| Deutschland - Oststeinbeker SV-News |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Ostbek
Cowboys verlieren völlig verunsichert
Nun ist sie also da, die Krise. Nur vier Wochen
nach dem Erfolg gegen den Titelfavoriten Moerser SC hat die Talfahrt des
Oststeinbeker SV in der 2. Bundesliga der Männer einen neuen Tiefpunkt
erreicht: Beim 0:3 gegen den Tabellenletzten FC Schüttorf präsentierte sich
das Team von Trainer Bernd Schlesinger in den entscheidenden Phasen völlig von
der Rolle.
Mit 28:30, 26:28 und 25:27 verlor man alle drei Sätze
denkbar knapp, vergab jeweils mehrere Satzbälle und teilweise hohe Führungen.
"Wir sind alle am Boden zerstört", sagte Kapitän Jan Buhrmester nach
der unnötigen Schlappe gegen ein keineswegs auftrumpfendes Schüttorfer Team.
"Wir hatten uns so viel vorgenommen und uns selbst alles verbaut."
Trainer Bernd Schlesinger war entsprechend
angefressen. Mit Björn Domroese als Libero und Buhrmester als Diagonalspieler
wollte er der Unsicherheit der letzten Spiele entgegnen - letztlich aber waren
es wieder Eigenfehler, die verhinderten, dass das durchaus sichtbare Bemühen
zum Erfolg führte. So herrschte Frust pur nach der Partie - Fridolin Lippens,
mit Mirko Suhren noch einer der Besten, verstand die Welt nicht mehr:
"Gegen eine solche Mannschaft darf man nicht so glatt verlieren, das geht
gar nicht."
Wohin geht der Weg der Ostbek Cowboys? Nach drei
Niederlagen in Folge sieht die Lage in der Tabelle beileibe nicht hoffnungslos
aus, mit 6:10 Punkten ist der Anschluss ans Mittelfeld noch längst nicht
verloren. In den beiden Jahren zuvor war die Mannschaft gar schlechter
gestartet, der Klassenerhalt gelang jeweils durch beeindruckende Zwischenspurts.
"Wir haben hier immer die Ruhe bewahrt, und wir werden auch jetzt die Ruhe
bewahren", sagt OSV-Abteilungsleiter Jan Schneider. "Man sieht, dass
die Jungs derzeit ein psychogisches Problem haben. Die spielerische Substanz ist
aber absolut da, und ich bin mir sicher, dass wir da hinten wieder rausfinden.
Die Spieler müssen aber bereit sein, hart zu arbeiten."
"Und täglich grüßt das Murmeltier",
sagt Trainer Schlesinger, "am meisten ärgert es mich, dass wir reden und
reden, aber nichts passiert. Einige Spieler beschäftigen sich sehr viel mit dem
Spiel, andere denken keine Minute darüber nach. Die Quittung bekommen wir dann
im Match."
Namentlich kritisieren wollte Schlesinger nicht,
die Probleme liegen allerdings auf der Hand: Derzeit ist der Spielaufbau der
Cowboys viel zu fehlerbehaftet, der Block überfordert. Nun geht es nächste
Woche zum Spitzenklub VC Bottrop. Alles andere als eine glatte Niederlage wäre
in der jetzigen Situation eine faustdicke Überraschung.
"Ich halte nichts davon, jetzt auf die
Mannschaft einzudreschen", sagt OSV-Macher Jan Schneider, "die
Personaldecke ist dünn, wenn ein wichtiger Spieler nicht in Form ist, können
wir das nicht kompensieren. Aber das wussten wir auch vor der Saison. Bernd hat
unser volles Vertrauen. Gemeinsam kommen wir da aus diesem Loch auch wieder
hinaus."
| Deutschland - VfB Friedrichshafen-News |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
FRIEDRICHSHAFEN (gus) - Seit Sonntag steht der
erste Gegner der VfB Friedrichshafen im Pokal-Wettbewerb fest. Es ist der ASV
Dachau, Zweitligist aus der Südgruppe.
ASV Dachau hat sich als Regionalpokalsieger Südost
mit einem klaren 3:0 gegen sein Pendent aus der Region Ost, GSVE Delitzsch,
durchgesetzt. Damit steht der Gegner des VfB Friedrichshafen im Achtelfinale
fest. Kaum war klar, dass sich die Bayern für das 16-er Hauptfeld qualifiziert
hatten, flatterte dem VfB die Einladung ins Haus. Gespielt wird demnach am 29.
November um 20 Uhr in der Georg-Scherer-Sporthalle in Dachau. Das Team von
Stelian Moculescu hat mit dem Tabellenzweiten der zweiten Liga Süd keine
leichte Aufgabe, hat der doch sechs ehemalige Bundesligaspieler in seinen
Reihen. Wie in der Bundesliga, hat sich auch im Pokal der Modus geändert. Nach
jeder Runde wird neu ausgelost.
| Hamburg - Smash-News |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Qualifikation
zur Hamburger B-Jugendmeisterschaft
Am Sonntag, dem 17. November ging es für die
weibliche B-Jugend in die zweite Qualifikationsrunde zur Meisterschaft. Nachdem
sich in der ersten Runde die ersten Mannschaften von CVJM und VC NAL für die
Meisterschaftsendrunde qualifiziert hatten, sollten die Sieger von sechs
Dreiergruppen die restlichen Teilnehmer ergeben. Drei Gruppen spielten in der
Verbandshalle Hammer Weg.
Gruppe C: 1. VG Elmshorn 1
2. VfL Geesthacht 1
nicht angetreten: Niendorfer TSV 2
Man muss ja heute bei Hamburger Jugendspieltagen
fast schon dankbar sein, dass eine Mannschaft, die nicht kommt, wenigstens
absagt. So spielten die beiden übrig gebliebenen Teams in einem Spiel den
Teilnehmer für die Endrunde aus, wobei sich die VG Elmshorn gegen den VfL
Geesthacht durchsetzte.
Gruppe B:
1. TSG Bergedorf 2.
TuS Esingen
3. VG Elmshorn 2
In dieser Gruppe setzte sich die mit Hamburger
Auswahlspielerinnen gespickte Mannschaft von Bergedorf klar durch. Obwohl dies
schon feststand, siegte in einem abschließend sehr engagiert geführtem Match
Esingen mit 2:0 gegen die 2. Mannschaft der VG Elmshorn.
Gruppe A: 1. Niendorfer TSV 1
2. CVJM 2
3. VG HNF 2
In dieser Gruppe fand sicher die spannendste
Entscheidung im Hammer Weg statt. Im dritten Satz gegen den Niendorfer TSV ging
der CVJM klar in Führung, teilweise mit mehr als sechs Punkten. Aber auch ein
14:11 reichte nicht. Niendorf machte fünf Punkte in Folge und hat sich aufgrund
der kämpferischen Leistung die Teilnahme an der Endrunde verdient.
Eingehen will ich aber noch auf das Auftreten der
VG HNF. Positiv erwähnen kann man leider nur, dass die Mannschaft erschienen
ist. Wenn man bedenkt, dass dieses Team zu einem Unterbau des Erstligavereins TV
Fischbek gehört, der sich seit der Verpflichtung zweier Jugendspielerinnen von
einem anderen Verein in der Medienarbeit das Image eines Jugendförderers zu
geben versucht, sollte dieses Engagement auch eingefordert werden.
Warum werden Mädchen, die teilweise den Eindruck
vermittelten, noch nie Volleyball gespielt zu haben, ohne fachmännischen
Betreuer zu einem Spieltag geschickt? Warum ist ein Erstligaverein bei einer
Qualifikationsrunde zur Hamburger Meisterschaft nicht in der Lage, die
Jugendmannschaft mit Trikots (oder zumindest mit einheitlichen Shirts mit
Nummern) zu versehen?
Warum ist nicht mal jemand dabei, der in der Lage
ist, ein Schiedsgericht zu übernehmen? Für die anderen Mannschaften,
insbesondere die Trainer, war es „not amusing“: Coachen und dabei den
verzweifelten jugendlichen Schiedsrichtern helfen, die völlig verloren vor der
Aufgabe da standen. Und hinterher durfte man noch den Spielberichtsbogen ausfüllen.
