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Mittwoch, 26. November 2003 

OSV bestreitet Abstiegskampf ohne Neulinge
Regionalliga der Frauen ausgeglichen wie selten
Weltliga: Keine Kontinentalrunde für deutsche Männer
World Cup: Klare Sache für die Favoriten
Outlaw Volleyball - Nackte Haut und Boxkämpfe
VVL-Volleyballer suchen Wege aus der Krise
Evivo verdient sich in Berlin großen Respekt
Dem Traum ein Stück näher gerückt
SCU bereitet sich auf Gastspiel des Vizemeisters vor
Moreno weltweit von allen Ämtern befreit

November 2003

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Zum Medien-Überblick

 

Deutschland - Ahrensburger Zeitung

Mittwoch. 26. November 2003

OSV bestreitet Abstiegskampf ohne Neulinge

Oststeinbek - Es war ein Aufwärtstrend sichtbar. Obwohl die Volleyball-Männer des Oststeinbeker SV mit 1:3 (15:25, 25:21, 16:25, 24:26) beim Zweitbundesliga-Spitzenreiter VC Bottrop verloren, war Trainer Bernd Schlesinger mit der gezeigten Leistung zufrieden. Und doch hat das Team eine Chance verbaggert. Denn im vierten Durchgang hatten die Gäste sogar Satzball. "Im Tiebreak wäre vielleicht noch etwas möglich gewesen", so Schlesinger, "aber nachdem wir diese Möglichkeit vertan hatten, war die Sache ja schnell gelaufen."

Trotz der nun weiter gewachsenen Abstiegsgefahr will Schlesinger auf möglicherweise teure Verpflichtungen während der laufenden Saison verzichten. "Das wäre in unserer Situation kontraproduktiv", erklärt er. Vor der Saison habe man dem Team mitgeteilt, es sei kein Geld für die Spieler da. "Wenn man jetzt jemanden holt, der bezahlt wird, bricht die gesamte Mannschaft auseinander", befürchtet der Trainer. Da sei es besser, in allen Ehren abzusteigen und eine neue Perspektive aufzubauen.

Es hatte Überlegungen in der Teamführung gegeben, mit einem finanziellen Kraftakt eine Verstärkung zu finanzieren. "Falls möglich, sollten lieber die jetzigen Spieler wenigstens Fahrgeld bekommen", meint Schlesinger. Schließlich sei der OSV wohl der einzige Club in der zweiten Liga, bei dem die Aktiven auf die Erstattung ihrer Fahrtkosten verzichten müssten, so der Coach.

masch

 

Norddeutschland - Harburger Rundschau

Mittwoch. 26. November 2003

Regionalliga der Frauen ausgeglichen wie selten

Jork - Nun hat es einmal nicht geklappt: Eigentlich waren die Siege der Volleyball-Frauen des TuS Jork in der Regionalliga angesichts der dramatischen Personallage der Altländerinnen schon Riesen-Überraschungen. Dass die Jorker Frauen nun beim neuen Spitzenreiter GfL Hannover mit 2:3 (25:23, 12:25, 25:23, 24:26 und 10:15) unterlagen, war fast normal.

"Es ist wirklich gut gelaufen", sagte TuS-Trainer Torsten Bluhm. Zumal das Team dann auch noch ab Mitte des zweiten Satzes auf Libera Corinna Krome verzichten musste. Bei einer Rettungsaktion war die Abwehrspezialistin mit dem Ellenbogen gegen eine Zuschauerbank geprallt. Das schmerzte derart, dass die Jorkerin ins Krankenhaus gefahren werden musste. Zum Glück war nichts gebrochen, nur eine schwere Prellung lautete die Diagnose nach Rückkehr. Trotzdem hatte das Notteam - diesmal mit der reaktivierten Conny Schultz (47) - im vierten Satz sogar zwei Matchbälle. Doch in dieser Situation fehlte Ruhe und Abgeklärtheit.

"Das war ein klasse Spiel von beiden Seiten", schwärmte denn auch Trainer Torsten Bluhm. Trotzdem muss sich der Jorker Coach nun doch Sorgen um den Klassenerhalt seiner Frauen machen. Wie eng es in der dritten Liga zugeht, zeigt ein Blick auf die Situation in der Regionalliga-Tabelle. Die Jorkerinnen haben sechs Zähler Rückstand auf den Tabellenführer Hannover, allerdings auch nur vier Punkte auf einen Abstiegsrang. Um so wichtiger ist es jetzt für den TuS Jork, dass sich die Personallage in den nächsten Wochen wieder ein wenig entspannt. Doch wie lange Corinna Krome mit ihrer Prellung jetzt ausfällt, ist unklar. Die Ärzte haben ihr erst einmal in dieser Woche ein Trainingsverbot erteilt.

Manfred Schäffer

 

Deutschland - www.volleyball.de 

Mittwoch. 26. November 2003

Weltliga: Keine Kontinentalrunde für deutsche Männer

Russland und Niederlande sagen ab

Nun ist es amtlich: Sowohl Russland als auch die Niederlande gaben bekannt, nicht an der Kontinentalrunde der Weltliga 2004 teilzunehmen. In dieser sollten neben Russland und den Niederlanden auch Tschechien und Deutschland (Foto: Christian Pampel gegen den Brasilianer Giovane) um zwei Plätze in der Interkontinentalrunde spielen. Ausschlaggebend für den Aufstieg sollten allerdings nicht allein die sporliche Qualifikation, sondern auch organisatorische Gesichtspunkte sein. "Wir interpretieren das so: Das Thema Weltliga ist gegessen", sagte Günter Hamel, der sich beim DVV um die Belange der Männer-Nationalmannschaft kümmert.

Für die Teilnahme an der Europa-Runde hatte der Weltverband FIVB noch immer die stattliche Teilnahmegebühr von 150.000 US-Dollar verlangt. Verbunden mit der geforderten TV-Präsenz und der nicht garantierten sportlichen Qualifikation sind das zu hohe Anforderungen an die potentiellen Teilnehmer. Trotzdem hatte man auf deutscher Seite lange überlegt, ob das Unternehmen Weltliga doch noch zu bewerkstelligen sei. Nun allerdings sind die Gegner ausgegangen: "Gegen wen sollten wir denn jetzt spielen? Gegen Liechtenstein?", so Hamel.

Alternativ strebt der DVV nun Länderspiele mit Tschechien, Russland und die Niederlande an. "Das sind die einzigen Mannschaften, die noch übrig sind, wenn wir nicht gegen zweitklassige Teams spielen wollen", so Hamel.

cku

 

Deutschland - www.volleyball.de 

Mittwoch. 26. November 2003

World Cup: Klare Sache für die Favoriten

Topteams landen deutliche Siege

Sechs Mal 3:0 - die Favoriten machten am achten Spieltag des World Cups in Japan mit ihren Gegnern kurzen Prozess. Serbien-Montenegro, die USA, Korea, Italien, Brasilien und Frankreich kamen allesamt über die Minimaldistanz zum Erfolg. Die Situation im Kampf um die drei Olympiatickets bleibt somit unverändert: Weiterhin führen Brasilien (Foto: Gustavo Endres im Angriff) und Serbien-Montenegro das Klassement ungeschlagen an.

Dahinter rangieren auf Platz drei und vier mit je einer Niederlage Italien und die USA. Der dritte europäische Vertreter Frankreich liegt zwar auf dem fünften Rang, hat aber angesichts von bisher drei Niederlagen nur noch geringe Chancen, in Japan die Qualifikation für Athen 2004 zu schaffen.

"Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir bisher acht Siege gelandet haben genauso wie wir es geplant haben", sagte Serbien-Montenegros Trainer Ljubomir Travica. Für ihn sind neben seinem Team Italien und Brasilien die Favoriten auf die Olympiatickets. Aber, "Brasilien ist der Topanwärter".

Die zwölf Teams haben nun zwei Tage Zeit, um noch einmal die Spielorte zu wechseln und sich für die vierte und letzte Runde beim World Cup zu wappnen. Dann nämlich stehen noch einmal Topduelle an, die die Olympiaqualifikation entscheiden werden. So treffen am Freitag (28. November) Italien auf die USA sowie Serbien-Montenegro auf Brasilien.

cku

 

Deutschland - Golem Network News 

Mittwoch. 26. November 2003

Outlaw Volleyball - Nackte Haut und Boxkämpfe

Spiel für Xbox erhältlich

Mit Outlaw Golf hat TDK Mediactive bereits einmal bewiesen, dass sich ernsthafte Sportsimulation und ungewöhnliches Ambiente durchaus miteinander kombinieren lassen, Outlaw Volleyball folgt nun demselben ungewöhnlichen Prinzip: Hier kann man sich entweder mit leichtbekleideten Damen ein anspruchsvolles Beach-Volleyball-Duell liefern - oder aber die Kontrahentinnen einfach mit gezielten Tritten und Schlägen zu Boden befördern.

Wie schon beim populären DOA Extreme Beach Volleyball spielt auch hier der Faktor Sex eine nicht zu unterschätzende Rolle - vor allem die Spielerinnen geizen nicht mit ihren Reizen und sind nicht nur spärlich bekleidet, sondern auch sehenswert animiert. Im Vergleich zu DOA hat man vor lauter Optik-Pracht allerdings das Gameplay nicht vergessen, so dass auch spielerisch einiges geboten wird.
Die grundsätzliche Steuerung ist recht einfach, per simplem Button-Druck absolviert man Schmetterbälle ebenso wie einen Block, zudem gibt es noch beeindruckende Special Moves, bei denen man dem Gegner mit voller Wucht die Kugel ins Feld zurückschleudert. Neben einem guten Stellungsspiel ist auch Gefühl beim Knopfdrücken gefragt, da man durch das Füllen einer am Bildschirm dargestellten Anzeige die Güte eines Angriffs bestimmt.

In kleinen Tutorials kann man sich zunächst mit der grundsätzlichen Bedienung vertraut machen, auf dem Platz warten dann aber noch ganz andere Herausforderungen - etwa, wenn man der Meinung ist, dass dem Gegner ein paar Faustschläge doch mal gut zu Gesicht stünden. Diese simplen Prügeleinlagen können mit der Klasse eines wirklichen Beat'em-Ups zwar nicht mithalten, lockern den Spielverlauf aber durchaus auf.

Im Hauptmodus des Spiels gibt es zudem noch die eine oder andere weitere Überraschung - etwa Bälle, die beim Auftreffen am Boden Minen hinterlassen oder kleine Minispiele, die zum Beispiel Ausflüge ins Tennis-Genre zulassen. Die Charaktere im Spiel sind dabei zum Teil schon aus Outlaw Golf bekannt, so dass man es neben exhibitionistisch veranlagten Amazonen auch wieder mit ehemaligen Sträflingen oder Kampftrinkern zu tun hat.
Die Grafik kann wie angesprochen durchweg überzeugen, der rockige Soundtrack sorgt darüber hinaus für die passende akustische Untermalung. Natürlich sind auch Multiplayer-Partien für bis zu vier Spieler möglich, dank Xbox-Live-Unterstützung kann zudem auch online gespielt werden.
Outlaw Volleyball ist für Xbox im Handel erhältlich: Umsetzungen für andere Systeme sind derzeit nicht angekündigt.

Fazit: Auch wenn Outlaw Volleyball in Sachen Spieltiefe nicht mit einem Top-Titel wie Beach Spikers (GameCube) mithalten kann - auf der Xbox bekommt man derzeit einfach kein besseres Volleyball-Spiel. Wer ein zugängliches Gameplay und eine ungewöhnliche Präsentation zu schätzen weiß, hat hier zweifellos deutlich mehr Spaß als beim maßlos überschätzten DOA Extreme Beach Volleyball.

 

Deutschland - Leipziger Volkszeitung 

Mittwoch. 26. November 2003

VVL-Volleyballer suchen Wege aus der Krise

Leipzig. Zwei Pleiten gegen Bundesliga-Kellerkinder, die Saisonziele so gut wie verspielt - wie gehen die VVL-Volleyballer damit um? Präsident Olaf Zimmer sprach bereits mit Trainer Zoran Nikolic, morgen tritt er vor die Mannschaft. "Aber ich werde nicht den Holzhammer schwingen, sondern Mut machen", erklärte der VVL-Chef, "es liegt ja nicht am Einsatz oder der professionellen Einstellung. Mit Drohungen erreichen wir nichts." Der Verein stehe zum Zwei-jahresvertrag für Nikolic, werde dem Coach den Rücken stärken. "Aber der Trainer ist jetzt in der Pflicht."

Nikolic hat die erste Enttäuschung überwunden. Er will kämpfen. "Wir müssen da durch, auch wenn die Situation schwierig ist", sagte der Serbe, "das ist mein Job." Vier fest eingeplante Punkte seien weg, Selbstvertrauen und Sicherheit auch. In der Endphase der Sätze zeigen die Spieler Nerven - für Nikolic eine Kopffrage. "Wir haben aber auch Probleme in Annahme und Zuspiel." Defizite, die er angehen wird. Am Sonntag im Pokal gegen die Volley Dogs Berlin sollen Fortschritte sichtbar werden.

Kapitän Lutz Mühlisch ("Die Leistungsträger haben versagt, auch ich") sieht Chancen auf Besserung: "Es gibt keine Grüppchen im Team, das war früher anders." Lars Björn Freier spricht von "guter Kommunikation in der Mannschaft", das Verhältnis zum Trainer sei ebenfalls in Ordnung. "Aber wir müssen schnell die Verkrampfung lösen, unsere Linie wiederfinden." Präsident Zimmer will dabei helfen: "Wir haben den Vorteil, dass unsere Hauptsponsoren mit im Vorstand sitzen und Ruhe bewahren." Noch.

Steffen Enigk

 

Deutschland - Aachener Zeitung 

Mittwoch. 26. November 2003

Evivo verdient sich in Berlin großen Respekt

Düren. Er hat noch einmal Glück gehabt: Heriberto Quero, der Venezolaner in Diensten des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren, hat keine schwerwiegende Verletzung an seinem Auge erlitten. Am Dienstag kann er, so die Prognose, wieder am Training teilnehmen. Und deshalb ist seinem Trainer Bernd Werscheck auch wieder zum Lachen zumute: «Wir werden jetzt immer wieder das Abklatschen üben.»

Zur Erinnerung: Als die Dürener am Sonntag vor dem Meisterschaftsspiel beim SCC Berlin in die Halle einliefen und die Spieler sich obligatorisch abklatschten, verfehlten sich die Hände von Heriberto Quero und Tim Elsner. Ein Finger von Elsner landete im Auge Queros. Der Südamerikaner musste passen: Ihm würde übel, er konnte zunächst nichts mehr sehen. Im Verlauf des Spiels fühlte er sich immer besser und drängte auf seine Einwechselung.

Vergeblich. Bernd Werscheck wollte kein Risiko eingehen. Und auch der Mannschaftsarzt des SCC Berlin riet ab. So blieb dem Diagonalangreifer nichts anderes übrig, als von der Bank aus seine Mitstreiter anzufeuern.
Nach der Partie fuhr der SCC-Doktor mit Quero in eine Berliner Augenklinik. Die Ärzte untersuchten Quero gründlich, gaben dann Entwarnung.

Dass Evivo beim Meister und Tabellenführer eine 1:3-Niederlage einstecken musste, nahmen die Rheinländer dann doch nicht so tragisch. «Natürlich war mit dem Ausfall von Heriberto unsere Taktik über den Haufen geworden, haben wir deshalb auch den ersten Satz verloren, aber meine Mannschaft hat im weiteren Verlauf der Partie eine sehr gute Leistung geboten. Die Berliner waren am Ende heilfroh, dass sie gewonnen hatten», kommentierte Werscheck und verwies auf eine entsprechende Aussage von SCC-Steller Jaroslav Skach.

Der Ex-Dürener hatte sich nach dem Erfolg wie die übrigen Berliner wie ein Schneekönig gefreut. «Wir haben uns also weiter Respekt verschafft», fasste Werscheck s zusammen und drohte mit Blick auf die Meisterrunde: «Die wissen ja überhaupt nicht, wie stark wir mit Heriberto sind.»

In der nächsten Spielrunde dürften dem jungen Dürener Team dann auch nicht mehr so viele Stockfehler (leichte Aufgaben ins Netz) unterlaufen.

Franz Sistemich

 

Deutschland - Westdeutsche Zeitung 

Mittwoch. 26. November 2003

Dem Traum ein Stück näher gerückt

Der Wülfrather Jan Romund gehört zum Volleyball-Kader des Vizemeisters SV Bayer Wuppertal. Als Mittelblocker ist er auf dem Sprung nach oben.

Wülfrath. Den Traum, einmal in einem Volleyball-Top-Team mitspielen zu dürfen, träumt er schon seit seinem achten Lebensjahr. Damals schaute sich Jan Romund in der Fliethe die Heimspiele des SV Bayer Wuppertal an. Besonders beeindruckt war der Pimpf vom gebürtigen Wülfrather und aktuellen Nationalspieler Wolfgang Kuck.
Im Alter von 20 Jahren ist aus dem Traum zumindest teilweise Realität geworden. Aus dem Knaben ist ein 2,01 m großer Schlacks geworden, der tatsächlich zum Kader des deutschen Vizemeisters SV Bayer Wuppertal gehört. "Jetzt selber in so einem Team zu stehen, ist schon komisch", gesteht Romund.

Noch vor zwei Jahren sah es nach der Traumerfüllung gar nicht aus. Beim TuS Velbert pritschte und baggerte der Kalkstädter in der Kreisliga. Zwar schlummerte in ihm der Ehrgeiz nach höheren Aufgaben, doch ein bisschen fehlte dem damaligen Gymnasiasten der Mut zum Schritt "Leistungssport". "Ehrlich gesagt wollte ich nie unter einem Trainer trainieren, da gab es für mich abschreckende Beispiele vom Fußball." Dann konnte er dem Lockruf des SV Bayer nicht länger widerstehen.

Ihm kommt dabei zugute, dass der Werksverein aufgrund der immer knapperen Finanzmittel zwangsläufig auf Nachwuchsspieler setzt. Einziger Schönheitsfehler an der steil nach oben zeigenden Karriere: Noch stand Romund keine Minute lang bei einem Bundesliga-Spiel auf dem Parkett.

Bewährungsproben gab es dagegen schon einige. Zuletzt spielte der Mittelblocker einen halben Satz bei der erfolgreichen CEV-Cup-Qualifikation (vergleichbar mit dem Uefa-Cup im Fußball) des SV Bayer. "Das war ganz nett, aber auch nicht so besonders für mich. In der Vorbereitung habe ich schon gegen einen belgischen Erstligisten gespielt", sagt Romund mit der Routine eines erfahrenen Hasens.

Die Abgeklärtheit hat sich der junge Sportler, der zurzeit in einer Velberter Schule für geistig behinderte Kinder seinen Zivildienst leistet, auch in der 2. Mannschaft des SV Bayer geholt. Im Regionalliga-Team von Trainer Kai Müller ist er eine wichtige Säule.

Auf der zentralen Mittelblocker-Position am Netz sind Sprungkraft und Spielintelligenz erforderlich. "Über die verfügt er zweifellos. Jan muss das Spiel des Gegners lesen können und bei der Blockbildung zur Stelle sein. Obwohl er ein ruhiger Spieler ist, kann er bei entscheidenen Bällen auch explodieren. Er kann den Sprung nach ganz oben schaffen", so Müller.

Ohne einen Anflug von Arroganz glaubt auch Romund an seine Chance. "Spaßiger fände ich den Job als Außenangreifer. In der Mitte bist du nie so der Star. Aber gute Mittelblocker gibt es in Deutschland nicht so viele."
Romunds Förderer heißt Mark Lebedew. Der Australier trainiert das Bundesliga-Team des SV Bayer. "Besser hätte es nicht kommen können. Lebedew war schon in der Vorsaison mein Trainer in der Regionalliga", glaubt Romund an seine Chance.

Wann die kommt, ist offen. "Jan ist natürlich sehr talentiert, aber trotzdem noch ein Anfänger. In der Vorbereitung hat er erstmals Krafttraining gemacht. Das hat ihn schon weitergebracht. Jedoch ist er mit 20 Jahren ein bisschen spät dran. Fürs Nationalteam wird`s wohl nicht mehr reichen, aber ein guter Bundesliga-Spieler kann er werden", meint Lebedew.

Für dieses Ziel hat Romund, der nach dem Zivildienst Sport, Geschichte und Politik auf Lehramt studieren will, sein Leben umgestellt. Der Fokus liegt jetzt auf dem Leistungssport.

Neben mehreren Balleinheiten in der Woche gehören Krafttraining und das meist samstägliche Spiel in der Regionalliga zum normalen Pensum. In der Vorbereitung war er nach zwei täglichen Einheiten "am Ende des Tages einfach nur noch platt". Vorbei die Zeit, als Volleyball nur Hobby war.

"Insgesamt ist der Druck größer geworden, es wird intensiver gearbeitet. Aber das macht den Reiz aus." Trotz mancher Entbehrungen will Romund aber nicht vergessen, zu leben. "Schließlich kann ich mit Volleyball nicht so viel verdienen wie beim Fußball."

Seinem einstigen Vorbild könnte Romund bald gegenüberstehen. Am 9. und 17. Dezember kommt es im Achtelfinale des CEV-Pokals zum Spiel des SV Bayer gegen Arago de Séte aus Frankreich. Dort spielt Wolfgang Kuck. Zwar ist ein Einsatz von Romund nicht wahrscheinlich. Aber Erinnerungen an die Zeit in der Fliethe werden sicher aufkommen.

Thomas Besche

 

Deutschland - Grafschafter Nachrichten 

Mittwoch. 26. November 2003

SCU bereitet sich auf Gastspiel des Vizemeisters vor

Am Freitag gegen Münster

Nach der Reserve des Volleyball-Bundesligisten USC Münster gastiert am Freitag das Erstliga-Team in Emlichheim. SCU-Trainer Mathieu will dem Vize-Meister im Pokal-Achtefinale einen Satz abknöpfen.

Emlichheim/his – Der Staffelleiter der Zweiten Volleyball-Bundesliga der Frauen hatte ein ganz besonderes Händchen: Zur Generalprobe des SC Union Emlichheim für das DVV-Pokalspiel gegen den USC Münster (Freitag, 19 Uhr/Vechtetalhalle) stand am vergangenen Sonntag ausgerecht die Reserve der Westfalen auf der anderen Seite des Netzes. Kein Wunder also, dass beim 3:1-Erfolg der Niedergrafschafterinnen das Pokal-Achtelfinale gegen den Erstligisten bereits in aller Munde war. So hatte Tom kleine Holthaus, der Trainer der USC-Reserve, das Spiel der Emlichheimerinnen ganz besonders intensiv beobachtet. "Ich bewerte Emlichheim leicht positiv", sagte der Übungsleiter auf die Frage, welche Erkenntnisse er an Bundesliga-Coach Axel Büring übermitteln würde. Obwohl die Gastgeberinnen im Zweitliga-Vergleich ein gutes Stück von ihrer Bestform entfernt waren, stellte kleine Holthaus klar: "Wir werden nicht den Fehler machen und den SCU unterschätzen."

Die USC-Verantwortlichen waren aber nicht die einzigen "Späher", die sich ein Bild über den Leistungsstand des SCU machten. Mit Johanna Reinink und Andrea Berg nutzten auch zwei ehemalige SCU-Spielerinnen die Gelegenheit, an alter Wirkungsstätte vorbeizuschauen. Während Reinink sich bereits zu Emlichheimer Erstliga-Zeiten mit den ehemaligen Kolleginnen gemessen hat, betritt Berg bei der Begegnung am Freitag Neuland. "Ich bin schon ganz schön aufgeregt", gab die Mittelblockerin vor der Rückkehr in die Vechtetalhalle Einblick in ihr Gefühlsleben.Die beiden Münsteranerinnen, die in Emlichheim die Volleyball-Schule durchliefen, haben sich zu festen Stützen ihres Teams entwickelt. Beim 3:0 (25:18, 25:19, 29:27)-Erfolg gegen Bayer Leverkusen avancierten die beiden am vergangenen Sonnabend zu den Matchwinnern.

SCU-Coach Pierre Mathieu hat sich bei diesem Spiel ein Bild vom Gegner gemacht. "Wir müssen natürlich besser spielen als gegen Münster II. Aber wenn jede Spielerin sehr gut spielt, können wir besser sein als Leverkusen", urteilt der Niederländer. Dass die Emlichheimerinnen sich in vielerlei Hinsicht nicht mit dem Gast vergleichen können, steht außer Frage. Mathieu betont aber auch, "dass jedes Spiel erst einmal gespielt werden muss". Für die Zuschauer hatte der SCU-Verantwortliche am Sonntag zumindest schon einmal ein Versprechen parat: "Wir werden am Freitag einen Satz gewinnen." Das wollte Berg so natürlich nicht unterschreiben. Die Mittelblockerin weiß aber noch aus eigener Anschauung, "dass Emlichheim sich gegen starke Gegner immer steigern kann.

Damit das Pokalspiel im passenden Rahmen ausgetragen wird, rührte SCU-Manager Heinrich Strenge am Sonntag bei den 350 Zuschauern der Zweitliga-Begegnung die Werbetrommel: "Wenn jeder noch einen überreden kann, am Freitag mitzukommen, haben wir die Halle schön voll. Wenn jeder zwei schafft, könnten wir das Orga-Team vor ein paar Probleme stellen."

 

Deutschland - www.yahoo.de  

Mittwoch. 26. November 2003

Moreno weltweit von allen Ämtern befreit

Luis Moreno ist weltweit von allen Volleyball-Ämtern ausgeschlossen worden. Nachdem der südamerikanische Verband CSV Moreno bereits am 5. Mai wegen Korruption von allen Funktionen des Volleyball-Weltverbandes FIVB suspendiert hatte, reagierte nun auch das Exekutivkomitee des Weltverbandes in Lausanne. Es befreite den ehemaligen CSV-Präsidenten von allen Ämtern "auf nationaler, kontinentaler und weltweiter Ebene".

Eine vom Weltverband eingesetzte vierköpfige Kommission stellte "schwerwiegende Unregelmäßigkeiten" im administrativen und finanziellen Gebaren Morenos fest. Unter anderem hatte der Peruaner während der vergangenen zehn Jahre nicht korrekt die jährlich rund 250.000 Euro für die Gehälter der CSV-Angestellten weitergegeben, die er von der FIVB erhalten hatte.

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 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel