News

 Sonntag, 12. November 2006 

Volley YoungStars setzen Siegesserie fort
DVV-Auswahl sicher in Endrunde!
Keine Chance gegen WM-Favorit Brasilien
Japan: Erste Niederlage für Serbien & Montenegro
Der Turm am Netz
„Doping-Lotto“ als Zeitvertreib
DVV-Männer in Tokio angekommen
Bach: „Hamburg hat sich um den Sport gekümmert“
Bundestrainer kämpft um Sylvia Roll

November 2006

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Deutschland - VfB Friedrichshafen-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

Volley YoungStars setzen Siegesserie fort

GOTHA/ FRIEDRICHSHAFEN - Der Ausflug nach Gotha hätte für die Volley YoungStars Friedrichshafen und das Helferteam erfolgreicher nicht sein können. Beim Volleyballclub Gotha hat sich das Team von Söhnke Hinz einen 3:1-Sieg (29:27, 22:25, 25:19, 25:21) geholt und ist damit auf den dritten Platz vorgerückt.

Der 3:1-Erfolg beim Aufsteiger aus Thüringen war gleichzeitig der sechste Sieg in Folge. In der Partie in der Gothaer Ernestinerhalle knüpften die jungen Häfler nahtlos an ihre Leistungen von vor den Herbstferien an. Dabei hätten die Voraussetzungen nicht viel schlechter sein können, denn zusätzlich zu den verletzten Spielern Jonas Hemlein, Christian Scholze und Michael Kasprzak war auch Rene Bahlburg kurzfristig ausgefallen. Der Außenangreifer war am Freitag im Training umgeknickt und konnte nicht spielen. Stattdessen assistierte er Florian Mack als Co-Trainer. Für Bahlburg hatte Söhnke Hinz kurzfristig Pere Vrdoljak nachnominiert. Die gesamte Verantwortung lastete also auf Sören Schneider, Felix Arenz, Lukas Lampe, Valters Lagzdins, Markus Steuerwald, Simon Quenzer, Libero Fabian Kohl und Auswechselspieler Pere Vrdoljak.

„Die Jungs haben so clever gespielt als hätten sie schon jahrelange Erfahrung“, freute sich Trainer Söhnke Hinz nach dem Spiel. Der VC Gotha entpuppte sich durchaus als ebenbürtiger Gegner, aber die Häfler fanden immer ein Mittel, die Heimmannschaft vor lautstarker Kulisse auszuspielen. Als die YoungStars merkten, dass der VCG exzellent in der Annahme steht, wechselten sie ihre Aufschlagtaktik und brachten den Gegner mit Flatteraufschlägen aus dem Konzept. Entscheidend war gleich der erste Satz, in dem die Häfler lange führten, sich dann durch leichte Fehler die Verlängerung selber einbrockten. Sogar zwei Satzbälle galt es abzuwehren. Aber die YoungStars blieben cool und wendeten den Durchgang zu ihren Gunsten zum 29:27. 

Den zweiten Satz holte sich die Heimmannschaft, aber Kapitän Sören Schneider und seine Mitspieler ließen sich nicht entmutigen. Mit einem souveränen Valters Lagzdins auf der Diagonalen und einem guten Simon Quenzer, der nach seinem Bänderriss seine erste Partie in dieser Saison durchspielte, holten sich die Häfler die Sätze drei und vier mit 25:19 und 25:21 relativ deutlich. Der Matchball blieb Mittelblocker Felix Arenz vorbehalten.

Die nächste Partie am 19. November (16 Uhr) gegen den Tabellenzweiten TG Rüsselsheim wird nach der Erfolgsserie der YoungStars nun zu einem regelrechten Spitzenspiel.

 

 

Deutschland - DVV-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

DVV-Auswahl sicher in Endrunde!

Russland und Brasilien im Halbfinale

Für Giovanni Guidetti waren sie vor WM-Beginn die Favoriten auf das Finale, nun stehen Russland und Brasilien zumindest im Halbfinale: Die Russen ließen den US-Girls keine Chance. China gewann erwartungsgemäß gegen Puerto Rico, machte aber nicht so viele Punkte gut, wie erwartet. Im europäischen Duell zwischen Aserbaidschan und den Niederlanden hatten die Niederländerinnen das bessere Ende auf ihrer Seite. Durch den Sieg der Oranjes sind Deutschland, China und die Niederlande auf alle Fälle bei der Endrunde der besten zwölf Teams dabei.

RUS – USA (25-20, 25-21, 25-17): Für Russland bedeutet der Sieg über die USA die sichere Halbfinalteilnahme, die USA müssen nach bisher drei Niederlagen in der Zwischenrunde um den Verbleib im Turnier bangen. Dabei spielten die US-Girls zunächst hervorragend mit den ungeschlagenen Russinnen mit, dabei kam ihnen das langsame Spiel über die groß gewachsenen Außenangreiferinnen entgegen. Gamova, Godina und Sokolova hatten ihre Probleme, sich gegen die Block- und Feldabwehr der USA zu behaupten. Und da auch die Annahme der USA zunächst funktionierte, entschieden die Europäerinnen den ersten Satz erst in der Schlussphase, vor allem dank einer überragenden Sokolova. Anschließend stellte Russlands Trainer Giovanni Caprara auf Flatteraufschläge um, damit kamen die Amerikanerinnen weit weniger zu Recht. Auch das verletzungsbedingte Ausscheiden Sokolovas (Oberschenkel) am Ende des zweiten Satzes brachte Russland nicht mehr in Bedrängnis. Punktbeste Spielerinnen waren Sokolova, Gamova und Godina (je 13) bei Russland sowie Nancy Metcalf und Tayyiba Haneef (je 12) bei den USA.

CHN - PUR (28-26, 25-14, 25-22): Olympiasieger China hat sich mit einem 3:0-Erfolg über Puerto Rico die Chance, auf das Erreichen der Finalrunde um die Plätze fünf bis acht erhalten und weist nun – wie die deutsche Mannschaft und die Niederlande – 3:3-Siege auf. Allerdings taten sich die Chinesinnen im ersten Satz und dritten Satz sehr schwer und mussten sogar im ersten Durchgang zwei Satzbälle abwehren. Lediglich im zweiten Satz rollte das Angriffsspiel des Olympiasiegers wie gewohnt, und die Mannschaft von Trainer Chen Zhonghe konnte in diesem einiges für das Ballverhältnis tun. Punktbeste Spielerinnen waren Yimei Wang (17), Hao Yang und Yanan Liu (beide 12) sowie Tatiana Encarnacion (10) bei Puerto Rico, das weiter auf den ersten Satzgewinn in der Zwischenrunde wartet.

AZE – NED 0:3 (24-26, 22-25, 24-26): Es war ein äußerst umkämpftes Spiel, für beide Teams ging es um sehr viel. Die Niederlande ist durch den Sieg in der Lage, aus eigener Kraft den Sprung in die Endrunde um die Plätze fünf bis acht zu erreichen (bei Sieg über China trifft das ein), Aserbaidschan muss nun auf deutsche Schützenhilfe hoffen, um noch den Sprung in die Endrunde zu kommen. Denn nur bei einem deutschen Sieg über die USA und einem gleichzeitig (hohen) Erfolg Aserbaidschans über Puerto Rico kann der EM-Vierte noch Platz sechs in der Zwischenrunde erreichen. Punktbeste Spielerinnen waren Manon Flier () und Chaine Staelens (16) sowie Natalya Mammadova (15) und

Aktuelle Tabelle

1. RUS - 12 Punkte - 1.240 Ballpunkte-Quotient - 18:3-Sätze
2. BRA - 12 Punkte - 1.227 Ballpunkte-Quotient - 18:4-Sätze
3. GER - 9 Punkte - 1.006 Ballpunkte-Quotient- 12:10-Sätze
4. CHN - 9 Punkte – 1.004 Ballpunkte-Quotient - 13:11-Sätze
5. NED - 9 Punkte - 0.959 Ballpunkte-Quotient - 13:11-Sätze
6. USA - 8 Punkte – 0.994 Ballpunkte-Quotient - 9:14-Sätze
7. AZE - 7 Punkte - 0.898 Ballpunkte-Quotient - 5:17-Sätze
8. PUR - 5 Punkte - 0.736 Ballpunkte-Quotient - 0:18-Sätze

 

 

Deutschland - DVV-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

Keine Chance gegen WM-Favorit Brasilien

Trotz 0:3 Aufwärtstrend erkennbar

Die DVV-Frauen haben ihr drittes Zwischenrundenspiel bei der WM in Japan erwartungsgemäß verloren: gegen den bis dato ungeschlagenen WM-Favoriten Brasilien setzte es eine 0:3-Niederlage (16-25, 22-25, 15-25). Vor dem letzten Zwischenrundenspiel am 12. November gegen die USA (14.00 Uhr Ortszeit, 6.00 Uhr deutsche Zeit, live auf arena) weist die DVV-Auswahl nun eine 3:3-Bilanz auf. Mit einem Sieg über die US-Girls würde sich die deutsche Mannschaft sicher für die Finalrunde qualifizieren und um die Plätze fünf bis acht spielen. Punktbeste Spielerinnen waren Angelina Grün (12) und Cornelia Dumler (7) sowie Welissa (13) und Sheilla (11).

Trotz der klaren Niederlage hat die deutsche Mannschaft gegen Brasilien einen Aufwärtstrend erkennen lassen: Die Annahme war stabiler, Zuspielerin Kathleen Weiß agierte wieder souveräner, und die Angreiferinnen um Spielführerin Angelina Grün versprühten wieder mehr Selbstbewusstsein. Dennoch reichte dies nicht, gegen eine sehr konzentriert spielende brasilianische Mannschaft, die sich mit dem Erfolg neben Russland für das WM-Halbfinale qualifiziert hat. Die Brasilianerinnen nutzten jede Ungenauigkeit auf der deutschen Seite und verwerteten ihre Punktchancen konsequent. Vor allem in der Annahme und Block- und Feldabwehr boten die Südamerikanerinnen Extra-Klasse, die Aufschläge von Fabiana sorgten zudem für viel Aufregung im deutschen Annahmeriegel.
Spielbericht

Bundestrainer Giovanni Guidetti begann mit Kathleen Weiß im Zuspiel, Birgit Thumm auf der Diagonalen, Angelina Grün und Cornelia Dumler auf den Annahmepositionen, Corina Ssuschke und Christiane Fürst im Mittelblock sowie Kerstin Tzscherlich als Libero.
Brasiliens Chef-Trainer Jose Guimaraes vertraute zunächst auf Fofao, Walewska, Fabiana, Welissa, Jaqueline, Sheilla und Fabiana Oliveira.

1. Satz
Dumler sorgte mit einem gefühlvollen Lob für den ersten deutschen Punkt und Ausgleich (1-1), Fürst zog nach starkem Einhand-Zuspiel von Weiß nach (2-2). Die deutsche Mannschaft zog dank einer stabilen Annahme stets nach, Ssuschke punktete zum 4-4. Als Brasiliens Libero Fabiana Oliveira einen Ball von Ssuschke vom Boden kratzte, nutzte Sheilla die Punktchance. Ein technischer Fehler von Weiß brachte das 4-7. Aber Grün per Hinterfeldangriff sowie Ssuschke mit direktem Aufschlag-Winner verkürzten wieder auf 6-7, ehe Jaqueline beide Teams mit 6-8 in die technische Auszeit schickte. Sheilla und Jaqueline erhöhten aus brasilianischer Sicht, nachdem die deutsche Annahme das erste Mal wackelte und kein gescheiter Angriffsaufbau zustande kam (6-10) – Auszeit GER. Fabiana setzte die deutsche Annahme weiter mit extrem schnellen Sprung-Flatteraufschlägen unter Druck und setzte sich weiter ab (6-12). Erst Grün durchbrach die Serie per Hinterfeldangriff (7-12), danach punkteten aber erneut die Südamerikanerinnen zweifach – Guidetti nahm seine zweite Auszeit (7-14). Thumm verkürzte per Einbeiner und Walewska unterlief einer der wenigen brasilianischen Fehler (9-14). Die deutsche Mannschaft verkürzte nach Fehlern von Welissa und Jaqueline weiter (12-15) – Auszeit BRA. Walewska schlug Grün im Block an, und es ging mit 12-16 in die zweite technische Auszeit. Margareta Kozuch kam für Weiß (13-17), einen Zähler später Tanja Hart für Thumm. Guidetti bekam wegen Reklamierens eine gelbe Karte, der Bundestrainer hatte sich über den japanischen Schiedsrichter moniert, der zum wiederholten Male einen „unsauberen“ Ball durchließ (14-20). Der Satz war weg, erst Recht, als Walewska Dumler blockte und Fürst ihren Angriff ins aus zimmerte (15-24). Kozuch betrieb noch „Ergebniskosmetik“, ehe Dumler erneut am Block von Walewska scheiterte (16-25). Nach gutem Anfang, indem die deutsche Mannschaft einen besseren Eindruck als an den Vortagen in Osaka hinterließ, brach die Mannschaft Mitte/Ende des Satzes etwas ein. Der Satzverlust geht natürlich in Ordnung, aber neun Punkte sind zu viel, vor allem hinsichtlich der Ballpunkt-Quotientenregelung bei der WM.

2. Satz
Beide Mannschaften blieben unverändert, Grün steuerte die 1:0-Führung bei, indem sie den Block anschlug, doch drei deutsche Fehlaufschläge (Fürst, Thumm und Grün) ließen die Brasilianerinnen zu leichten Punkten kommen (3-3). Als Dumler ihren Angriff verzog und Tzscherlich einen kurzen Aufschlag von Fofao nicht erreichte, hatten die Brasilianerinnen die Führung übernommen (4-6) – Auszeit Guidetti, der nicht zufrieden mit seinen Spielerinnen war. Grün verkürzte per Hinterfeldangriff, doch ein erneuter Fehlaufschlag (Dumler) ließ beide Teams mit 6-8 in die technische Auszeit gehen. Nachdem Schiedsrichter Sakaide der deutschen Zuspielerin erneut einen Pass abpfiff, einen Punkte später aber ein Übergreifen Walewskas nicht ahndete, stand Guidetti kurz vor der Eruption. Tzscherlich unterlief noch ein Annahmefehler, der Rückstand war schnell angewachsen (6-11). Dann packte zunächst der deutsche Dreierblock (Fürst), dann der deutsche Zweierblock (Grün) zu (9-12). Die deutschen Spielerinnen müssen sich einfach wieder auf ihr eigenes Spiel besinnen und sich nicht über die Schiedsrichterleistung aufregen. Dumler blockt Walewska am Ende des längsten Ballwechsel des Spiels (11-13). Als Grün aus dem Hinterfeld nach Feldzuspiel von Dumler verzieht und Fürst von Welissa geblockt wird, liegt Brasilien mit vier Punkten vorne (12-16). Als der brasilianische Block im Netz zappelt und sich Thumm Brasiliens Diagonalangreiferin Sheilla pflückt, sind es wieder nur zwei Punkte (14-16). Thumm hält die Differenz per Einbeiner, Grün blockt Sheilla – nur noch ein Punkt Rückstand (17-18). Beim 18-19 kommt Kozuch für Weiß, Jaqueline verzieht – Ausgleich (19-19). Hart wird beim 19-20 für Thumm eingewechselt, Kozuch gleicht mit Raffinesse aus (20-20), Walewska bringt Brasilien wieder in Front, Welissa erhöht, nachdem Ssuschke ihren Angriff nicht auf den Boden bringt (20-22). Grün schlägt den Ball aus dem Hinterfeld auf die Linie und verkürzt, ehe Fabiana wieder erhöht (21-23). Kozuch, die Frau ohne Nerven, bringt erneut ihren Angriff durch, Thumm kehrt aufs Feld zurück (22-23). Fürst blockt den Ball auf die Linie, doch das Schiedsgericht entscheidet auf aus: 22-24, statt Ausgleich, Sheilla nutzt die erste Chance zum 22-25.

3. Satz
Kozuch blieb für Thumm auf dem Feld, ansonsten vertraute Guidetti seiner Startformation. Und die jüngste deutsche Spielerin setzte ein Ausrufezeichen, als sie per Diagonalangriff die 2-1-Führung holte. Die deutsche Mannschaft ist jetzt voll da, Grün hämmert einen Ball die Linie herunter (4-3). Als Dumler am Doppelblock scheitert und Kozuch ins Netz zieht, steht es 4-6. Fabiana, vom deutschen Block nicht zu stoppen, und Welissa erhöhen weiter (4-8) – fünf Punkte in Folge. Dumler muss erneut einen hohen Ball nach Feldzuspiel angreifen und kommt an der brasilianischen Wand nicht vorbei (6-11) – Auszeit Guidetti. Grün über den Block und ein Fehler von Sheilla lassen das Ergebnis etwas ansehnlicher ausschauen (9-13), ehe Fofao mit ihrer dritten Finte zum dritten Mal Erfolg hat. Beim 10-15 führt Guidetti seinen Doppelwechsel durch und bringt Thumm und Hart (für Weiß und Kozuch), Grün macht den nächsten Punkt (11-15). Aber die Brasilianerinnen ziehen das Tempo wieder an, die Aufschläge von Welissa pfeifen über das Netz, die Block- und Feldabwehr ist bärenstark. Beim 12-20 kommen Kozuch und Weiß zurück. Aber die Brasilianerinnen kennen keine Gnade und liegen mit 14-22 vorne, ehe Cathrin Schlüter für Fürst aufs Feld kommt. Doch es läuft nichts mehr, Walewska holt den ersten Matchball (14-25), den Kozuch nochmals abwehrt. Dann verwandelt die eingewechselte Pequeno zum 15-25. Das ist (zu) deutlich. Brasilien jubelt über die Halbfinalteilnahme, die deutschen Spielerinnen klatschen sich dennoch ab.

Stimmen zum Spiel

Giovanni Guidetti: „Wenn Brasilien so spielt wie heute, wird es hier keine Mannschaft geben, die sich schlägt. Sie haben ein anderes Level als mein Team, Deutschland kann Brasilien nur schlagen, wenn Brasilien nicht gut spielt und uns spielen lässt. Trotz der Niederlage bin ich zufrieden, weil das Team deutlich besser war, als gegen die Niederlande und Puerto Rico. Teilweise waren drei, vier meiner Spielerinnen auf dem Boden, diese Leidenschaft wollte und will ich sehen. Gegen die USA wird es ein komplett anderes Match, es ist das wichtigste Spiel für meine Mannschaft und der Druck ist hoch. Bisher haben wir immer sehr gut gespielt, wenn der Druck da war. Ich werde die größte Party meines Lebens machen, wenn wir um die Plätze fünf bis acht spielen.“

Angelina Grün: „Brasilien hat gut gespielt, nur im zweiten Satz konnten wir mithalten. Auch wenn das Ergebnis 0:3 lautet, war unser Spiel besser als zuvor. Morgen ist das wichtige Spiel gegen die USA – ich bin optimistisch. Wir brauchen eine gute Annahme und müssen gegen die Amerikanerinnen eine gute Block- und Feldabwehr spielen. Dazu müssen wir sie sofort mit unseren Aufschlägen unter Druck setzen. Wir müssen konstant spielen.“

Cornelia Dumler: „Von der Stimmung auf dem Feld war es eine Steigerung im Vergleich zu den beiden vorherigen Spielen. Der zweite Satz war gut, da haben wir an die Leistung der Vorrunde angeschlossen. Danach gab es einige Hänger. Morgen müssen wir uns nochmals steigern, wenn wir gewinnen wollen.“

Kerstin Tzscherlich: „Wir haben zwar 0:3 verloren, und zum Teil sind uns unnötige Fehler unterlaufen, aber dennoch haben wir unser Spiel gemacht. Und gegen Brasilien müssen wir nicht gewinnen, morgen gegen die USA ist wichtiger.“

Margareta Kozuch: „Wir hatten Lust zu spielen, das hat man, denke ich, gesehen. Leider haben wir uns mit zu vielen Aufschlagfehlern das Leben schwer gemacht. Das ,Sapporo-Gefühl’ ist zurück gekehrt, auch weil wir Pause hatten und uns regeneriert haben. Auf die USA werden wir uns gut vorbereiten und hoffentlich gut spielen.“

Jose Guimaraes (Trainer BRA): „Wir haben heute in allen Elementen gut gespielt. Die Spielerinnen waren konzentriert und stark in der Annahme und Abwehr. Wir haben unser Ziel, das Halbfinale erreicht. Dort ist uns egal, gegen wen wir spielen, Hauptsache wir spielen gut.“

 

 

Deutschland - DVV-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

Japan: Erste Niederlage für Serbien & Montenegro

Gastgeber Japan hat am dritten Spieltag der Zwischenrunde in Nagoya dem WM-Überraschungsteam Serbien & Montenegro die erste Niederlage beigefügt. Dennoch liegen mit Italien und Serbien & Montenegro zwei europäische Teams an der Tabellenspitze und haben die besten Aussichten, das Halbfinale zu erreichen. Kuba und Japan dürften aufgrund des hervorragenden Ballpunkte-Quotienten die Endrunde um die Plätze fünf bis acht sicher erreicht haben.

KOR - CUB 0:3 (19-25, 14-25, 22-25): In allen Sätzen musste Tabellenschlusslicht Korea den Kubanerinnen hinterher schmettern, die Karibik-Schönheiten erwischten stets besseren Start. Und mit ihrer Athletik waren sie gegenüber den körperlich unterlegenen Koreanerinnen am Netz deutlich im Vorteil. Trainer-Tochter Rosir Calderon war mit 15 Zählern erfolgreichste kubanische Punktesammlerin, gefolgt von Nancy Carillo (13). Punktbeste Spielerin der Partie war mit Yeon-Koung Kim (16) jedoch eine Koreanerin.

POL - TUR 0:3 (18-25, 22-25, 19-25): Europameister Polen erlebte beim 0:3 gegen die Türkei seinen bisherigen Tiefpunkt bei der WM. Erneut wurde das Fehlen der ehemaligen Leistungsträger Glinka und Swieniewicz mehr als deutlich. Die Türkei hatte leichtes Spiel, Diagonalangreiferin Neslihan Demir steigerte ihr eh schon üppiges Punktekonto um weitere 20 Zähler, neben ihr punktete Natalia Haninkoglu (18) am besten, bei Polen konnten Kamila Fratzak (14) und Johanna Mirek (13) zweistellig punkten. Polen kann nur noch mit einem Erfolg über Kuba die Endrunde erreichen, doch in diesem Zustand scheint die vorzeitige Abreise wahrscheinlich. Die Türkei landete in der Zwischenrunde bereits den zweiten Erfolg und ist nach einem Sieg über Südkorea sicher dabei.

JPN - SCG 3:2 (18-25, 22-25, 25-18, 25-21, 15-11): Gastgeber Japan hat sich nach einer furiosen Aufholjagd einen Platz unter den ersten acht Teams bei der WM gesichert und zugleich dem WM-Überraschungsteam Serbien & Montenegro die erste Niederlage beigefügt. Nachdem die Europäerinnen relativ sicher die ersten beiden Sätze gewonnen hatten, deutete alles auf den nächsten Erfolg Serbien & Montenegros hin, doch angefeuert von den 8.000 Zuschauern spielten sich die Japanerinnen in einen Spielrausch, wehrten die unglaublichsten Bälle ab und rissen ihren Trainer Shoichi Yanagimoto zu Gefühlsausbrüchen hin. Am Ende waren Miyuki Takahashi (19), Saori Kimura und Shuka Oyama (je 15) sowie Jelena Nikolic und Anja Spasojevic (je 21) die punktbesten Spielerinnen dieser fesselnden Partie.

TPE - ITA 0:3 (15-25, 13-25, 14-25): Mehr als ein Klassenunterschied war in der Partie zwischen Taiwan und Italien zu sehen. Weltmeister Italien spielte mit den körperlich unterlegenen Asiatinnen Katz und Maus und ließ der Überraschungsmannschaft der Vorrundengruppe A, dort blieben die Taiwanesinnen ungeschlagen, keine Chance. Italien hat mit dem Sieg die Tabellenführung übernommen und das Halbfinale so gut wie erreicht, Kuba und Japan haben nur noch theoretische Chancen, den Italienerinnen die Halbfinal-Teilnahme streitig zu machen. Punktbeste Spielerinnen waren Sara Anzanello (14), Simona Rinieri-Dennis, Elisa Togut und Francesca Piccinini (je 11) sowie Chin I Lin (10). Taiwan gewann in den drei Spielen der Zwischenrunde lediglich einen Satz und spielt wohl nur um die Plätze neun bis zwölf.

Aktuelle Tabelle

1. ITA - 11 Punkte - 1.283 Ballpunkte-Quotient - 16:4-Sätze
2. SCG - 11 Punkte - 1.126 Ballpunkte-Quotient - 17:5-Sätze
3. CUB - 10 Punkte – 1,075 Ballpunkte-Quotient - 14:7-Sätze
4. JPN - 10 Punkte - 1.035 Ballpunkte-Quotient - 14:11-Sätze
5. TPE - 9 Punkte - 0.896 Ballpunkte-Quotient - 10:13-Sätze
6. TUR - 8 Punkte - 0.955 Ballpunkte-Quotient - 7:13-Sätze
7. POL - 7 Punkte - 0.853 Ballpunkte-Quotient - 5:17-Sätze
8. KOR - 6 Punkte - 0.878 Ballpunkte-Quotient - 5:18-Sätze

 

 

Deutschland - DVV-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

Der Turm am Netz

Christiane Fürst blockt alles, was Rang und Namen hat

Wenn sie zum Block hoch steigt, wird es oft dunkel über den Angreiferinnen und der Ball kommt schneller zurück, als man gucken kann. Christiane „Fürstl“ Fürst (21 Jahre, Dresdner SC) ist ohne Zweifel die beste Blockspielerin in der DVV-Auswahl und zeigt bei ihrer ersten WM-Teilnahme nicht nur in ihrem Paradeelement starke Leistungen.
Dass Fürst heute eine der weltbesten Mittelblockerinnen ist, zeichnete sich zu Beginn ihrer Volleyball-Karriere nicht an: Zu Beginn war Fürst körperlich nicht so stark, eine der Kleinsten und begann als Außenangreiferin, „ich habe zwischen 12 und 16 große Wachstumsschübe gehabt“, erzählt Fürst. Der Beginn erfolgte mit neun Jahren, „als eine Frau in den Sportunterricht kam und fragte, ob ich nicht Volleyball spielen will. Und da zu diesem Zeitpunkt „Mila-Superstar“ (berühmte japanische Volleyball-Comic-Figur) angesagt war, und ich mit meinen Freundinnen in der Schule eh Volleyball rumgedaddelt habe, bin ich da hingegangen“, erinnert sich Fürst.

Die Frau kam vom Dresdner SC, und es dauerte nicht lange, da kreuzten sich die Wege von Fürst und Klaus Kaiser, einem der Macher des DSC. 1995 wurde „Fürstl“ Mitglied des Dresdner Volleyball-Vereins, wo sie bis heute noch die gegnerischen Angreiferinnen zur Verzweiflung treibt. Bei ihrem Klub sammelte sie insgesamt fünf Deutsche Meisterschaften in der Jugend, u.a. auch mit Nationalmannschafts-Kollegin Corina Ssuschke, ehe sie über Landesliga, Regionalliga und Zweite Liga in der Saison 2002/03 in der Ersten Liga ankam. Weil sie bereits im Kader der Erstligamannschaft stand, machte sie auch nicht das Projekt „Juniorinnen in der 1. Bundesliga mit“. Doch der damalige Juniorinnen-Bundestrainer Rudi Sonnenbichler verzichtete natürlich nicht auf Fürst, obwohl er „mich gerne in Sinsheim gehabt hätte“, weiß Fürst.

Bei der Juniorinnen-Weltmeisterschaft 2003 in Thailand machte Fürst dann das erste Mal international auf sich aufmerksam: Die 1,92 Meter große Mittelblockerin avancierte zur besten Blockerin des Turniers und war zudem noch zweiteffektivste Angreiferin: „Ich war sehr überrascht über die Auszeichnung ,beste Blockerin’ und über das gute Ranking im Angriff. Aber ich habe im Zusammenspiel mit Kathleen (Weiß) kaum Angriffsfehler gemacht“, meint Fürst, für die es dann rasant weiter ging. „Als ich aus Thailand zurückkam, ging es am nächsten Tag zur Frauen-Nationalmannschaft nach Heidelberg und einen Tag später zur Frauen-EM nach Ankara.“ Dort wurde sie regelmäßig in ihrer Spezialdisziplin Block für Zuspielerin Tanja Hart eingesetzt – mit Erfolg.

An ihren ersten Blockpunkt im ersten Länderspiel erinnert sich Fürst heute noch genau: „Meinen allerersten Block haben ich gegen Gamova (RUS) gehabt, das war für mich als 18-Jährige natürlich riesig.“ Die EM-Bronzemedaille war der verdiente Lohn, und für Fürst ging es von nun an bergauf: Es folgte das „Wunder von Baku“, die erfolgreiche Olympia-Qualifikation, sowie die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen – mit Fürst als Stammspielerin. Sie hatte sich gegen so renommierte Kolleginnen wie Christina Benecke oder Kathy Radzuweit durchgesetzt. Wie bei Tanja Hart ruft auch bei Fürst das Stichwort „Olympia“ leuchtende Augen hervor: „Allein die Teilnahme war gut. Olympia ist so schön, das möchte ich auf jeden Fall noch mal schaffen.“

Doch zunächst liegt der Fokus auf dem hier und heute. Die WM ist für die deutsche Mannschaft sehr gut angelaufen, „wir haben eigentlich nur gegen die Niederlande schlecht gespielt. Wir wollen um die Plätze fünf bis acht spielen, und ich glaube, das schaffen wir.“ Auch bei der WM präsentiert sich Fürst in starker Form und ist von den gegnerischen Angreiferinnen gefürchtet: Gemeinsam mit den Weltklassespielerinnen Walewska (BRA) und Gamova (RUS) führt die Dresdnerin die aktuelle Blockstatistik mit 24 Blockpunkten an.

Doch mittlerweile ist nicht nur der Block eine Stärke der 21-Jährigen: „Giovanni hat mir klar gemacht, dass nicht nur das Blocken wichtig ist, sondern auch der Angriff. Deswegen bin ich froh, dass ich mich in diesem Bereich verbessert habe.“ Und auch der Aufschlag ist eine neue Stärke von Fürst: Stand sie damals an der Grundlinie und schlug ihren Flatteraufschlag aus dem Stand über das Netz, so führt sie nun einen schnellen, druckvollen Sprung-Flatteraufschlag aus. Bereits acht WM-Asse stehen zu Buche.

Spielt Fürst ausnahmsweise nicht Volleyball, studiert sie Geschichte und allgemeine Sprachwissenschaft. Diese Fächer wurden ein wenig aus der Not geboren, weil sie eigentlich Medizin studieren wollte, dies aber aus mehreren unglücklichen Umständen nicht klappte. Für Fürst ist es wichtig, neben dem Volleyball noch etwas zu machen, „es ist Abwechslung und eine andere Welt, in der ich mich wohl fühle. Volleyball ist mein Leben, aber ich brauche auch geistige Anforderung.“

Ein Grund, warum sie immer noch in Dresden spielt, ist dieser „Wohlfühl-Faktor“. Eine Spielerin wie Fürst ist natürlich sehr interessant für das Ausland, mehrere italienische Erstligisten buhlten bereits in der Vergangenheit um sie. In der vergangenen Saison war es dann fast so weit: „Mit Novara war so gut wie alles klar, doch dann kam die schwache EM, eine schwache Saison, das Verpassen des Medizinstudiums und andere Dinge dazwischen. Es passte zu diesem Zeitpunkt einfach nicht“, meint Fürst und schiebt nach: „Aber ein Wechsel ins Ausland ist durchaus möglich, das weiß auch der DSC, mit dem ich in diesem Jahr unbedingt einen Titel gewinnen will.“

Ein Engagement im Ausland fördert auch die Persönlichkeit und würde sicherlich auch Fürst prägen und verändern. Fürst sieht sich selbst „als einen sehr ruhigen Menschen, teilweise auch auf dem Feld zu ruhig. Ich werde nie ein aggressiver Bolzen werden“, lacht sie. Einen Schuss mehr Aggressivität erhofft sich wohl auch Giovanni Guidetti, wie Fürst zu interpretieren weiß: „Manchmal glaube ich, er hofft, dass ich ihn zurück anschreie. Mein Fehler ist, dass ich vieles zu persönlich nehme. Obwohl ich weiß, was er bezwecken will, reagiere ich sensibel darauf.“

In solchen Situationen hilft Mannschaftsarzt Dr. Paul Schmeing, der nicht nur die richtigen Mittelchen verabreicht und zielgenau die Akupunkturnadeln setzt. Schmeing fungiert auch als Psychologe: „Nach Gesprächen mit Paul geht es mir gleich viel besser“, so Fürst.
Guidetti selbst ist sehr angetan von Fürst: „Ich glaube, dass ihr nichts fehlt, was die weltbesten Mittelblockerinnen haben. Sie muss nur damit beginnen, daran zu glauben“, spricht er das an, was Schmeing als „Selbstentwertung“ im Verhalten von Fürst diagnostiziert.

Corina Ssuschke, Mittelblocker-Kollegin im Verein und in der Nationalmannschaft, die sich bei der WM mit Fürst das Zimmer teilt, meint: „Sie ist sehr ruhig und oft zu nah am Wasser gebaut. Sie ist sehr sozial, hilfsbereit und zu gutmütig.“ Ein Schuss Aggressivität und Selbstvertrauen könne also nicht schaden. Physiotherapeut Patrick „Pecke“ Rißler lobt vor allem die enorm starke Physis der Mittelblockerin: „Sie ist physisch sehr stark, und dennoch legt sie in diesem Bereich von Jahr zu Jahr weiter zu.“ Die gegnerischen Angreiferinnen werden das nicht gerne hören…

 

 

Deutschland - DVV-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

„Doping-Lotto“ als Zeitvertreib

In jeder Sportart, in der es um Medaillen geht, sind sie an der Tagesordnung: die Dopingkontrollen. So ist es natürlich auch bei der WM in Japan. Jeweils eine Spielerin pro Team kann pro Spiel ausgewählt werden. Die deutschen Frauen machen sich aus dieser bisweilen Zeit raubenden Angelegenheit ein Späßchen und spielen „Doping-Lotto“.

Die Regeln sind ganz einfach: Jede Spielerin sowie Mannschaftsarzt Dr. Paul Schmeing und Physiotherapeut Patrick „Pecke“ Rißler zahlen auf dem Weg in die Halle 0,50 Euro ein - natürlich übernimmt Libero und Kassenwartin Kerstin Tzscherlich den Job als Geldeintreiberin. Dann werden die Tipps abgegeben, welche deutsche Spielerin es nach dem Spiel erwischt.

Den Vogel abgeschossen, hat bisher Zuspielerin Kathleen Weiß: Ihr Tipp „Birgit Thumm“ nach dem Spiel gegen die Niederlande zählte doppelt, da in der Partie vorher (Puerto Rico) keine Dopingkontrolle genommen wurde. Satte 14 Euro flossen in die Tasche der Schwerinerin. Gegen Aserbaidschan musste sich Margareta Kozuch ihren Gewinn mit Doc Schmeing und Physio Rißler teilen – alle hatten auf Tzscherlich gesetzt. Dass Tzscherlich tags darauf erneut ausgelost wurde, überraschte auch die Tipp-Gemeinschaft: Nicht eine Spielerin hatte auf das „Double“ getippt.

Gegen Brasilien wurde Corina Ssuschke ausgelost – Angelina Grün freute sich am meisten, sie knackte den Jackpot. Wie ein alter Lotto-Hase verfährt Atika Bouagaa, die stets bei ihrem Tipp „Fürstl (Christiane Fürst)“ bleibt, „irgendwann muss sie ja gezogen werden.
Zufrieden äußert sich bisher auch Doc Schmeing, der die Spielerinnen stets zur Kontrolle begleitet: „Es läuft gut…“

 

 

Deutschland - DVV-News

 Sonntag, 12. November 2006

    

DVV-Männer in Tokio angekommen

Akklimatisierung beginnt

Wie vorgesehen landete die Boeing 777 der Japan Airlines in Tokio (Flughafen Narita). Alle Delegationsmitglieder waren pünktlich in Frankfurt erschienen, um 20.20 Uhr rollte die Maschine zur Startbahn, um 20.35 Uhr war lift off. Nach einem überwiegend ruhigen Flug (11 Stunden 5 Minuten) landete die Maschine in Tokio – Ortszeit 15.35 bei 17 Grad Aussentemperatur.

Die deutsche Mannschaft bezog nach gut zweistündigem Transfer vom Flughafen Quartier auf dem firmeneigenen Sportkomplex des Megakonzerns NEC, der seine Werkssportler auch im firmeneigenen Internat unterbringt. Die deutsche Mannschaft erhält Gelegenheit, in den nächsten Tagen die Zeitumstellung zu verdauen und sich zu akklimatisieren, So wurden in Fukuoka gestern sommerliche 23 Grad gemessen.

Das deutsche Team wird mindestens ein Trainingsspiel (geplant für Dientag) gegen die US-amerikanische Nationalmannschaft absolvieren – in einem noch zu führenden Gespräch wird geklärt, ob evtl. zwei Partien ausgetragen werden. Auch die amerikanische Nationalmannschaft ist im NEC-Komplex untergebracht.

Nach dem Abendessen am Ankunftstage setzte Bundestrainer Moculescu noch ein leichtes Training an. Delegationsleiter Hartmut Giebels will zunächst die Trainingszeiten für die deutsche Mannschaft abklären.

 

 

Deutschland - Hamburger Abendblatt

 Sonntag, 12. November 2006

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Bach: „Hamburg hat sich um den Sport gekümmert“

Der oberste deutsche Sportfunktionär über Olympiachancen, den Kampf gegen das Doping und fette statt fitte Kinder.

ABENDBLATT: Herr Dr. Bach, Sie sind in diesen Wochen häufig in Hamburg zu Besuch. Wie gefällt Ihnen die Stadt?
THOMAS BACH: Mir geht schon immer das Herz auf, wenn ich über Elbe und Alster einfliege und das viele Grün und das viele Wasser sehe. Hamburg ist eine sehr schöne Stadt, deshalb komme ich immer gern hierher.

ABENDBLATT: In Zeiten wie diesen könnten Ihre Hamburg-Visiten als Olympiavotum für die Stadt missverstanden werden.
BACH: Ich bin auch öfter in anderen deutschen Städten.

ABENDBLATT: Auch in Berlin?
BACH: Unter anderem.

ABENDBLATT: Am Freitag treffen Sie Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust. Er wird Ihnen Olympia-Avancen machen. Werden Sie diesen widerstehen können?
BACH: Wie soll ich das beurteilen, ohne seine Angebote zu kennen.

ABENDBLATT: Sie gelten derzeit nicht als glühender Befürworter einer deutschen Bewerbung.
BACH: Die Diskussion kommt zu früh. Wir müssen die Entscheidung des IOC Anfang Juli 2007 über die Vergabe der Winterspiele 2014 abwarten. Danach bleibt genug Zeit, um zu reagieren.

ABENDBLATT: Auch für die Sommerspiele 2016?
BACH: Die Erklärungsfrist an das IOC läuft erst Ende 2007/Anfang 2008 ab. Aber: 2012 werden die Sommerspiele in London ausgetragen. Rein rechnerisch werden sie 2016 auf einem der anderen vier Kontinente stattfinden.

ABENDBLATT: Die Fußball-WM hat gezeigt, welche Begeisterung ein sportliches Großereignis lostreten kann. Eine deutsche Olympiabewerbung scheint bei Ihnen dennoch keine Euphorie auszulösen.
BACH: Ich weiß sehr genau um die Kraft, um die Emotionen, die im Sport stecken. Olympische Spiele in Deutschland zu veranstalten, das wäre auch für mich ein großer Traum. Wir sollten jedoch realistisch bleiben und unsere Chancen exakt analysieren.

ABENDBLATT: Tendieren Sie mehr zu Sommer- oder Winterspielen?
BACH: Das einzige Kriterium, wann und wofür wir uns bewerben, bleibt die internationale Durchsetzungsfähigkeit.

ABENDBLATT: Wäre Hamburg international durchzusetzen?
BACH: Lassen Sie uns nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Wir müssen zunächst sehen, wann gibt es eine Chance für Deutschland, dann können wir uns Gedanken machen, wer diese am besten nutzen würde.

ABENDBLATT: Werden Hamburgs Bemühungen, eine Sportstadt zu werden, im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wahrgenommen?
BACH: Hamburg hat sich zuletzt mit einer Vielzahl Veranstaltungen um den Sport gekümmert. Da ist ein gewisser Wandel erkennbar, den wir sehr begrüßen. Ich hoffe, dass sich dieses Engagement nicht auf Großereignisse beschränkt, dass die Förderung tief verwurzelt wird, dass der Vereins- und Schulsport auf ähnliche Unterstützung setzen darf. Leistungssport ohne Breitensport gibt es nicht, Organisation und Begeisterung für Großereignisse nicht ohne die ehrenamtliche Arbeit vieler Leute, die aus den Vereinen kommen.

ABENDBLATT: Wie wichtig der Schulsport ist, wird von Pädagogen und Psychologen regelmäßig propagiert. In der Praxis fallen Sportstunden in den Schulen weiter häufig aus. Matthias Sammer, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes, hat jetzt die tägliche Sportstunde gefordert. Schließt sich der DOSB ihm an?
BACH: Die Situation des Schulsports ist bundesweit ungenügend. Wir stellen die negativen, gesundheitsschädlichen Folgen bis ins Erwachsenenalter immer wieder fest. Unsere Kinder sind im Durchschnitt ja eher fett statt fit. Dass Bewegung auch die kognitiven Fähigkeiten fördert, ist unumstritten. Mehr Schulsport wäre auch ein Kampf gegen die Folgen von Pisa. Wir sehen in der Einrichtung von Ganztagsschulen eine Chance, in Kooperation mit den Vereinen das Sportangebot in der Schule erheblich bis zur täglichen Sportstunde auszubauen. Wir müssen nur Tendenzen vorbeugen, dass die nachmittägliche Sportbetreuung in Abzug gebracht wird von den regulären Sportstunden. Das Angebot muss ein zusätzliches sein. Darüber reden wir mit den Kultusministern der Länder.

ABENDBLATT: Ähnlich besorgniserregend wie um den Schulsport steht es in Deutschland um den Leistungssport. Der Zug für Peking 2008 sei bereits abgefahren, sagt der neue DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Wie müssen wir das verstehen?
BACH: Dass sie jetzt mit Steuerungsmaßnahmen das Ergebnis in Peking nur noch marginal beeinflussen können, wenn überhaupt. Olympiasieger werden nicht in zwei Jahren gemacht. Das sind langfristige Prozesse.

ABENDBLATT: Die es dringend zu verbessern gilt?
BACH: Die für den Leistungssport Verantwortlichen sind dabei, ihre Konzepte zu erarbeiten. Die neuen Akzente beruhen auf zwei Säulen: Stärkere Erfolgsorientierung bei der Förderung durch den Abschluss von "Zielvereinbarungen" der Spitzenverbände mit den Olympiastützpunkten. Die Höhe der Förderung soll an den Erfolg angepasst werden. Und das ganze System soll flexibler und besser auf den einzelnen Athleten zugeschnitten werden. Die Zeit der Gießkanne ist passé. Bei der Mitgliederversammlung am 9. Dezember werden wir die konkreten Vorschläge erörtern.

ABENDBLATT: Geld erhalten nur noch Medaillenkandidaten?
BACH: Beim Leistungssport muss man sich Ziele setzen - und den Mut haben, diese Zielsetzungen auszusprechen. Wer seine Ziele nicht erreicht, muss mit weniger Förderung leben.Wir haben nur begrenzte Ressourcen, die wir effektiver nutzen wollen. Wir müssen die Anreize verstärken.

ABENDBLATT: Reichen diese Systemkorrekturen aus?
BACH: Wir haben Defizite im Trainerbereich. Das fängt an bei der Wertschätzung des Berufs. In Deutschland wird der Trainer nicht entsprechend seines Beitrages zum Erfolg gewürdigt, angefangen mit der Bezahlung. Als ersten Schritt haben wir daher einen Preis für den Trainer des Jahres ausgelobt. Auch bei den Eliteschulen des Sports, aus denen zuletzt bis zu 75 Prozent unserer olympischen Medaillengewinner hervorgegangen sind, gibt es zahlreiche weiße Flecken; mehr in den alten, denn in den neuen Bundesländern. An den Universitäten kommt dem Leistungssport bisher nicht die Bedeutung zu, die er zum Beispiel in den USA hat. Auch da sind wir im Gespräch mit der Hochschulrektoren-Konferenz, um Verbesserungen zu erzielen.

ABENDBLATT: Wenn all diese Maßnahmen greifen, laufen wir am Ende den anderen doch wieder hinterher, weil die über unnatürliche Kräfte verfügen. Ist der Zug für Peking auch deshalb abgefahren, weil es 2008 in China keine Chancengleichheit geben wird?
BACH: Wir wollen Leistung im deutschen Sport, wir wollen aber Leistung nicht um jeden Preis. Wir wollen unsere Nulltoleranzpolitik gegen Doping in Deutschland durchsetzen. Daher ist es zunächst einmal zweitrangig, auf andere zu schauen.

ABENDBLATT: In vielen Ländern bleibt die Kontrolldichte der Spitzenathleten beklagenswert.
BACH: Die Weltantidopingagentur (Wada) verstärkt ihre Bemühungen wie auch das IOC. In Peking wird es gegenüber 2004 in Athen 25 Prozent mehr Kontrollen geben. Das Netz wird engmaschiger, alle Schlupflöcher werden wir aber nicht schließen können.

ABENDBLATT: Zeigt nicht der Fall des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes, dass der Sport gegen die modernen Drogennetzwerke machtlos ist?
BACH: Der Kampf gegen Doping hat zwei Komponenten, den gegen die dopenden Sportler und den gegen deren Hintermänner. Dass der Staat es nicht allein schaffen kann, beweist der Fall Fuentes. Bisher gab es keine einzige Verurteilung. Der Arm des Sports wiederum reicht nicht bis zu den Hintermännern. Wir brauchen das Zusammenspiel. Jeder muss das tun, was er am besten kann. Der Sport kann am schnellsten und härtesten die Athleten bestrafen - mit einem zweijährigen Berufsverbot. Das kann er allein aufgrund einer positiven Probe. Das gelingt in einem rechtsstaatlichen Verfahren niemals. Und die Sperre gilt zudem weltweit. Ein Urteil des Amtsgerichts Hamburg hätte nicht diese Wirkung.

ABENDBLATT: Wir brauchen also kein Antidoping-Gesetz?
BACH: Es geht nicht um Schlagworte, sondern um Inhalte. Doping ist heute eine hochwissenschaftliche Methode, mit der die Athleten an Grenzwerte planmäßig herangeführt werden. Das kann der Sportler allein nicht zustande bringen. Dazu bedient er sich der Labors und der Ärzte. An diese Hintermänner müssen wir ran. Dafür fordern wir härtere gesetzliche Maßnahmen und eine höhere Tätigkeit der Behörden, um diese Vergehen aufzuspüren. 

ABENDBLATT: Woran hapert es?
BACH: Es fehlt der Austausch von Informationen der Sportgerichtsbarkeit mit den staatlichen Institutionen und umgekehrt. Nehmen Sie den Fall Fuentes: Die Behörden veröffentlichen Namen von involvierten Sportlern, der Sport bittet daraufhin um die Dokumente, die er nicht erhält, weil die staatlichen Verfahren erst abgeschlossen werden müssen. So kommen wir nicht weiter.

ABENDBLATT: Was fordern Sie?
BACH: Eine Verschärfung des Arzneimittelgesetzes, Erhöhung der Strafen, damit die Ermittlungsmöglichkeiten, wie Abhören, erweitert werden. Um das Vollzugsdefizit zu beseitigen, haben wir die Einrichtung von Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften vorgeschlagen. Zudem muss die Kennzeichnungspflicht bei Nahrungsergänzungsmitteln verbessert werden, um deutlich zu machen, wo Dopingsubstanzen beigemischt sind. Wir haben Antidoping-Vertrauensleute benannt, an die sich Sportler wenden können. Wir haben ein Bündel von Maßnahmen verabschiedet, die einer koordinierten Arbeitsteilung zwischen Sport und Staat gerecht werden sollen. Wir brauchen nicht Staat statt Sport, sondern Staat und Sport.

ABENDBLATT: Würde der Druck auf die Athleten nicht erhöht, würde auch der Sportbetrug von staatlichen Gerichten geahndet.
BACH: Das Thema Sportbetrug ist von allen Fachleuten ad acta gelegt worden. Das ist nicht machbar. Die Schwalbe im Strafraum ist ein Betrug wie die Einnahme verbotener Mittel. Wollen Sie den Mittelstürmer künftig auf dem Platz verhaften lassen?

ABENDBLATT: Das würde die Zahl der Schwalben vermindern.
BACH: Die Gesetze gegen Diebstahl haben bisher den Diebstahl auch nicht verhindern können. Solange Menschen konkurrieren, wird es immer wieder welche geben, die vor Betrügereien nicht zurückschrecken. Im Sport und anderswo. Unser Ziel muss die Aufrechterhaltung eines glaubwürdigen, fairen Wettkampfes im Sinne des sauberen Athleten sein. Diesem Ziel müssen wir nahe kommen. Dieses Ziel werden sie aber nie zu hundert Prozent erreichen.

 

 

Deutschland - Schweriner Volkszeitung

 Sonntag, 12. November 2006

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Bundestrainer kämpft um Sylvia Roll

Volleyball-Coach Guidetti möchte mit Schwerinerin zu Olympia 2008

Osaka (Von Erik Otto) - Volleyball-Bundestrainer Giovanni Guidetti will Sylvia Roll zu einer Fortsetzung ihrer Auswahl-Karriere bis nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking überreden.

 

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