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Mittwoch, 29. Oktober 2003 

Mit mentaler Stärke zur Goldmedaille
Oststeinbeker zwingen Moerser SC in die Knie
Wilhelmsburg vergab möglichen Sieg
Elmshorns Frauen 1:3 im Topspiel
VGE-Volleyballer 3:1 gegen schlechte Verlierer
Geesthacht siegt in einem Volleyball-Krimi
Fellbach: Erinnerung an alte Bundesligazeiten
Wieder im Tiebreak verloren
Investition in die Zukunft
TuS Jork besiegt Spitzenreiter
Eine Zusammenarbeit wider besseren Wissens

Oktober 2003

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Zum Medien-Überblick

 

Deutschland - Westfälische Nachrichten 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Mit mentaler Stärke zur Goldmedaille

-na- Münster. Auf einer Geburtstagsparty vor rund einem Jahr wurde die Idee geboren. Dass sie am Ende zu einer Goldmedaille führen würde, daran dachte zu diesem Zeitpunkt wohl keine der Volleyballerinnen, die 1972 bei den Olympischen Spielen in München für Deutschland auf dem Parkett gestanden hatten.

Zu einer Teilnahme an den 17. World-Senior-Games, der Weltmeisterschaft der über 50-Jährigen, hatte sich die elfköpfige Gruppe entschlossen, darunter mit Uschi Westphal, Annedore Richter, Margarete Herzog, Annette Steikert, Heidi Kerstiens und Frauke Zitranski sechs Spielerinnen, die früher das Trikot des USC Münster trugen. Nach Georgia im US-Bundesstaat Utah ging die Reise. Und es wurde ein erfolgreiches Unterfangen, setzte sich die Mannschaft unter der Führung vom langjährigen USC-Trainer Karl Herzog doch gegen insgesamt 16 konkurrierende Teams durch, absolvierte zwölf Spiele in vier Tagen, verlor davon nur eines. Und das gegen das Team aus Texas, gegen das im Halbfinale dann erfolgreich Revanche genommen werden konnte. Im Finale ließen die Münsteranerinnen und Co den favorisierten Kalifornierinnen beim 2:0 dann ebenfalls keine Chance.

Gespielt wurde auf zwei Gewinnsätze, angelehnt an Beach-Volleyball auch das System mit einer Verliererrunde. Die Kondition wurde auf eine harte Probe gestellt. Sicher, athletisch ist man natürlich nicht in der Form wie früher, aber das Mentale, das geht nicht verloren, erklärte Uschi Westphal nach der Rückkehr. Und wir hatten gegenüber den anderen Mannschaften den Vorteil, dass wir mit elf Spielerinnen über einen recht großen Kader verfügten.

Die Konkurrenz bestand fast ausschließlich aus amerikanischen Teams. Nicht zuletzt eine Folge daraus, dass alle Kosten von den Teilnehmern an solch einer Veranstaltung aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Für die deutsche Auswahl, die vom Deutschen Volleyball-Verband mit den aktuellen Nationalmannschaftstrikots ausgestattet worden war, wird die diesjährige Reise wohl vorerst ihren einmaligen Charakter behalten. Es war auf jeden Fall eine wunderbare Erfahrung. Uschi Westphal spricht da sicher im Namen aller ihrer Teamkolleginnen.

 

Deutschland - Ahrensburger Zeitung 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Oststeinbeker zwingen Moerser SC in die Knie

Oststeinbek - Kann ein VW Golf GTI einen Ferrari Testarossa schlagen? Glaubt man Bernd Schlesinger, dem Trainer der Zweitbundesliga-Volleyballer des Oststeinbeker SV, so ist das möglich. Hat er doch vor dem Heimspiel gegen den Erstliga-Absteiger und bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Moerser SC diesen Vergleich zwischen beiden Teams bemüht. Übersetzt in die Volleyball-Zahlen schlug "VW" Oststeinbek "Ferrari" Moers vor 400 begeisterten Zuschauern in der Halle am Barsbütteler Weg mit 3:2 (22:25, 32:30, 25:20, 18:25, 15:11).

"Das war schon sensationell", sagte der Coach, der aber offenbar selbst gar nicht so recht mit einem Erfolg gerechnet hatte. Schließlich gibt es da ja die Wette mit seinen Spielern: Für jedes verlorene Spiel erhält Schlesinger von jedem Spieler 10 Euro, für jedes gewonnene Match muss er 10 Euro an jeden zahlen. Aber als die Volleyballer das Geld einforderten, "hatte ich nur 70 Euro in der Tasche", so der Coach kleinlaut. Schlesinger hatte vormittags Baumaterialien für einen Carport gekauft und vergessen, noch einmal zur Bank zu gehen. So lieh er sich von Abteilungsleiter Jan Schneider den fehlenden Betrag.

Apropos Geld: "Der Etat des Gegners ist mindestens zehnmal so hoch wie unserer", so die Einschätzung von Schlesinger. "Wir trainieren rund sieben Stunden pro Woche, der Gegner kommt etwa auf 25. Das verdeutlicht, wie unterschiedlich die Voraussetzungen und die Ansprüche beider Mannschaften sind."

Doch Menschen sind halt keine Maschinen. Und so spielten die Oststeinbeker über ihren Möglichkeiten. "Es kommt nicht darauf an, was und wie man es macht. Es kommt darauf an, mit welchen Emotionen man es macht", so Schlesingers Credo. Die Stormarner mobilisierten die richtigen Gefühle, trafen den Mittelweg zwischen der nötigen Lockerheit und Konzentration. So brauchte der Trainer auch nicht zu wechseln, ließ seine Startformation mit Sebastian Neufeld, Jan Buhrmester, Daniel Krug, Mirko Suhren, Björn Domroese und Christian Bartram die gesamte Zeit auf dem Feld.

"Wir haben verdient verloren", räumte Gästetrainer Igor Arbutina ein. Beeindruckt waren die Moerser Profis wohl auch von der Show der Ostbek Cowboys. Schade nur, dass Unterbrechungen für zehn Minuten Showeinlagen nach dem zweiten Satz künftig nur noch in der ersten Bundesliga erlaubt sind.

masch

 

Norddeutschland - Harburger Rundschau 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Wilhelmsburg vergab möglichen Sieg

Wilhelmsburg - Manchmal kommt es doch ganz anders. "Ich hatte fest daran geglaubt, dass wir dieses Spiel gewinnen werden", sagte Tanja Wilhelm, Außenangreiferin der Regionalliga-Volleyballfrauen des SV Wilhelmsburg. Mit 10:8 hatte der Aufsteiger gegen den Tabellen-Zweiten 1. VC Norderstedt-Alstertal-Langenhorn im Tiebreak schon geführt, um wenige Augenblicke später mit einer 2:3-Niederlage nach fünf Sätzen (25:21, 19:25, 15:25, 25:20, 10:15) mit leeren Händen dazustehen. "Das ging plötzlich ganz schnell", erinnerte sich Tanja Wilhelm.

Nachdem die Norderstedterinnen den Ball zurückerobert hatten, kam deren Zuspielerin Jessica Lampe zum Aufschlag, suchte sich Tanja Wilhelm und Doris Dettmann als "Opfer" aus und hatte Erfolg mit ihrer präzisen und unerreichten Angabe. "Plötzlich stimmte unsere Annahme nicht mehr", sagte eine nachdenkliche Tanja Wilhelm. Was die Wilhelmsburger Volleyballerinnen langsam ein wenig verzweifeln lässt. "Das war jetzt das dritte Tiebreak-Spiel in den letzten fünf Begegnungen und alle haben wir verloren", so die Außenangreiferin.

Das zeigt: Die Spielerinnen von der Elbinsel sind nicht weit entfernt vom Spiel-Niveau der Liga. Allerdings ist mit nun 2:10 Punkten auch klar, dass es für die Volleyball-Frauen des SV Wilhelmsburg nur noch um den Klassenerhalt in der Regionalliga gehen kann. "Wir müssen insgesamt drei Teams hinter uns lassen", weiß Tanja Wilhelm. Dass der schleswig-holsteinische Mitaufsteiger SC Rönnau hinter den Wilhelmsburgerinnen landen wird, gilt als sicher. Als weitere Konkurrenten gelten die Teams des Eimsbütteler TV und von Uni Greifswald. "Gegen beide spielen wir noch zweimal", sagte Tanja Wilhelm und traut ihrer Mannschaft durchaus die Zielsetzung zu.

masch

 

Norddeutschland - Pinneberger Zeitung 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Elmshorns Frauen 1:3 im Topspiel

Elmshorn - "Das war ein Riesenspiel meiner Mannschaft." Volleyball-Trainer Burkhard Skibitzki sparte nicht mit Lob, obwohl die von ihm betreuten Frauen der VG Elmshorn das Regionalliga-Spitzenspiel gegen den SVF Neustadt-Glewe vor 100 Zuschauern in der alten KGSE-Halle 1:3 (17:25, 25:27, 26:24, 18:25) verloren hatten.

92 Minuten verlangte das Heimteam dem Absteiger aus der 2. Bundesliga alles ab. "Ein fünfter Satz wäre durchaus möglich gewesen", resümierte Skibitzki, dessen Schützlinge um ein Haar auch den zweiten Durchgang für sich entschieden hätten.

Gegen die mit Bundesliga-erfahrenen Routiniers und Junioren-Nationalspielerinnen angetretenen Gäste waren die Elmshornerinnen, bei denen Mittelblockerin Meike Sievers und Außenspielerin Anja Svensson besonders gefielen, nur im ersten Satz chancenlos. Den vierten konnte die Heimmannschaft immerhin bis zum 13:14 ausgeglichen gestalten.

Daran, dass der Gästesieg verdient war, gab es für Skibitzki keinen Zweifel. "In dieser Form verliert Neustadt-Glewe kein Spiel", sagte der Coach, der in gut zwei Wochen mit der VGE beim VCNAL antritt.

fwi

 

Deutschland - Pinneberger Zeitung 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

VGE-Volleyballer 3:1 gegen schlechte Verlierer

Elmshorn - Turbulenter als auf dem Parkett ging es nach der Partie der Volleyball-Regionalliga Nord zwischen der VG Elmshorn und dem SVF Neustadt-Glewe in der alten KGSE-Halle rund um den Kampfgerichtstisch zu: Die enttäuschten Gäste versuchten nach dem 3:1 (25:22, 25:14, 19:25, 25:21) der VGE lautstark, Schiedsrichter und Anschreiber für eigene Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen.

Hintergrund: Angeblich soll im Laufe der 80-minütigen Begegnung ein Spieler aus Mecklenburg-Vorpommern mit der Nummer 11 aufgelaufen sein, obwohl dieses Trikot laut Protokoll gar nicht vergeben war.
Der formale Protest, den die schlechten Verlierer gegen die Wertung der Partie einlegten, ärgerte VGE-Teamsprecher Ekkehard Goller: "Die Gegner hätten sich lieber auf ihr Spiel konzentrieren sollen."

Insgesamt reichte es den Elmshornern gegen die ohne Konstanz agierenden Gäste, riskante Aktionen zu vermeiden und sich aufs Abwarten zu verlegen. Nur im verlorenen dritten Satz schlug diese Taktik fehl, ansonsten gelang es den VGE-Männern, die ihr nächstes Spiel in knapp zwei Wochen beim VC Norderstedt-Alstertal-Langenhorn bestreiten, immer wieder, die Mecklenburger zu Fehlern zu zwingen.

(fwi)

 

Norddeutschland - Geesthachter Anzeiger 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Geesthacht siegt in einem Volleyball-Krimi

Die Regionalligisten und gut 150 Zuschauer feiern ein 3:2 über VC NAL

Nach einer Serie von 3 verlorenen Spielen schaffte der VfL Geesthacht am Samstag die Wende. Sie besiegten den VC Norderstedt-Alstertal-Langenhorn mit 3:2 (25:17, 10:25, 25:27, 25:17, 17:15). Viel wichtiger war aber das ‚Wie’: Kämpferisch, leidenschaftlich und mit viel Einsatz wurde um jeden Punkt gefightet.

Geesthacht begann wesentlich druckvoller als die Gäste, die noch nicht ganz anwesend schienen. Block und Feldabwehr standen und brachten eine schnelle Führung. Geesthacht wirkte kompakter und zeigte viele ansprechende Spielzüge. Der Satz ging mit 25:17 an die Hausherren. Im zweiten Satz ein umgekehrtes Bild. Nach einer 7:0-Führung bauten die Gäste den Vorsprung immer weiter aus. Der VfL versuchte zwar alles, um noch in diesem Satz wieder zurück zu kommen, was mit einem 10:25 nicht gelang. Dafür aber im nächsten Durchgang.

Beide Teams hatten nun ihre Betriebstemperatur erreicht, lieferten sich ein spannendes Duell und zeigten dabei sehr guten Volleyball. Trotz einiger guter Chancen des VfL, die entscheidenden Punkte zu machen, sicherten sie sich die Gäste mit 27:25 den dritten Satz. Doch wer nun an einen Einbruch der Mannschaft von Coach Olli Müller glaubte, lag falsch. Spiegelbild des Teams war am Samstag Andrew Schmuck. Mit unermüdlichem Einsatz und Siegeswillen zeigte er eine starke Partie, feuerte sich und seine Mitspieler wie kein Zweiter immer aufs Neue an.

Wichtige Stütze war an diesem Samstag der von Olli Müller neu eingesetzte Libero Hartmut Hintze. Im vierten Satz gerieten diese 6 plus Libero nie in ernste Gefahr, sicherten sich den Durchgang zum Satzausgleich.

Das Tiebreak war für die 150 Zuschauer, die begeistert mitgingen, ein nervenaufreibendes Wechselbad der Gefühle. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, bis der VfL mit zwei guten Aktionen das 13:11 erzielte. Doch VC NAL gab nicht auf, machte die folgenden drei Punkte und hatte bei 14:13 Matchball. Der folgende Aufschlag segelte 10 Zentimeter ins aus. Kurz darauf Matchball Geesthacht. VC NAL muss einen Dankeball spielen, Andrew Schmuck beweist Auge und Nervenstärke, lässt den Ball ins Seitenaus fliegen. Der Rest war Jubel und Freude über ein gelungenes Comeback mit Happy End.

Diese und weitere Bericht und Infos unter www.vfl-volleyball.de

 

Deutschland - www.volleyball-bundesliga.de  

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Fellbach: Erinnerung an alte Bundesligazeiten

Zwei wichtige Punkte spielten sich die Fellbacher Volleyballer am Sonntag beim Heimspiel vor heimischer Kulisse mit toller Stimmung ein. Die Zweitliga-Truppe besiegte den Liga-Neuling TV Rottenburg mit 3:1 (25:20; 17:25; 27:25; 25:15) und rückt damit auf den 5. Platz in der Tabelle vor.

Es war ein Volleyball-Nachmittag der den rund 400 Zuschauern so manche Überraschung bescherte: Zunächst reiste der TV Rottenburg mit 100 volleyballbegeisterten Anhängern an und brachte somit mehr auswärtige Fans in die Gäuäckerhalle als jedes andere Team in der laufenden und der vergangenen Saison. Die Stimmung war entsprechend gut und flachte auch durch eine technische Panne Anfang des dritten Satzes, als das Spiel wegen des Ausfalls der Spielfeldbeleuchtung für 20 Minuten unterbrochen werden musste, nicht ab.

Was die sportliche Darbietung der beiden Teams anbelangt, blieben – zumindest bei den Fellbacher Fans – kaum Wünsche offen. Das Spiel war auf beiden Seiten mit spektakulären Abwehraktionen und einer sehr guten Aufschlagleistung gespickt. Vor allem im Blockspiel war jedoch ein deutlicher Unterschied festzustellen. Während Fellbach auch den sonst sehr erfolgreichen Angreifer der Rottenburger, Robert Ziegler, gut in Schach hielt, hatte dessen Trainer nach dem Spiel Grund zu klagen: „Wir hatten im ganzen Spiel keine einzige Blockaktion die zum direkten Punktgewinn führte, dabei ist eben das sonst unsere Stärke.“

Vor allem waren es Rottenburgs taktisch starke Aufschläge, die den Fellbachern dennoch Mühe bereiteten und lange Zeit – bis einschließlich zum dritten Satz – für eine sehr ausgeglichene Partie sorgten. Mit der Einwechslung von Routinier Jörg Ahmann, den Trainer Karl-Heinz Striegel Mitte des zweiten Satzes ins Spiel brachte, kehrte langsam wieder Ruhe im Fellbacher Spielaufbau ein.

Der dritte Durchgang war letztlich der Schlüsselsatz. Während es anfangs keine Mannschaft schaffte, sich abzusetzen, gingen zur Satzmitte die Rottenburger mit 17:13 in Führung. Doch Fellbach zeigte außergewöhnlichen Kampfgeist und spielte sich, hauptsächlich durch die hervorragende Leistung Ahmanns, wieder zum 20:20 an die Gäste heran. Nun wurde die Begegnung zum echten Krimi, den Rottenburg durch einen Schnellangriff, der weit hinter Fellbachs Spielfeldhälfte landete, schließlich selbst beendete.

Damit schien die Kampfmoral der Gäste endgültig gebrochen. Im vierten Satz schalteten die Hausherren noch einen Gang hoch und spielten ihre Widersacher förmlich an die Wand: 25:15.

Somit bleibt der TV Rottenburg, der zu Hause seit einem Jahr ungeschlagen ist, in dieser Saison auswärts sieglos und gibt seinen fünften Rang an die Fellbacher ab. Das nächste Heimspiel der Fellbacher findet am 15.11. gegen Freiburg statt. Die Verantwortlichen planen einen Kombi-Spieltag mit den Fellbacher Regionalliga Handballern als „Vorspiel“ um 17.30 Uhr. Zudem wird es ein interessantes Rahmenprogramm mit Cherleading und Showeinlagen geben.

Davor reisen die Volleyballer am kommenden Wochenende nach Bad Dürrheim zur Endrunde des Baden-Württembergischen Pokals. Gegner dort unter anderen die FT Freiburg. Nachdem Rottenburg am letzten Wochenende auch erst im Pokal und schließlich diesen Sonntag in der Runde besiegt wurde, wollen die Fellbacher gleiches gerne mit Freiburg machen. Sollten sie es im Pokal schaffen, ihre gute Leistung der letzten Spiele in der eigenen Liga zu halten, stehen die Chancen für den Einzug in die gesamtdeutsche Pokalrunde gut. Und vielleicht sieht man dann in der Gäuäckerhalle wieder Erstligavolleyball, wenn auch nur auf Seiten der Gäste…

 

Norddeutschland - Harburger Anzeigen und Nachrichten 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Wieder im Tiebreak verloren

Wilhelmsburg (nik). Weit mehr als eine Stunde hatten sie geackert und gekämpft, den Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht. Doch nun, da der Tiebreak die Entscheidung bringen musste, schienen die Volleyball-Frauen des SV Wilhelmsburg Nerven zu zeigen. Bis zum 10:10 war noch alles drin, dann dauerte es keine drei Minuten - und der Kampf sowie die über weite Strecken starke Leistung gegen den Tabellen-Zweiten der Frauen-Regionalliga, 1. VC Norderstedt/Alstertal-Langenhorn, wurde wie schon so oft nicht belohnt.

Innerhalb kürzester Zeit verspielten sich die Wilhelmsburgerinnen mit einfachen Fehlern alle Siegchancen und mussten sich schließlich mit 2:3 geschlagen geben. Die Partie gegen den VCNAL war ein Spiegelbild des bisherigen Wilhelmsburger Saisonverlaufs. Oft waren die Volleyballerinnen von der Elbinsel gleichwertig, boten ihren Gegnerinnen Paroli, setzten phasenweise die spielerischen Akzente - und zogen dann am Ende doch den Kürzeren.

In den entscheidenden Phasen der Partien, so scheint es, fehlt es den Wilhelmsburgerinnen an Cleverness und Abgeklärtheit. "Wieder ein guter Gegner, wieder gut gekämpft, und wieder im Endspurt verloren. Zurzeit sind wir im Tiebreak einfach nicht erfolgreich", sagt SVW-Sprecherin Sabine Kleist.

 

Österreich - Salzburger Nachrichten 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Investition in die Zukunft

Salzburgs Volleyball steckt in der Krise. Die "goldenen Zeiten" sind nach vier Niederlagen in Folge endültig zu Ende. Der nüchterne Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle spricht für sich. Mit null Punkten ist Volley Salzburg abgeschlagen Letzter. Meistertitel und Cup-Sieg liegen bereits acht lange Jahre zurück. Danach ging es langsam, aber sicher, bergab.

In nur kurzer Zeit hat sich bei den geplagten Volleyball-Herren viel getan. Leistungsträger Marian Pascariuc wechselte ebenso wie Coach Uli Sernow zum Liga-Kontrahenten nach Innsbruck. Auch Hauptsponsor Quadriga kehrte den Salzburgern den Rücken. Mit dem finanziellen Engpass kam der sportliche Misserfolg. Die Verantwortung liegt nun bei Nachwuchsspielern, die vergangene Saison noch in der Landesliga eifrig Punkte sammelten.

An eine weitere Top-Verstärkung neben Robert Czedula denkt bei Volley Salzburg derzeit niemand. Vorstand und Trainer Martin Stallmaier schenken den Jungen ihr Vertrauen und gehen damit einen Weg, der bereits vor Jahren eingeschlagen wurde. Anstatt teure Legionäre zu angeln, wird der eigene Nachwuchs forciert. Ein löblicher Ansatz und eine Investition in die Zukunft, welche die Salzburger jetzt allerdings den Liga-Erhalt kosten könnte.

Michael Unverdorben

 

Norddeutschland - Harburger Rundschau 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

TuS Jork besiegt Spitzenreiter

Jork - Man darf die Volleyball-Frauen des TuS Jork wahrlich nicht abschreiben. Trotz erheblicher Personalsorgen schlugen die Altländerinnen den bis dahin in der Regionalliga Nordwest unbezwungenen Tabellenzweiten SCU Emlichheim mit 3:1 (25:16, 25:22, 21:25, 25:21). Im vierten Satz hatten die Fans im Schulzentrum Jork fast das Gefühl, die Jorkerinnen hätten ein wenig Angst vor dem zweiten Saisonsieg.

"Die ersten Sätze haben viel Kraft gekostet", erklärte TuS-Coach Torsten Bluhm aber den zaghaften Eindruck seiner Spielerinnen. Immerhin: Nadine von Minden, angeschlagen in die Partie gegangen, überwand ihre große Schwäche beim Aufschlag, verwandelte ausgerechnet so den Matchball der Jorker Frauen.

Dabei hatte es beim Abschlusstraining vor der Begegnung richtig düster ausgesehen für das Bluhm-Team. Diagonalangreiferin Wibke Kox brach die Übungen mit Kreislaufproblemen ab. Doch zum Anpfiff stand sie pünktlich wieder auf dem Feld des Schulzentrums und lief zu gewohnter Form auf, gut im Angriff beim Schmettern und mit gefährlichen Aufschlägen. Auch Sabine Schulz-Cordes hatte sich trotz Schulter-, Rücken- und Fingerschmerzen das Trikot angezogen, ließ sich in der Abwehr einwechseln.

Allerdings kam dem Jorker Team entgegen, dass die Emlichheimerinnen nicht nur auf ihre erfahrene Spieler-Trainerin Danuta Brinkmann verzichten mussten, dem Tabellenführer der Regionalliga fehlten auch drei weitere, sehr erfahrene Spielerinnen. So kommentierte Brinkmann-Vertreterin Jana Berlinke die unerwartete Niederlage: "Wir haben nicht schlecht gespielt. Uns fehlten heute ein paar Wechselmöglichkeiten." Der SCU Emlichheim rutschte auf Rang drei ab, der TuS Jork steht mit 4:6 Punkten auf Position fünf.

(masch)

 

Deutschland - Die Welt 

Mittwoch. 29. Oktober 2003

Eine Zusammenarbeit wider besseren Wissens

Dem Volleyball-Verband waren die Finanznöte von Vermarkter MNP bekannt, dennoch wurde ein Vertrag bis 2008 geschlossen

Berlin -  Den finanziellen Kollaps des Volleyball-Vermarkters MNP setzte man im Hause des Verbandspräsidenten Werner von Moltke in Nieder-Olm Hackbällchen mit Rotkohl, Kartoffelbrei und trockenen Riesling entgegen. Bei deftiger Kost wurde auf der Vorstandssitzung am Dienstagabend der schwer verdaubare Gau verhackstückt. Ergebnis: Der Vertrag mit der Hamburger Agentur soll sofort gekündigt werden, die Rechte an der Masters-Serie, der Deutschen Meisterschaft und der Option auf internationale Turniere gehen wieder zurück an den DVV. "Wir verfallen nicht in Panik", beruhigte von Moltke.

Was indes mit dem gut bestückten Füllhorn an Veranstaltungen anzufangen ist, weiß noch keiner zu sagen. MNP war für den in Frankfurt ansässigen DVV so etwas wie der gute Onkel, der von Hamburg aus alles gerichtet hat. Rechteverwertung und Durchführung der Turniere oblagen den mittlerweile insolventen Vermarktern aus der Hansestadt. Selbst der noch im Juni bis 2008 verlängerte Vertrag über die Masters-Serie im Beachvolleyball musste mangels Alternativen mit der Agentur MNP abgeschlossen werden, obwohl deren finanzielle Schieflage dem DVV zu dem Zeitpunkt schon bekannt war. "Wir waren uns des Risikos bewusst", sagt Präsidiumsmitglied Hinnerk Femerling.

Denn MNP mit dem ehemaligen Volleyball-Nationalspieler Frank Mackerodt an der Spitze hat nach Auskunft von Femerling, "immer sauber gespielt und uns über die Schwierigkeiten der Agentur auf dem Laufenden gehalten". So wurde offen Bericht erstattet über die Verluste durch den verschobenen Börsengang und ein fehlgeschlagenes Investment bei einem Großaquarium auf Sylt. Intern jedoch scheint das beim DVV nicht weitergeleitet worden zu sein. Präsident von Moltke jedenfalls war am Dienstag "überrascht über das unvorhersehbare Aus von MNP. Mackerodt war doch für uns wie eine Galionsfigur".

Doch die brachte den DVV nun in schwere See. Dabei waren bereits die Vorzeichen unheilvoll. So überwiesen die Hamburger dem Verband die fälligen Raten erst nach einigen Mahnungen und stehen zudem noch gehörig in der Kreide. Rund 150 000 Euro sind aus der Saison 2003 noch fällig, die gesamten Verbindlichkeiten von MNP sollen sich auf 1,5 Millionen Euro belaufen. "Die Außenstände tun uns weh", sagt Femerling.

Gebeutelt sind auch die Organisatoren des Hamburger Marathons und des Surf-Weltcups auf Sylt. Bei beiden Veranstaltungen hielt MNP die Rechte. Den Hamburgern schuldet MNP noch 50 000 Euro. "Damit könnten wir zwei Spitzenläufer finanzieren", sagte Marathon-Chef Wolfram Götz. Auf der Kippe stehe der Lauf allerdings nicht.

Anders die Turniere der Masters-Serie. Fraglich ist, ob der Auftakt in Hamburg im Mai noch zu halten ist, oder der Wettbewerb gänzlich gestrichen wird. Ausschließen könne man nichts, ließ das Präsidium verlauten. "Die Serie wird irgendwie weitergehen, in welcher Form auch immer", sagte von Moltke. Klar ist bislang nur, dass der Grand Slam und die WM 2005 in Berlin, sowie die EM nächsten Juni in Timmendorf durchgeführt werden können. Alle drei Turniere wurden auch MNP angeboten. Doch die Gesellschafter winkten ab: Dafür, hieß es schon damals, sei kein Geld mehr vorhanden.

Patrick Krull

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel