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| Deutschland - Hamburger Abendblatt |
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Montag. 12. Januar 2004 |
KYRITZ Es hätte so ein schöner
Tag werden können. Das Kyritzer Sport- und Kulturzentrum war am Sonnabend bis
auf den letzten Platz ausverkauft, die
Stimmung hervorragend, mit Oststeinbek kam ein Gegner, den
Kyritz in dieser Saison schon dreimal besiegt hatte.
Die Gäste hatten schon im
Vorfeld Revanche für die demütigende 0:3-Hinspielniederlage
geschworen und sie setzten ihr Vorhaben konsequent
um, in drei umkämpften Sätzen besiegten sie die Fortunen. "Es war
eine ausgeglichene Partie, doch Oststeinbek war in allen Bereichen etwas
stärker", gestand Fortuna-Coach Jürgen Treppner, nach dem er einige
Zeit um Worte gerungen hatte. "Ärgerlich und unötig", brach es dann
aus ihm heraus.
Die Oststeinbeker waren sehr
gut auf das Spiel der Fortunen eingestellt, kannten
die Stärken aber auch die Schwächen genau. Sie spielten von Beginn
an druckvoll (fast alle mit Sprungaufgaben), scheuten kein Risiko und
nutzten ihren Chancen konsequent. Die Fortunen, bei denen Blockspezialist
Elmar Harbrecht vermisst wurde, versuchten dagegenzuhalten.
Doch durch das ganze Spiel zogen sich Licht und Schatten.
Starken Aktionen in Block, Angriff oder Feldabwehr folgten immer
wieder unnötige Fehler.
Nach ausgeglichenem Start erspielte sich Oststeinbek einen kleinen Vorsprung (12:8). Kyritz kämpfte sich auch durch drei starke Blöcke von Michael Lorz wieder heran, führte sogar 16:15. Die Gäste ließen aber nicht locker, siegten 25:22. Auch im zweiten Satz lief es nicht ganz rund bei der Fortuna, obwohl sie schnell 3:0 führte. Die Kyritzer konnten die gute Stimmung in der Halle nicht ins Team übertragen. Auch Zuspieler Florian Schaarschmidt hatte nicht immer ein glückliches Händchen. So lief über die Mitte kaum etwas, obwohl Felix Braun und Michael Lorz immer wieder den Ball forderten und bei den Außenangriffen war der Ball oft etwas weit vom Netz gestellt. Doch Christian Röhrs, Christoph Helbig und Hannes Höpfner machten das Beste draus, hatten aber gegen einen guten Gästeblock Schwerstarbeit zu leisten.
Die Partie blieb bis
zum 18:17 für Kyritz ausgeglichen. Dann zog Oststeinbek schnell davon,
gewann 25:22. Im dritten Satz lief Kyritz immer einem Rückstand (2:6,
7:12, 9:16) hinterher. Vor allem Salomon Din Kingue hielt nun mit tollen
Angriffen und Blöcken Kyritz im Spiel. Doch die Gäste agierten eindeutig
variabler, waren kaum zu stellen und siegten nicht unverdient 25:21.
"Wir schafften es einfach nicht eine Serie hinzulegen, da wackelte
dann mal die Annahme, dann griff der Block nicht richtig zu, Oststeinbeck
viel konstanter", erklärte Treppner die Niederlage.
Roland
Möller
| Deutschland - Smash-News |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Höchster
Beach-Volleyball Aufschlag der Welt auf 5.681m !
Ahmann
und Holderegger erreichen den Kilimadscharo-Krater!
Tansania
/ Hamburg, 11. Januar 2004. Nach dem Akklimatisationstag an den Horombo-Hütten
(3.725m) stand am Samstag, den 10. Januar, eine weitere anstrengende Etappe der
Kilimandscharo-Expedition mit dem Beach-Volleyballprofi Jörg Ahmann und dem
Schweizer lungentransplantierten Stephan Holderegger. Knapp eintausend Höhenmeter
galt es zu bewältigen, um auf die letzte Hütte unterhalb der schneebedeckten
Gipfel des Kilimandscharos zu gelangen.
Aus
der Heide- und Moorlandschaft ging es am frühen Morgen bei herrlichem
Sonnenschein und Temperaturen bis zu 20°C in die Steinwüstenzone. Der Weg auf
der Lower Route führte an der letzten Wasserstelle auf 3.900m vorbei. An diesem
Punkt hat sich die Gruppe allerdings nicht bedient, da das mitgeführte Wasser
jeden Tag abgekocht wird und man sich an den Horombo-Hütten für die nächsten
zwei Tage versorgt hatte. Die permanente Flüssigkeitszufuhr wird mit jedem Höhenmeter
wichtiger, um die Gefahr an der Höhenkrankheit zu erkranken zu minimieren.
Diese hatte Beach-Volleyballprofi Axel Hager am Freitag zum vorzeitigen Abbruch
der Expedition gezwungen.
Die
Gruppe hatte den höchsten Berg Afrikas permanent vor Augen und die imposanten
Weiten der Steinwüste umgaben die Expeditionsteilnehmer.
Nach
siebeneinhalb Stunden Gehzeit war die Kibo-Hütte endlich erreicht. Die Gruppe
musste sich zwingen so langsam wie möglich zu gehen, um die Kraftreserven des Körpers
nicht allzu sehr zu belasten. Nach einer kurzer Ruhephase am Abend wartete der
Gipfeltag auf die verbliebenen Expeditionsteilnehmer.
Expeditionsarzt
Dr. Klaus Gerlach hatte alle Hände voll zu tun, den Gesundheitszustand der
Bergsteigergruppe zu überwachen. Die Auswirkungen der Höhe und der mangelnde
Sauerstoffgehalt im Blut hatte alle Teilnehmer geschwächt.
Nach
Ankunft auf der Kibo-Hütte bereiteten die einheimischen Träger das Abendessen
zu und kurze Zeit später hieß es bereits Ausruhen für den Gipfeltag.
„Ich
habe auf dieser Höhe fast gar nicht geschlafen“, analysierte Jörg Ahmann die
kurze Nacht. „Die Aufregung vor dem Gipfeltag war doch sehr groß und zum
anderen die Sorge, ebenfalls von der Höhenkrankheit so kurz vor dem Ziel
erwischt zu werden“.
Bereits
um 23.00 Uhr brach die Gruppe wieder auf, um die letzten 1.200 Höhenmeter in
Angriff zu nehmen. Mit Grubenlampen ausgerüstet machte sich allerdings nur noch
eine Gruppe von 10 Personen auf den Weg zur Kraterzone, unter ihnen Jörg Ahmann
und Stephan Holderegger. Bekanntestes Tagesopfer der Höhenkrankheit war Bürgermeister
Volker Popp aus Timmendorfer Strand. Er wollte die Diagnose des
Expeditionsarztes nicht wahr haben, musste sich aber schweren Herzens den
Anweisungen von Dr. Klaus Gerlach beugen und wurde von Trägern begleitet ins
Tal gebracht.
Für
die Gruppe ging es weiter voran in die Gipfelzone, vorbei an Meyers Höhle auf
5.200m, die nach dem deutschen Erstbesteiger Dr. Hans Meyer (1889) benannt
worden ist. Bei Tagesanbruch um 6.30 Uhr erreichte die Gruppe den Kraterrand am
Gillmans Point (5.861m). Die weiteren Gipfel des Kilimandscharo sind rund um den
Krater aufgereiht (Bismarck Tower, 5.735m; Hans Meyer Point, 5.888m und der
Uhuru-Peak, 5.892m). Diese Ziele blieben den 10 Expeditionsteilnehmer auf Grund
der schlechten Witterung verwehrt und auch der Bergführer, Elia Benda (49),
riet der Gruppe von der weiteren Besteigung ab. „Wir waren alle so erschöpft,
dass wir uns über die erreichte Leistung gar nicht richtig freuen konnten“,
urteilte der völlig erschöpfte Jörg Ahmann am Kraterrand des Kilimandscharo.
„Es waren die schlimmsten acht Stunden meines Lebens. Aber dennoch sind wir
froh, dass wir es mit unserer kleinen Gruppe geschafft haben. Traurig bin nur,
dass Axel nicht an meiner Seite sein konnte.“
Für
den anschließenden höchsten Beach-Volleyball Aufschlag der Welt, hatte der
Beach-Profi dennoch genügend Kraftreserven und so stieg der Ball über das Dach
von Afrika.
Nach
kurzer Verweildauer begann dann der Abstieg zurück zur Kibo Hütte (4.700m),
der knapp zwei Stunden in Anspruch nahm. Hier legte die Gruppe eine Rast ein und
frühstückte ausgiebig. Anschließend ging es weiter in die Heide- und
Moorlandschaft zurück und nach zwei Stunden Gehzeit wurden die Horombo-Hütten
erreicht, an denen die kommende Nacht verbracht wird. Am Montag geht es bis ins
Tal zurück und die Gruppe wird wieder vollständig zusammentreffen.
Stephan Holderegger, der seit 1999 mit einer neuen Lunge lebt, hat die Strapazen gut überstanden und erfreut sich guter Gesundheit. Es war die 13. Besteigung des Kilimandscharo für den 56-jährigen. In der Zeit von 1968 bis 1985 war er bereits zwölfmal mit seiner eigenen Lunge auf den schneebedeckten Gipfel gestiegen. Nach seiner Operation war es der erste Aufstieg; ein Beweis für die Leistungsfähigkeit, zu denen man mit transplantierten Organen in der Lage ist.
Mit
dieser Aktion haben Jörg Ahmann und Stephan Holderegger eindrucksvoll auf die
Organspendeproblematik in Europa hingewiesen. In Deutschland stehen zwei Drittel
der Menschen positiv den Organspenden gegenüber, doch noch zu wenige
dokumentieren ihre Hilfsbereitschaft mit einem Organspendeausweis, der Leben
retten kann. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es beim Verein Sportler
für Organspende (www.vso.de).
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Montag. 12. Januar 2004 |
Empfang
für Baku-Heldinnen und „Glatzen-Delegation“!
Die
Olympia-Qualifikations-Heldinnen von Baku sind wieder in Deutschland. Gegen ca.
18.25 Uhr kam Kathy Radzuweit als erste der DVV-Frauen durch die Türen des
Frankfurter Flughafens. Sie
und ihre Mitspielerinnen wurden von etwa 100 Fans, die meisten aus Münster und
Ulm, sowie DVV-Präsident Werner von Moltke, DVV-Generalsekretär Lutz Endlich
und weiteren DVV-Mitarbeitern mit „Deutschland, Deutschland“-Sprechchören
empfangen.
Dabei hätte die Mannschaft planmäßig um 16.25 Uhr landen sollen und zwei
Stunden vorher den Fans entgegen treten sollen. Doch Probleme mit dem Gepäck
verzögerten dies.
Unmittelbar nach dem die Mannschaft komplett unter den Fans weilte, stimmten die
DVV-Frauen ein „Athen, Athen, wir fahren nach Athen“ an. In der Zwischenzeit
war ein Willkommenssekt sowie ein Blumengeschenk an jede Spielerin verteilt
worden. Ein besonderer Blickfang waren natürlich auch die Männer der
DVV-Delegation in Baku, die allesamt mit modischen Kurzhaarfrisuren, gestylt von
Star-Figaro Judith Sylvester, erschienen. Sylvester und Radzuweit nahmen Hee Wan
Lee in die Mitte und gaben ihm einen Schmatzer auf das kahlrasierte Haupt.
Die Stunden zuvor hatten die DVV-Frauen in Baku die Nacht zum Tag gemacht und
bis kurz vor der Abreise gegen 6.00 Uhr morgens gefeiert.
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Montag. 12. Januar 2004 |
DVV-Frauen
für Athen 2004 qualifiziert
3:0-Sieg
über Türkei!
Jaaaaaaaaaaaaa,
es ist geschafft. Die DVV-Frauen haben sich für die Olympischen Spiele in Athen
2004 qualifiziert. Im Finale der Olympia-Qualifikation in Baku/Aserbaidschan
demontierte die Mannschaft von Bundestrainer Hee Wan Lee die bis dato
ungeschlagenen Türkinnen mit 3:0 (25-22, 25-16, 25-7). Es ist nach 1996 und
2000 die dritte erfolgreiche Qualifikation in Folge.
Tanja Hart meinte nach dem Spiel: "Das ist Wahnsinn. Wir haben in der
Kabine gesungen und Sekt getrunken. Wir können es aber noch nicht so richtig
realisieren. Ich weiß nicht, wie wir jetzt feiern, es war ja nichts geplant.
Wir haben sehr gut aufgeschlagen und die Türkinnen sind nie ins Spiel gekommen.
Wir hatten uns auf ein längeres Spiel eingestellt. Ich bin total kaputt."
Bundestrainer Hee Wan Lee sagte: "Unglaublich. Das ist eine Riesen-Überraschung.
Wir hatten ein sehr schweres Spiel gestern, deswegen hatte ich Sorgen, wie fit
meine Spielerinnen sind. Ich war überzeugt, heute eine gute Chance zu haben.
Vor dem Turnier habe ich nicht geglaubt, dass wir es schaffen. Es sieht jetzt so
aus, dass die Männer in der Delegation Glatzen bekommen, aber ich weiß noch
nicht, wer uns rasiert."
Wie in allen bisherigen Spielen schenkte Bundestrainer Hee Wan Lee auch im
entscheidenden Finale seiner Stammformation mit Tanja Hart, Judith Sylvester,
Angelina Grün, Atika Bouagaa, Olessya Kulakova, Kathy Radzuweit und Kerstin
Tzscherlich das Vertrauen.
Das Spiel begann blendend für die DVV-Frauen: Radzuweit besorgte mit vier
Aufschlag-Assen für einen perfekten Start (6:2). Als Kulakova den türkischen
Top-Star Neslihan blockte, ging es mit 8:4 in die erste technische Auszeit.
Dieser Vorsprung wurde bis in die zweite technische Auszeit gehalten (16:13),
dann schlug Neslihan zwei Asse und Kulakova wurde geblockt. Die Türkinnen
gingen erstmals in Führung (16:17). Doch das brachte die DVV-Frauen nicht aus
dem Konzept, „Grüni“ schlug zwei Mal den türkischen Block an und sorgte
wieder für die Führung (19:18). Als dann noch Radzuweit den türkischen Star
blockte, und diese entnervt den nächsten Ball ins aus jagte, war die
Vorentscheidung gefallen (23:20). Ein gefühlvoller Lob von Sylvester beendete
den ersten Durchgang zum 25:22.
Auch der zweite Durchgang begann glänzend für die Marathon-Spielerinnen.
Bouagaa schlug zum wiederholten Male den Block an, Radzuweit servierte wieder
ein As (5:1). Dann kam eine Phase, in der die DVV-Frauen zu wenig Konsequenz bei
den Punktballchancen zeigten. Die Türkinnen verkürzten auf 8:7, Benecke kam für
Kulakova. Ein Angriff Grüns sowie ein As Bouagaas sorgten bei der zweiten
technischen Auszeit für einen beruhigenden 4-Punkte-Vorsprung (16:12). Das As
von Bouagaa war erst der Beginn einer unglaublichen Aufschlagserie der Münsteranerin:
Bouagaa schlug bis zum 22:12 auf und hämmerte den verblüfften Türkinnen drei
weitere Asse um die Ohren. Der Rest war Formsache: Radzuweit holte den ersten
Satzball, Sylvester verwertete den zweiten mit einem harten Angiff zum 25:16.
Was dann im dritten Satz passierte, war unglaublich: Bei der deutschen
Mannschaft klappte alles, bei den Vize-Europameisterinnen aus der Türkei
nichts. Grün und Radzuweit schlugen gleich zu Beginn zwei Asse (4:1), zudem
trafen die Türkinnen das Feld nicht mehr. Taten sie das dann doch Mal war immer
eine deutsche Spielerin zur Stelle. Über 10:2 wurde der Vorsprung durch die überragende
Bouagaa auf 20:4 ausgebaut. Sylvester holte den ersten Athen-Ball, Bouagaa
versenkte den zweiten in unnachahmlicher Art (25:7). Die Qualifikation für
Athen 2004 war in sensationeller Art und Weise geschafft. Die Spielerinnen
tanzten mit dem Trainer- und Betreuerstab Siegestänze, die Männer des Stabes
werden sich nun – nach Aussage von Delegationsleiter und DVV-Vize-Präsident Götz
Moser – alle eine Glatze rasieren.
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Montag. 12. Januar 2004 |
Leipzig:
Russland gewinnt das Turnier
3:0
gegen die Niederlande!
Russland
ist seiner Favoritenrolle in Leipzig vollauf gerecht geworden und hat sich das
Ticket für Athen 2004 gesichert. Im Finale gewannen die Russen deutlich mit 3:0
(25-19, 25-17, 25-16) gegen die Niederlande.
Russland
ist seiner Favoritenrolle in Leipzig vollauf gerecht geworden und hat sich das
Ticket für Athen 2004 gesichert. Im Finale gewannen die Russen deutlich mit 3:0
(25-19, 25-17, 25-16) gegen die Niederlande. Russland gab damit in seinen
insgesamt fünf Spielen nicht einen einzigen Satz ab. Für die Oranjes ist der
Olympia-Zug aber noch nicht abgefahren. Die Niederländer haben wie Frankreich
und Polen eine weitere Chance, sich für Athen 2004 zu qualifizieren. Diese drei
nehmen als die in der Weltrangliste am bestplatzierten und noch nicht für
Olympia qualifizierten europäischen Teams an den drei abschließenden
Olympia-Qualifikationsturnieren in Spanien, Portugal und Japan teil. Für Athen
2004 sind damit bei den Männern bislang qualifiziert: Griechenland, Brasilien,
Italien, Serbien & Montenegro und Russland.
Der große Favorit Russland trat mit seiner bewährten Formation an, Zuspieler
Khamouttshkikh, Dineykin, Kazakov, Koulechov, Khtey, Tetioukhine und Libero
Verbov. Bert Goedkoop, Cheftrainer der Niederlande, brachte erneut Trommel für
den mit einem Bänderanriss außer Gefecht gesetzten Kapitän Reinder Nummerdor.
Außerdem standen Freriks, Schuil, Görtzen, van der Goor, Bontje und Klok.
Die Niederlande erwischte einen guten Start und ging durch zwei Asse von
Top-Star Schuil mit 2:4 in Führung. Ein starker Aufschlag von Tetioukhine sowie
ein Block von Khtei gegen Schuil ließ die Russen in Front gehen (6:4). Ein
weiteres As von Khamouttshkikh ließ die Teams mit einem 8:6 für Russland in
die erste technische Auszeit gehen. In dieser feierten die Fans mit Wunderkerzen
und „We are the Champions“ die Olympia-Qualifikation der DVV-Frauen in Baku.
Russlands 2,15 Meter Superstar Dineykin punktete nach Belieben, Goedkoop nahm
beim Stand von 12:8 Auszeit. Die Russen setzten sich weiter ab, weil ihre Block-
und Feldabwehr die niederländischen Angriffe entschärfte, die Niederlände
ihrerseits waren im Block chancenlos (16:10). Ein starker Aufschlag von Freriks
sowie ein Angriff von Khtei außerhalb der Antenne sorgte für den Anschluss der
Oranjes (18:14) – Auszeit Russland. Die Niederländer waren jetzt besser im
Spiel, aber näher heran kamen die Außenseiter dem „Giganten“ nicht
(21:16). Ein Doppelblock gegen Görtzen brachte das 23:16, kurze Zeit später
scheiterte der erfahrenste Niederländer erneut – Satzball beim 24:17. Die
beiden ersten wehrten die Niederländer noch ab, dann verschlug Trommel zum
25:19 für Russland.
Die Russland wirkten mit dem Satzgewinn noch selbstbewusster und ging erneut in
Führung (3:1). Zwar glichen die Niederländer durch Schuil aus, doch Aufschläge
durch Dineykin brachten den EM-3. erneut in Front (6:3). Nach zwei hart umkämpften
Punkten, die beide jeweils an Russland gingen, stand es 8:4 bei der ersten
technischen Auszeit. Als Dineykin ausnahmsweise einen Ball nicht versenkte,
hatten die Niederländer wieder „nur“ drei Punkte Rückstand (12:9). Schuil
verkürzte sogar auf 13:11, aber Tetioukhine mit Angriff und Khamouttshkikh im
Block machten daraus ein 15:11. Der einzige Niederländer, der beständig Punkte
machte, war Schuil. Doch das war natürlich zu wenig, gegen die ausgeglichen
besetzte Truppe von Trainer Guennadi Chipouline. Russland setzte sich weiter ab
(21:15). Ein „Monsterblock“ von Koulechov vor die Füße von Görtzen sowie
ein As von Dineykin machten den 2:0-Satzstand perfekt (25:17).
Goedkoop reagierte und wechselte mit van Gendt anstelle von Freriks seinen
zweiten Zuspieler ein. Doch der Schuss ging nach hinten los: Beim 0:6 wechselte
Goedkoop seinen etatmäßigen Spielmacher ein. Bis dahin hatten die russischen
„Türme“ gewaltig am Netz zugepackt und Görtzen drei Mal abgeblockt.
Dineykin, der überragende russische Spieler, servierte ein As zum 8:2. Beim
11:3 wechselte Goedkoop den entnervten Görtzen aus, für ihn kam van der Loo.
Doch auch dieser wurde sofort von Tetioukhine aus der Annahme geschossen (12:3).
Doch dann wachten die Niederländer und das Publikum auf: van der Goor packte im
Block zu, Freriks schlug ein As (13:9). Doch die Russen ließen nicht viel Zeit,
um Hoffnungen aufkeimen zu lassen. Dineykin oben und Tetioukhine außen an den
Block punkteten (16:10). Weitere Punkte durch den russischen Block und Angriff
erhöhten auf 20:12. Ein verschlagener Aufschlag des eingewechselten Paulides
bedeutete den ersten Matchball (24:15). Den ersten wehrte Trommel noch ab, den
zweiten verwandelte Khtei, in dem er Schuil im Block anschlug (25:16). Russland
gewann zu recht das Turnier und das Ticket nach Athen.
Stimmen zum Spiel
Vadim Khamuttskikh (Captain Russia): “Das ist ein großer Tag für den
russischen Volleyballsport. Wir haben unser Ziel erreicht. Die niederländische
Mannschaft hat bis zum Ende gekämpft, und wir konnten uns bis zum Ende des
Spiels unseres Sieges nicht sicher sein. Jetzt werden wir uns auf die
olympischen Spiele vorbereiten”
Gennady Shipulin (Head Coach Russia): “Ich bin sehr glücklich über diesen
Ausgang. Dieses Turnier war hart für uns, da wir nur wenig Zeit für die
Vorbereitung hatten. Die Spieler sind alle in ihren Vereinen und verschiedenen
Ligen beschäftigt, so dass wir erst unmittelbar nach dem Pokalfinale mit der
Vorbereitung beginnen konnten. Aus dem Fehler, Dyneykin nicht mit zu den letzten
Olympischen Spielen in Sydney zu nehmen, haben wir gelernt und sind froh, dass
er jetzt wieder in der Mannschaft steht.”
Nico Freriks (Captain Netherland): “Wir hatten uns eine Chance erarbeitet,
dieses Turnier zu gewinnen. Wir haben bis zum Ende gekämpft, leider hat es
nicht gereicht. Im Mai werden wir eine weitere Qualifikation spielen.”
Bert Goedkoop (Head Coach Netherlands): “Wir haben heute gegen die stärkere
Mannschaft verloren. Gegen den Aufschlag, den Block und die Angriffe der Russen
waren wir heute einfach machtlos. Im Mai haben wir eine letzte Chance, uns für
die olympischen Spiele zu qualifizieren. Aber ich denke, wenn wir uns in der
Form von Leipzig präsentieren werden, haben wir gute Chancen, uns noch zu
qualifizieren.”
| Deutschland - DVV-News |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Tschense:
„Leipziger sind Volleyball-verrückt“
Fast
40.000 Besucher während des Turniers!
Leipzig
(pps) „Ich hatte selbst Bedenken, dass diese Veranstaltung nach den
zahlreichen Großereignissen der jüngsten Vergangenheit und den
Weihnachts-Feiertagen überhaupt ein Erfolg werden könnte. Aber die Leipziger
sind einfach Volleyball-verrückt“, freute sich Bürgermeister Holger Tschense,
der als Leipziger OK-Chef fast 40.000 Besucher an den sechs Turnier-Tagen der
Olympia-Qualifikation der Männer registrierte. Für eine Tageskarte zu zwölf
Euro konnten die Fans in den Gruppenspielen drei Begegnung pro Tag live
verfolgen.
Tschense: „Wir haben in der Arena Leipzig ein Fest für den Volleyballsport
erlebt. Leipzig wird auch für Spiele der neuen Euroliga in diesem Jahr als
Veranstaltungsort zur Verfügung stehen.“ Tschense dankte den mehr als 100
ehrenamtlichen Helfern, den Sponsoren, dem Deutschen Volleyball-Verband und der
europäischen Dachorganisation CEV für die Zusammenarbeit und das
entgegengebrachte Vertrauen.
Ein Lob sprachen die Organisatoren auch den hervorragenden TV-Übertragungen von
Eurosport aus sowie der produzierenden Firma Hendrik Pfeffer TV, „die für
sensationelle Bilder aus Leipzig sorgten“, so Exekutiv-Chef Jürgen Lamberty.
Vom 22. bis 25. Januar ist Leipzig mit der neuen Messe Schauplatz des
Springreiter-Weltcups, am 14. Februar des 2. European Indoor Cup der
Leichathleten in der Arena Leipzig.
| Deutschland - www.volleyball-bundesliga.de |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Fellbach
mit schwachem Jahresauftakt
Am
Samstagabend empfing der SV Fellbach den direkten Tabellennachbarn aus Friedberg
zum ersten Spiel des neuen Jahres. Vor den gut 250 Zuschauern verteilten die
Fellbacher Mannen aber zu viele Gastgeschenke, so dass sich das Team um Kapitän
Axel Melde letztlich den Gästen knapp mit 2:3 (21:25 / 20:25 / 25:23 / 25:20 /
15:17) beugen musste.
Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Halle war mit vielen alten Bekannten gefüllt, die Jungs und Mädels vom Fellbach Cheerleadersquads hatten fleißig über die Feiertage trainiert und zeigten ansehnliche Stunts und die Fellbacher Akteure auf dem Spielfeld eröffneten das Spiel mit einem Ass und kurz darauf einem vernichtenden Doppelblock. Ein schneller Vier-Punkte-Vorsprung war die Folge. Wer allerdings dachte, dass die Demonstration des Leistungspotentials des Fellbacher Kaders weitergehen würde, sah sich getäuscht, denn es folgte eine zwei Sätze dauernde „Auszeit“. Der Annahmeriegel um Libero Petri Sainio fabrizierte in dieser Zeit neun direkte Annahmefehler und weitere sechs sehr schlechte Annahmen. Die Mannschaft aus Friedberg war nicht zu schüchtern, diese Vorlagen anzunehmen und sicherten sich mit recht solidem Spiel die ersten beiden Sätze mit 25:21 und 25:20.
Einigermaßen erschrocken über die drohende 3:0 „Klatsche“ bäumten sich die Kappelberger Volleyballer auf und agierten deutlich konzentrierter in allen Spielelementen. Beispielsweise unterlief ihnen in den folgenden drei Sätzen lediglich ein direkter Annahmefehler. Fellbachs frischgebackener Beachvolleyball Nationalspieler Matthias Pompe zeigte sich in Satz drei glänzend aufgelegt, hatte maßgeblichen Anteil an dessen 25:23 Gewinn, um danach wieder ins absolute Mittelmaß zurück zu fallen.
Nachdem auch der vierte Satz diesmal recht souverän mir 25:20 nach Hause gebracht wurde, musste der Tie-Break die Entscheidung bringen. Über eine gute Ballannahme war es Spielmacher Melde möglich, die stark spielenden Mittelangreifer Pietsch und Periskic mit Pässen zu versorgen. Sie dankten es ihm, indem sie sich souverän durchsetzen. Letztlich fehlte aber ein Stück Cleverness, das Spiel gegen die nun gut spielenden Friedberger zu gewinnen. 15:17 lautete das enttäuschende Ergebnis.
Entsprechend
verärgert war auch Jörg Papenheim, Geschäftsführer der Volleyball Fellbach
GmbH, über diesen Auftritt seiner Mannschaft. „Die Spieler sind auf dem
besten Weg, das gerade mühsam aufgebaute Vertrauen wieder zu verspielen. Das
Bittere daran ist, dass es nicht das spielerische Unvermögen ist, sondern dass
sich die Spieler mit ihren Attitüden selbst im Weg stehen. Das muss jetzt aufhören!“
| Deutschland - Hamburger Abendblatt |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Sportpolitik: Olympiastützpunktleiterin Ingrid Unkelbach über den Spitzensport in Hamburg, Baupläne und weibliche Funktionäre
ABENDBLATT:
Frau Unkelbach, was werden Sie in einem Jahr beruflich machen?
INGRID
UNKELBACH: Ich gehe fest davon aus, dass ich weiter den Olympiastützpunkt
Hamburg/Schleswig-Holstein (OSP) leiten werde. Oder haben Sie andere
Informationen?
ABENDBLATT:
Nach den Olympischen Spielen 2000 in Sydney drohte der OSP, auch wegen fehlender
Medaillen, zu einer Zweigstelle Niedersachsens degradiert zu werden. Glauben
Sie, dass Hamburgs Sportler in Athen erfolgreicher abschneiden werden?
UNKELBACH:
Erfolg ist relativ und die gerechte Bewertung von Erfolgen schwierig. Medaillen
sind beim Deutschen Sportbund (DSB) ohnehin nicht das Hauptkriterium bei der
Beurteilung der Arbeit der Olympiastützpunkte - und sie waren es auch im Herbst
2000 nicht.
ABENDBLATT:
Sondern?
UNKELBACH: Die
Anzahl der Kaderathleten, die Anzahl der Bundesstützpunkte in einzelnen
Sportarten, die Qualität der Einrichtungen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
ABENDBLATT:
Und womit kann Hamburg wuchern?
UNKELBACH: Noch
nicht mit Medaillen. Aber wir sind am Dulsbergbad dank der Gegenstromanlage
Diagnosezentrum für den Deutschen Schwimmverband, in Ratzeburg für den
Ruderverband. Beide Einrichtungen finden über die Grenzen Deutschlands hinaus
Beachtung. Wir verfügen in beiden Sportarten über einzigartige
trainingswissenschaftliche Kompetenz. Und wir sind dabei, für Hockey Ähnliches
aufzubauen. Schon jetzt bezahlt der OSP mit Rainer Sonnenburg einen
Athletiktrainer für die Hockeyspieler. Wir haben mit der Handelskammer eine
Sportlerbörse geschaffen, ein in Deutschland einmaliges Projekt. Die Hamburger
Universitäten sind Partnerhochschulen des Leistungssports. Künftig wird es
eine C4-Professur an der Uni geben, die laut Stellenausschreibung eng mit dem
OSP zusammenarbeiten soll. Diese Bilanz halte ich für vorzeigbar.
ABENDBLATT:
Und das alles könnte nicht auch von Hannover aus geleistet und verwaltet
werden?
UNKELBACH:
Kosten jedenfalls, und das ist das Hauptargument in der Debatte, würde das dem
DSB nicht sparen helfen. Die regionale Identität ist zudem für jeden OSP
wichtig, sie ist ein Stück lokale Standortpolitik. Unter meiner Leitung hat
sich der Olympiastützpunkt zu der Institution des Leistungssports in Hamburg
entwickelt. Ich bezweifele, dass dies einem Kollegen von Hannover aus auch
gelungen wäre. Zudem: Dem Hamburger Senat würde es noch schwerer fallen,
Mittel zu bewilligen, wenn er nicht genau wüsste, wo diese hinflössen.
ABENDBLATT:
Hamburg tut sich ohnehin schwer, ausreichend Gelder für den OSP
bereitzustellen.
UNKELBACH: Unser
Etat von 1,3 Millionen Euro wird zu 70 Prozent vom Bund finanziert. Es ist
richtig, dass 2003 die zugesagten anteiligen Hamburger Landesmittel (200 000
Euro) nicht direkt aus dem Haushalt der Stadt kamen. Aber sie wurden gezahlt,
das zählt. Für den Fortbestand des OSP und für eine Planungssicherheit ist es
jedoch unabdingbar, dass die Finanzierung im Haushalt der Stadt Hamburg
abgesichert wird - und nur dort.
ABENDBLATT:
Sie wollen den Olympiastützpunkt am Dulsbergbad weiter ausbauen. Das klingt in
Zeiten leerer Kassen visionär.
UNKELBACH: Ich
halte das für realistisch. Der Bau einer Beachvolleyballhalle zeichnet sich ab.
Darüber hinaus ist eine Dreifelderhalle geplant - für Badminton, Judo und
eventuell Tischtennis. Der Hamburger Senat hat bis 2007 für den Bau und Ausbau
von Leistungszentren 6,7 Millionen Euro bereitgestellt. Wir brauchen diese
Anlagen, um die angrenzende Gesamtschule Alter Teichweg wie beabsichtigt zu
einer "Partnerschule des Leistungssports" weiterzuentwickeln. Bisher
gibt es dort in dem sportbetonten Schulzweig nur Fußballer und Schwimmer. Um
weitere Sportarten aufnehmen zu können, fehlen die Sportstätten.
ABENDBLATT:
Hamburgs Olympiabewerbung wirkt also nach?
UNKELBACH: Im
Moment profitieren wir von vielen Projekten, die während der Bewerbungsphase
2001 bis 2003 angeschoben wurden. Es wird sich zeigen, ob alle auch umgesetzt
werden. Fragen Sie mich noch mal in vier Jahren nach meiner Einschätzung,
vorher sollte man kein Urteil fällen.
ABENDBLATT:
Da schwingt eine gewisse Skepsis mit.
UNKELBACH:
Bisher gibt es keinen Grund, an irgendwelchen Versprechungen zu zweifeln. Noch
ist keine Zusage gebrochen worden. Es gibt administrative Verzögerungen bei der
Leichtathletik-Halle, finanzielle Schwierigkeiten bei der Stiftung
Leistungssport, das Lehrer-Trainer-Projekt bedarf der Nachbesserung, und wir könnten
mehr Verbandstrainer haben, denn das Geld dafür ist zurzeit ja da. Viele Verbände
müssen aber erst entsprechende Strukturen schaffen. Das ist ein Prozess. Ich würde
mir wünschen, dass vieles nicht mehr in der Planungs-, sondern bereits in der
Umsetzungsphase wäre. Es wird dauern, bis wir in Hamburg über genug
qualifizierte Trainer verfügen - und noch länger, bis wir uns vor
erfolgreichen Athleten nicht mehr retten können. Manches könnte schneller
gehen. Aber vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig.
ABENDBLATT:
Hat sich zumindest das Klima für den Leistungssport nachhaltig verbessert?
UNKELBACH: Es
hat sich verbessert, viele Türen stehen offen, Bürgermeister Ole von Beust zum
Beispiel ist - nach der gescheiterten Olympiabewerbung - zur Einweihung unseres
neuen Kraftraumes im OSP erschienen. Wie nachhaltig das alles ist, wird sich
zeigen. Stadt und Wirtschaft haben inzwischen erkannt, welche Kräfte der
Leistungssport entfesseln kann. Und sie haben begriffen, dass es nicht ein
bisschen Leistungssport gibt. Eliten fördert man nicht mit der Spardose.
ABENDBLATT:
Als Hamburg sich 2001 um die Ausrichtung Olympias bewarb, haben beim DSB viele
gelächelt. Hat sich das leistungssportfeindliche Image Hamburgs inzwischen
gewandelt?
UNKELBACH: Viele
der Lächler gehörten später zu den größten Befürwortern Hamburgs. Es ist
im DSB und NOK schon registriert worden, was in den vergangenen zwei Jahren in
dieser Stadt für den Leistungssport getan wurde. Aber auch hier gilt: Abwarten,
was künftig passiert. Ein über Jahrzehnte ruinierter Ruf ist nicht in kurzer
Zeit zu reparieren.
ABENDBLATT:
Sie sind die einzige Frau unter den 20 Leitern der Olympiastützpunkte. Wie
bemerkenswert ist das heute noch?
UNKELBACH: Sie
scheinen das ja für bemerkenswert zu halten, sonst würden Sie nicht fragen.
Ich sehe darin nichts Besonderes.
ABENDBLATT:
Eine Frau in einer Spitzenfunktion ist noch keine Normalität in Deutschland.
UNKELBACH: Es
gibt leider immer noch zu wenige Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Mehr
Frauen, das würde helfen, den Umgangston zu verbessern.
ABENDBLATT:
Zwei Ihrer OSP-Kollegen haben jetzt Angebote des Scheichtums Katar angenommen.
Das müsste doch auch ein Traum für Sie sein: Geld spielt plötzlich keine
Rolle mehr.
UNKELBACH:
Sicher wäre es reizvoll, mal aus dem Vollen schöpfen zu können und sich nicht
ständig Gedanken machen zu müssen: Wo kann ich noch 100 Euro rausschwitzen? Früher
habe ich geliebäugelt, für ein paar Jahre ins Ausland zu gehen, auf vielen
Reisen habe ich jedoch festgestellt: Deutschland ist kein schlechter Standort.
Unseren hohen Lebensstandard mit Freizeit und Urlaub bieten nicht viele Länder.
ABENDBLATT:
Anderswo gibt es mehr Geld für Spitzensport.
UNKELBACH:
Erstens bringt es durchaus Spaß, mit beschränkten Mitteln so viel wie möglich
gestalten zu wollen; zweitens: Es gibt jeden Tag auch ein Leben nach dem Sport.
Und das genieße ich - in Deutschland.
Interview:
Rainer Grünberg
| Deutschland - Heilbronner Stimme |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Sinsheim:
Zwischenspiel
mit Happy-End
Der
Trainerwechsel zum Jahreswechsel wurde gut verkraftet: Mit 3:1 (21:25, 25:19,
25:10, 25:20) gewannen die Zweitliga-Volleyballerinnen des SV Sinsheim am
Samstag ihr Heimspiel gegen den USC Rothaus Schwarzwald. "Wir haben uns
gesteigert", stellte Coach Waldemar Borgert fest.
Waldemar
Borgert war dermaßen erleichtert, als habe er gerade eine achtwöchige
Fastenkur hinter sich. Kaum war der 3:1-Heimerfolg gegen den USC Rothaus
Schwarzwald unter Dach und Fach, wich jede Anspannung aus seinem Gesicht.
Der
42 Jahre alte Interimstrainer des Volleyball-Zweitligisten SV Sinsheim konnte
wieder lächeln. "Ja, ich bin schon nervös gewesen vor dem Spiel",
gab Borgert nach der winterlichen Zitter-Partie in der Realschulhalle zu und
sagte: "Ich bin froh, dass es geklappt hat."
Es
war keine einfache Situation. Nicht für ihn. Nicht für seine Spielerinnen. Vor
seinem Weihnachtsurlaub im Ausland war Borgert " nur" Oberliga- und
Jugend-Coach des SV Sinsheim gewesen. Nach seinem Urlaub war er mit einem Mal
zum Zweitliga-Coach avanciert und sollte den abgewanderten Erfolgstrainer Stefan
Bräuer ersetzen.
Die
Schaulustigen am Samstag waren gespannt: Wie würde die Mannschaft den Wechsel
auf der Bank verkraften? Würde sie ihren dritten Tabellenplatz verteidigen können?
Zunächst
sah es nicht sonderlich gut aus. Der SV Sinsheim begann nervös und geriet mit
4:8 und 8:13 in Rückstand. Ein Problem: USC-Spielerin Leonie Müller, deren
harten Sprungaufschläge wie Silvesterraketen in die Verteidigung des SV
Sinsheim zischten. 21:25 ging der erste Satz verloren.
Erst
im zweiten Durchgang fand die "Girl-Group" aus dem Kraichgau allmählich
zu ihrem Spiel - vor allem dank Julia Prus, die mit wuchtigen Aufschlägen eine
9:1-Führung herbeiführte. "Durch Einzelaktionen haben wir die nötigen
Punkte gemacht. Aber auch gute Aufschläge gehören zu einem Spiel"
erkannte Borgert.
Zwar
wurde aus dem 9:1 wenig später ein 10:12, am Ende jedoch entschied der SVS den
zweiten Satz mit 25:19 für sich. Danach wurde kurzer Prozess gemacht: Für Satz
drei (25:10) wurden 14 Minuten benötigt, Satz vier (25:20) war dank einer
19:10-Führung in 21 Minuten erledigt.
Nicht
schlecht, wenn man bedenkt, dass Zuspielerin Eugenia Chernetzkaya arg
gehandicapt an den Start gegangen war. "Sie hatte Grippe und war immer noch
geschwächt. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mehr als drei Sätze durchstehen
würde", erklärte Borgert und bedankte sich nicht nur bei der Mannschaft,
sondern auch bei seinem Vorgänger, Stefan Bräuer. Denn: "Ich habe
mehrmals mit ihm telefoniert. Und er hat mir wertvolle Tipps gegeben."
Wie
es nun weiter geht? Waldemar Borgert wäre nicht abgeneigt, die
Volleyballerinnen weiter zu betreuen. "Ich mag die Mädchen. Ich arbeite
gerne mit ihnen zusammen", sagt er. Auch die Mannschaft könnte sich mehr
als nur ein Zwischenspiel vorstellen - und das nicht allein aus Dankbarkeit,
weil Borgert "für uns in die Bresche gesprungen ist". "Er hat
gegenüber einem Trainer, der von außen kommt, einen Vorteil: Er kennt uns und
unsere Macken", sagt Spielführerin Julia Prus.
Allerdings
scheint es ein Problem zu geben: "Waldemar Borgert hat keine A-Lizenz. Da
wird der Verband, wenn es um die 2. Bundesliga geht, Schwierigkeiten
machen", glaubt SVS-Macher Heinz Stegmaier und ergänzt: "Wir schauen
uns nach einem Trainer um und führen derzeit Gespräche."
Eric Schmidt
| Deutschland - Heilbronner Stimme |
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Montag. 12. Januar 2004 |
"Das
bleibt nicht im stillen Kämmerlein"
Vor dem Fernseher hat sie die
Daumen gedrückt: Julia Prus, Volleyballerin des SV Sinsheim, freut sich über
die Olympia-Qualifikation des deutschen Frauennationalteams. "Es ist
Wahnsinn", sagte die 18-Jährige unserem Redakteur Eric Schmidt.
Frau
Prus, was hat sie am Samstag am meisten gefreut: die Olympia-Qualifikation der
deutschen Volleyball-Frauen oder Ihr Heimsieg mit dem SV Sinsheim?
Julia Prus (lacht): Das ist schwierig zu sagen.
Aber
eine Sensation war Platz eins beim Olympia-Qualifikationsturnier in Baku
schon.
Prus: Ja, es war Wahnsinn! Das hätte niemand gedacht. Zumal der
Qualifikationsmodus so brutal ist. Da hat kaum jemand ein Pfifferling auf die
deutsche Mannschaft gegeben. Ich saß am Samstagmittag mit meinen
Mitbewohnerinnen vor dem Fernseher und habe das Finale gegen die Türkei
gesehen. Es war unglaublich, und mich freut es. Erstens, weil es sich so gehört.
Zweitens, weil ich die Mädels kenne.
Bundestrainer
Hee Wan Lee kennen Sie auch ganz gut. Er hat hier in Sinsheim hin und wieder mit
Ihnen trainiert.
Prus: Ihm gönne ich diesen Erfolg ganz besonders. An ihm sieht man, wie man
als guter Trainer ist: es so hinzukriegen, dass man immer wieder Rückstände
aufholt, dass man so weit kommt. Und das mit einer Mannschaft, die potenziell
nicht so gut ist und nicht so gute Einzelspielerinnen hat wie Polen, wie
Italien. Es ist schön. Für den deutschen Volleyball-Verband ist dieser Erfolg
enorm wichtig - finanziell, aber auch, um ein bisschen Eindruck zu schinden.
Olympia in Athen, das wird mit Sicherheit nicht im stillen Kämmerlein bleiben.
Für
Sie als Juniorinnen-Nationalspielerin dürfte die Frauennationalmannschaft auch
ein Ziel sein, oder?
Prus: Es ist mein dickstes Ziel, das ich mir gesetzt habe. Wenn man so etwas
wie am Samstag im Fernsehen sieht, dann ist das ein Ansporn. Ich weiß nicht, ob
ich das Potenzial für die Nationalmannschaft habe - keine Ahnung! Aber ich würde
sehr hart arbeiten dafür. Aber der Reihe nach. Ich mache jetzt erst mal mein
Abitur und werde dann vielleicht mal den Verein wechseln. Hee Wan Lee hat mir
gesagt, dass er mir helfen würde, wenn es so weit ist.
Ein
Wort noch zum SV Sinsheim. Wie ist das Team mit dem Trainerwechsel klar gekommen
- von Stefan Bräuer zu Waldemar Borgert?
Prus: Ganz gut. Wir kannten Waldemar ja schon, ich selbst habe schon mal
unter ihm gespielt - in der Regionalliga. Es sind natürlich ein paar Sachen
anders.
Welche
denn?
Prus: Man hat schon im Training gemerkt: Waldemar legt Wert auf Schnelligkeit
und macht Dampf, das nehmen wir positiv auf. Wir sind froh, dass er uns
trainiert. Er macht es, weil wir keinen anderen Ausweg haben. Das wissen wir zu
schätzen. Deshalb freut es uns auch tierisch für ihn, dass wir gewonnen haben.
| Deutschland - Hildesheimer Allgemeine Zeitung |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Die
48er sind ein Fall für den Psychologen
Was
hat Walther Hoch seinen Jungs nur erzählt?
Hildesheim
. Was hat Trainer Walther Hoch seinen Spielern nur erzählt in der Pause? Nach
einem desolaten zweiten Satz lag der MTV 48 Hildesheim im Derby mit 0:2 zurück.
Kaum einer mehr gab einen Pfifferling auf die 48er. "Ich habe fast schon
selbst nicht mehr an den Sieg geglaubt", sagte MTV-Kapitän Henning
Machtens. Ein klarer Fall für "Seelenmasseur" Walther Hoch, der sich
nach eigener Aussage oft stundenlang mit einschlägiger Literatur beschäftigt.
"Psychologie ist mein Hobby." Und: "Ich habe nie daran
gezweifelt, dass wir dieses Spiel noch gewinnen können."
Das
ist hinterher natürlich leicht gesagt, aber man nimmt es dem MTV-Trainer ohne
weiteres ab - wenn er einen so durchdringend anschaut und so unglaublich süffisant
lächelt.
"Klar,
wir haben im zweiten Satz totalen Mist gespielt. Aber das war eine Folge des
ersten Satzes, den wir völlig unnötig verloren haben", analysierte Hoch.
"Den zweiten Durchgang habe ich ganz schnell abgehakt, ich wusste ganz
genau, dass meine Mannschaft mehr kann, und meine Jungs wissen das auch."
Das also ist das ganze Geheimnis? Hoch schmunzelt: "Ich wäre doch schön
blöd, wenn ich alles verraten würde."
Fakt
ist: Irgendetwas hat der Gymnasiallehrer angestellt mit den Volleyballern des
MTV. Noch nie haben sie so konstant gespielt wie in dieser Saison, Rückstände
wie selbstverständlich weggesteckt. "Meine Jungs können Volleyball
spielen, der Rest ist reine Kopfsache", erklärt Hoch. Aha - so spricht nur
ein Psychologe.
| Deutschland - Hildesheimer Allgemeine Zeitung |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Die
Fans reißt es kollektiv von den Sitzen
Faszination
Volleyball: 2000 Zuschauer sehen Sieg des MTV 48 im Derby gegen Giesen.
Hildesheim
. Bühne: die Halle 39. Hauptdarsteller: die Volleyballzweitligisten MTV 48
Hildesheim und TSV Giesen. 2000 Zuschauer (!!!) wollen das Duell der
Derbyrivalen sehen - und können sich an der Inszenierung nicht satt sehen.
Wobei der Ausgang dieses Krimis seit mehreren Folgen immer gleich ist: Auch am
Sonnabend verließen die 48er als strahlende Sieger das Feld. Mit 3:2 (23:25,
13:25, 25:16, 25:21, 15:11) behielten sie nach dramatischem Spielverlauf die
Oberhand - und sind nun zumindest für eine Woche neuer Tabellenführer der 2.
Liga Nord.
Samstagabend,
20 Uhr: Die sagenhafte Kulisse sorgt mit Pauken, Trompeten und lautstarken Gesängen
für eine Gänsehaut-Atmosphäre. Die Spieler - übrigens allesamt lupenreine
Amateure - betreten unter tosendem Applaus das Rampenlicht.
Die
Ausgangslage ist klar: Der Druck lastet auf dem MTV, der den zweiten
Tabellenplatz verteidigen und die Aufstiegsrunde zur Bundesliga erreichen will.
Giesen ist im gesicherten Mittelfeld platziert und kann befreit aufspielen.
Die
Trainer verblüffen mit ihren Aufstellungen. Beim MTV 48 muss das finnische
Energiebündel Marko Vähäkuopus zunächst auf seinen Einsatz warten. Giesens
Coach Zeljko Popovic lässt Niklas Rademacher, Mario Große Banholt und Libero
Stefan Bahrs erstmal auf der Bank.
Die
Gastgeber vom MTV 48 nehmen das Heft in die Hand, führen mit 7:4. Als Lars
Hobbie bei einer spektakulären Rettungsaktion den Ball weit hinter dem eigenen
Feld erreicht, ihn über mehr als 15 Meter wieder in die Spielhälfte der
Giesener befördert und Schnipkoweit den Gegenangriff des TSV stoppt, reißt es
die Fans kollektiv von den Sitzen.
Aber
Giesen kontert. Mathias Sockel und der spielfreudige Raimund Wenning holen einen
10:14-Rückstand auf. Taktisch kluge Aufschläge stellen das Team 48 immer
wieder vor unlösbare Rätsel. Mathias Hoffmann und Roman Kammer zeigen
Annahmeschwächen. Der TSV geht beim 24:23 erstmals in Führung, und Halim
Nouali verwertet wenig später einen unpräzisen Ball von Kammer zum Satzgewinn.
Im Giesener Fanblock werden Fahnen geschwenkt.
Die
nächsten 15 Minuten kommen einer Demontage des Favoriten gleich. Popovic
schickt Niklas Rademacher und Mario Große Banholt für Akhvlediani und Stephan
Pampel aufs Feld - wohl auch, um den Druck auf die Annahme des MTV weiter zu erhöhen.
Dieses Kalkül geht auf. MTV-Coach Walther Hoch reagiert, bringt Vähäkuopus für
Hoffmann. Es nutzt nichts. Giesen gewinnt den Satz überdeutlich mit 25:13 - und
geht mit 2:0 in Front. Die TSV-Anhänger stimmen bereits Siegesgesänge an.
Aber
was kaum einer für möglich hält, passiert: Der MTV schlägt zurück! Wie
verwandelt spielen die Hildesheimer nach einer zehnminütigen Pause auf. Nach
einer Aufschlagserie von Mannschaftskapitän Henning Machtens steht es 11:2.
Diesen Vorsprung lassen sich die 48er nicht mehr nehmen. Sie schaffen das 1:2.
Alles ist wieder offen - und auf den Rängen knistert es.
Im
vierten Durchgang fängt sich Giesen wieder. Das Match geht in die entscheidende
Phase. Bis zum 17:17 wogt das Geschehen hin und her. Doch dann zeigen die 48er,
dass sie dazugelernt haben. Kühl bis unter die Haarspitzen dominieren sie das
Finale dieses Satzes. Die Annahme klappt, und Machtens trumpft im Angriff groß
auf - Satz vier geht mit 25:21 an den MTV.
Spätestens
jetzt werden Erinnerungen an das vergangene Jahr wach. Auch im Februar 2003
hatte der MTV 48 vor 1300 Fans in der Halle 39 mit 0:2 zurückgelegen - und eine
rasante Aufholjagd mit einem 3:2-Sieg gekrönt. Ein gutes Omen für die
Hoch-Cracks?
Ja,
denn die Hildesheimer sind jetzt nicht mehr zu stoppen. Nur noch einmal geht der
TSVin Führung (4:3) - um anschließend überrollt zu werden. Machtens, der überragende
Akteur des Spiels, löst mit einem wuchtigen Angriffsschlag zum 15:11 Jubelstürme
im eigenen Lager aus. Zum fünften Mal in Folge hat der MTV das Derby gewonnen.
Neben
Machtens die Besten auf Hildesheimer Seite: Libero Kai Bode und Mittelblocker
Lars Hobbie. Ein Sonderlob von Trainer Hoch bekommt Stephan Theumer:
"Sensationell, welche Leistung er über fünf Sätze gebracht hat."
Gut beim TSV: David Klemperer und Srdan Popovic.
Die
Zuschauer verabschieden beide Teams mit donnerndem Applaus in die Kabinen. Und
was sagen die Trainer? "Ich bin einfach nur stolz auf meine Jungs und habe
auch nach dem 0:2 noch fest an den Sieg geglaubt", sagt Hoch.
Popovic
hadert hingegen mit dem Schiedsgericht. In den wichtigsten Phasen des vierten
und fünften Durchgangs hätten die Unparteiischen sein Team klar benachteiligt.
"Wir haben ein schönes Spiel mit einem tollen Publikum gesehen, und die
Schiedsrichter pfeifen wie Anfänger", schimpft Popovic.
Ungeachtet
dessen gratuliert er den Siegern: "In den entscheidenden Momenten waren sie
konzentrierter und hatten in der Abwehr auch das nötige Quäntchen Glück."
TSV-Sponsor
Konrad Nave spricht aus, was viele denken: "So ein Spiel hat keinen
Verlierer verdient." Doch Volleyball ist unerbittlich: Ein Remis gibt es
nicht.
Carsten
Ens, Thorsten Berner
| Deutschland - Leipziger Volkszeitung |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Volleyball-Lektion
vor großartiger Kulisse
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Leipzig.
Sie lagen schon aussichtslos 0:2 und 6:13 zurück, als er endlich zum ersten Mal
punktete: der niederländische Block. Doch da hatten die russischen Volleyballer
das einzige in Leipzig zu vergebende Olympiaticket längst so gut wie in der
Tasche. Ganze 57 Minuten benötigte das Team von Trainer Gennadi Shipulin, um
den Finalgegner mit 25:19, 25:17, 25:16 nach allen Regeln der Volleyball-Kunst
auseinander zu nehmen.
"Diese
russische Mannschaft ist in der heutigen Form kaum zu schlagen", sagte der
holländische Coach Bert Goedkopp, der das Siegerteam sofort
zumMedaillenkandidaten für Athen erklärte. Zu ihrer körperlichen Überlegenheit
kam die spielerische. Zwei Vergleiche: Der russische Block sorgte imFinale für
15 Punkte, der niederländische für ganze drei. Der russische Aufschlag führte
direkt zu elf Zählern, den "Oranjes" gelang dies mit demService nur
zweimal.
Bei
ihrem fast ebenso souveränen 3:0-Halbfinalsieg am Freitag Abend gegen die
deutsche Mannschaft hatte Holland auch so gut wie fehlerfrei gespielt, jedoch
nur selten unter Druck gestanden. Danach sagte der Berliner Angreifer Marco
Liefke: "Die Holländer haben mit Richard Schuil den raffiniertesten
Diagonal-Angreifer der Welt. Vor ihm haben alle Respekt. Die Russen dagegen
haben mit Stanislaw Dineykin den brutalsten Angreifer. Ich bin gespannt, wer
sich durchsetzt. Ich glaube, die Brutalität." Liefke sollte Recht
behalten. Dynekin gewann mit 14:8 Zählern. Dem Holländer blieb der schwache
Trost der Topscorer-Krone der gesamten Woche. Ebenso richtig wie Liefke lagen
einige deutsche Fans, die am Freitag zu den niederländischen Anhängern sagten:
"Armes Holland - morgen gibt's ein 0:3."
Auch
zumFinale waren noch einmal 5100 Zuschauer in die Arena gekommen, die von den glänzenden
Moderatoren in Partystimmung versetzt wurden.Emotionaler Höhepunkt: In einer
Auszeit schickte die fast volle Halle mit tausenden Wunderkerzen einen
virtuellen Gruß zu den siegreichen DVV-Volleyballerinnen nach Baku. Holländer,
Russen undDeutsche tanzten, wippten und klatschten in der Arena gemeinsam um die
Wette. Nach der Siegerehrung schüttelte Leipzigs OBM Wolfgang Tiefensee auch
die Hand aller niederländischen Spieler und bedankte sich persönlich beim
Hallensprecher Sven Rautenberg aus Friedrichshafen. Der sagte zu den Fans:
"Ihr seid die Besten, die wir je hatten. Und wir waren schon überall."
Bürgermeister Holger Tschense zeigte sich von der Stimmung der insgesamt 25000
Zuschauer überwältigt: "Ich war anfangs skeptisch, ob wir die Halle so
kurz nachdem Handball-Masters und nach Neujahr voll bekommen. Das
Moderatoren-Team ist Gold wert. Dies holen wir auch im Sommer, wennLeipzig zwei
Mal Gastgeber bei der neuen Europaliga sein wird."
Das
Publikum hatte sich am Ende des Turnieres einen Fünf-Satz-Krimi verdient - doch
die drei entscheidenden Partien endeten allesamt 3:0. Der deutsche Sechser
konnte für sich in Anspruch nehmen, den haushoch überlegenen Turniersieger am
dichtesten an den Rand eines Satzverlustes gebracht zu haben. Umso ernüchternder
war die Kapitulation beim 0:3 gegen die Niederlande - trotz toller Fans. Trainer
Stelian Moculescu glaubte nicht mehr an seine Jungs. Der 53-Jährige, der die
ganze Woche am Spielfeld stand, setzte sich im dritten Satz resigniert auf die
Bank.
"Wir
haben schlecht gespielt", sagte BjörnAndrae, der am Ende des ersten Satzes
von einem viel zu langen gegnerischen Aufschlag quasi "auf der Flucht
erschossen" wurde und eine endlose Fehlerserie einleitete: "Die Bälle
sind so hart, da kommt man nicht mehr weg." Christian Pampel meinte:
"Das kann passieren. Aber in diesem wichtigen Match ist es uns zu oft
passiert." Der Top-Scorer musste im dritten Satz auf der Bank schmoren,
zeigte aber Verständnis: "DemTrainer sind die Hände gebunden. Nach zwei
verlorenen Sätzen muss er etwas probieren." Pampel bemühte bei der
Ursachenforschung einmal mehr das Wort "Pech" und sagte über Trainer
Moculescu: "Ich wüsste keinen, der es besser macht."
Kapitän
Wolfgang Kuck, der selbst nicht seinen besten Tag erwischte, wollte ein gutes
Spiel seiner Mannschaft gesehen haben: "Wir haben unser bestes Volleyball
gezeigt. Aber wir haben die wichtigen Punkte nicht gemacht." Dass viele
Akteure im Gegensatz zumTrainer gar nicht so niedergeschlagen wirkten, sondern
schon unmittelbar nach demOlympia-Aus an die nächste Liga-Partie inFrankreich
oder Italien dachten, wollte der Käpt'n nicht überbewerten: "Wichtig ist
nicht, was einSpieler hinterher sagt. Sondern, ob er auf dem Parkett alles gibt.
Und das haben wir getan." Dies reichte gegen die Weltklasse-Teams nicht
einmal zu einem Satzgewinn.
Frank
Schober
| Deutschland - Schweriner Volkszeitung |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Lulu:
Im Kellerduell dritten Saisonsieg gefeiert
Volley
Tigers Ludwigslust holen wichtige Punkte
Ludwigslust
Von einem Befreiungsschlag reden zu wollen, wäre sicher übertrieben. Aber in
jedem Fall sollte der 3:1-Sieg über Schlusslicht FC Schüttorf den Volley
Tigers Ludwigslust mehr Selbstvertrauen im bevorstehenden Abstiegskampf geben.
Durch den dritten Saisonerfolg rangieren die Lindenstädter in der Tabelle jetzt
vor dem punktgleichen VfL Lintorf auf Platz zehn.
Der
erste Satz verhieß allerdings nichts Gutes. Die routinierten Schüttorfer
nutzten die viel zu passive Spielweise des Gegners zu einem klaren 25:17. Wieder
einmal mussten die Tigers einem Rückstand hinterherlaufen. Doch sie ließen
sich von diesem Umstand nicht aus der Ruhe bringen. Zu einem ausschlaggebenden
Faktor entwickelte sich der Block der Gastgeber, der im bisherigen Saisonverlauf
eher zu den Schwachpunkten zählte, sich diesmal aber recht gut auf die
gegnerischen Angriffe einstellte und für so manchen wichtigen Punkt sorgte. Ab
Mitte des zweiten Durchgangs übernahmen die Tigers die Spielkontrolle und gaben
sie nicht mehr aus der Hand. Der vierte Satz geriet gegen ein zunehmend
resignierendes Schüttorfer Team fast schon zu einer Demontage.
Thomas
Willmann
| Deutschland - Die Tageszeitung |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Den
deutschen Volleyballern bleibt verwehrt, was die Volleyballerinas überraschend
geschafft haben: die Olympia-Teilnahme. Einen Schritt nach vorne haben aber auch
die DVV-Männer getan
Stelian
Moculescu hatte genug gelitten. Nun, da die deutschen Volleyballer ein letztes
Mal aufs Feld schritten, um sich artig beim fantastischen Publikum in der Arena
zu Leipzig für all die unermüdliche Unterstützung zu bedanken, machte sich
der Bundestrainer beinahe unbemerkt aus dem Staub. Die Hände tief in den
Taschen des feinen Jacketts vergraben, den Kopf traurig gesenkt, verschwand der
53-Jährige in den Katakomben; und auch als er keine zehn Minuten später wieder
auftauchte, um vor versammelter Presse zu erklären, warum die deutschen Männer
das Halbfinale der Olympiaqualifikation mit 0:3 (21:25, 23:25, 17:25) verloren
hatte gegen Holland und somit zuschauen müssen, wenn im Sommer die Medaillen
vergeben werden in Athen, gab Moculescu sich unvermindert wortkarg: Was war der
Knackpunkt, Herr Moculescu? Moculescu: "Die Holländer haben besser
gespielt." An was hat es der deutschen Mannschaft gefehlt? "Keine
Ahnung, da muss ich erst drüber nachdenken." Was bedeutet das für die
Zukunft? "Wir haben verloren. Wir sind raus. Damit hat sichs." Dann
verschwand der Rumäne auch schon wieder.
So
war es gut, dass auch Wolfgang Kuck, der Kapitän der Mannschaft, hinzugekommen
war, um die Dinge zu erklären - und um Verständnis zu bitten für die ziemlich
wortlose Analyse seines Trainers. Moculescu sei eben "ein emotionaler Typ,
den es mitnimmt, dass er es mit der Mannschaft nicht geschafft hat"; und
manchmal, so Kuck, brauche der Trainer einfach etwas länger, um so eine Enttäuschung
zu verarbeiten. Im Übrigen hätten sie ja alle, also die Mannschaft, geglaubt,
die Holländer besiegen zu können. Dass selbst dies das Olympiaticket nicht
endgültig gesichert hätte, zeigt nur, wie weit und beschwerlich der Weg nach
Athen von Anfang an war: Nur der Sieger des europäischen Qualifikationsturniers
darf bei Olympia mitmachen. Dass dies die Russen sind, die im Finale am Samstag
ihrerseits Holland mit 3:0 abfertigten, ist nicht wirklich eine Überraschung.
Die Russen sind Vizeweltmeister und Olympiazweiter. "Wenn wir uns
qualifiziert hätten, wäre das doch eine Sensation gewesen", stellte Till
Lieber, der deutsche Libero, deshalb noch ein letztes Mal fest.
Die
Sensation fand dann doch noch statt, allerdings ein paar tausend Kilometer
entfernt, im aserbaidschanischen Baku - und bei den Frauen. Dort gewannen die
deutschen Volleyballerinas tatsächlich ihr Qualifikationsturnier durch einen
finalen 3:0-Sieg über Vizeeuropameister Türkei - und dürfen nun erleben, was
den Männern verwehrt bleibt: Olympia.
So
kam es, dass Werner von Moltke, der Präsident des Deutschen Volleyball
Verbandes (DVV), am Ende doch kein allzu düsteres Bild zeichnen musste von der
Zukunft des deutschen Hallen-Volleyballs. Zumindest der GAU, "dass wir nur
mit den Beachteams bei Olympia sind", den der DVV-Präside noch Mitte der
Woche befürchtet hatte, war abgeschmettert - und damit auch die
wirtschaftlichen Einbußen, die der Verband beim doppelten Verpassen von Olympia
hätte hinnehmen müssen. Dann, so Moltke, wäre der DVV beim
Bundesinnenministerium in eine noch niedrigere Förderstufe gerutscht, rund
100.000 Euro, so der Graf, hätte das wohl ausgemacht.
Den
deutschen Frauen sei Dank ist der DVV nun doch aus dem Schneider; und auch die
Herren der Schöpfung können weiter an ihrer Zukunft basteln, um die es so
schlecht gar nicht bestellt scheint, verpasste Olympia-Teilnahme hin oder her.
Sportlich gibt es nämlich durchaus Anlass zu vorsichtigem Optimismus, in
Leipzig haben die Deutschen jedenfalls erneut gezeigt, dass sie die Lücke zu
den Besten der Welt wieder um ein Stückchen geschlossen haben. Zwar gelang im
letzten Gruppenspiel gegen Russland sowie im Halbfinale gegen die Niederlande
kein Satzgewinn, nahe dran aber war die DVV-Auswahl gleich mehrfach. "Man
hat gesehen, dass wir vom Spielniveau durchaus mithalten können", fasste
Wolfgang Kuck das zusammen, lediglich in entscheidenden Situationen mangele es
bisweilen noch an der nötigen Cleverness. "Bei Standardsituationen sind
wir schon sehr, sehr gut. Wenn uns aber Bälle überraschen, können wir noch
nicht schnell genug reagieren", konkretisierte das Captain Kuck, der weiß,
dass es sich dabei um einen "Lernprozess" handelt, "der Zeit
braucht".
Bundestrainer
Moculescu, der die Mannschaft aus der Drittklassigkeit dorthin geführt hat, wo
sie heute steht, nämlich an der Grenze zur Weltspitze, wird den deutschen
Volleyballern diese Zeit geben, schließlich macht er trotz der verpassten
Olympiaqualifikation weiter, was vor dem Turnier so sicher nicht war. Und wenn
die ärgste Wut verflogen ist, wird auch der Rumäne die erstmalige
Halbfinalteilnahme seiner Männer bei einem großen und wichtigen Turnier als
das bewerten, was sie de facto ist: das Erreichen einer neuen Entwicklungsstufe,
so wie er das vor dem verlorenen Spiel gegen die Holländer und damit vor all
seiner Enttäuschung durchaus getan hat. Ob die deutsche Mannschaft damit in der
Weltspitze angekommen sei, wurde Stelian Moculescu da gefragt, was der
Bundestrainer mit einem lang gezogenen "Nööö" verneinte. Und mit
der Anmerkung: "Aber wir sind auf dem Weg dorthin."
Frank
Ketterer
| Deutschland - Ruhr Nachrichten |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Mit
zwei Punkten im Gepäck trat Volleyball-Zweitligist VC 90 die Heimreise von den
beiden Auswärtsspielen in Berlin und Königs-Wusterhausen an.
Konnten
die 90er in Berlin einen 0:2-Rückstand noch in einen Sieg umwandeln, gelang
dies am Sonntag gegen die Netzhoppers Königs-Wusterhausen nicht mehr.
Olympia
Berlin - VC 90 2:3 -
Gegen
das Junioren-Nationalteam aus der Hauptstadt waren die Bottroper nahezu die
gesamte Spielzeit überlegen. Allerdings konnte das Team von Trainer Johan
Verstappen erst ab dem dritten Durchgang die Überlegenheit in Satzgewinne ummünzen.
In den Sätzen eins und zwei hatten die Berliner Gastgeber mit jeweils 25:23 die
Nase vorne. Doch dann drehte der VC auf " und das Spiel zu seinen Gunsten.
Satz drei sicherte sich der VC mit 25:14. Mit dem 25:18 gelang der
Satzausgleich. Die Entscheidung fiel schließlich im Tie-Break. Dort führten
die Bottroper schon mit 8:4, ehe Berlin nochmals rankam. Doch mit 15:12 zwang
der VC den Gastgeber in die Knie.
Netzhoppers
KW - VC 90 3:0 -
Im Duell der Tabellennachbarn unterlag der VC mit 0:3. Allerdings täuscht das Ergebnis über den wahren Spielverlauf hinweg. Denn vor allem in den Sätzen eins und drei gaben Kleinigkeiten den Ausschlag zu Gunsten der Netzhoppers. "Es war alles in allem eine dumme Niederlage. Wir hatten in allen Sätzen unsere Chancen", zeigte sich Teammanager Wolfgang Donat verärgert. Ein Angriffsfehler Ende des ersten Satzes brachte die Gastgeber in Front. Im zweiten Satz verspielten die 90er dann eine 7:2-Führung, gaben den Satz dann mit 17:25 ab. "Dieser Einbruch war unerklärlich", war Donat sprachlos.
Im
dritten Durchgang lieferten sich beide Teams wieder einen offenen
Schlagabtausch. Erneut mit dem besseren Ende für die Gastgeber. Dabei musste
der VC in der entscheidenden Phase des Satzes umstellen. Mittelblocker Marco
Donat, der bis dahin gemeinsam mit Eric Lah den Netzhoppers-Angreifer Oliver
Heidtmann im Griff hatte, musste verletzt raus. Königs-Wusterhausen nutzte die
Gunst der Stunde und siegte mit 26:24. "Aus dieser Niederlage muss die
Mannschaft lernen", befand Verstappen.Björn Schnieder
| Deutschland - Westfälische Nachrichten |
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Montag. 12. Januar 2004 |
Baku/Münster. Am kommenden Sonntag wird sich Volleyball-Bundesligist USC Münster über ein gut gefülltes Haus freuen dürfen. Die Begegnung mit Suhl ist ein Spitzenspiel, zudem gilt es Atika Bouagaa und Cornelia Dumler zu feiern, die mit der Nationalmannschaft am Samstag im fernen Aserbeidschan das Ticket für die Olympischen Spiele in Athen lösten. Es ist wahrlich ein Grund zu großer Freude und wird der so attraktiven, von der breiten Öffentlichkeit dennoch oft kaum wahrgenommenen Sportart zu frischer Blüte verhelfen. Und doch wird bei den Unabhängigen während der Tage von Baku nicht immer nur gelacht worden sein. Vielleicht hat gelegentlich sogar ein Auge getränt. Denn die Glanzvorstellung Bouagaas hat auch eine Kehrseite. In Baku ist die ganze Volleyball-Welt auf die unbekümmerte Powerfrau aufmerksam geworden. Ende der Saison läuft der Vertrag der 21-Jährigen beim USC aus. Sie wird sich über Angebote nicht beklagen können.
Für Bouagaa ist dies (noch) Zukunftsmusik. Nach dem entscheidenden Triumph über die Türkei am Samstag wollte die Nationalspielerin nichts anderes, als den Moment genießen. Noch drei Stunden nach der Partie, beim gemeinsamen Abendessen im Hotel, hatte sie Mühe, den Triumph zu begreifen: Ich glaubs noch gar nicht. Es ist unfassbar, super, megastark, einfach geil.
Atika Bouagaa hat sich in Aserbeidschan ins internationale Rampenlicht geschmettert. Ein Stück weit war die Außenangreiferin die Entdeckung des Turniers. Dies nicht nur ob ihrer spielerischen Qualitäten. Auch weil sie sich nie gescheut hat, Verantwortung zu übernehmen. Gerade in kritischen Situationen. Davon gab es einige; im Gruppen-Endspiel gegen Russland, auch im Halbfinale gegen Weltmeister Italien. Gegen Italien waren wir drei Mal fast tot. Dass wir es dennoch geschafft haben, uns immer wieder aufzurappeln, ist nahezu unglaublich, sagte Bouagaa.
Cornelia Dumler, die zweite USC-Spielerin im Nationaldress, zählte während der Olympia-Qualifikation nicht zum Stammpersonal. Auf Grund ihrer hervorstechenden Qualitäten im Aufschlag hatte die 22-Jährige jedoch in jeder Partie Spielanteile. Während des Endspiels hüpfte Dumler schon lange vor dem Matchball mehrfach in die Höhe. Wir lagen ja klar vorn, Ich wusste, dass es klappen würde. Da kann doch niemand stillsitzen.
Eine für alle, alle für eine bei den deutschen Volleyball-Damen war in den vergangenen Tagen die Mannschaft der Star. Bouagaa: Ohne diesen Teamgeist hätten wir die Spiele gegen Russland und Italien sicherlich nicht gedreht. Gegen Russland machte die DVV-Auswahl einen 1:2-Satzrückstand wett, gegen Italien wehrte sie sogar zwei Matchbälle ab. So etwas schaffst du nur, wenn alle bedingungslos zusammen halten, erklärte Dumler.
Es
hat sich etwas verändert im Kreis der Nationalmannschaft. Anders als bei der
Weltmeisterschaft 2002 im eigenen Land gibt es wieder ein Wir-Gefühl. Bouagaa
beschreibt die Dinge aus ihrer Sicht: Bei der WM in Deutschland war ich zwar nur
Wechselspielerin, doch nahe genug dran, um alles mitzubekommen und einzuordnen.
Einen richtigen Mannschaftsgeist gab es damals nicht. Jetzt ist alles anders.
Wir haben einen großartigen Zusammenhalt. Ohne diese Kameradschaft wäre es nie
und nimmer möglich gewesen, Athen zu erreichen.
Wilfried Sprenger
| Deutschland - Freies Wort |
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Montag. 12. Januar 2004 |
DACHAU
– Als am
Samstagabend das erste Pflichtspiel der Sonneberger in der Rückrunde in Dachau
zu Ende ging, war etwas eingetreten, was vor nicht allzu langer Zeit noch völlig
normal erschien. Der mehrfache Deutsche Volleyballmeister und
Europacup-Teilnehmer Dachau hatte den 1. Sonneberger SC 04 nach knapp anderthalb
Stunden mit 3:1 geschlagen. Aber so normal war das in dieser Saison nicht mehr,
hatten die Sonneberger doch den ASV in der Hinrunde bereits bezwungen. Nun aber
stellten die Gastgeber alte Verhältnisse wieder her.
Von
Beginn an entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Keine der beiden
Mannschaften konnte sich mit mehr als zwei Punkten absetzen. So ging es bis zum
17:17. Doch Sonneberg verstand es in dieser Phase nicht, die Dachauer Nervosität
und daraus resultierende Fehler auszunutzen. Der SSC hatte selbst mit einem nur
sporadisch funktionierenden Block und Problemen in der Feldabwehr zu kämpfen.
Dachau zeigte sich in der Endphase einfach cleverer, holte sich den Durchgang
mit 25:22.
Von
diesem Umstand erholten sich die Sonneberger im zweiten Satz nur schwer. Das
Dachauer Spiel lief auf Hochtouren, es gelang fast alles. Die Gäste
verkrampften dagegen immer mehr, und beim 19:8 für den ASV war Schlimmstes zu
befürchten. Auch dieser Satz blieb mit 25:19 bei den Gastgebern.
Doch
SSC-Trainer Peter Höhn reagierte, stellte Knobloch auf die Mittelblock-Position
von Walter, der für Katanovic in den Außenangriff wechselte. Diese Maßnahme
sollte sofort fruchten: Über die Stationen 7:3 und 17:11 und schließlich 25:19
gewann Sonneberg überzeugend diesen Satz. Jetzt stand auch der Block wieder
gewohnt sicher.
Doch
ebenso zeigte sich jetzt die Klasse der Dachauer. Als wäre nichts geschehen,
begannen sie den vierten Satz voll konzentriert. Sie hatten sich besser auf die
taktischen Umstellungen auf Sonneberger Seite eingestellt. Die Thüringer
verfielen indes wieder in den Trott der ersten beiden Sätze. Auch Nürnberger
und Katanovic konnten nach ihren Einwechslungen nicht viel daran ändern. Dachau
brachte den Satz mit 25:16 und damit auch das Match ungefährdet nach Hause.
(höh)
© 1999-2003 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel