Niclas Hildebrand
Hagers Junior

Seine Titelbilanz kann sich für einen 17-jährigen schon sehen lassen: 3. Platz mit der VGAH- B-Jugend bei den Deutschen Meisterschaften 1997, Hamburger Meister im Beach-Volleyball 1996 und 1997, Hamburger Jugendmeister sowieso, gerade ist Niclas Hildebrand von der Schul-Weltmeisterschaft in Athen zurückgekommen.

Wie war's? "Einfach spitze. Viele Leute kennengelernt aus vielen Ländern dieser Erde, das war schon ein Hauch Olympia. Und sportlich sind wir mit dem 10. Platz bei unserer schweren Vorgruppe auch ganz zufrieden."

Seit acht Jahren spielt Niclas Volleyball, wurde damals von einem Mitschüler zum Training ans Gymnasium Heidberg 'verschleppt'. "Ich habe damals wie wohl alle Fußball gespielt, aber meine Mutter war ganz zufrieden, als mich der Mario Bertschis mitgenommen hatte. Es paßte auch, daß wir kurz darauf von Poppenbüttel nach Langenhorn zogen. Da unser Trainer, Tobias Fixon, sich auch sehr um mich bemüht hat, war es dann gar keine Frage, was meine Hauptsportart wurde."

Zu seinen Trainern hatte der 17-jährige immer ein gutes Verhältnis. Durch seine Offenheit und seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, bot er sich als Kapitän geradezu an. Dies war auch in der Hamburger Auswahl quasi von Anbeginn an so. "Niclas hat erkannt, wieviel Einsatz man im Hochleistungssport bringen muß und verhält sich für seine Jugend erstaunlich professionell." kommentiert Söhnke Hinz, sowohl sein Trainer in der Auswahl als auch in der Regionalligamannschaft des ETV. In der Halle hat Niclas mit der 2. Mannschaft des Eimsbütteler TV als Aufsteiger in die Regionalliga Nord nach einer Eingewöhnungsphase einen respektablen 6. Platz belegt. Auch in der nächsten Saison bleibt die Youngster-Truppe fast komplett zusammen.

Meist fungiert Niclas in der Halle als Zuspieler. Die ideale Spielposition? "Offen gestanden, nicht unbedingt. Mir bringt es oft auch Spaß, anzugreifen. Und insgesamt betrachtet finde ich, daß Volleyball in vielen Bereichen zu sehr auf Spezialisten setzt. Wenn ich sehe, wie unkomplett viele erfolgreiche Spieler wirken ... ich stelle mir diese Spieler immer beim Beach-Volleyball im Spiel zwei gegen zwei vor. Sie hätten keine Chance."

Der Drang, als kompletter Spieler gefordert zu werden, war auch eine Motivation, Beach-Volleyball auszuprobieren. "Ich erinnere mich an das erste Beach-Turnier, daß ich zusammen mit Tim Braun gespielt habe. Das war ein B-Turnier der Hamburger Serie vor drei Jahren und ich war aufgeregt wie noch nie. Wenn ich bedenke, daß ich kürzlich in Hannover mit Karl Strempel das erste Mal gegen Axel Hager und Jörg Ahmann in einem Turniermatch antreten durfte, ist das schon ein tolles Ding."

Lennard Krapp, kürzlich zum Beach-Bundestrainer ernannt, kommentiert: "Niclas hat große Anlagen sowohl als Zuspieler in der Halle wie auch am Strand. Er hat sich für Beach-Volleyball entschieden und ich glaube, daß diese Entscheidung seinen Ansprüchen auch noch etwas näher kommt."

"Manchmal zu ehrgeizig", antwortet Niclas auf die Frage nach seinen Schwächen. Was ist dein Ehrgeiz, Olympia? "Na klar", antwortet er wie aus der Pistole geschossen. "Es kann nichts Größeres geben." Und wann, frage ich halb im Scherz. Bist du schon in Sydney dabei ? "Klar bin ich in Sydney dabei, aber nur am Fernseher. Nein, jetzt im Ernst: Nach Olympia ist es ein langer Weg, ich bin ja noch jung. 2008, vielleicht mit Glück 2004, aber natürlich verschwende ich zur Zeit nicht allzuviele Gedanken an so etwas. Erstmal geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und sich allmählich in der deutschen Szene zu etablieren. Und das große Ziel in diesem Jahr heißt für Karl und mich natürlich die Jugend-Europameisterschaft Mitte August auf Rhodos."

Und abseits vom Sportgeschehen, was gibt's da? "Berufsperspektive? Naja, das, was ich hauptsächlich mache, ist Sport. Sportlehrer liegt da nahe. Aber auch Psychologie-Themen interessieren mich sehr, sowohl fachlich als auch im Alltagsgeschehen. Ich rede z.B. gern mit Leuten, möchte gern wissen, wie mein Gegenüber so ist."

'Schnick' als Kombination aus Schnacken und Niclas wurde dann auch sein Spitzname.

Peter Neese

 

 © 1999-2001 Smash Hamburg - Deutschlands Online Volleyball-Zeitung von Peter Neese und Dennis Wenzel