Stefan Hübner
Publikumsliebling

Eigentlich galt seine Karriere schon als beendet. Als 19-jähriger von Bernd Schlesinger zum Bundesligisten 1.SC Norderstedt geholt, plagte er sich von Saisonbeginn an mit gravierenden Rückenproblemen herum, die aber dank der intensiven Betreuung durch den Mannschaftsarzt Dr. Nottbohm behoben werden konnten. Stefan Hübner avancierte mit seiner lockeren Art zum Stammspieler und Publikumsliebling der Norderstedter. Zum Ende der Saison fand er eine Berufung in die Nationalmannschaft im Briefkasten.

Stefan Hübner ist schon seit längerem in Auswahlmannschaften des DVV aktiv. In der A-Nationalmannschaft zählte er trotzdem zu den jüngsten Spielern. Bevor er von Olaf Kortmann 1997 in die Herrennationalmannschaft berufen wurde, war der Mittelblocker Stammspieler der Juniorenauswahl, die die Weltmeisterschafts-Qualifikation 1996 nur knapp verpaßte.

Bei den Europameisterschaften in den Niederlanden zählte er zu den stärksten Akteuren in der deutschen Mannschaft und hatte maßgeblichen Anteil an dem historischen Sieg über die russische Mannschaft. Experten bescheinigen dem gebürtigen Bielefelder eine steile Karriere und auch Olaf Kortmann war sofort von Hübner überzeugt: "Mittelblockern, die auch Annahmequalitäten haben, gehört die Zukunft."

Bei so viel Lob aus berufenem Munde ist das selbstgesteckte Ziel von Stefan Hübner nachvollziehbar: "Ich möchte den Anschluß an die europäische Spitze erreichen."

Deutscher Volleyball Verband

 

Zu Gast im Büttelland

Das Märchen vom Hamburger Jung, der in die Fremde ging, um Abenteuer zu erleben: in besonderem Maße passt es auf Stefan Hübner. Der ETV-Sprößling hatte nach der Bundesliga-Saison beim 1.SC Norderstedt, in der er nach anfänglichen großen Verletzungsproblemen von Bernd Schlesinger zum Stammspieler aufgebaut wurde und erstmals in den Kreis der Nationalmannschaft rückte, den Wechsel zum Moerser SC geschafft. Wenn schon weg, dann nach Moers, war damals die Ansicht vieler Fans des "Freundeskreis Volleyball", da zu den Moerser Fans immer ein gutes Verhältnis bestand.

Seit Anfang der Saison 1997 ist Stefan in der Stamm-Sechs des vielgerühmten ‚Dream-Team vom Niederrhein', er spielt gemeinsam mit den niederländischen Olympiasiegern Peter Blangé, Rob Grabert und Ronald Zoodsma, und Olaf Kortmann hat ihn für die Nationalmannschaft fest in der Planung.

 

Nachdem Stefan mit seinen Moerser Kollegen schon zum ETV-Jubiläum angereist war, trafen wir ihn zur Weihnachtszeit beim Besuch eines ETV-Spiels und stellten ihm ein paar Fragen.

Euer Auftritt beim ETV-Jubiläum war eine tolle Veranstaltung. Für euch eine gelungene Trainingseinheit ?

Für mich persönlich war es natürlich ein ganz besonderer Reiz, mal wieder im heimischen Büttelland zu spielen, auch wenn die Anreise am Samstag direkt zum Spiel nach Berlin dadurch etwas stressig wurde. Meine Mannschaftskollegen waren anfangs nicht so begeistert. Die gute Atmosphäre und die Bombenstimmung hat sie jedoch total beeindruckt. Nach dem Spiel sprachen alle von einer sehr schönen Veranstaltung.

Hast du noch Kontakt zu Spielern aus der hamburger Erstligazeit ?

Na klar. Ich telefoniere regelmäßig mit meinem Schwip-Schwager Junior Jennewein und ab und zu mit Uwe Körner und Bernd Schlesinger.

In Moers scheinst du dich durchgesetzt zu haben, und das gegen starke Konkurrenz.

Mein Trainer Stefan Mau hat von Anfang an großes Vertrauen in mich gehabt, was mir sehr geholfen hat. Wir haben viel an Annahme und Athletik gearbeitet, wodurch mir auch der endgültige Sprung in den Kreis der Nationalmannschaft gelang.

Deine Verletzungen sind alle auskuriert ?

Meine große Verletzungsanfälligkeit aus dem Norderstedter Jahr habe ich mittlerweile abgelegt und in Moers noch kein Spiel verpasst. Mein altes ‚Kriegsleiden', die Knie, ist mir jedoch erhalten geblieben.

Ganz Volleyball-Deutschland spricht vom Moerser Dream-Team mit den niederländischen Olympiasiegern. Wie ist es denn so ?

Mit den Holländern zu arbeiten, ist sehr angenehm. Wir haben sehr viel Spaß und die drei können einem durch ihre Erfahrung auch reichlich Tips geben. Alles muß man sich allerdings auch nicht abgucken.

Ein Geschichtchen wär ganz nett.

Ich war total ‚baff', als die Holländer aus Atlanta berichtet haben. Sie haben ihre Goldmedaille tatsächlich mit der "dänischen Europameister-Philosophie" gewonnen: viel Spaß und gutes Essen bei McDonalds. Und ich dachte immer, ein Leistungssportler sollte viel schlafen, gesund essen und sich nach dem Training immer fleißig ausdehnen. Naja, wie gesagt, man muß sich ja nicht alles abgucken.

Wenn Hamburger von der 1.Liga träumen, steht in der Traum-Sechs neben Dirk Oldenburg und Axel Jennewein natürlich auch ein Stefan Hübner.

Erstliga-Volleyball in Hamburg ist natürlich auch noch mein Traum. Momentan fühle ich mich in Moers sehr wohl und ich hoffe, dass ich im Sommer mein Sportdiplom-Studium in Bochum anfangen kann. Aber Bernd hat meine Telefonnummer und, soweit ich weiß, nicht nur meine ...

Ich bin sicher, dass die Hamburger Fans dir die Daumen auch für da unten in Moers drücken.

Danke schön und Gruß nach Hamburg !

Peter Neese

 

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