Um es klar zu sagen: kein Vorwurf an die Mädchen.
Sie konnten einem schon fast leid tun. Und die enttäuschten Äußerungen
einiger anwesender Eltern machten deutlich, dass Fischbek dabei ist, mal wieder
eine Chance zu verspielen. So vergrault er Hamburger Jugendlichen den Sport und
schädigt damit den Hamburger Volleyball.
Peter Neese
| Deutschland - DVV-News |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
World
Cup der Männer: Favoriten bereits vorne
Brasilien schlägt Frankreich 3:1!
Bereits nach zwei Spieltagen beim World Cup 2003 der Männer in Japan haben sich die großen Favoriten auf die drei zu vergebenen Olympia-Tickets an die Spitze gesetzt. Olympiasieger Serbien & Montenegro gewann seine ersten beiden Partien sicher mit 3:0 gegen China und die USA. Ebenfalls ohne jeglichen Satzverlust steht bis dato Europameister Italien da. Zwei Siege über die „Exoten“ Tunesien und Venezuela waren eine Pflichtübung. Das bisher beste und spannendste Spiel boten Weltmeister Brasilien und Vize-Europameister Frankreich. Am Ende setzte sich der große Favorit Brasilien mit 3:1 (24-26, 25-21, 25-20, 25-22) durch.
Zur Freude der Zuschauer ist auch noch Gastgeber Japan unbesiegt. Zunächst bezwangen die Japaner Ägypten 3:0, danach im Nachbarschafts-Duell China mit 3:1.
| Deutschland - Südwest Presse |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Mit
viel Elan zurück an die Spitze
Das lief gleich in doppelter Hinsicht wie
geschmiert. Die Damen von Volleyball-Meister SSV Ulm Aliud Pharma zeigten beim
3:0 (25:22, 25:20, 25:21) gegen den Schweriner SC eine hervorragende Leistung
und wurden hernach mit dem Sprung an die Tabellenspitze belohnt.
Als die 1300 Zuschauer bereits auf dem Heimweg waren, sprach sich in der Kuhberghalle die zweite gute Nachricht des Abends herum: Schützenhilfe aus dem Thüringischen. Der VfB Suhl erfüllte nämlich den Ulmer Wunsch und schlug Spitzenreiter Bayer Leverkusen mit 3:0. Eine halbe Stunde zuvor hatte die Galerie über ein Ulmer 3:0 gejubelt. Der SSV hatte dem fünfmaligen Meister aus Schwerin in glanzvoller Manier die Grenzen aufgezeigt. Die positive Folge: Die Ulmer Schmetterkünstlerinnen katapultierten sich auf jenen Platz, auf dem sie die vergangene Saison beendet hatten - und der ist ganz oben.
Dr. Heinz Widmaier nahms bei aller Freude gelassen. "Ich bin lieber am Ende der Saison Erster als am Anfang", sagte der Manager lächelnd und nahm die rundum erfreuliche Momentaufnahme als "kleine Belohnung zwischendurch" für die im Umfeld geleistete Arbeit.
Hätten Widmaier und Co. auf Klaus Walser gehört, sie hätten sich keine Gedanken um den Spielausgang machen brauchen. "Als die Spielerinnen in die Halle gekommen sind, habe ich ihnen in die Augen geschaut und das Ergebnis gesehen", merkte der Organisator der stimmgewaltigen Ulmer Fan-Gemeinde an. Und in der Tat: Der SSV wirkte vom ersten Ball an hellwach und auch körperlich frisch. Keine Spur von Müdigkeit nach einem Mammut-Programm, das den Hauptdarstellerinnen innerhalb von acht Tagen sage und schreibe fünf Spiele (!) abverlangt hatte.
Mit viel Elan und ungeheurem Druck bereitete der SSV, mit Saara Loikkanen und Norisha Campbell, aber ohne Sabrina Roß in der Anfangsformation, der gegnerischen Annahme so viele Probleme, dass Zuspielerin Kathleen Weiß das Schweriner Spiel überhaupt nicht auf Touren bringen konnte. Nur Außenangreiferin Angela Krivorot setzte anfangs gegen den ungeheuer aufmerksamen Ulmer Block und die konzentrierte Feldabwehr ein paar schmerzhafte Stiche.
Bärenstark präsentierte sich der SSV beim bisher besten Saisonspiel in der Liga. Exzellent, weil exakt und ungeheurer variabel, fädelte Tanja Hart, die einmal gar spektakulär mit dem Fuß rettete, die Angriffe ein. Von den Überraschungseffekten der Ulmer Zuspielerin war der Schweriner Block völlig überfordert. Saara Loikkanen, zuletzt auf Grund von körperlichen Blessuren wenig stabil, donnerte die Bälle gleich reihenweise ungehindert ins gegnerische Karree. "Die zwei Spiele in Italien haben etwas gebracht. Mein bestes Spiel war eigentlich in Bergamo", frohlockte die finnische Außenangreiferin, "ich kann aber noch besser spielen."
Steffi Lehmann überraschte erneut durch Unbekümmertheit und ein gutes Auge - die 19-Jährige ist eine deutliche Bereicherung. Auch Bettina Stumpf ist auf gutem Weg. Die Annahme um Elke Wijnhoven stand diesmal viel besser als bisher. Alice Blom knallte dem Gast sechs Aufschlag-Asse um die Ohren.
Kaum zu glauben, dass Mathias Eichinger sogar
gegen Schwerin mehrere taktische Varianten ausprobieren konnte. Mal ließ der
Meistermacher mit drei Mittelblockerinnen spielen, mal mit einer - ganz gleich:
Gestern klappte alles. Die Stärke im Mittelblock ist beeindruckend: Die
Abstimmung zwischen Zuspiel und Nathalie Dambendzet, Verena Veh und Norisha
Campbell war gestern vom Feinsten. Eichinger war dennoch nicht ganz zufrieden.
"Wir können noch besser werden, und da müssen wir hinkommen",
forderte der 49-Jährige weitere Anstrengungen ein, "wir haben ja viel
vor." Seit gestern sieht es so aus, ob große Pläne Wirklichkeit werden könnten.
K. Vestewig
| Deutschland - Schwäbisches Tageblatt |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Rottenburg:
Liebeserklärung vom Trainer
(klh) DACHAU/LOHHOF. "Ich habe mich verliebt", gestand TVR-Trainer Hans Peter Müller, "ich habe mich richtig fett in diese Mannschaft verliebt." Grund für den Gefühlsausbruch: Volleyball-Zweitligist TV Rottenburg drehte gestern Nachmittag beim SV Lohhof ein fast schon verlorenes Spiel und gewann mit 3:2 Sätzen. Allerdings trübten zwei Dinge den ersten Rottenburger Zweitliga-Auswärtssieg: Die 0:3-Niederlage vom Vortag in Dachau und vor allem, dass sich TVR-Kapitän Karsten Haug schwer verletzte und wohl länger ausfallen wird.
1:1 in Sätzen (25:18 für Lohhof, 25:20 für Rottenburg) und 3:3 im dritten Satz - dann musste der TVR- Kapitän vom Feld. Karsten Haug war nach einem Blockversuch auf dem Fuß von Teamkollege Christian Copf gelandet und umgeknickt. "Ich hatte das Gefühl, das Bein steht irgendwie nach rechts weg", schilderte Haug, Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule, die Folgen des Fehltritts. Auch die anderen Verletzungs-Beschreibungen von Haug ("Es hat ein paar Mal im Fuß geschnackelt") verheißen nichts Gutes. Vor der Rückfahrt nach Rottenburg wollte Haug aber nicht ins Krankenhaus, Teamarzt Maik Schwitalle wird die Untersuchungen am Knöchel des 32-Jährigen vornehmen. "Wenn die Bänder ab sind, sind sie morgen auch noch ab", sagte Haug gestern Abend sarkastisch.
Das Rottenburger Team reagierte nach dem Abgang seines Kapitäns (Trainer Müller: "Er hat fünf Minuten lang nur vor Schmerzen geschrien") zunächst geschockt. Aus dem 3:3 wurde vor 100 Zuschauern ein 5:15. "Alle haben nur geschaut, wie es Karsten geht", sagte Müller. Doch dann habe sich das Team in einer Auszeit endlich zusammengerauft und beschlossen, für den Kapitän zu kämpfen, so Müller.
Die Wende ließ aber noch auf sich warten: Lohhof gewann angeführt vom überragenden Sascha Philipp, der vor Saisonbeginn lange als Rottenburger Neuzugang im Gespräch gewesen war, den dritten Satz mit 25:17 und lag auch im vierten Durchgang 20:16 vorn. Doch vor allem die starken Mittelblocker Christian Copf und Jonas Leidig brachten den TVR, der nach der Verletzung von Karsten Haug mit Julian Trah als Zuspieler agierte, auf die Siegerstraße - Rottenburg holte sich den vierten Satz mit 25:23.
Im Tiebreak gab es ein Wechselbad der Gefühle: Rottenburg startete perfekt. Die TVR-Außenangreifer Cory Paddock, der, weil er im Training umgeknickt war, am Vortag in Dachau nicht geschmettert hatte, und Robert Ziegler übernahmen nun erfolgreich viel Verantwortung - 4:0. Doch kurze Zeit später lag Rottenburg gegen die aufschlagstarken Lohhofer zurück (9:10).
Beim Stand von 11:11 kassierte TVR-Trainer Hans Peter Müller eine gelbe Karte, weil eine Auswechslung auf Rottenburger Seite zum zweiten Mal in dieser Partie zu viel Zeit beansprucht hatte. Gelbe Karte bedeutet im Volleyball Punkt für den Gegner - also 12:11 für Lohhof. "Das war mein Bock" gab Müller offen zu. Kurios: Lohhof hatte zu Beginn des Tiebreaks wegen eines Aufstellungsfehlers dem TVR einen kampflosen Punkt beschert.
Dann gelang Rottenburg ein Break (im Volleyball: ein Punkt bei eigenem Aufschlag!) und hatte beim Stand von 14:13 seinen ersten Matchball. "Ich will den Ball, wenn wir eine Chance zum Punkt kriegen. Ich mach' ihn", hatte TVR-Außenangreifer Robert Ziegler in der Auszeit gesagt. Erst beim zweiten Rottenburger Matchball (15:14) bekam der TVR seine Angriffschance: Jonas Leidig und Elvis Seric touchierten den Ball mit ihrem Blockversuch, wie gefordert bekam Ziegler das Zuspiel - und verwandelte prompt knallhart zum 16:14-Sieg. Durch den ersten Auswärtssieg der Saison stoppte Rottenburg
seine negative Auswärts-Serie - zuvor hatte der TVR vier Partien in Folge verloren. "Jetzt haben wir das Trauma vom schlechten Delitzsch-Spiel überwunden", sagte Rottenburgs Coach Müller. Religions-Lehrer Müller sprach sogar von "einer Art Auferstehung" seiner Mannschaft.
Ein Fortschritt sei auch schon in der Begegnung am Samstag Abend beim Tabellen-Zweiten ASV Dachau zu sehen gewesen, so TVR-Trainer Müller. Doch im Block- und Abwehrspiel hatten die Rottenburger gegen die allesamt Erstliga-erfahrenen Dachauer keine Chance. "Der ASV hat unglaublich clever gespielt", meinte Müller. In einer Partie, in der fast immer der erste Angriff zum Punkt führte, zeigten die Rottenburger (vor allem dank des in Dachau starken Julien Clin), dass sie im Angriffsspiel auch mit den Topteams mithalten können, doch einige kleine Punkte (Annahmefehler) machten den Unterschied aus: Dachau, 1996 noch Champions-League-Finalist, gewann nach 61 Minuten Spielzeit mit 25:23, 25:19 und 25:21 - das siebte 3:0 des ASV im achten Saisonspiel.
Der TV Rottenburg liegt mit 8:8 Punkten nun auf
Platz sieben und hat vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang.
"Hauptsache, wir haben unseren ersten Auswärtssieg", jubelte
TVR-Kapitän Haug. "Das wird ausgiebig gefeiert", ergänzte Müller
und spürte wahrscheinlich wieder Schmetterlinge im Bauch.
| Deutschland - Schweriner Volkszeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Warnemünde
empfängt Erstligisten
Rostock/Schwerin (VB) Hammerlos für den
Volleyball-Regionalligisten SV Warnemünde: Die Männer von der Ostseeküste,
die am Sonnabend in der Qualifikation den Nordwest-Regionalligisten USC
Braunschweig mit 3:0 geschlagen und zuvor u. a. den Zweitligisten Volley Tigers
Ludwigslust ausgeschaltet hatten, empfangen in der ersten Hauptrunde um den
deutschen Pokal den derzeitigen Bundesliga-Zweiten evivo Düren. Die Frauen der
SCU Emlichheim, die sich ebenfalls mit 3:0 beim Regionalligisten SV Fortschritt
Neustadt-Glewe durchsetzten, bekommen es als Zweitliga-Zweiter mit dem
Erstliga-Vierten USC Münster zu tun.
Alle Ansetzungen (29./30. November),
Frauen: Olympia Berlin - Rote Raben
Vilsbiburg, Schweriner SC - Dresdner SC (Sonnabend, 18 Uhr), VC Augsburg - TuS
Braugold Erfurt, VC Sinsheim - TV Fischbek Hamburg, USC Braunschweig -
Berlin-Brandenburger VC 68, SCU Emlichheim - USC Münster, SSV Ulm - VfB Suhl,
HSV Grimma - TSV Bayer 04 Leverkusen.
Männer: Maoam Mendig - VV Humann Essen,
TSV Fellbach - VC Markranstädt, SG Eltmann - TSV Bad Saulgau, ASV Dachau - VfB
Friedrichshafen, Königs Wusterhausen - SV Bayer Wuppertal, SCC Berlin - TSV
Unterhaching, VV Leipzig - Volley Dogs Berlin, SV Warnemünde - evivo Düren
(Sonntag, 15 Uhr).
Die Auslosung der 2. Hauptrunde erfolgt am 30.
November.
| Deutschland - Berliner Zeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Nach dem überraschenden 3:1 (22:25, 25:21,
25:17, 25:23)-Sieg in der Qualifikation über den Moerser SC haben die
Netzhoppers Königs Wusterhausen in der ersten Hauptrunde des DVV-Pokals der Männer
nun den Bundesligisten Bayer Wuppertal zu Gast. Die Partie gegen den
Meisterschaftszweiten findet am 28. November statt.
Gleichfalls die erste Hauptrunde erreichten die
Frauen von Olympia Berlin durch ein 3:0 über den USC Münster II. Gegner der
Berlinerinnen ist am 29. November Bundesligist Rote Raben Vilsbiburg.
| Deutschland - Hamburger Abendblatt |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Heute mit Gloria Estefan
Die kubanische Sängerin aus Florida gilt als Mutter des Latinobooms. Ihr neues Album heißt "Unwrapped".
Gloria,
treibst du Sport?
Unterschiedlich. Einerseits muss ich auf die Figur achten.
Andererseits: Wer mag schon gern bei 35 Grad Celsius und enormer
Luftfeuchtigkeit in Miami draußen Sport machen?
Hast du ein eigenes Gym im Haus?
Nein, nur ein paar Geräte. Die stauben aber langsam ein. Meine Tochter hält
mich auf Trab, die ist erst acht. Das ist besser als Krafttraining.
Siehst du Sport im TV?
Ja, das liebe ich. Volleyball, da sind die Kubaner absolut spitze drin. Und
die Superbowl. Letztes Mal waren wir live dabei. Die Atmosphäre im Stadion ist
unbeschreiblich.
(spid)
| Deutschland - Hildesheimer Allgemeine Zeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Kurzer
Traum von der Tabellenführung
MTV 48 chancenlos - Giesen besiegt Bocholt.
Hildesheim/Giesen (cen). Um 20 Uhr am Sonnabend
kannte die Euphorie in der Sporthalle der Robert-Bosch-Gesamtschule keine
Grenzen. Einige der rund 180 Zuschauer träumten bereits davon, dass der MTV 48
Hildesheim an diesem Abend die Tabellenführung der 2. Volleyball-Bundesliga
Nord übernehmen könnte. Eine knappe Stunde später mussten auch die größten
Optimisten erkennen, dass es bis dahin noch ein sehr, sehr langer Weg ist. Denn
im Duell mit dem Titelfavoriten vom Moerser SC waren die Gastgeber trotz des
gewonnenen ersten Satzes letztlich chancenlos.
Mit großer Zuversicht waren die 48er in die
Partie gegen die "Adler" aus Moers gegangen. Die Aussichten auf einen
Überraschungssieg wurden noch besser, als bekannt wurde, dass Gästecoach Igor
Arvutina auf seine ungarischen Stars Georg Grozer (Einsatz in der
Nationalmannschaft) und Gergely Mondi (verletzt) verzichten musste. Und tatsächlich
offenbarte der MSC in der Anfangsphase zahlreiche Abstimmungsschwierigkeiten. Da
sich jedoch auch die Hausherren von einer gewissen Anfangsnervosität nicht
freimachen konnten, prägten etliche leichte Fehler das Geschehen.
Moers ging mit 14:10 in Führung, ehe sich der
MTV seiner kämpferischen Qualitäten besann. Allen voran Libero Kai Bode und
Kapitän Henning Machtens zeigten Führungsstärke. Mit 25:19 ging der Durchgang
an die 48er, bei denen überraschend Mittelblocker Nils Moersch den Vorzug vor
Lars Hobbie erhalten hatte. Damit war die Herrlichkeit allerdings auch schon
vorbei. Den Rest der Begegnung dominierten die Gäste nach Belieben. Lediglich
Alexander Schnipkoweit mit seinen Angriffen über die Mittelposition setzte für
den MTV noch positive Akzente. Der Rest ergab sich in sein Schicksal.
Moers spulte sein Pensum routiniert herunter ohne
zu glänzen. Spielmacher Huib den Boer fand vor allem in seinem Landsmann Pieter
Jan Waale und dem Kroaten Teodor Hirs auf den Außenpositionen dankbare Abnehmer
für seine präzisen Zuspiele. Da der Hildesheimer Block an diesem Abend völlig
indisponiert war, hatten die "Adler" wenig Mühe, sich mit 25:20,
25:20 und 25:19 durchzusetzen. Am Ende blieb die Erkenntnis, dass auch im
Volleyball so genannte Spitzenspiele auf mäßigem Niveau hängen bleiben können.
Trotz dieser Pleite gab sich MTV-Trainer Walther
Hoch hinterher versöhnlich: "Man hat zwar gesehen, dass wir noch viel
arbeiten müssen. Dennoch bin ich mit dem Auftreten meiner Mannschaft sehr
zufrieden." Erleichtert äußerte sich der kroatische Trainer der Gäste.
"Ich habe meinen Spielern nach dem ersten Satz gesagt, sie sollten Geduld
bewahren und leichte Fehler vermeiden", sagte Arvutina. Und weil sie sich
an diese Marschroute gehalten haben, sei es eben nicht das befürchtet enge
Match geworden. Dazu hätten die Hildesheimer, meinte Arvutina, auch einfach zu
viele Fehler produziert.
TSV-Trainer schöpft aus dem Vollen
Beim TSV Giesen kann nach dem 3:1-Heimerfolg über
den TuB Bocholt erst mal kräftig durchgeatmet werden. Mit nunmehr 8:8 Punkten
hat sich der TSV auf den sechsten Platz vorgeschoben. 180 Zuschauer waren Zeugen
einer weitgehend einseitigen Partie, in dem die Hausherren nur im dritten
Durchgang leichtfertig die Zügel aus der Hand gegeben haben.
TSV-Trainer Zeljko Popovic wird sich verwundert
die Augen gerieben haben. Standen doch tatsächlich alle zwölf Spieler seines
Kaders gegen Bocholt mit der Trainingstasche in der Halle. So konnte der Kroate
aus dem Vollen schöpfen. Und er hatte ein glückliches Händchen. Auf der
Mittelposition kam Mario Große Banholt für Halim Nouali zum Einsatz und
avancierte mit zahlreichen Blockpunkten zu einem der Väter des Erfolges. Für
Annahme und Außenangriff zeichneten in den ersten beiden Sätzen Niklas
Rademacher und Sulkhan Akhvlediani verantwortlich. Der Georgier kommt immer
besser zurecht, was wohl auch damit zusammenhängt, dass er täglich stundenlang
Deutsch übt und sich zusehends besser mit seinen Mitspielern verständigen
kann. "Es macht wirklich immer mehr Spaß mit ihm", lobt Spielmacher
Srdan Popovic seinen Angreifer.
Den Bocholtern dagegen dürfte der Spaß in den
ersten Durchgängen vergangen sein, denn sie hatten nicht die Spur einer Chance.
25:19 und 25:21 gingen die beiden Sätze aufs Giesener Konto. Doch der TSV
verlor wie schon so oft in dieser Spielzeit und sehr zum Leidwesen des Trainers
seinen Faden. Von einer Minute zur anderen ging nichts mehr zusammen. Bocholt
holte sich den Satz mit 27:25. Die Wende?
Bis zum 21:21 im vierten Abschnitt mussten alle,
die es mit den Hausherren hielten, mächtig zittern. Dann zeigte Rademacher, wie
wichtig er für die Mannschaft ist: Vier Aufschläge in Folge jagte er ins
gegnerische Feld. Die Bocholter waren machtlos und standen am Ende mit leeren Händen
da.
Am nächsten Wochenende treten der MTV 48 und der
TSV auswärts an. Hildesheim spielt in Bocholt, Giesen beim Tabellenletzten in
Schüttorf.
| Deutschland - Aachener Zeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Das Formtief von Evivos Südamerikanern
Düren. Was war nur mit den beiden Südamerikanern des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren los? Heriberto Quero, der Diagonalangreifer, haderte am Samstag während der Verlustpartie gegen den VfB Friedrichshafen häufiger. Der ansonsten eher ruhigere Venezolaner echauffierte sich bei missratenen Aktionen seiner Mitspieler und auch seiner selbst.
Es lief nicht rund bei ihm an diesem Abend. Gewaltige Schmetterbälle, gegen die die VfB-Blocker vergeblich die Händchen reckten, wechselten ab mit Annahmefehlern und verschlagenen Angriffen. So dienen der verlorene zweite und der gewonnene dritte Satz als Beispiel für Licht und Schatten beim Südamerikaner: Mit einem Ball gegen die Netzkante und einem Annahmefehler bereitete Quero in der Endphase den Satzverlust vor, im dritten dann überzeugte er in Aufschlag und Angriff, hatte so mit Youngster Christian Dünnes maßgeblichen Anteil an der aufkeimenden Hoffnung, den VfB doch besiegen zu können.
Aber auch Diego Gutierrez stellte gegen den
Rekordmeister nicht so effektiv wie gewohnt. Zu oft passte er den Ball auf Quero,
vergaß Dürens «kleinen» Sven Dick und Christian Dünnes oder Boris Zorica.
«Er hätte die Bälle besser verteilen müssen», urteilte Evivo-Coach Bernd
Werscheck ein wenig frustriert ob der Einseitigkeit des Zuspiels.
Dass nach Spielschluss Donato Iasi, der Co-Trainer des VfB, Quero Zettel und
Kuli unter die Nase hielt, beunruhigte zumindest Evivos Geschäftsstellenleiterin
und Queros Landsfrau Anni Lersch nicht: «Der Manager von Heriberto ist ein
guter Bekannter von Iasi. Mehr ist nicht.» Zumal sich Heriberto Quero in Düren
wohl fühlt und außerdem einen Zweijahresvertrag besitzt. Postkarten vom
Bodensee wird der Venezolaner so schnell also nicht schicken.
(sis)
| Deutschland - Westdeutsche Zeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Bayers
Angsthasen spielten unter ihren Möglichkeiten
Gegen den Liga-Neuling VV Humann Essen verlor Volleyball-Bundesligist SV Bayer mit 2:3 und wirkte phasenweise zu passiv.
Wuppertal. In heimischer Halle an der Rutenbeck
verlor der Volleyball-Vizemeister SV Bayer Wuppertal gegen den Aufsteiger VV
Humann Essen mit 2:3 (20:25, 23:25, 25:23, 25:17, 9:15). Wer dachte, dass die
Essener für den SV Bayer nach der grandiosen Europapokal-Qualifikation am
vergangenen Wochenende nur ein kleiner Liga-Happen sein werden, wurde eines
besseren belehrt. So manches Herz der 550 Wuppertaler Fans durfte an diesem
regnerischen Nachmittag eher für den Neuling von der Ruhr geschlagen haben als
für den SV Bayer. Während die Wuppertaler phasenweise sehr passiv wirkten,
freuten sich die Essener nach jedem Punktgewinn wie kleine Kinder, zeigten vor
dem SV Bayer keinen Respekt, erkämpften sich viele Bälle in der Abwehr und
wirkten äußerst engagiert.
Zum Lohn durfte die Mannschaft um Kapitän Frank
Fischer nach 101 Minuten ihren ersten Auswärtssieg auf dem Bayer-Parkett
bejubeln. Obwohl im ersten Satz fast die Hälfte der Wuppertaler Punkte aus
Essener Aufschlagfehlern resultierten, steckte Humann nicht auf. Die im
Durchschnitt nur 1,90 Meter großen Essener Mittelblocker (die meisten sind
mindestens zwei Meter) wurden zum unüberwindbaren Hindernis für die
Bayer-Akteure.
Nicht nur im Angriff lief nichts zusammen, auch die Abwehr und der Block konnten nicht annähernd Normalform erreichen. Zum ersten Mal in dieser Saison trommelte Bayer-Trainer Mark Lebedew sein Team kurz nach Spielende zusammen Mannschaftsbesprechung. "Ich habe ihnen erklärt, dass wir den Standard halten müssen. Nur dann können wir in der Liga mithalten", meinte Lebedew nach der Niederlage enttäuscht.
Ein Aufbäumen war am Ende des dritten Satzes zu
erkennen, Essen führte bereits mit 2:0 und im dritten Durchgang stand es 23:23
Bayer machte den Sack zu und kontrollierte auch den vierten Satz. Doch wer an
die Wende glaubte, wurde bitter enttäuscht. Im Tiebreak wurde wieder
Angsthasenvolleyball gespielt und es wurden unnötige Fehler produziert.
"Besonders gegen die so genannten kleinen Mannschaften tun wir uns recht
schwer", resümierte Sven Glinker, "egal, abhaken und weiter."
| Deutschland - Ahrensburger Zeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Oststeinbek: 0:3 gegen Schlusslicht
Nach dem sportlichen Desaster gegen Schüttorf erwägt man beim OSV die Verstärkung der Mannschaft.
Oststeinbek - Kann es eigentlich noch tiefer gehen mit den Zweitbundesliga-Volleyballern des Oststeinbeker SV? In eigener Halle verloren sie gegen den Tabellenletzten FC Schüttorf mit 0:3 (30:32, 25:27, 24:26). Doch Trainer Bernd Schlesinger hat Fantasie: "Es kann noch sehr viel schlimmer kommen."
Noch habe das Team wenigstens gekämpft, wie die knappen Satzergebnisse belegen, so die Einschätzung des Coaches. Allerdings bewahrheitet sich das, was der Trainer vor der Saison schon befürchtet hatte: Dass der Weg zum Klassenerhalt für die Stormarner lang und steinig ist. Offenkundig ist: Bei einigen Akteuren reicht die Qualität nicht, bei anderen entspricht die Einstellung nicht der Spielklasse. So irritierte es nicht nur Schlesinger, dass Mittelblocker Martin Hofmann nach dem sportlichen Desaster trotzdem lächelnd Small-Talk mit den Zuschauern machte, während Mitspieler die sportliche Welt nicht mehr verstanden.
Dabei gibt es Akteure im Team, die ihre Aufgaben wahrlich ernst nehmen: So zum Beispiel Diagonalangreifer Mirko Suhren, der am Tag vor dem Spiel eher seine Ruhe sucht, sich ganz auf sich selbst besinnt. Oder auch Mittelblocker Christian Bartram, an dessen Einstellung zum Sport es keinerlei Zweifel gibt. Nur: Der Mediziner muss anstrengenden Schichtdienst im Krankenhaus machen.
Dass Zuspieler Sebastian Neufeld völlig verunsichert kaum noch spielerische Akzente setzten kann, mag auch an seiner Ausbildung bei der Polizei liegen. Seit Wochen kommt er nur einmal in der Woche zum Training. Sein "Vertreter" Malte Nagursky ist jedoch noch zu unerfahren, um Verantwortung übernehmen zu können.
Auch
OSV-Manager Christoph Kröger hat die Vorstellung des Teams mit Erschütterung
registriert. "Das hatte stellenweise nichts mit Zweitliga-Volleyball zu
tun", gestand er. Deshalb wollen Kröger und Abteilungsleiter Jan Schneider
das Gespräch mit Schlesinger suchen. Dabei geht es nicht um die Position des
Coaches. "Bernd ist der beste Trainer in Hamburg, einer der besten
bundesweit", sagte Kröger. "Aber wir müssen überlegen, was machbar
ist, um Team und Trainer zu helfen." Da sei alles denkbar, auch die Verstärkung
der Mannschaft. "Dank der Unterstützung durch die heimische Wirtschaft wären
wir zum Beispiel in der Lage, bei Bedarf einem Spieler auch mal einen
Arbeitsplatz vermitteln zu können", so Kröger. "Wir bekommen fast wöchentlich
E-Mails von Spielervermittlern."
Manfred Schäffer
| Deutschland - Harburger Rundschau |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Die
Bundesliga-Frauen des TV Fischbek beklagen gegen Dresden und Schwerin zwei
2:3-Niederlagen.
Fischbek - Da
kroch die Angst hervor. Die Volleyball-Frauen des TV Fischbek Hamburg sorgen in
der Bundesliga gegen die Spitzenclubs für Furore. Nur Zählbares kommt nicht
heraus. Wenigstens einen Sieg hatten sich die Fischbekerinnen aus den beiden
Begegnungen in Schwerin und gegen den Dresdener SC erhofft. Am Ende standen die
TVF-Frauen mit viel Lob, aber auch leeren Händen da.
Vor allem die 2:3-Niederlage (25:19, 28:26, 18:25, 20:25, 9:15) am Sonntag vor 650 Zuschauern gegen den Dresdener SC zerrt an den Nerven. "Wir haben Dresden wieder ins Spiel kommen lassen", so Außenangreiferin Johanna Barg. Die 20-Jährige hatte sich mit der zweiten Nachwuchsspielerin Margarethe Kozuch auf der Außenposition abgewechselt. Bei beiden war das enorme Talent zu sehen, aber diesmal gab es auch leichte Fehler. "Man kann von uns nicht erwarten, immer am oberen Leistungsniveau zu spielen", sagte "Jo-Jo" Barg.
Dabei spielten die Fischbekerinnen wie schon beim 2:3 (25:23, 22:25, 25:17, 20:25, 11:15) in Schwerin stellenweise auf höchsten Liganiveau. "Dafür können wir uns nur nichts kaufen", klagte Johanna Barg. Ähnlich reagierte Margarethe Kozuch: "Es nervt."
Dabei hatte das Team einen Schock verarbeiten müssen. Zu Beginn des zweiten Satzes in Schwerin war mit Juliana Lawrowa eine der beiden etatmäßigen Mittelblockerinnen mit einer Knieverletzung ausgeschieden. Zum Glück scheint es "nur" eine Bänderdehnung im Gelenk zu sein. In zwei Wochen soll die kasachische Nationalspielerin wieder auflaufen können.
In Schwerin wurde der Ausfall durch ein kombiniertes Engagement der Diagonalangreiferinnen Kerstin Ahlke und Marina Cukseeva kompensiert. Gegen Dresden übernahm Marina Cukseeva die alleinige Verantwortung in der Mitte. Und obwohl die 40-Jährige mit 1,80 Meter gut zehn Zentimeter kleiner ist als ihre Konkurrenz, erfüllte sie die ungewohnte Aufgabe lange Zeit sehr gut.
Bedenklich:
Im vierten Satz und im Tiebreak gegen Dresden war keine der erfahrenen
Spielerinnen in der Lage, das Team von seiner offensichtlichen Furcht vor der
Niederlage abzubringen. "Das können wir nicht leisten", sagte Johanna
Barg. Routiniers wie Marina Cukseeva, Lidiya Shoumakova oder Zuspielerin Elena
Keldibekowa de Westreicher sind gefragt. Doch Spielmacherin Keldibekowa de
Westreicher ließ sich von der Verunsicherung ihrer Mitspielerinnen anstecken,
Marina Cukseeva wirkte ausgepumpt. Immerhin: Lidiya Shoumakova versuchte, das
Ruder an sich zu reißen, wurde am Ende häufig abgeblockt. Zu gut hatte sich
Dresden auf die TVF-Spielweise eingestellt. Da fehlten dem TVF einfach die
Alternativen - personell und taktisch. Allerdings zeichnet sich ab, dass es für
den TV Fischbek schwer wird, die Meisterschaftsrunde zu erreichen. Es sei denn,
ihnen gelingt am Sonnabend ein Sieg beim Tabellensechsten Vilsbiburg.
Manfred Schäffer
| Norddeutschland - Norderstedter Zeitung |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
VCNAL: Wenn ein Sieg zur Schlappe wird
Norderstedt - Der 3:2 (25:10, 25:18, 21:25, 23:25, 15:12)-Auswärtserfolg der Regionalliga-Volleyballfrauen des 1. VC Norderstedtedt-Alstertal-Langenhorn beim SC Rönnau ist eigentlich eine Niederlage - jedenfalls dann, wenn man die Stimmung des Trainergespanns Peter Schulz/Thomas Broscheit hinterfragt. "Wir sind jetzt grandioser Kreismeister", grantelte Schulz nach der Partie gegen den Aufsteiger, der im bisherigen Saisonverlauf nur zwei Sätze gewinnen konnte.
Vor allem der Norderstedter "Talentschuppen" enttäuschte. Mit Annalena Broscheit, Juliane Lüning und Kristin Lange hatte Peter Schulz drei 15-Jährige aufs Feld geschickt, die Routiniers Jessica Lampe und Cornelia Nick blieben draußen. Das Spiel gegen den vermeintlich ungefährlichen Gegner aus Rönnau sollte so etwas wie eine Bewährungsprobe sein.
"Dass es die jungen Spielerinnen können, haben sie in den ersten beiden Sätzen doch bewiesen", so Schulz. Ihn ärgerte weniger der Leistungseinbruch, sondern die Art und Weise, wie seine Schützlinge auf ihre schlechte Leistung reagierten. "Das schien einigen völlig egal zu sein", beobachtete der Trainer.
Seine
Konsequenz: Im Tiebreak zog er die "Reißleine" und wechselte Jessica
Lampe und Cornelia Nick für Juliane Lüning und Kristin Lange ein. Auch wenn
Schulz im vierten Satz den Spielerinnen zunächst die Verweigerung jeglicher
Unterstützung angekündigt hatte - die Blamage einer möglichen Niederlage
mochte er dann doch nicht ertragen: "Wir hatten uns schon genug
blamiert", so der Coach.
masch
| Deutschland - Westfälische Nachrichten |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Münster:
3:0-Erfolg gegen Raben
Münster (16. November 2003) - Das sächsische Zwischentief ist unter westfälischen
Hochdruckeinfluss geraten: Zwei Tage nach der 0:3-Niederlage beim SC Dresden
sorgten die Bundesliga-Volleyballerinnen des USC Münster trotz Dauerregens beim
3:0 (26:24, 26:24, 25:19) über die Roten Raben aus Vilsbiburg für eitel
Sonnenschein bei 2.500 begeisterten Zuschauern in der Sporthalle am Berg Fidel.
Spielerisch war das heute nicht viel besser als am Freitag, ließ sich
USC-Trainer Axel Büring von der guten Stimmung jedoch nicht blenden, aber der
Wille und die Einstellung waren heute da, das war der entscheidende Unterschied.
Die wilde Entschlossenheit, die Büring bei
seinen Schützlingen bei der bitteren Schlappe in Dresden noch vermisste, zeigte
sich exemplarisch am Spiel von Atika Bouagaa. Die nämlich beeindruckte im
zweiten Durchgang mit einer überzeugenden Erfolgsstrategie. Beim Spielstand von
20:24 eilte die 21-Jährige zum Aufschlag und nahm sich vor: Einfach draufhauen.
Zwei Minuten später ging dank dieser Hau-Drauf-Taktik auch der zweite Durchgang
nach vier abgewehrten Satzbällen mit 26:24 an den USC. Schon im ersten Satz
hatten die roten Raben den Aufschwung des 3:0-Erfolges vom Freitag gegen den VfB
Suhl genutzt, erarbeiteten sich einen Satzball, ehe es auf der Zielgeraden zu
gravierenden Thermikproblemen für die Süddeutschen kam. USC-Trouble-Shooter
Atika Bouagaa lieferte auch in Durchgang eins eine blitzsaubere Aufschlagserie
bis zum 26:24 für den USC ab.
Der dritte Durchgang war schließlich reine
Formsache und ging nach 23 Minuten mit 25:19 an die Gastgeberinnen, die
Heimkehrerin Birgit Thumm im Raben-Trikot an alter Wirkungsstätte wenig
Entfaltungsspielraum ließen. Die Ex-Münsteranerin wurde mit einem freundlichen
Eröffnungsapplaus empfangen, hatte anschließend jedoch kaum Gelegenheit sich
auszuzeichnen.
Gästetrainer Michael Schöps nahm die letztlich
deutliche Niederlage mit Gelassenheit. Auf der Strecke hätten wir noch etwas
mehr leisten können, aber in den Endphasen fehlte uns einfach das Quäntchen Glück.
Da kann ein Aufschlag auch mal an die Netzkante oder ins Aus gehen. Kann, muss
aber nicht und deswegen durften sich die USC-Spielerinnen nach 73 Spielminuten
und dem Matchball gebührend feiern lassen. Doch bereits Montag zieht wieder der
graue Trainingsalltag im USC-Lager ein. Am kommenden Samstag steht das Gastspiel
beim Ligaprimus Bayer Leverkusen an und der USC hat noch einen langen Weg vor
sich, wie Trainer Büring betont: Kämpferisch kann alles so bleiben wie heute,
spielerisch müssen wir noch einiges zulegen, so das Fazit nach der
ausgeglichenen Wochenendbilanz. Dennoch stehen die Prognosen nach der
Energieleistung gut, dass sich die Schönwetterperiode bis zum kommenden Samstag
hält.
Ansgar Griebel
| Deutschland - www.volleyball-bundesliga.de |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
SVF
überrascht gegen haushohen Favoriten
Gleich
zwei Spiele bestritten die Volleyballer vom SV Fellbach am vergangenen
Wochenende in der heimischen Gäuäckerhalle. Am Samstag im Rahmen eines
Kooperations-Spieltages zusammen mit den Regionalliga-Handballern des SVF gegen
die FT Freiburg und am Sonntag im Pokalwettbewerb gegen die TG Rüsselsheim, den
Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd. Und beide Male ging das Team von
Karl-Heinz Striegel als Sieger vom Feld (3:0 und 3:2).
Dabei sah es zu Beginn beider Partien gar nicht nach einem glorreichen Ende für die Fellbacher Zweitliga-Volleyballer aus. Doch am Samstagabend wiederholten die Jungs, die bereits einen „Doppelsieg“ gegen Ligarivalen Rottenburg errangen – erst im Pokal, dann in der Bundesliga-Spielrunde – diesen Erfolg noch einmal gegen die Freiburger. Nachdem diese von den Fellbachern aus der Pokalrunde geschossen wurden, war nun auch im Ligavergleich der Jubel auf der Heimseite. 16:22 lagen die schwach aufspielenden Gastgeber zurück, ehe Axel Meldes Sprungaufschlag-Serie die Wende und das 21:22 brachte. Mit großem Kampfgeist entschieden die Fellbacher schließlich den ersten Durchgang doch noch mit 26:24 für sich. „Die Jungs sind mir etwas zu selbstsicher in das Spiel gegangen“, so Teamchef Karl-Heinz Striegel, „das hätte uns fast den Kopf gekostet.“
Zurück auf dem Boden der Tatsachen, behielten seine Schützlinge in den beiden folgenden Abschnitten, trotz ausgeglichenem Spiel an den Satzanfängen, jedoch die Oberhand (25:23; 25:19) und schickten die Breisgauer ohne Punkt- und Satzgewinn nach hause.
Die knapp 350 Zuschauer, einige blieben nach dem verlorenen Handballspiel des SVF gegen das Team aus Bietigheim Metterzimmern noch in der Halle, kamen voll auf ihre Kosten. Neben dem Ballsport gab es für die Fans nämlich noch ein reichhaltiges Rahmenprogramm. Die Fellbacher Weingärtner eG verloste neben ihren Köstlichkeiten auch die Teilnahme an einer Weinprobe zusammen mit dem Volleyballteam. Extra-Showeinlagen lieferten dann noch die Damen der Rhythmischen Sportgymnastik aus Schmiden, der Fellbach Cheerleadersquads sowie die Tai-Bo-Gruppe des SVF-Fitnessstudios Balance.
Damit jedoch noch nicht genug Action fürs Wochenende. Schon am Sonntagabend kamen die altbekannten Hessen aus Rüsselsheim, gegen die der Fellbach-Kader Anfang Oktober noch sang- und klanglos mit 0:3 unterging, um sich den begehrten Einzug in die Endrunde des Pokalwettbewerbs des Deutschen Volleyball Verbands (DVV) zu erschmettern. Und alles schien für den aktuellen Tabellenführer wie geplant zu laufen: 2:0 (25:22; 25:21) und eine bequeme 15:10-Satzführung im dritten Durchgang, ließen kaum noch jemanden in der Gäuäckerhalle am deutlichen Sieg der Gäste zweifeln. Doch ganz so trocken wollten sich die Fellbacher nicht abservieren lassen. Striegel nach dem Spiel: „In der Auszeit beim 10:15 im dritten Satz hab ich ihnen gesagt, sie sollen jetzt auf alles oder nichts setzen, zu verlieren hatten wir ja kaum mehr was.“ Und die scheinbar simple Ansage des Trainers wurde von seinem Team 1:1 umgesetzt, ein deutlicher Satzgewinn von 25:22 war die Folge.
Dabei waren es wieder einmal die Aufschläge, die das entscheidende Etwas zum Kippen des Spiels beigetragen haben. So zum Beispiel zu Beginn des vierten Satzes: Ronny Pietsch geht zum Service beim Spielstand von 2:2, kaum dreieinhalb Minuten und sechs Sprungaufschläge später lasen die verdutzten Rüsselsheimer auf der Anzeigetafel 2:8. Und so schien es, dass – nicht nur bei Pietsch – das Aufschlagspiel immer dann erfolgreich wurde, wenn es am nötigsten war. Im fünften Satz war schließlich jeglicher Widerstand der Favoriten gebrochen und Fellbach gewann, zur großen Verwunderung des Publikums, den entscheidenden Satz mit 15:8, nach einer Gesamtspielzeit von zwei Stunden und acht Minuten.
Somit
empfängt der SV Fellbach am 28. November ein Team aus der 1. Bundesliga, und
kein unbekanntes. Der VC Markranstädt, letztes Jahr in die Königsklasse
aufgestiegen, steht an zweitletzter Position der Erstligatabelle. Für
Volleyball Fellbach GmbH-Geschäftsführer Jörg Papenheim, ist eine Sache bei
der Begegnung gewiss: „Die Jungs haben jetzt Blut geleckt, ich bin sicher,
dass sie ausgesprochen heiß sein werden, auf dieses Spiel.“
Und wenn sie heiß sind, das haben sie in den letzten Partien bewiesen, sind sie
für so manche Überraschung gut.
| Deutschland - Mainspitze |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Rüsselsheim:
Bad Soden bleibt nur blass
adu. -
Das unerfreulichste Erlebnis an diesem Abend hatte der Trainer. In der Aufwärmphase
in ein Gespräch mit den Schiedsrichtern vertieft, bekam Raimund Jeuck bei einem
Schmetterball seine Brille vom Kopf geschossen und erlebte die anschließende
Zweitligapartie zwischen den TG-Volleyballteams aus Rüsselsheim und Bad Soden
mit brummendem Schädel. Diese Schwächung indes hat dem Aufsteiger aus dem
Taunus-Kurort im Hessenderby nichts geholfen. Ohne in den 57 Netto-Spielminuten
richtig gefordert worden zu sein, behielten Jeuck sowie seine zehn Akteure 3:0
(25:21, 25:21, 25:23) die Oberhand und behaupteten mit dem achten Saisonsieg in
Serie die Tabellenführung.
Obwohl nach den zwei leicht heraus gespielten Siegen über Bad Soden im Pokalwettbewerb niemand ernsthaft an einen heimischen Misserfolg geglaubt hatte, kam die geringe Gegenwehr des Neulings doch überraschend. "Wir haben heute eines unserer schlechteren Zweitligaspiele gemacht, allenfalls 40 Prozent vom Sonneberg-Spiel abgerufen, aber trotzdem sicher gewonnen. Der Gegner wird es ganz schwer haben, in der Zweiten Liga zu bleiben", so Jeucks Fazit wohl wissend, dass der frühere Nationalspieler und Volleyballer des Jahres, Holger Kleinbub, aufgrund einer Leistenoperation nicht mitwirken konnte. "Der hätte im Angriff vielleicht mal etwas getroffen. Aber so ist Bad Soden einfach nur blass geblieben", sagte Rüsselsheims Übungsleiter.
Nahe
liegend, dass der Schlagabtausch die Zuschauer in der Heinemannhalle kaum
begeistern konnte. Im ersten Satz genügte den Gastgebern eine starke
Angabenserie des abermals herausragenden Andreas Baboulidis, um sich
vorentscheidend vom 4:5 zum 10:5 davonzustehlen. Der Umstand, dass Steffen
Jungbluth nach zahlreichen guten Auftritten diesmal speziell in der Annahme
nicht seinen besten Tag erwischt hatte, ließ die Rüsselsheimer im zweiten
Durchgang lange Zeit einem Rückstand hinterherlaufen. "Die Endphase gehörte
dann aber wieder uns und Bad Soden hatte keine Chance mehr", so Jeuck. Da
sich die Schwankungen im Spiel der heimischen Mannschaft nicht legen wollten,
kam im dritten Abschnitt sogar so etwas wie Spannung auf. Die eigentlich schon
bezwungenen Gäste zogen Mitte das Satzes gleich und blieben bis zum 23:23 dran.
Doch obwohl längst nicht alles klappte und obendrein der Kopfschmerz pochte,
wurde der Sack rechtzeitig zugeschnürt.
| Deutschland - www.volleyball-bundesliga.de |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Mendig:
Nach Auftaktpleite das Maximum herausgeholt
Beim 3:1
(25:18, 28:30, 25:20, 25:16) gegen die Volley Dogs Berlin gab es den fünften
Sieg in Serie. Mit nunmehr 10:2 Punkten hat sich Mendig in der Spitzengruppe
festgesetzt.
MENDIG. Erstmals seit ziemlich genau einem Jahr gelangen den Mendigern zwei Heimsiege in Folge. „Das war wichtig“, meinte Trainer Marian Kardas, den es aus genau diesem Grund auch nicht sonderlich grämte, dass seine Schützlinge nach dem 3:0 gegen TSV Bad Saulgau einen weiteren Erfolg ohne Satzverlust verpassten: „Nur die zwei Punkte zählen, es gibt keine Noten für den Stil.“
Letzteres stimmt natürlich, der höchst überflüssige Verlust des zweiten Durchgangs ist aber doch ärgerlich und könnte sich im schlechtesten Fall am Ende der Qualifikationsrunde auch negativ auswirken. Diesmal ärgerte sich Kapitän Christian Metzger nur, „dass wir eine halbe Stunde länger als nötig gespielt haben.“
Hätten die Unparteiischen besser hingeschaut, wäre die Partie wohl 3:0 ausgegangen. Denn beim ersten von vier Satzbällen im zweiten Abschnitt servierte der extra dafür eingewechselte Goran Iliev ein klares Ass, das das Schiedsrichtergespann Andre Jungen/Rolf Girgenrath aus Oberhausen und Marl allerdings nicht anerkannte – 24:24 statt 25:23 für Mendig. Die einzige, aber eklatante Fehlleistung der Referees, denen Mendig in der Folge aber nicht nachstand.
Denn einen weiteren Satzball ließ Gvido Prieditis per Aufschlagfehler aus, zwei andere Silvio Schultze (er traf einen Angriffsball nicht) und Christoph Schwenk, der nach einer schlechten Berliner Annahme einen „Dankeball“ nicht nutzen konnte. „Bei diesem Block war ich viel zu vorsichtig“, gab der 25-jährige Erstliga-Neuling freimütig zu. „Dieser Satzverlust ist also auch meine Schuld und war absolut vermeidbar, wir hatten genug Chancen.“
Die Flughunde hatten nur zwei, doch das reichte zum zwischenzeitlichen Satzausgleich, denn bei 29:28 packte der Dreierblock gegen Schultze zu. „Sie spielen ja auch keinen schlechten Volleyball“, so Kardas, der sich die Berliner Effizienz und nüchterne Spielweise auch bei den eigenen Akteuren gewünscht hätte: „Bei unseren Satzbällen wollten wir es viel zu spektakulär machen und haben Pech gehabt.“
In der Folgezeit geriet Mendig, das sich schon im Auftaktsatz bei 10:9 entscheidend auf 15:10 abgesetzt hatte, aber nie mehr in Bedrängnis, machte auch in den Durchgängen drei und vier mit fast schon obligatorischen Zwischenspurts frühzeitig alles klar. Trotz einer relativ hohen Fehlerquote im Angriff war der Sieg ungefährdet, da die Gäste aus der deutschen Hauptstadt spielerisch sicher eine Klasse schlechter waren.
Und das, obwohl MAOAM Mendig nicht viele Wechseloptionen blieben: Edgar Tetsuekoue wurde erneut geschont, Alexander Mimouh fiel nach zuletzt starken Trainingsleistungen aus, weil er sich in der abschließenden Einheit das Knie verdrehte: „Ich hoffe“, so der 22-Jährige, „dass nichts gerissen ist.“ Aufschluss darüber wird wohl eine Kernspintomografie am Montag ergeben. „Das 3:1 ist in Ordnung wegen unseren Verletzten“, urteilte Kapitän Metzger. „Aber spielerisch können wir noch mehr.“
Sein eigener Leistungsstand liege momentan bei 70 Prozent – immerhin schon zehn mehr, als nach dem 3:0 gegen Bad Saulgau in der Vorwoche. Es reichte für Metzger aber bereits gegen Berlin zu einer starken Vorstellung in Annahme und im Angriff. „Es kommt langsam“, so der 32-Jährige, der sich am Netz gegen den Block immer besser durchzusetzen versteht. Beim 3:1 war er Mendigs bester, weil konstantester Angreifer.
Christoph Schwenk hätte es werden können, nachdem er im ersten Satz überragend gespielt hatte. Doch sein Faux-pas im zweiten Abschnitt brachte ihn zwischenzeitlich sichtbar aus dem Rhythmus. „Da war zuviel Kopf im Spiel, das war nur noch Fehlervermeidungstaktik“, sagte der stets selbstkritische Ex-Bonner. „Ich muss lernen, den Kopf auch mal auszuschalten.“
Das gelang im vierten Satz scheinbar wieder, als sich Schwenk wieder gut präsentierte. Wie seine Mitspieler auch, hatte er „die Handbremse gelöst“ (O-Ton Marian Kardas), die zuvor das Mendiger Spiel ein wenig blockiert hatte. Auch, weil es im zweiten Satz „etwas leise“ war, wie Libero Frank Bachmann konstatierte. „Da mussten wir erst wieder Emotionen ins Spiel bringen.“
Mit
Leidenschaft und Stimmung auf dem Feld und den mit etwa 1000 Zuschauern gefüllten
Rängen lief es rund bei MAOAM Mendig, das genauso auch am kommenden Samstag (ab
19.30 Uhr) bei Aufsteiger VV Humann Essen auftreten sollte.
Der
Abstiegskandidat ist in der eigenen Halle „Wolfskuhle“ kaum auszurechnen,
wie Christian Metzger weiß. „Natürlich sind wir trotzdem Favorit und müssen
gewinnen. 10:2 Punkte sind gut, können aber auch nur ein Zwischenziel sein.“
| Deutschland - www.volleyballer.de |
|
Dienstag. 18. November 2003 |
Unterhaching beschert Meister ersten Satzverlust
Das gibt es selten im Sport. Da verliert man ein Spiel und trotzdem eine riesige Stimmung im Unterhachinger Gymnasium. Standing Ovations von den Hachinger Fans, obwohl ihr Team gerade mit 1:3 (21:25, 30:32, 25:23, 21:25) verloren hat. Der Grund hierfür ist jedoch relativ einfach zu erklären. Niemand nicht einmal der große VfB Friedrichshafen hat es bis jetzt fertig gebracht, dem amtierenden Deutschen Meister aus der Hauptstadt auch nur einen Satz abzunehmen. Es schien schon fast, als könne die Berliner in diesem Jahr wieder niemand stoppen.
Und zuerst sah es am Sonntag auch so aus, als würde es eine klare Sache für die Gäste werden, die den ersten Durchgang bis zum Stand von 23:15 klar dominierten. Zwar konnten die Jungs von Unterhaching dank einer beeindruckenden Aufschlagsserie von Björn Matthes noch einmal etwas rankommen, aber von Ebenbürtigkeit, traute sich da wohl niemand zu reden. Ganz anders dann Durchgang zwei. Wie ausgewechselt schienen die Gastgeber. Und nach einem packenden Kampf um jeden Punkt hieß es am Ende 32:30 für Berlin.
Man konnte den Meister also ärgern. Und was sich zuvor bereits angedeutet hatte, trat im 3. Satz dann auch so ein. Von Anfang an bestimmten die Hachinger das Geschehen und nachdem Matthes beim 20:20 wieder hervorragend servierte konnte man sich wenig später über den ersten Satzverlust des deutschen Meisters freuen. Als es im vierten Satz dann plötzlich 21:20 für Unterhaching hieß, glaubten einige bereits an eine Sensation. Die Gäste bewiesen jedoch Nervenstärke und entschieden schließlich die Partie für sich.
Der Berliner Coach machte nach dem Spiel kein Geheimnis daraus, dass man die Hachinger wohl etwas unterschätzt hatte. „Unterhaching hat uns heute wirklich überrascht. Wir können nur froh sein, dass wir dem großen Druck standgehalten haben.“ Und seinem Gegenüber Mihai Paduretu war anzusehen, dass er mit seinem Team heute mehr erreicht hatte als erhofft. „Ich muss die Mannschaft und allen voran Björn wirklich loben. Das war ein sehr schönes Spiel für die Akteure und auch die Zuschauer. Wenn wir da jetzt weitermachen, ist für uns noch einiges drin.“
Matthes war im zweiten Durchgang für Patrick Schwaack in die Partie gekommen und war wohl die Entdeckung des Spiels. Nachdem er zu Beginn der Saison nicht konstant genug agierte um in die Stamm-Sechs zu rücken, überzeugte er heute auf der ganzen Linie. Es zeigt sich also mal wieder, dass sich hartes Training auszahlt. Und trainieren muss der TSV Unterhaching jetzt auch weiterhin fleißig.
Denn noch ist die Teilnahme an den Play-Offs
nicht außer Reichweite. Am kommenden Samstag ist man beim Erstliga-Neuling VC
Markranstädt zu Gast. Und die Woche darauf gibt es schon ein Wiedersehen mit
dem SCC Berlin. Es geht um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Langweilig werden
die nächsten Wochen also sicherlich nicht.
© 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel