die Spitze der 2. Liga Nord zurückspielten. 

Daniell Ferraz, im Jahr zuvor Kapitän beim VC Bottrop, konnte an diesem Tag nicht so wie befürchtet glänzen und so  blieb den Gästen nur der eine Satz und ein Platz im Mittelfeld. Die Bottroper erspielten sich somit ein trainings- freies Wochenende und habe nun genügend Zeit, sich auf die beiden Spiele gegen  die Niedersachsenvertreter Schüttorf und Lintorf vorzubereiten.

Wolfgang Donat

VC Bottrop - TuB Bocholt  3:1 (16:25, 25:21, 25:18, 25:18)

 

Deutschland - VfB Friedrichshafen-News 

Montag. 27. Oktober 2003

Moculescu: „Können nicht zaubern, müssen arbeiten“

VfB Friedrichshafen unterliegt im Spitzenspiel in Berlin

FRIEDRICHSHAFEN (gus) - Der VfB Friedrichshafen hat am Wochenende seine erste Saisonniederlage kassiert. Beim SCC Berlin unterlag das Team von Stelian Moculescu mit 0:3 (20:25, 21:25, 25). Für den Trainer ist die Niederlage kein Beinbruch: „Wir können nicht zaubern, wir müssen arbeiten.“

Das Spitzenspiel der Volleyball-Bundesliga stand von vornherein unter keinem guten Stern. Kapitän Bogdan Jalowietzki ist verletzt und war gar nicht dabei, Zuspieler Robert Koch ist ebenfalls noch angeschlagen und konnte nur hin und wieder zum Aufschlag eingesetzt werden und „Itapolis“ spielte trotz Rückenschmerzen. Keine idealen Voraussetzungen also. Auf der anderen Seite ein SCC Berlin, der motiviert war bis in die Fingerspitzen. Dass es schwer werden würde, war also vorher klar.

Der amtierende deutsche Meister bestätigte die Skeptiker unter den VfB-Fans: Mit druckvollen Aufschlägen setzten vor allem Marco Liefke und Sebastian Prüsener den VfB stark unter Druck und zwangen die Häfler immer wieder zu Fehlern. Außerdem schafften es die Berliner immer wieder, Ilja Wiederscheins Zuspiel erfolgreich zu lesen, postierten ihren Block dementsprechend und machten den Punkt. Die ersten beiden Sätze verliefen nahezu gleich.

Bis zur zweiten technischen Auszeit waren die beiden Kontrahenten gleichauf, dann erlaubte sich der VfB, zwei Punktchancen nicht zu nutzen. Daraufhin drehten die Gastgeber richtig auf und zogen unaufhaltbar davon. Die schon erwähnte Aufschlagstärke des SCC unterstreichen die beiden Asse zum 25:20 (im ersten Satz durch Marco Liefke) und zum 25:21 (im zweiten Satz durch Jan Günther).

Anstatt die Begegnung noch einmal spannend zu machen, leistete der VfB auch im dritten Spielabschnitt zu wenig Widerstand. Hatten bis dahin Ilja Wiederschein, Jochen Schöps, Marcus Popp, Bogdan Olteanu, Itapolis, Mario Zelic und Alexis Valido auf dem Feld gestanden, sollten Alex Lenz (für Olteanu), Toni Kovacevic (für Popp) und Jovan Markovic (für Schöps) für frischen Wind sorgen. Aber die Luft war raus - und die erste Saisonniederlage nach 64 Spielminuten besiegelt.

Die Erklärung dafür liefert Stelian Moculescu: „Wir waren einfach schlecht und haben überall zu viele Fehler gemacht, egal in welchem Bereich.“ Und ein zerknirschter Teammanager Ulf Quell fügt hinzu: „Eine bittere Pille, aber das ist die Realität.“

Bis jetzt ist der amtierende deutsche Meister SCC Berlin die Mannschaft der noch jungen Saison. Mit dem vierten 3:0-Erfolg steht er dort, wo Friedrichshafen sonst immer anzutreffen war: Verlustpunktfrei ganz oben in der Tabelle. Für Stelian Moculescu ist das kein Beinbruch, denn: „Die deutsche Meisterschaft wird erst im April entschieden.“ Am Sonntag hat er gesehen, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist.

 

Deutschland - VfB Friedrichshafen-News 

Montag. 27. Oktober 2003

Volley YoungStars siegen in Freiburg

FRIEDRICHSHAFEN (gus) – Der Ausflug in den Breisgau war für die Volley YoungStars des VfB Friedrichshafen erfolgreich. Das Team von Söhnke Hinz entführte bei der FT 1844 Freiburg zwei Punkte und siegte in einem Kampf betonten Spiel mit 3:1 (28:26, 26:24, 21:25, 25:18).

Die Satzergebnisse machen schon deutlich, dass es keine allzu klare Angelegenheit für die Häfler war. Freiburg lag meistens ein bis zwei Punkte vorn – sehr zur Freude der 350 Zuschauer in der Freiburger Burdahalle. Aber am Ende des Satzes, wenn es galt, dann riss sich die Sechs um Zuspieler Patrick Steuerwald wieder zusammen und dem Publikum blieb der Jubel im Halse stecken. „Die wirklich wichtigen Bälle haben wir gemacht“, freute sich Söhnke Hinz nach dem Spiel. Guter Block und gute Verteidigung – das waren die Ausschlag gebenden Faktoren für den Erfolg.

Im dritten Satz hatten Patrick Steuerwald, Max Günthör, Alex Wiskirchen, Marco Hofmann, Alex Mayer, Sebastian Schwarz und Timo Wilhelm die Freie Turnerschaft von Anfang an besser im Griff und es deutete sich ein 3:0-Erfolg an. Ob Günthör, Steuerwald, Schwarz und Mayer in Gedanken schon auf dem Weg nach Frankreich waren, wo sie mit ihrer Nationalmannschaft in Montpellier an einem Trainingslager des deutsch-französischen Jugendwerkes teilnehmen? Entscheidender waren wohl die Aufschläge der Freiburger, die die Häfler Annahme erfolgreich unter Druck setzten. Der 21:25-Satzverlust war die Folge.

Nach diesem Ausrutscher ließen die Häfler nichts mehr anbrennen und besiegelten mit 25:18 ihren vierten Saisonerfolg. Auch wenn die spielerische Leistung keine Bestnoten verdient hat, so ist Söhnke Hinz zufrieden: „Wichtig war es, nach den beiden Niederlagen am vergangenen Wochenende überhaupt zu gewinnen.“ Der Trainer machte sich nach dem Spiel gleich wieder auf den Weg zur Spielersichtung nach Karlsruhe. Dort wurde am Wochenende der Bundespokal der 1987/88-er Jahrgänge ausgetragen. Die Volley YoungStars gehen mit neuem Selbstvertrauen in die Herbstferien oder besser zur Landesauswahl und Nationalmannschaft, bevor in zwei Wochen das nächste Spiel ansteht.

 

Norddeutschland - HTBU-News 

Montag. 27. Oktober 2003

HTBU: Ein verhängnisvoller Fehler

Nach dem klaren 3:0-Sieg gegen Aufsteiger VfL Geesthacht musste der HTBU zuletzt zum SV  Warnemünde. Hoch motiviert reiste die durch Grippe und Verletzung dezimierte Mannschaft an. Es galt als Dritter der Regionalliga den Tabellenführer zu bezwingen. Doch ein kleiner Schreibfehler – und die Volleyballer verspielten ihre Chance.

Das Spiel hatte sehr ruhig begonnen. Dem stetig steigenden Tempo der Mecklenburger konnten die Hamburger aber problemlos folgen. Kurz vor Ende des Satzes gelang den Gastgebern eine kleine Serie, die den Satz entschied. Im zweiten Satz war es genau umgekehrt und der HTBU behielt zum Schluss die Oberhand. Nach einem ungewöhnlichen Einbruch in der dritten starteten die Gäste stark in die vierte Runde. Doch beim Stand von 9:8 pfiff der Schiedsrichter plötzlich ab.

Erst jetzt hatte das Schiedsgericht den Aufstellungsfehler bemerkt. In der Hektik beim Seitenwechsel hatte das Team eine andere Aufstellung genannt als mit der sie dann auf dem Spielfeld stand. Das Ergebnis: alle erzielten Punkte wurden aberkannt.

Zwar kamen die Gäste noch mal mit 6:9 an den Tabellenführer heran, mussten sich dann aber mit 14:25 geschlagen geben. „Das Spiel wäre ganz anders verlaufen, wenn uns das nicht passiert wäre“, so Christian Kunze, der für dieses Spiel das Coachen für den erkrankten Trainer Jörg Förster übernommen hatte. „So hatten wir nie die Möglichkeit, mal gefährlich zu werden.“

Ob offiziell Protest eingelegt wird, war bis dato noch nicht klar. Es dreht sich um die Frage, ob der zweite Schiedsrichter beim Prüfen der Aufstellung vor Satzbeginn den Fehler hätte bemerken müssen.

Spielerisch hatte der HTBU eine passable Leistung abgegeben. Beim nächsten Heimspiel am 08. November gegen den Aufsteiger MTV Eckernförde muss das Team seine wirkliche Stärke dann unter Beweis stellen. Die Eckernförder konnten bislang mit wechselnden Leistungen noch nicht überzeugen.

Arne Koch

 

Deutschland - Grafschafter Nachrichten 

Montag. 27. Oktober 2003

Nur einmal gerät der SC Union ins Straucheln

3:0-Sieg gegen Hamburg

Im zweiten Satz lagen die Volleyballerinnen des SC Union Emlichheim schon 12:17 zurück, ehe sie den Satz noch für sich entschieden. Gegen den CVJM Hamburg reichte eine mäßige Leistung.

Emlichheim – Wie gut, dass der 3:0 (25:21, 27:25, 25:20)-Erfolg der Zweitliga-Volleyballerinnen aus Emlichheim gestern gegen den CVJM Hamburg nur wenig länger als eine Stunde gedauert hat. "Unser Spiel war heute nicht so schön anzuschauen", meinte SCU-Manager Norbert Bußmann und bemängelte zum Beispiel zu viele Unkonzentriertheiten im Spiel. Da wollte ihm Trainer Pierre Mathieu aber nicht auf ganzer Linie zustimmen und nahm seine Spielerinnen aus der Schusslinie: "Es war auch ein schweres Spiel für uns. Die Hamburgerinnen haben sehr gut aufgeschlagen", sagte der Niederländer. Weil der CVJM allerdings ausschließlich über die Aufschläge Gefahr ausstrahlte, hat der SC Union relativ sicher gewonnen. Dem Sieg aber fehlte ein wenig der Glanz.

Immerhin: Die Hamburgerinnen hatten vor rund 500 Zuschauern in der Vechtetalhalle sogar einmal die gute Chance auf einen Satzgewinn. Im zweiten Durchgang führten sie bereits mit 17:12, ehe die Emlichheimerinnen den Rückstand in eine 22:19-Führung drehten. Zwar ging der Satz in die Verlängerung, der SC Union gab die Führung aber nicht mehr aus der Hand. "Es war sehr glücklich", wusste auch Mathieu.

Die beiden anderen Sätze verliefen weniger spannend. Nach ausgeglichenem Beginn zog Emlichheim jeweils davon. Im dritten Durchgang führten die Niedergrafschafterinnen schon 20:10, ließen die Gäste zum Ärger von Trainer Mathieu aber noch auf 23:17 herankommen. Dass der Coach trotz der Probleme in der Ballannahme und Feldabwehr insgesamt zufrieden war, lag eher an Kleinigkeiten, an denen er erkannt hat, dass sich die Spielerinnen wieder ein bisschen weiter entwickelt haben: Annelies Koning hat die ersten Sprungaufschläge in einem Punktspiel probiert (wenn auch mit wenig Erfolg), Judith Meyer kann ihre Sprungaufschläge immer sicherer auch gezielt einsetzen, und in zwei Situationen war gestern auch der Dreierblock am Netz zu sehen.

Holger Wilkens

 

Deutschland - Grafschafter Nachrichten 

Montag. 27. Oktober 2003

FC 09 zerfällt gegen Lintorf in Einzelteile

Schüttorfer unterliegen dem Aufsteiger im Keller-Duell der 2. Bundesliga mit 2:3

Im Abstiegskampf der Zweiten Volleyball-Bundesliga leistete der Tabellenletzte einen Offenbarungseid. Gegen den VfL Lintorf waren die Schüttorfer chancenlos.

SCHÜTTORF – Nach einer desolaten Vorstellung hat der FC Schüttorf 09 im Keller-Duell der Zweiten Bundesliga gegen den VfL Lintorf mit 2:3 (25:16, 18:25, 14:25, 25:23, 7:15) Sätzen verloren. Nur im ersten Satz konnte das Team der Trainer Heike Flockert und Dirk Schlotfeldt Akzente setzen. Dabei profitierten die Gastgeber allerdings davon, dass die VfL-Annahme noch nicht auf der Höhe war. "Wir haben einen Satz gebraucht, um uns auf die Schüttorfer Aufschläge einzustellen", sagte VfL-Trainer Uwe Wallenhorst. Die Hausherren lagen im ersten Abschnitt durchgehend in Front und entschieden den Satz deutlich mit 25:16 für sich. Sicherheit konnte dieser Satzgewinn ihnen aber nicht verleihen. Im Gegenteil: Ab Durchgang zwei präsentierten sich die Gastgeber ohne jegliches Zweitliga-Format.

Die Lintorfer, bei denen Christian Hunold im Diagonalangriff überragte, bauten im zweiten Durchgang eine 9:6-Führung bis auf 13:6 aus. Auch mehrere Wechsel führten auf Schüttorfer Seite nicht zum Erfolg. So ersetzte Kilian Schafstedde Michael Röder im Außenangriff, Jürgen Alsmeier griff für Sascha Youroukov an und Martin Petzold stellte für Timo Timpe zu. Zwischenzeitlich sah sich das Team vor 300 Zuschauern in der Schüttorfer Vechtehalle gar einem 11:23-Rückstand gegenüber.

Im dritten Satz das gleiche Bild. Während beim FC 09 die totale Verunsicherung sichtbar wurde und die Mannschaft in ihre Einzelteile zerfiel, präsentierten die Lintorfer sich als verschworene Einheit. "Bei uns hat es in allen Elementen nicht gestimmt. Besonders offensichtlich war aber, dass wir uns nicht als Mannschaft präsentiert haben. Jeder hat nur sein Ding gespielt", kritisierte nach der Partie ein ratloser Dirk Schlotfeldt. Über 10:6 setzten sich die Lintorfer auf 16:8 ab und hatten letztendlich keine Mühe, den dritten Abschnitt mit 25:14 unter Dach und Fach zu bringen.

Der vierte Satz hätte eigentlich schon die Entscheidung zu Gunsten des Aufsteigers bringen müssen. Die Gäste lagen schnell mit 8:2 in Front und hielten die Schüttorfer im Verlauf des Satzes durchgängig mit mindestens zwei Punkten auf Distanz. Erst als die Schiedsrichter beim Stand von 23:21 aus Lintorfer Sicht einen Schmetterschlag von Christian Hunold im Aus sahen, erwachte der Schüttorfer Kampfgeist. "Da war plötzlich das Glänzen in den Augen da", sagte Schlotfeldt. Die Schüttorfer machten vier Punkte in Folge und retteten sich in den Tie-Break.

Da war das 09-Feuer aber sofort wieder erloschen: Ein 0:3-Fehlstart folgte. Mit einfachen Fehlern sorgten die Schüttorfer dafür, dass der VfL sich absetzte (12:7) und mit einem 15:7 den ersten Auswärtssieg in der Zweiten Bundesliga einfuhr. "Der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist die Tatsache, dass wir nicht mit 3:1 gewonnen haben", sagte ein zufriedener Uwe Wallenhorst. Bei den Schüttorfern müssen spätestens nach der siebten Niederlage in Folge die Alarmglocken schrillen.

Hinnerk Schröer

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel