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Donnerstag, 11. Dezember 2003 

Juniorinnen-Bundestrainer Jens Tietböhl im Interview!
Europapokal: Wuppertal siegt überraschend in Sete
SSV Ulm: Strenger Blick auf Trikots
Rüsselsheim: Treibt FC Bayern an?
Juniorinnen-Nationalmannschaft zu Gast in Aachen
SC Charlottenburg startet mit Sieg
Gealtert vor dem ersten Aufschlag
USC verunsichert und einfallslos
Münster: Viertelfinale in Reichweite
SV Bayer überrascht mit 3:1-Sieg gegen Sète
Bittere Niederlage für den VfB in Moskau

Dezember 2003

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Deutschland - DVV-News 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

Juniorinnen-Bundestrainer Jens Tietböhl im Interview!

Vom 15.-20. Dezember findet wieder ein Mal das traditionelle deutsch-französische Jugendwerk statt. Dieses Mal gastieren die Französinnen (Jahrgang 86/87) in Heidelberg. Im Rahmen dieser Maßnahme finden auch zwei Länderspiele am 18. Dezember in Höpfingen (Spielbeginn 19.30 Uhr) und am 19. Dezember in Hausen (Spielbeginn 19.30 Uhr). Bundestrainer Jens Tietböhl stand für ein kurzes Interview zur Verfügung. 

Jedes Jahr findet das deutsch-französische Jugendwerk mit Länderspielen der beiden Nationen statt. Was ist der Nutzen bei diesen Maßnahmen kurz vor Weihnachten?
Tietböhl: „Kurz vor Jahresende ist dies eine Überprüfung des Ist-Standes des Kaders. Nachdem wir die Spielerinnen im Sommer diesen Jahres das letzte Mal gesehen haben, wollen wir einfach sehen, wie die weitere Entwicklung vorangegangen ist. Zudem bietet das deutsch-französische Jungendwerk auch immer wieder die Gelegenheit, neue Spielerinnen zu testen. So auch dieses Mal, wenn mit Prechtl, Schwarzer, Vollbrecht und Daudysch vier neue Spielerinnen dabei sind. Außerdem sind diese Vergleiche mit den Französinnen bereits Tradition“

Was folgt als nächstes?
Tietböhl: „Vom 1.-7. Januar 2004 fahren wir nach Italien, die – das ist die Brisanz - auch Vorrundengegner bei der EM-Qualifikation im Mai 2004 sind. In Italien werden wir dann auch mit dem vermeintlich stärksten Kader antreten, d.h. auch mit den beiden Erstliga-Spielerinnen Margarethe Kozuch (TV Fischbek Hamburg), Hana Kovarova (Rote Raben Vilsbiburg). Vor der EM-Qualifikation machen wir noch einen Lehrgang über Ostern mit der polnischen Mannschaft, dann kommt der direkte Vorbereitungsblock auf die Qualifikation.“

Sie haben die EM-Qualifikation angesprochen. Wie ist die Qualifikation einzuordnen?
Tietböhl: „Es ist das erste Highlight für den Kader und zugleich eine große Herausforderung, da es die stärkste Qualifikation seit Jahren ist. Die Gegner Italien, Griechenland, Spanien, Lettland und Rumänien sind nicht leicht und nur die ersten beiden qualifizieren sich für die EM in der Slowakei (3.-11. September 2004). Italien dürfte leistungsmäßig überragend sein, Spanien und Griechenland dürften unsere Hauptkonkurrenten um Platz 2 sein. Wir werden in Deutschland spielen, das könnte den Ausschlag geben (Ort steht noch nicht fest, Anm. d. Red.).“

Wie beurteilen Sie das Potenzial des Kaders?
Tietböhl: „Fast alle Spielerinnen sind bereits in der 2. Liga im Stamm und spielen in ihren Mannschaften auch oben in der Liga-Spitze mit. Die Mannschaft hat sehr viel Potenzial, ist aber nicht so spielstark wie der Jahrgang 82/83 (mit den aktuellen Frauen-Nationalspielerinnen Kathy Radzuweit, Atika Bouagaa, Cornelia Dumler usw.). Körperlich sind die Parameter des aktuellen Kaders hervorragend.“

 

Deutschland - DVV-News 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

Europapokal: Wuppertal siegt überraschend in Sete

Leverkusen unterliegt Luzern 1:3! 

Die Männer des SV Bayer Wuppertal haben einen überraschenden Sieg im Achtelfinal-Hinspiel des CEV-Pokals gelandet. Beim französischen Erstligisten Sete, dem Verein von Wolfgang Kuck, gewannen die Bergischen mit 3:1 (25-22, 16-25, 25-21, 31-29) und haben damit natürlich beste Voraussetzungen vor dem Rückspiel am 17. Dezember in Wuppertal. Der starke Block und ein herausragender Sven Glinker waren die Garanten für den Sieg.

Dagegen verloren die Frauen vom TSV Bayer 04 Leverkusen knapp im gleichen Wettbewerb. Bei Luzern setzte es ein 1: 3 ( 23-25, 25-15, 23-25, 22-25). Nach Ballpunkten gewann Leverkusen sogar mit 93-90, sodass ein 3:1-Sieg im Rückspiel für das Vordringen in das Viertelfinale reichen sollte.

Am heutigen Mittwoch, 10. Dezember, treten die vier anderen deutschen Teams zu ihren ersten Spielen an: In der Champions League empfängt der SCC Berlin den polnischen Meister Czestochowa, der VfB Friedrichshafen tritt bei Odintsovo in Russland an.

Die beiden Frauen-Erstligisten im Top Teams Cup haben Heimrecht: Der USC Münster empfängt Albi/Frankreich, der SSV Ulm ALIUD PHARMA Madeira/Spanien.

Der RBB berichtet heute Abend ab 23.45 Uhr vom Spiel des SCC Berlin in der Champions League.

 

Deutschland - Südwest Presse 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

SSV Ulm: Strenger Blick auf Trikots

Wenn heute (19.30 Uhr) am Kuhberg der erste Aufschlag im Top-Teams-Cup übers Netz saust, dann liegt ein Marathon durch Dutzende von Regularien hinter den Gastgebern um Dr. Rolf Schmid. Der Europäische Volleyball-Verband wacht mit strengem Auge über die Einhaltung.

Auf was sich Rolf Schmid eingelassen hat, als er von Michael Schletz, dem Geschäftsführer der Ulmer Volleyball-GmbH, die Organisation der Saison im Top-Teams-Cup übernommen hat, ist ihm in den vergangenen Tagen klargeworden. "Das ist viel Kleinzeug, was da dranhängt", sagt der 36-jährige Physiker, auf Dutzende von Auflagen durch den Europäischen Volleyball-Verband (CEV) anspielend. Gestern war alles im grünen Bereich: "Selbst wenn wir noch kurzfristig eine portugiesische Nationalhymne bräuchten, würden wir das hinkriegen."

Am wenigsten Probleme hat den Machern des SSV Aliud Pharma der Gegner CS Madeira bereitet, auch wenn sich der Kontakt zur portugiesischen Insel weit draußen im Atlantik mitunter als zäh erwies: Ein E-Mail hatte eine Laufzeit von 56 Stunden. "Ich hab die Flüge auf Verdacht gebucht", gesteht Schmid, der die Delegation aus Madeira gestern Abend in Stuttgart erwartete.

Viel aufwendiger war es für die Ulmer Macher, auf der unendlich langen Liste der CEV sämtlichen Regularien zu genügen. Als technischer Delegierter des europäischen Verbands begann gestern Abend Klaus Fezer aus Herbrechtingen, alles in Augenschein zu nehmen. Das beginnt bei so profanen Dingen wie den Wischern für den Hallenboden. Drei Wischer mit je einem Meter Breite sieht die CEV vor. Obwohl die Ulmer Gerätschaft 1,5 m misst, hat Fezer ein Auge zugedrückt. Wichtig, so der 58-Jährige sei die Funktion.

Weniger großzügig ist der Mann, der bis zu seinem 55. Lebensjahr in Sydney, bei Welt- und Europameisterschaften sowie in der Weltliga gepfiffen hat und dort zu den zehn weltbesten Schiedsrichtern zählte, beim Blick auf die Werbebrust. Die Werbe-Richtlinien sehen nämlich vor, dass die Aufschrift nicht zu groß sein darf und auf der rechten Trikotseite und nicht in der Mitte angebracht sein muss. Gut möglich, dass in dieser Hinsicht auf den SSV Probleme zukommen. Rolf Schmid hat jedenfalls schon mal Klebestreifen zum Abdecken verbotener Schriftzüge bereit gelegt. Auch Bälle, Netzanlage und Freizone ums Spielfeld herum werden heute ab 16 Uhr beim "technical meeting" penibel inspiziert. Bei der sogenannten "preliminary inquiry" hatte Fezer gestern die Spiellizenzen für die Schmetterkünstlerinnen überprüft.

Bei Verstößen gegen die Vorschriften drohen hohe Geldstrafen. Mit 30 000 Euro steht in der Pflicht, wer nach der Auslosung ein Champions-League-Spiel absagt. Wer die Werbe-Richtlinien verletzt, zahlt immerhin 1400 Euro. Genau so viel ist fällig, wenn kein zweiter Satz Trikots vorgelegt werden kann. "Wenn ich etwas nicht richtig mache, setzt es gleich eine Geldstrafe. Das ist schon Stress", stöhnt Schmid.

Für die Betreuung der beiden polnischen Schiedsrichter Piotr Dudek und Jacek Hojka (die vier Linienrichter kommen aus Baden-Württemberg), die gestern mit dem Auto ankamen, ist übrigens Christian Gleichmann zuständig, der üblicherweise das Maskottchen "Frolley" verkörpert. Sein Froschkostüm zieht Gleichmann erst heute über.

INFO
Das heutige Europacup-Spiel (Dauerkarten ohne Gültigkeit) ist die letzte Heimpartie vor der Weihnachtspause. Weiter gehts am Kuhberg erst am 17. Januar gegen den Berliner BVC.

Klaus Vestewig

 

Deutschland - Mainspitze 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

Rüsselsheim: Treibt FC Bayern an?

TG-Volleyballteam beim Internat um Platz eins

kri. - Irgendwann musste es ja passieren. Fünf Wochen lang haben die Volleyballspieler der TG Rüsselsheim das Gefühl genossen, dass alle anderen zwölf Mannschaften in der Zweiten Bundesliga, Gruppe Süd, in der Tabelle zu ihnen aufschauen mussten. Am zurückliegenden Samstag nun hat Aufsteiger ASV Dachau die Gunst der Stunde genutzt und die spielfreie Turngemeinde auf dem "Platz an der Sonne" abgelöst.

Die Degradierung indes muss nicht von langer Dauer sein. Wenn die TG heute Abend (19.30 Uhr) ihrer Favoritenrolle gerecht werden und sich in Frankfurt-Goldstein beim erst zweimal erfolgreichen Volleyball-Internat durchsetzten sollte, wäre der Spitzenplatz prompt zurückgewonnen. "Das ist auf jeden Fall ein Pflichtsieg für uns, wobei man diesen Gegner nicht unterschätzen darf", sagt der Rüsselsheimer Trainer Raimund Jeuck. Was die zum Teil gerade 18 Jahre alte gewordenen Talente, deren Trainingsschwerpunkt zuletzt besonders auf der Abwehrarbeit gelegen haben soll, an einem guten Tag ausrichten können, hat kürzlich der Sonneberger SC erfahren: Der Tabellenvierte unterlag vor eigenem Publikum 2:3.

Für Jeuck gibt es vor dem ersten Punktspiel seit zweieinhalb Wochen trotzdem kein Vertun: "Wir haben in der zurückliegenden Woche gut trainiert und vor allem im Ausdauer- und Athletikbereich gearbeitet. Alle sind da und fit, und in der vergangenen Saison haben wir auch beide Spiele gewonnen." Darüber hinaus gibt es den einen oder anderen TG-Akteur, dem das Schicksal des FC Bayern in der Champions League am Herzen liegt. Nur ein schneller Sieg bietet die Chance, pünktlich um 20.45 Uhr zum Anstoß des Kicks gegen RSC Anderlecht irgendwo vor der "Glotze" zu sitzen.

 

Deutschland - www.volleyballer.de  

Donnerstag. 11. Dezember 2003

Juniorinnen-Nationalmannschaft zu Gast in Aachen

Nachdem der Knoten im Heimspiel am vergangenen Sonntag beim 3:1-Sieg gegen den Detmolder TV endlich geplatzt ist, können die Damen von Alemannia Aachen der Partie am Samstag, 13.12.2003, 18.00 Uhr, gegen den VC Olympia Berlin relativ gelassen entgegensehen. Kein Geringerer als die Juniorinnen-Nationalmannschaft (Jahrgang 1986 bzw. 1987) und der aktuelle Tabellenführer (18:4 Punkte, 27:8 Sätze) kommt in die Domstadt.

Die Berlinerinnen haben bisher erst zwei Spiele verloren, und zwar in Münster (0:3) und in Parchim (0:3). Allerdings haben sie sich für die Niederlage in Münster bereits mit einem 3:0-Sieg im vorgezogenen Rückspiel revanchiert.

Berlins Trainer Jens Tietböhl – in Personalunion auch Bundestrainer der Juniorinnen – und Co-Trainer Frank Prasser konnten sich zu Saisonbeginn über sechs neue Spielerinnen freuen: drei aus der eigenen zweiten Mannschaft, eine von Bayer Leverkusen II, eine vom Wilhelmshavener SV und eine vom SV Sinsheim.

Ein Schwerpunkt der Aachener Trainingsarbeit liegt in dieser Woche in der Annahme, da VCO Berlin schon einige Mannschaften mit ihren sehr starken Aufgaben regelrecht „auseinandergenommen“ hat. Dies wird den Aachenerinnen nicht passieren, ist sich Trainer Stefan Falter sicher.

Die Aachener Volleyballfans sollten sich also diesen Leckerbissen am Samstag nicht entgehen lassen, zumal sie diesmal nicht mehr hin und her gerissen sind, ob sie zum Tivoli oder zum Volleyball gehen sollen.

Bina Rollersbroich

 

Deutschland - Netzeitung 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

SC Charlottenburg startet mit Sieg

Der deutsche Volleyball-Meister SC Charlottenburg hat die Champions League mit einem Sieg über Pamapol Tschenstochau eröffnet. Der VfB Friedrichshafen kassierte eine Niederlage.
Der deutsche Volleyball-Meister SC Charlottenburg erlebte in der Champions League einen Auftakt nach Maß, der frühere Serienmeister VfB Friedrichshafen dagegen kassierte gleich im ersten Spiel eine Niederlage.

Die Berliner setzten sich vor 2100 Zuschauern in eigener Halle gegen den polnischen Meister Pamapol Tschenstochau nach über zwei Stunden mit 3:2 (22:25, 25:23, 23:25, 25:22, 15:13) durch und verschafften sich eine gute Ausgangsposition für die verbleibenden fünf Vorrundenspiele in der Gruppe A.

Der Bundesliga-Zweite aus Friedrichshafen unterlag in seinem ersten Vorrundenspiel der Gruppe D beim russischen Vertreter Iskra Odinzowo nach einer 2:0-Satzführung noch mit 2:3 (25:23, 25:21, 24: 26, 16:25, 19:21).

Der deutsche Meister SCC Berlin bestreitet am Mittwochabend sein Auftaktmatch in der Gruppe A gegen den polnischen Champion Pamapol Tschenstochau.

 

Deutschland - Berliner Morgenpost 

Mittwoch. 10. Dezember 2003

Gealtert vor dem ersten Aufschlag

Der SC Charlottenburg muss in der Volleyball-Champions-League sehr viele Auflagen erfüllen

Allein für den organisatorischen Aufwand im Vorfeld der Champions League bräuchte man eigentlich drei bis fünf hauptamtliche Kräfte, meint Kaweh Niroomand. Aber die hat der SCC nun einmal nicht, "wir haben dafür einen Mister Champions League", sagt der Manager des SC Charlottenburg und blickt rechts neben sich. "Mister Champions League" trägt ein weißes SCC-Shirt und eine Brille. Es ist Günter Trotz, der Geschäftsführer.

Der erste Aufschlag in der Champions League erfolgt erst heute (19 Uhr, Sömmeringhalle; Zusammenfassung ab 23.45 Uhr in RBB Berlin) gegen den polnischen Meister Pamapol AZS Czestochowa. Für Trotz hat der Wettbewerb aber bereits vor drei Monaten begonnen: "Ich habe schon bei einer Reihe von Höhepunkten mitgearbeitet, aber diese Art von Reglementierung habe ich noch nicht erlebt." Vor dem 61-Jährigen liegt ein dicker, grauer Aktenordner mit der Aufschrift "EC 03/04". Ein weiterer mit Faxen und Mails vom europäischen Volleyball-Verband CEV befindet sich im Aktenkoffer.

"Wenn sich die CEV nicht Gedanken darüber macht, was sie von den Vereinen verlangt, wird es in Zukunft schwer", ärgert sich Niroomand über den Wust von kleinen und großen Auflagen, deren Nichteinhaltung Geldstrafen nach sich zieht. Dass ein Fernsehsender die Spiele in einer mindestens 54-minütigen Aufzeichnung zu übertragen hat und extra ein Kunststoffbelag in der Halle ausgelegt werden muss, lässt sich nachvollziehen.

Doch beispielsweise bei der Reglementierung der Trikots fehlte Trotz das Verständnis. Auf dem Kragen der SCC-Jerseys ist klein der Name des Ausrüsters zu erkennen. Das geht so nicht, wurde Trotz beschieden. "Soll ich den Kragen etwa abschneiden?", fragte er zurück. Schließlich bügelte seine Ehefrau Ingrid ein Spezial-Pflaster auf. Zudem hat die CEV bis auf den Zentimeter festgelegt, wie die Werbebanden zu stehen haben. Es sind Banden mit den offiziellen Sponsoren, die Werbepartner des SCC werden auch im Fernsehen kaum zu sehen sein. "Da nimmt sich die CEV zu viel raus", schimpft Niroomand. Abgesehen vom riesigen organisatorischen Aufwand spielt auch die finanzielle Komponente eine Rolle, beim deutschen Meister eine nicht eben kleine. Auf rund 80 000 Euro beziffert der Manager die Mehrkosten für die Vorrunde, nur für die Teilnahme waren 35 000 Euro zu entrichten. Umso größer ist die Erleichterung bei Niroomand, dass der Verein dem RBB für die Übertragungen nichts bezahlen musste. Ans Geldverdienen ist trotzdem nicht zu denken, nicht einmal für den Gewinner der Champions League - er erhält mit Prämien etwa 100 000 Euro.

Zwei Vereine aus der Ukraine und zwei aus den Niederlanden haben wegen der Kosten und der Bürokratie auf die Teilnahme verzichtet, nicht so der SCC, denn: "Die sechs Spiele gegen Topmannschaften sind wichtig für unser junges Team", so der Manager. Dafür hat "Mister Champions League" Günter Trotz sogar noch eine Nachtschicht eingelegt. Montagnachmittag haben die Gruppen "Bodenbelag" und "Werbebanden", in denen auch zwei Fans ehrenamtlich mitgeholfen haben, ihre Arbeit aufgenommen, eine Stunde nach Mitternacht waren sie fertig. "Günter ist in den letzten drei Monaten um drei Jahre gealtert", scherzt Niroomand, "aber er wird sich wieder erholen. Ich kenne ihn."

Sebastian Schlichting

 

Deutschland - Braunschweiger Zeitung 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

USC verunsichert und einfallslos

Erstliga-Volleyballerinnen verlieren in Erfurt 0:3

Die ermutigende Siegesserie der Erstliga-Volleyballerinnen des USC ist ausgerechnet beim Tabellenletzten Braugold Erfurt gerissen. Das 0:3 (20:25, 18:25, 20:25) vom Sonnabend wirft das Team von Trainer Timo Schröder bei der Operation Klassenerhalt empfindlich zurück. "Wir sind in alte Hilflosigkeit zurückgefallen, hatten an diesem Abend gegen die körperlich überlegenen, in jeder Hinsicht stabileren Erfurterinnen keine Chance", sagte der Trainer, der mit einem knappen Ausgang der Partie gerechnet hatte.

"Diese deutliche Abfuhr ist ein bitterer Rückschlag für uns." Dabei war die Ausgangsposition für die USCerinnen zumindest psychologisch deutlich besser als für die Gastgeberinnen. Drei Partien in Folge gewonnen, Einzug ins Pokal-Viertelfinale: Der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, hätte eher beim bis dahin punktlosen Schlusslicht für Aufregung sorgen müssen.

Doch mit dem Rücken zur Wand entwickelte Erfurt neue Kräfte. Mit plazierten, risikoreichen Aufschlägen wurde die Braunschweiger Annahme nachhaltig in Aufruhr versetzt. Beide Stellerinnen, Martina Bamberg und Jana Ullrich, mussten oft mächtig laufen, um die Bälle noch zu erreichen. Doch auch wenn der erste Ball genau zu ihnen ans Netz kam, machten sie zu wenig daraus. Beide bekamen den Spielfaden nie richtig in die Hände.

"Erfurt hat sich keine Schwächephase erlaubt wie in den Spielen zuvor", bedauerte der Trainer, der mit Auszeiten und Wechseln versuchte, Erfurt die Spiellaune noch zu vermiesen. Doch das erfolgversprechende Rezept fand Schröder nicht. "Unser Block war zu löchrig, die Außenangreiferinnen kamen viel zu selten zu Punkten", so umriss er die Misere. Durch die ungenaue Annahme blieben aber kaum Einsatzmöglichkeiten über die Mitte.

Fazit: Der Erfurter Block konnte sich seelenruhig außen postieren und die Bälle genüsslich herunter pflücken. Dass das nicht gerade das Selbstbewusstsein der Angreiferinnen stärkte, ist verständlich. "Wir sind unentwegt einem Rückstand hinterhergelaufen." Das Thema Verstärkung ist damit beim USC akuter als zuvor.

Hans-Dieter Schlawis

 

Deutschland - Münstersche Zeitung 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

Münster: Viertelfinale in Reichweite

Münster - Gehörigen Respekt hatte Axel Büring vor USSB Albi bekundet im Vorfeld des Achtelfinals im Top-Teams-Cup, doch der erwies sich gestern Abend als völlig unbegründet. Gegen biedere Französinnen konnten die Volleyball-Frauen des USC Münster gar Kräfte sparen beim unerwartet glatten 3:0 (25:20, 25:22, 25:21).

Nur rund 1000 Fans am Berg Fidel verfolgten den ersten internationalen Auftritt in eigener Halle. Sie sahen eine Steigerung zum Augsburg-Spiel, zwar nicht ohne kleinere und größere Durchhänger, allemal aber wirkte Münster gefestigt genug, um den weit gereisten Gast deutlich zu kontrollieren. Nach nur 65 Minuten hatte der USC die Weichen auf Viertelfinal-Einzug gestellt. Kommenden Mittwoch in Albi reicht Axel Bürings Team schon ein Satzgewinn zum Weiterkommen.

Der sollte kein Problem darstellen angesichts doch klarer Leistungsunterschiede. Die Gäste hatten zwar mit Anne Andrieux ihre längste Spielerin überraschend aufgeboten, Münsters Größenvorteilen gerade beim Block und beim Angriff aber hatten die wackeren Frauen des USSB Albi wenig entgegenzusetzen.

Nach kurzer Orientierungsphase mit zwei Nachlässigkeiten von Janneke van Tienen gleich zu Beginn und einer ersten Auszeit von Büring beim 4:7 im ersten Satz übernahm Münster durch Atika Bouagaa und Caro Wensink die Initiative. Beim 8:8 war der Ausgleich hergestellt, vor allem durch die Mitte hatten die USC-Angreiferinnen freie Bahn. Eine gute Spielzugauswahl von Kim Staelens in dieser Phase, dazu die gewaltigen Sprungaufschläge von Bouagaa, die die Gäste nicht auf der Rechnung hatten, brachten Münster schnell deutlich in Front.

Bouagaas Schmetterschlag nach zwei spektakulären Feldawehraktionen von Conny Dumler brachte Durchgang eins nach Hause, ähnlich der Verlauf im zweiten Satz. Nur bis zum 7:7 hielt Albi noch mit, agierte dann aber mutlos vor allem gegen den münsterschen Block und kam selten zu den von Büring gefürchteten Schnellangriffen.

Münsters Trainer brachte wie schon am Ende des ersten Satzes Teee Williams für Johanna Reinink, als Albi durch münstersche Konzentrationsschwächen aufholen konnte. Bei 20:19 aber legte der USC entscheidend nach und machte den Satz mit 25:22 zu.

Durch die Mitte legte Andrea Berg dann mit zwei schönen Schmetterbällen schnell den Grundstein zum sicheren Sieg für den USC. Über 6:2 und 10:5 baute Münster die Führung in Durchgang drei auf 19:13 aus. Sandra Aßmann ersetzte nun für wenige Ballwechsel Kim Staelens, Williams spielte lange für Reinink. Ansonsten aber verzichtete Büring auf große Wechselspiele. Seine erste Garde machte es wie zuvor noch ein wenig spannend, Caro Wensink aber schließlich setzte mit dem Ball zum 25:21 den Schlusspunkt.

Dirk Krampe

 

Deutschland - Westdeutsche Zeitung 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

SV Bayer überrascht mit 3:1-Sieg gegen Sète

Im CEV-Pokal verschafften sich die Volleyballer aus Wuppertal eine glänzende Ausgangslage.

Wuppertal. Nach einer langen Durststrecke schlugen die Volleyballer des SV Bayer wieder zu: Am Dienstag Abend gewannen die Wuppertaler in einem hart umkämpften Match mit 3:1 (25:22, 16:25, 25:21, 31:29) gegen Aragon de Sé te und können sich nun am 17. Dezember um 19.30 Uhr im Rückspiel des CEV-Pokals in der Bayer-Halle sogar eine 2:3-Niederlage erlauben. Die Bayer-Volleyballer erwischten am Dienstag Abend im Achtelfinal-Hinspiel in Sète einen optimalen Start. Der erste Durchgang ging vor nur 400 Zuschauern mit 25:22 an die Wuppertaler, die ihre Aufgabe gegen das hoch eingeschätzte Team aus Südfrankreich mit großer Konzentration in Angriff nahmen.

Auf Seiten der Franzosen lief wie erwartet der frühere Bayer-Kapitän Wolfgang Kuck auf, den die Gastgeber wegen einer Verletzung zuletzt noch in der Meisterschaft geschont hatten. Kuck spielte mit Höhen und Tiefen und leistete sich einige Fehler gegen sein altes Team, das nach der November-Krise wieder in Form zu kommen scheint.
Mit 16:14 übernahm der SV Bayer die Führung und brachte den Vorsprung über die Runden. Der Satzgewinn hätte eigentlich das Selbstvertrauen der Wuppertaler stärken müssen. Doch zunächst sorgten zwei starke Aufschläge von Wolfgang Kuck, mit denen die Bayer-Annahme nichts anzufangen wussten, für einen frühen Rückstand im zweiten Durchgang, der sich bald vergrößern sollte.

Die Gastgeber kamen auf Touren, und der zweite Satz ging mit 25:16 klar an Sète, was in der Endabrechnung negative Folgen haben könnte, sollten beide Teams nach dem Rückspiel die gleiche Zahl an Sätzen gewonnen haben.

Der SV Bayer verdaute den herben Rückschlag überraschend gut und hatte im dritten Satz die Nase dank einer kompakten Angriffsleistung vorne. Beim Stand von 19:19 wurde es eng, aber am Ende lag der SV Bayer wieder mit 25:21 vorne.

Der vierte Satz entwickelte sich dann zu einem Krimi. Mit 16:20 lagen die Wuppertaler scheinbar hoffnungslos zurück. Beim Stand von 21:24 wehrte der SV Bayer durch Punkte von Glinker und Dinglinger gleich eine Serie von Satzbällen ab und hatte mit 31:29 das bessere Ende für sich.

Bayer-Trainer Mark Lebedew war nach vier Niederlagen in Pokal und Meisterschaft überglücklich: "Das junge Team hat gezeigt, dass es aus den Niederlagen gelernt hat. Wir haben konstant gespielt, der Block war unglaublich gut. Nur im zweiten Satz haben wir schlecht begonnen und auch leichte Fehler gemacht. Bis auf den zweiten Satz gab es auch kaum Annahmefehler."  

 

Deutschland - VfB Friedrichshafen-News 

Donnerstag. 11. Dezember 2003

Bittere Niederlage für den VfB in Moskau

MOSKAU/ FRIEDRICHSHAFEN – Der Auftakt in der Volleyball Champions League hat den VfB Friedrichshafen viel Nerven gekostet und eine bittere Niederlage beschert. Den Sieg bereits vor Augen, unterlag das Team von Stelian Moculescu beim russischen Vertreter Odintsovo Moskau mit 2:3 (25:23, 25:21, 24:26, 16:25, 19:21).

Geschlossen auftreten und konzentriert beginnen – das sah Kapitän Bogdan Jalowietzki als Mittel gegen die b(l)ockstarken Russen an. Und im ersten Satz setzten die Häfler das auch um: Immer mit ein, zwei Punkten vorn ließen sie sich von den Gastgebern nicht auf die Pelle rücken. Als Odintsovo Moskau beim Stand von 23:23 egalisierte, bahnte sich die Wende an. Aber der VfB blieb cool und Robert Koch verwandelte einen Einerblock zum 25:23-Satzball.

Im zweiten Durchgang knüpften die Häfler dort an, wo sie aufgehört hatten. In der zweiten technischen Auszeit war der Abstand mit 16:14 zwar noch dünn, aber dann bauten Kapitän Jalowietzki und seine Mitstreiter ihn kontinuierlich aus. Wieder war es der 1,88 Meter große Zuspieler Koch, der sich gegen Ende zweimal allein im Block gegen die russischen Angreifer zum 25:21 durchsetzte. Sollte das 2:0 schon die Vorentscheidung sein?

Alles deutete darauf hin, denn die Gäste ließen sich den Schneid im Druzhba Sportpalast nicht abkaufen. 16:11 und 18:13 lag das Moculescu-Team klar vorn. Aber dann zeigten sie Nerven. Bobbi Jalowietzki legte sich beim Aufschlag den Ball ein Stück zu weit nach vorne vor. Anstatt ihn irgendwie übers Netz zu schieben, brach er den Aufschlag ab und verschenkte so den Punkt. Damit war der Faden für den VfB gerissen. Bis zum 24:24 konnten die Moculescu-Schützlinge das Spiel noch offen gestalten, dann machten die Gastgeber die entscheidenden Punkte zum 2:1 aus VfB-Sicht. Der Schock saß tief und von dem Selbstvertrauen der Häfler war nicht mehr viel übrig. Schon früh war klar, dass die Entscheidung im Tiebreak fallen würde. Da halfen auch die Einwechslungen von Alex Lenz (für Popp) und Toni Kovacevic (für Olteanu) nichts. Mit 16:25 ließen die Russen ihren Gästen keine Chance.

Im fünften Satz bäumten sich die Häfler noch einmal auf. Über 4:4 und 8:6 landeten sie beim 14:10 und hatten somit vier Chancen, das Match zu gewinnen. Aber Jochen Schöps, der den Ball drei Zentimeter ins Aus katapultierte, verstand es ebenso wenig wie seine Angreifer-Kollegen, den entscheidenden Punkt zu machen. Insgesamt verschenkten die Häfler sechs Chancen, bis sie sich mit 19:21 geschlagen geben mussten.

Verständlich, dass sich bei Spielern und Betreuern Ärger und Enttäuschung breit machte. Teammanager Ulf Quell auf der Suche nach einer Erklärung: „Wir spielen super Volleyball – aber wenn’s drauf ankommt, machen wir uns in die Hose. Die Spieler verlieren den Mut und sind wie blockiert.“ Manager Bernd Hummernbrum nimmt die Spieler in Schutz: „Unsere Angreifer sind zu unerfahren und haben Angst, in den entscheidenden Situationen Fehler zum machen.“ Für Jochen Schöps (20 Jahre), Bogdan Olteanu (21) und Marcus Popp (22) ist es die erste Champions League-Saison als Stammspieler.

Nach der ärgerlichen Niederlage empfängt der VfB am kommenden Mittwoch (17. Dezember, 20.15 Uhr) den Neuling ESS Falck Pärnu aus Estland in der ARENA Friedrichshafen.

 

 © 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel